Hat Rolex mit der neuen Sea-Dweller alles richtig gemacht?

Kommentar zum auf der Baselworld 2017 vorgestellten Modell mit Datumslupe von Rolex-Experte Jens Koch

Jens Koch
von Jens Koch
am 31. März 2017

Man kann sich freuen: Rolex hört auf seine Kunden. Die wünschten sich eine größere Taucheruhr, die nicht ganz so hoch wie die Deepsea baut. Sie sehnten sich den roten Schriftzug der ersten Submariner- und Sea-Dweller-Modelle zurück, die heute gesuchte und teure Sammlerstücke sind. Und für die meisten gilt nur eine Rolex mit Datumslupe als echte Rolex. Fans feiern die neue Sea-Dweller, und sie wird sich sicherlich deutlich besser verkaufen als die alte.

Rolex: Oyster Perpetual Sea-Dweller
Die neue Rolex Oyster Perpetual Sea-Dweller

Also hat Rolex alles richtig gemacht? Ich glaube, die Marke geht auch ein hohes Risiko ein. Der Nimbus von Rolex, und letztlich auch die einzigartige Wertstabilität, basiert auf den Ikonen der Marke – und die konnten sich zu solchen entwickeln, weil sie optisch stets nur in winzigen Nuancen weiterentwickelt wurden. Nun hat Rolex aber mit einem Schlag das Design der Sea-Dweller stärker verändert als in den gesamten 50 Jahren zuvor. Die Marke ist nicht nur mit dem roten Schriftzug zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, sondern folgt mit dem größeren Durchmesser auch modischen Strömungen.

Live auf der Baselworld 2017: die neue Rolex Sea-Dweller
Live auf der Baselworld 2017: die neue Rolex Sea-Dweller

Und die Einführung der Lupe nimmt der Sea-Dweller ihr Erkennungszeichen. Sie sieht nun eher aus wie ein neues Modell: wie eine größere Submariner. In letzter Zeit agierte Rolex mit den nach kurzer Zeit wieder eingestellten Modellen Day-Date II und Datejust II schon etwas hektisch. Die Marke muss meiner Meinung nach aufpassen, dass sie ihren in den letzten 60 Jahren erarbeiteten Ruf nicht in wenigen Jahren verspielt. Es ist zwar schön, auf die Kunden zu hören, aber gerade das stoische Abwettern aller Modeströmungen und die Kontinuität haben Rolex groß gemacht. jk

Schlagwörter: Baselworld 2017, Rolex, Rolex Sea-Dweller

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14s Kommentare zu “Hat Rolex mit der neuen Sea-Dweller alles richtig gemacht?”
  1. Ralf Blasinsky

    Jetzt machen sie endlich eine 43mm Uhr und dann mit Datumslupe, das geht gar nicht.

  2. Ja! Das war höchste Zeit, dem größeren Durchmesser ist Zeitgemäß.
    Die alten Rolex Modelle wirken heute etwas mickrig.

  3. Christian

    Natürlich stoßen sich manche Hardcore Fans der Marke an der neuen Lupe oder dem großen Gehäuse aber erinnern wir uns an den Aufschrei in den Foren, als die 5stelligen Submariner von den 6stelligen mit den fetten Hörnern abgelöst wurde. Für mich ist die neue 126600SD die perfekte Tauchuhr für Kunden die immer eine größere Rolex wollten. Die 116660 war für mich nie eine Alternative, katastrophale Proportionen, extrem kopflastig, zu schwer und vor allem schlecht ablesbar. Das stark gewölbte 5mm Glas spiegelt bei allen Lichtverhältnissen und lässt das ZB leicht verzerrt und milchig wirken. Ich denke mir dass die neue SD ein Renner wird und ich werde mir sicher auch eine holen.

  4. Jörg Kalmes

    Genialer Schachzug! Rolex hat alles richtig gemacht. Die Uhr wird der Knaller.

  5. Jörg Drewermann

    Einfach eine wunderschöne Uhr!!
    Eine Jubiläumsuhr die gelungen ist!!
    Sammlerstatus

  6. Daniel

    Ich denke, Rolex hat fast alles richtig gemacht. Die Vergrößerung auf 43 mm ist klasse, der Schriftzug auch. Nur die Lupe, mit der ich das Datum unter Wasser eh nicht ablesen würde, gehört für mich da nicht hin. Das war ohne Lupe wie bei der Deepsea besser, stimmiger, einzigartiger. Erkennungszeichen der “kleinen Deepsea”, nicht der “aufgeblasenen Sub”. Bin aber aufgrund meiner Affinität trotzdem sehr angetan…

  7. g hildebrand

    die neue SD ist eine schöne uhr… rote schrift und 43 durchmesser passt.
    werde durch die SD meine GMTII master ergänzen…

  8. Eine traumhafte Uhr -man wird es nicht jedem Kritiker recht machen können.
    Der Erfolg wird aber alles notwendige Belegen.

  9. Jan Engelsberg

    Wie schwer ist denn das gute Stück? Ich hatte mal eine Deepsea und die war mir zu schwer und zu hoch. Auf jeden Fall viel unbequemer, als meine 45mm Panerai.

  10. Ernstl

    Es ist halt schwer eine Uhr zu erzeugen, die was eben jeden gefällt. Rolex ist und bleibt eine wunderbare Marke.

  11. Eine Rolex war und ist in erster Linie eine “Tool Watch”. Das gilt ganz besonders für die sportlicheren Modelle. Auch wenn viele Träger sie nicht explizit im Grenzbereich einsetzen, so wünschen sie zumindest dies theoretisch tun zu können – beziehungsweise den Eindruck zu erwecken.
    Eine größere Uhr sieht robuster aus und ist leichter ablesbar. Warum sollte sie also nicht in diese Richtung weiterentwickelt werden, um somit letztendlich auch besser zu werden.

    Armbanduhren wachsen. Rolex auch. Die älteste Herrenuhr in meiner Rolex-Sammlung war eine Oyster aus den späten 20er-Jahren. Im Design ähnlich den Gehäusen, die später für die ersten Panerai (Radiomir) genutzt wurden – aber eben nur 26mm groß. Das war damals eine korrekte Größe.

    Rolex war über Jahre sogar Pionier, was das Gehäusewachstum anging. Über die Jahrzehnte sind die Uhren kontinuierlich gewachsen. 34, 36, 40 Millimeter waren entscheidende Meilensteine, die nach und nach auf alle Modelle übertragen wurden.
    Die Entwicklung ist noch lange nicht vorbei. Rolex tut gut daran, nicht das Schlusslicht in diesem Prozess zu werden.
    Menschen werden größer. Da müssen die Gebrauchsgegenstände mithalten.

    Mit dem neuen Modell korrigiert Rolex behutsam kleine Fehler der letzten Wachstumsphase. Die Proportionen zwischen Gehäuse, Band und Schließe sind bei der Deep Sea und auch bei der aktuellen Submariner nicht perfekt, weil das Band zur Schließe hin zu schmal wird. Das hoch aufbauende Deep Sea-Gehäuse und auch die breiten Hörner der Sub wirken da nicht ausbalanciert.
    Das hat sich mit dem neuen Modell zum Glück geändert.

    Es war niemals Strategie von Rolex, auf dem alten Niveau zu lange auszuharren. Vor 25 Jahren galt ein 40mm Gehäuse als groß, vor 15 Jahren als normal – und heute wirken vier Zentimeter am Männerarm eher mickrig.
    Diese Größe ist heute sogar dabei, den Arm der modernen Frau zu erobern.

    Deshalb hat Rolex aus meiner Sicht alles richtig gemacht – und mit dieser Anpassung die neue Sea-Dweller an die Spitze meiner persönlichen Wunschliste katapultiert.
    Da verzeihe ich sogar die Datumslupe.

    Der rote Schriftzug ist das Tüpfelchen auf dem i.

    Gratuliere.

  12. Gwendolyn Benda

    Lieber Herr Engelsberg, wir haben die Information bei Rolex angefragt und zwischenzeitlich erhalten: Die neue Oyster Perpetual Sea-Dweller wiegt 196 Gramm und ist 15,08 Millimeter hoch.

  13. Daniel O.

    Also entweder ist meine Küchenwaage völlig unpräizse, oder…. jedenfalls trage ich die neue Rolex Sea Dweller SD50, 43mm, Single Red, seit ein paar Wochen…. und bei meiner Waage wiegt sie genau 154 Gramm….

    Was noch zu erwähnen ist: Ich habe auch eine (vintage) Submariner und eine Daytona, beide laufen sehr präzis.

    Das neue Uhrwerk der SD 43mm stellt aber alles in den Schatten, ich hatte noch nie eine Uhr, die so ein genau reguliertes Uhrwerk hatte. Ich habe die Uhr am 12.06.17 um 18:29 bei ROLEX in Zürich gekauft und nie etwas an der Zeiteinstellung korrigiert; heute, am 1907. hat sie eine Abweichung von 33 Sekunden.

  14. Daniel O.

    Mea culpa… ich habe meine Rolex Sea Dweller 43mm heute auf die Waage im Supermarkt gelegt und dort zeigte sich nun ein Gewicht von 186 Gramm…. trotzdem bleibt es eine super schöne, genaue und begehrte Uhr.

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