Breitling: Navitimer

Die Geschichte der Breitling-Uhr für Piloten

Das wohl legendärste Modell unter den Fliegeruhren ist der Breitling Navitimer, ein Chronograph mit Flugcomputer, der 2012 genau 60 Jahre alt wurde. Auch heute noch tragen Piloten weltweit diese Uhr, bei so mancher Luftwaffe ist sie Teil der regulären Ausstattung der Staffelpiloten. Auch prominente Flieger wie John Travolta, Besitzer und Pilot einer Boeing 707 sowie einer Bombardier Challenger 601 und von vier weiteren Flugzeugen, gehört zu ihren Trägern und Markenbotschaftern.

Der Breitling Navitimer von 1952 mit dem Doppelschwingen-Logo der AOPA

Der Breitling Navitimer von 1952 mit dem Doppelschwingen-Logo der AOPA

1952: Der Breitling Navitimer erscheint

1952 erscheint eine neue Breitling-Uhr als Weiterentwicklung des Chronomats mit Rechenschieberlünette von 1942 – der Navitimer ist geboren. Mithilfe der Rechenschieberlünette können komplexe Rechenoperationen ohne weitere Hilfsmittel durchgeführt werden. Den Chronomat treibt das Handaufzugswerk Venus 176 an, er kommt auch bei der US Air Force zum Einsatz. Lange vor seiner Ära nimmt die Entwicklung bereits ihren Lauf: Breitling entsteht – eine Marke für Flieger.

Breitling-Werbung der 1950er-Jahre:</br>"Für das Flugzeug – für den Pilot"

Breitling-Werbung der 1950er-Jahre:
“Für das Flugzeug – für den Pilot”

Die Arbeitssuche treibt einen gewissen Léon Breitling in die Schweiz. Mit 24 Lebensjahren fertigt der gelernte Uhrmacher in Saint-Imier seinen ersten Chronographen – dieses Jahr 1884 gilt auch als offizielles Gründungsjahr von Breitling. 1892 dann zieht das junge Unternehmen nach La Chaux-de-Fonds und produziert unter dem Namen »G. Léon Breitling S.A., Montbrillant Watch Factory« vor allem Chronographen für die Tasche. Mit den Jahren wird der Einsatz von Uhren in Flugzeugen immer wichtiger, die ersten Armbanduhren mit Chronograph für sportliche wie militärische Zwecke werden gefertigt. Bereits 1915 bietet Breitling einen Armbandchronographen mit einem zentralen Sekundenzeiger und 30-Minuten-Zähler, der Piloten die ersten Berechnungen erlaubt.

Vorgeschichte: Fliegeruhren mit Chronograph von Breitling

Noch ist Start- und Rückstellung unbequem über die Krone zu erledigen – 1923 erhalten die Chronographen den ersten Drücker, der den Stoppmechanismus startet, stoppt und nullsetzt. 1934 verantwortet Willy Breitling die Einführung des zweiten Chronographendrückers – dieses Bedienmuster hat bis heute in der Uhrenbranche weitestgehend Bestand. Als etabliertem Hersteller von Chronographen schwebt Willy Breitling eine Innovation innerhalb der Fliegeruhren vor, mit der Piloten ihre Berechnungen durchführen können. Der Mathematiker Marcel Robert nimmt die Herausforderung an, eine Rechenscheibe zu entwickeln, mit der komplexe logarithmische Kalkulationen durchgeführt werden können. Die Skalen gehen auf den Bedarf der Piloten ein und bieten die wichtigsten Einheiten im Leben eines Flugzeugführers: STAT für Standardmeilen, KM für Kilometer und NAUT für Seemeilen oder Knoten. Stellt man nun eine Ziffer der Außenskala auf die gewünschte Einheitsmarkierung, können die anderen Einheiten auf einen Blick abgelesen werden. Eine große Hilfe für den Piloten ohne Bordcomputer: Neben Treibstoffverbrauch, Steig- oder Sinkflugraten können die Piloten die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnen.

Vater des Breitling Navitimers: Willy Breitling

Vater des Breitling Navitimers: Willy Breitling

Breitling Navitimer: Der Mini-Computer für Piloten

1952 ziert daher das Logo der »Aircraft Owners and Pilots Association« (AOPA) in Form zweier Schwingen die Zifferblätter des ersten Navitimers – bis 1960 eine wirksame Kooperation. Der Name der Breitling-Uhr setzt sich zusammen aus »Navigation« und »Timer«. Als Referenz 806 kommt das erste Modell auf den Markt, angetrieben durch das Venus 178. Die frühen Exemplare sind begehrt und kosten heute gebraucht, je nach Zustand, zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Am beliebtesten sind die Stahlmodelle – entsprechend selten findet man sie. Weniger begehrt sind Modelle im vergoldeten Gehäuse, die später auf den Markt kommen. Sie erzielen dennoch Preise auf dem Niveau der Stahlmodelle. Meist über 10.000 Euro liegen die massiven Goldmodelle in 18 Karat – wenn sie überhaupt erhältlich sind. Eine Besonderheit kennzeichnet Uhren von 1954: sie sind mit dem Kaliber Valjoux 72 ausgerüstet und sehr rar.

In den ausgehenden 50er-Jahren beginnt Breitling, was die Marke bis heute ausmacht: ein hervorragendes Marketing. Mit dem Genfer Werber Georges Caspari entwickelt Willy Breitling eine Kampagne, die plötzlich auch bei anderen Zielgruppen als den Piloten für starke Nachfrage nach Chronographen sorgt. Zudem ist Breitling weiter Bordausstatter aller wichtigen Flugzeughersteller und -linien der damaligen Zeit. 1957 startet Boeing die Produktion der 707 – ausgerüstet mit Breitling-Bordchronographen: bis heute tickt einer davon in der Maschine von John Travolta.

Hier geht’s weiter zur Geschichte der Breitling Navitimer!

Seiten:    1   2 




Das könnte Sie auch interessieren:

 

 

 
 
Close Icon
Schließen

Schade, dass Sie uns schon verlassen wollen. Wenn Sie weiterhin erstklassige Informationen rund um die mechanische Uhr erhalten möchten, dann abonnieren Sie doch unsere Newsletter: