Vacheron Constantin: Die Métiers d’Art

Ein Chronos-Heft über die Handwerkskünste

Liegt Chronos 04.2012 bei: Special über Vacheron Constantin

Vacheron Constantin hat sich meiner Meinung nach in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Das geht zuallererst auf den Firmenchef zurück: Juan-Carlos Torres, seit 2006 CEO und seit über 30 Jahren im Unternehmen, hat Vacheron wieder eine Vision gegeben. Der gebürtige Katalane, den alle Mitarbeiter in der Manufaktur freundschaftlich, aber mit unverkennbar ehrfurchtsvollem Unterton „Charly“ nennen, treibt den Aufbau eigener Uhrwerke seit Jahren konsequent voran. Die Zielvorgabe lautet, dass Vacheron Constantin in ein paar Jahren zu 100 Prozent eigene Mechanikwerke einsetzt. Torres hat einst bei Richemont-Chef Johann Rupert für dieses Vorhaben gekämpft und es durchgesetzt. Er hat erreicht, dass die entsprechenden Investitionen gebilligt werden. Das muss man ja auch erst mal schaffen. Es zeigt, wie viel Potenzial die Richemont-Führung bei Vacheron sah und sieht.

In den letzen Jahren hat sich viel getan: Die Manufaktur wurde ausgebaut, neue Mitarbeiter eingestellt, neue Werke entwickelt und gefertigt. Ein Museum (auch wenn es „Patrimoine“ und nicht „Museum“ heißt) wurde aufgebaut. Auch beim Genfer Siegel fiel Vacheron Constantin nach dem Ausstieg von Patek Philippe eine Hauptrolle zu. Torres sah Handlungsbedarf und stieß eine Entwicklung mit an, die dazu führte, dass die Kriterien für das Genfer Siegel verschärft wurden. Wichtig war auch die Gründung des Atelier Cabinotiers 2007: Damit forcierte Vacheron Constantin die Fertigung von Einzelstücken auf Kundenwunsch. Gerade hier kann die Manufaktur zeigen, was sie kann. Es geht zum einen um komplizierte Uhrwerke, aber genauso auch um Verzierungen auf höchstem Niveau. Gravieren, Guillochieren, Steinesetzen, Emailmalerei: Diese Handwerkskünste, auf Französisch „Métiers d’Art“ genannt, werden bei Vacheron seit Jahren intensiv gefördert. Das ist wichtig, denn es gibt nicht viele, die diese Künste beherrschen. Vor allem die Kunst des Emailmalens – auf dem winzigen Raum eines Zifferblatts – ist prinzipiell vom Aussterben bedroht, zumal ein Meister seines Fachs nicht unbedingt immer den Drang verspürt, sein Wissen an andere weiterzugeben. Gerade Letzteres ist für Vacheron aber ein Hauptanliegen. Denn die Manufaktur will in der Lage sein, auch in Jahrzehnten noch solche Techniken zu beherrschen – und alte Uhren reparieren und aufarbeiten zu können. Daher arbeiten die Genfer seit einigen Jahren verstärkt daran, Meister ihres Fachs an sich zu binden, die ihr Können talentierten jungen Lehrlingen vermitteln und diese so zu neuen Meistern ausbilden.

Dem faszinierenden Thema der Métiers d’Art bei Vacheron Constantin, und nur ihm allein, widmet sich unser kleines Sonderheft, das dem aktuellen Jubiläumsheft „20 Jahre Chronos“ beiliegt. Dort zeigen wir, was Vacheron genau tut und welche Uhren daraus resultieren. buc

Zwei Seiten aus dem Heft




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