Bodenstanduhren mit Doppelpendel

Der Doppelregulator von Abraham-Louis Breguet
Werkeinheit des Doppelregulators, der 1817 für Ludwig XVIII. angefertigt wurde

Werkeinheit des Doppelregulators, der 1817 für Ludwig XVIII. angefertigt wurde

Der Traum jedes Großuhrensammlers sind die leider sehr gut verwahrten Präzisionspendeluhren von A.L.Breguet (1747-1823). Breguet wurde durch folgende Vorstellung zu der Konstruktion einer Doppelpendeluhr veranlasst: „ Wenn man annimmt, dass ein bewegter Körper nur dadurch Bewegungsenergie verlieren kann, dass er diese an andere Körper weitergibt und diese wiederum an andere und so fort bis ins Unendliche, so ist nach dieser Annahme die Bewegungsenergie letztlich nicht verloren.“

Indem er nun zwei getrennte, aber symmetrische Uhrwerke mit sehr fein verzahnten und in ihrem Verhalten sehr konstanten Räderwerken neben einander setzte, erhöhte Breguet ihre Zuverlässigkeit und veranlasste sie, sich im Falle von Schwierigkeiten gegenseitig zu unterstützen. Schließlich schwingen die beiden Pendel mit gleicher Frequenz, aber gegenphasig; daraus folgt, dass eine äußere Störung, die den einen verlangsamt, den anderen um den gleichen Betrag beschleunigt, und dass die beiden in ihren Frequenzen gestörten danach streben, wieder in Takt zu kommen, und so die Wirkung des äußeren Einflusses beseitigt wird.

Eine der von Breguet gebauten Doppelpendeluhren, die No 3177/1817, die für Ludwig XVIII. angefertigt wurde, hängt im Museum des Arts et Métriers in Paris, die andere, die No 3671/1825 bei der Königin von England. Bekannt ist noch eine weitere Doppelpendeluhr von Antide Janvier im Museum Paul Dupuy in Toulouse.

In jüngster Zeit (1999) haben sich die Schweizer Uhrenkonstrukteure Stephan Gagneux (Mutters) und Beat Haldimann (Thun) an eine kleine Serie von anderen Doppelpendeluhren gewagt, die auch zu kaufen sind. Eine davon hängt im Uhrenmuseum von La Cloux de Fonds (CH).

Ein ausführlicher Artikel zum Doppelregulator von Abraham-Louis Breguet wurde von François-Paul Journe verfasst (Übersetzung: Norbert Enders) und erschien in Klassik Uhren 1/1995.
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