Fußball und Uhren

Eine sinnvolle Verbindung? Gedanken zum Bundesligastart

Grün ist die Hoffnung: Karl-Heinz Rummenigge und Hublots Jean-Claude Biver am 11. Februar 2012 in der Münchner Allianz Arena

 

Das Sponsoring spielt für die Uhrenhersteller in ihrem Marketingmix eine immer größere Rolle. Beim Fußball allerdings waren sie lange zurückhaltend. Zu sehr galt der Fußball als Massensportart, und der Masse traute man nun mal nicht zu, dass sie sich wertvolle Uhren kauft. Aber die Zeiten ändern sich. Heute ist das Stadionpublikum viel stärker gemischt. Teure Sitzplätze muss man sich leisten können, und wer vom Sponsoren eingeladen wird, führt auch meistens eine mindestens gutbürgerliche Existenz. Außerdem kommen immer mehr Frauen und Familien zum Fußball; das ist auch eine Folge davon, dass es der Polizei gelungen ist, die Gewalt aus den Stadien – zumindest der oberen Ligen – zu verdrängen. Über den Fußball spricht man also ein großes, überwiegend junges Publikum an, von dem ein nicht kleiner Teil auch das nötige Kleingeld und einen gewissen Lebensstil hat, um sich auch für Uhren zu interessieren.

Zu den ersten Managern, die das gemerkt haben, gehörten vor ein paar Jahren die Ebel-Leute: der heutige Firmenchef Loek Oprinsen und sein damaliger Mitstreiter Marc-Michel Amadry. Die beiden, selbst begeisterte Fans von Ajax Amsterdam bzw. Olympique Lyonnais, überzeugten ihren damaligen Chef Thomas van der Kallen davon, Partnerschaften mit Fußballclubs einzugehen. Inzwischen konzentriert sich Ebel nach einem Strategiewechsel auf Damenuhren und hat sich vom Fußball zurückgezogen. In diese Lücke stößt nun Hublot. Jean-Claude Biver, der in seiner Jugend selbst bei Spora Luxemburg Fußball spielte, fing ebenfalls schon vor Jahren an, mit UEFA und FIFA zu kooperieren. In der Schweiz sind ja die Wege nicht weit; Bivers Wohnsitz liegt in Nyon bei Genf, wo auch die UEFA beheimatet ist, und die FIFA in Zürich ist auch nicht aus der Welt. Seit der EM 2008 sieht man bei jeder EM und WM den Hublot-Schriftzug auf den Tafeln, mit denen der 4. Offizielle Auswechslungen und Nachspielzeit anzeigt. Dazu kam eine Kooperation mit Manchester United, die unter anderem in drei Uhrenmodelle mündete. Inzwischen hat Hublot auch Partnerschaften mit Bayern München, Ajax Amsterdam und, seit kurzem, Juventus Turin; weitere werden wohl folgen. IWC baut alle zwei Jahre eine Uhr für die deutsche Nationalmannschaft (rund 200 Modelle davon für den freien Verkauf), Seiko für den FC Barcelona, Parmigiani für Olympique Marseille. Und Chronoswiss wirbt ab dieser Bundesligasaison auf der Anzeigetafel des VfB Stuttgart. Man sieht: Die Uhrenmarken haben eine neue Zielgruppe entdeckt. Eines stimmt allerdings nicht: wenn sie sich als “offizieller Zeitnehmer” bezeichnen. Denn über die Länge des Spiels und den Zeitpunkt des Schlusspfiffs entscheidet nach wie vor nur einer: der Schiedsrichter. buc




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