Die kleinen Komplikationen: Das Datum

Uhren mit Datumsanzeige

Eine Uhr mit Datumsanzeige oder der Anzeige für eine zweite Zeitzone steht uns in zahlreichen Alltagssituationen zur Seite. Funktionen wie diese werden zwar als kleine Komplikationen bezeichnet, haben aber nichtsdestotrotz ihre praktische Bedeutung.

Rolex Datejust in Weißgold von 1958 mit Datum und Datumslupe.

Rolex Datejust in Weißgold von 1958 mit Datum und Datumslupe.

Für sie spielt Rolex eine besonders wichtige Rolle, denn die Manufaktur hat im Lauf ihrer Geschichte immer wieder nützliche Zusatzfunktionen erdacht und weiterentwickelt. Aber auch Breitling, IWC oder A. Lange & Söhne haben sich um Datum, Gangreserveanzeige und Co. verdient gemacht. Watchtime.net stellt Ihnen die kleine Komplikation Datum anhand historischer und aktueller Uhren vor.

Uhren mit Datumsanzeige bieten Vielfalt

Mit Abstand die häufigste Zusatzfunktion von Armbanduhren ist das Datum. Und weil sich die Hersteller fast immer für ein Fensterdatum entscheiden, hat der Uhrenfreund die Vielfalt der möglichen Lösungen meist gar nicht vor Augen. Schon beim herkömmlichen Fensterdatum gibt es Wahlmöglichkeiten: Nutzt man beispielsweise bei einer Uhr mit schwarzem Zifferblatt eine weiße Datumsscheibe, die sich besser ablesen lässt? Oder haben gestalterische Überlegungen zur Folge, dass sich die Designer für eine schwarze, harmonisch ins Zifferblatt integrierte Scheibe entscheiden?

Die Rolex Oyster Day-Date 40, vorgestellt auf der Baselworld 2015, spielt mit dem Farbkontrast von Zifferblatt und Datumsscheibe.

Die Rolex Oyster Day-Date 40, vorgestellt auf der Baselworld 2015, spielt mit dem Farbkontrast von Zifferblatt und Datumsscheibe.

Etwas unbeholfen erscheinen in diesem Zusammenhang cremefarbene Zifferblätter mit weißem Datum; hier wirkt die abweichende Farbe der Zahlenscheibe oftmals störender als bei echten Kontrastfarben. Eine Vorreiterrolle in Bezug auf das Fensterdatum bei Armbanduhren übernahm Rolex mit der ersten Datejust von 1945. Heute ist diese Funktion in der Uhrenwelt selbstverständlich – und die häufigste Variante der Datumsanzeige.

Welche Form der Datumsanzeige ist die komfortabelste?

Als Alternative kommt das Zeigerdatum in Frage, das in Sachen Ablesbarkeit nur mithalten kann, wenn der Datumszeiger aus der Mitte kommt und die Skala am Zifferblattrand liegt. Ein kleines Zeigerdatum, das nur ein Hilfszifferblatt einnimmt, lässt sich dagegen meist schwer entziffern. In Sachen Ablesbarkeit ungeschlagen ist und bleibt die Uhr mit Großdatum. Stilbildend war diese Funktion vor allem bei der sächsischen Manufaktur A. Lange & Söhne: Besonders die legendäre Lange 1, aber auch viele weitere Modelle wären ohne die zwei Fenster sicher nicht so berühmt geworden, wie sie es heute sind.

A. Lange & Söhne stattete die Lange 1 im Jahr 2015 mit dem neuen Handaufzugswerk L. 121.1 aus, sie zeigt das charakteristische Großdatum.

A. Lange & Söhne stattete die Lange 1 im Jahr 2015 mit dem neuen Handaufzugswerk L. 121.1 aus, sie zeigt das charakteristische Großdatum.

Während Lange eine Konstruktion mit zwei Scheiben nutzt, verwendet Zenith ein patentiertes Dreischeibendatum. Es ermöglicht in Uhren mit vielen Zusatzfunktionen, die Zahlen im Verhältnis zum Platz im Werk möglichst groß darzustellen. Technisch ist die Lösung relativ einfach: Die Einerstellen sind auf zwei übereinander liegende Scheiben verteilt, von denen die obere nur sechs Ziffern trägt und Ausschnitte besitzt, durch die zu gegebener Zeit die restlichen vier Ziffern zu sehen sind. Weil nicht alle zehn Ziffern auf einer Scheibe Platz haben müssen, können sie größer gedruckt werden. Das Großdatum ist also eine schöne und funktionale Lösung. Ästheten könnten sich lediglich daran stören, dass während der ersten neun Tage jedes Monats eine Null oder eine weiße Fläche auf der ersten Stelle erscheint.

Auch eine Uhr mit Datumsanzeige kann unpraktisch sein

Deutlich problematischer als das Großdatum mit seiner ersten Stelle ist jedoch das Datum im vergrößerten Fenster, in dem auch die vorhergehenden und nachfolgenden Tage erscheinen. Hier kann sich der Träger je nach Breite des Fensters ziemlich schwertun, die richtige Zahl zu finden. Zudem wird beispielsweise am 30. April ein nicht vorhandener 31. als Folgetag angezeigt.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Januar 2011.

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