Omega-CEO Raynald Aeschlimann über 60 Jahre Speedmaster

Warum die Omega Speedmaster gerade junge Käufer fasziniert

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 3. April 2017

Die berühmte Omega Speedmaster wird 60 Jahre alt. Rüdiger Bucher sprach mit Omega-Präsident und -CEO Raynald Aeschlimann darüber, wie Omega mit dem geschichtsträchtigen Modell junge Käufer anspricht.

Raynald Aeschlimann, Präsident und CEO von Omega
Raynald Aeschlimann, Präsident und CEO von Omega

2017 feiert Omega 60 Jahre Speedmaster. Dieses Jahr begann mit der Vorstellung der Limited Edition Speedy Tuesday, die sich innerhalb von nur vier Stunden verkauft hat. Das war eine fantastische Erfahrung. Die Speedmaster stellt für viele Uhrenkäufer und -sammler eine große Leidenschaft dar. Wir haben dabei gesehen, wie groß die Speedmaster-Community inzwischen ist. Die meisten haben diese Uhr gekauft, weil sie fanden, das ist genau das richtige Produkt: eine Uhr von Uhrenfans für Uhrenfans.

Sie haben die Uhr zusammen mit Robert-Jan Broer vom Blog Fratellowatches.com entwickelt, der den Begriff und den Hashtag „Speedy Tuesday“ kreiert hat. Das Spannende ist, dass die Idee zur der Uhr, zu dem Reverse-Panda-Zifferblatt aus der Community kam. Wir haben hier sowohl eine Verbindung zur Vergangenheit als auch einen Link zur Zukunft.

Omega: Wristshot der Speedmaster Speedy Tuesday Limited Edition
Omega: Wristshot der Speedmaster Speedy Tuesday Limited Edition

Uhrenfans sind ein Thema, aber Omega muss ein breiteres Publikum ansprechen. Wie funktioniert der Transfer von der Speedy Tuesday zur Masse? Das Thema Speedy Tuesday hat viele unserer jüngeren Käufer angesprochen , die bisher auf das Thema James Bond fokussiert waren. Sowohl in der Art und Weise, wie wir die Uhr verkauft haben – über Instagram –, als auch mit der Geschichte, die wir dazu erzählt haben. Die Menschen der Generation Y suchen nach Glaubwürdigkeit bei einer Marke. Auf die hat das gewirkt.

Kann man diese Millennials eigentlich noch mit der Mondlandung von 1969 ansprechen? Ja, das glaube ich. Die Mondlandung war ein Ereignis, das die Weltgeschichte verändert hat – und das bis heute nachwirkt. Aber die Faszination Speedmaster ergibt sich nicht nur aus der Mondlandung, sondern auch aus dem Produkt selbst. Die Speedmaster hat so eine reiche Geschichte, und 60 Jahre später vermittelt sie noch immer die gleichen Emotionen wie damals. Es gibt nicht viele Luxusprodukte, für die das gilt. Und nicht zuletzt gibt die Speedmaster den Kunden die Möglichkeit, einen Teil dieser Geschichte am Arm zu tragen.

Die Mondlandung 1969
Die Mondlandung 1969

Wie geht diese Generation mit dem Thema Marke um? Sie ist mit Luxusmarken geboren, kennt die entsprechenden Einkaufsmeilen bestens. Ihr ist das Image der Marken sehr wichtig. Ich bin sogar sicher, dass sich auch die Generation, die danach kommt, für Uhren interessieren wird. Unser heutiges Produkt, wie die Speedmaster eines ist, erzeugt viele Emotionen, weil es ein Produkt mit einer Geschichte ist. Und es ist gleichzeitig ein Kunstwerk. Die jüngeren Generationen haben die gleichen Emotionen wie wir. Aber wir müssen anders mit ihnen kommunizieren.

Was heißt das? Nehmen Sie das Beispiel Master Chronometer. Es ist zu kompliziert, die dahinter stehende Technologie und das Testschema zu erklären. Wir müssen den Nutzen deutlich machen, aber kurz und knapp. Und wir müssen vielleicht noch kürzer und deutlicher sagen: Wir sind die besten.

Seit 2015 lässt Omega mechanische Uhren und Uhrwerke von der Schweizer Messanstalt METAS als Master Chronometer zertifizieren
Seit 2015 lässt Omega mechanische Uhren und Uhrwerke von der Schweizer Messanstalt METAS als Master Chronometer zertifizieren

Ihr Ziel ist es, dass in ein paar Jahren alle mechanischen Omegawerke Master Chronometer sind. Wann wird das der Fall sein? Das ist eine Frage der Kapazität. Unter anderem deswegen haben wir schon vor Jahren ein neues Gebäude geplant, das wir bald beziehen können. 2017 werden wir den 100.000. Master Chronometer zertifizieren. Das Ziel liegt etwa bei 400.000; wir planen, unsere Kapazitäten in den nächsten beiden Jahren zu verdoppeln.

Wird die Moonwatch dann nach wie vor die einzige Ausnahme bilden, als einzige mechanische Omega ohne Co-Axial-Hemmung und ohne Master-Chronometer-Zertifizierung? Nach heutigem Stand: ja. Das ist auch eine Frage des Respekts vor der Geschichte. Und ist es nicht unglaublich, dass man heute noch eine Uhr kaufen kann, die – abgesehen von kleinen Details – praktisch unverändert ist gegenüber der, die auf dem Mond war? Und wir verkaufen sie noch immer zu einem sehr günstigen Preis. Auch das spricht wieder die junge Generation an: Sie muss nicht ins Museum gehen, um diese Uhr zu erleben: Sie kann sie kaufen. buc

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