Harry Winston: 27 Zeiger für eine Uhr

Opus 12 - Baselworld 2012
Die neue Opus 12 von Harry Winston

Die neue Opus 12 von Harry Winston

Nichts ist wie es scheint bei dieser Uhr: Während sich auf einem herkömmlichen Zifferblatt Zeiger drehen, die auf Indexe oder Ziffern verweisen, sind bei der neuen Opus 12, die der Uhrenhersteller Harry Winston zusammen mit dem französischen Uhrmachermeister Emmanuel Bouchet entwickelt hat, die Zeiger mit den Indexen identisch. Es gibt zwölf Zeigerpaare, die sich übers Zifferblatt verteilen. Dabei steht in der (inaktiven) Ausgangsposition jeweils ein kürzerer Stundenzeiger unterhalb von einem längeren Minutenzeiger. Für die Zeitanzeige sind immer je ein Stunden- und ein Minutenzeiger aktiv: Man erkennt sie daran, dass sie dem Betrachter ihre blaue Seite zeigen, während bei den inaktiven die graue Seite nach oben gedreht ist. Es gibt allerdings nur für alle fünf Minuten einen Zeiger. Für die Minuten dazwischen sorgt ein retrograder zentraler Zeiger, der auf einer eigenen Skala von null bis fünf läuft und dann wieder zurückspringt. Aus der Mitte entspringen außerdem ein Zeiger für die kleine Sekunde und einer für die Darstellung der verbleibenden Gangreserve. Auf unserem Bild ist es zum Beispiel exakt 10.12 Uhr und 30 Sekunden.

Wenn, um beim Beispiel zu bleiben, zweieinhalb weitere Minuten vergangen sind, dreht sich der bisher aktive Minutenzeiger auf seine graue Seite und gleichzeitig der nächste (bei „drei Uhr“) auf die blaue. Nun ist es 10.15 Uhr. Das ganze Spiel wiederholt sich bis zur nächsten vollen Stunde. Dann aber vollzieht sich ein Spektakel: Kurz nachdem sich der elfte Minutenzeiger von blau auf grau und der zwölfte (ganz oben) von grau auf blau gedreht hat (um nun null Minuten anzuzeigen), drehen sich erst einmal alle Stundenzeiger nacheinander um ihre eigene Achse, bis schließlich nur der gewünschte, in unserem Fall der elfte, mit der blauen Seite nach oben stehenbleibt. Um diese Position zu erreichen, muss sich nicht nur der Stundenzeiger um seinen Partner-Minutenzeiger herumdrehen, sondern sich selbst um die eigene Achse, damit die richtige Farbe sichtbar wird.

Gesteuert wird die Zeitanzeige von zwei Zahnkränzen, die um das Zifferblatt laufen und mit kleinen Ritzeln am äußeren Ende der Zeiger im Eingriff stehen. Der äußere Zahnkranz bewegt die Minutenzeiger und vollzieht eine komplette Umdrehung in einer Stunde, und zwar in zwölf Sprüngen. Der innere Zahnkranz dreht sich einmal pro Stunde.

Die Energie für Uhrwerk und Zeitanzeige speist sich aus zwei voneinander unabhängigen Federhäusern, die aber gleichzeitig aufgezogen werden und jeweils rund 45 Stunden Gangautonomie zur Verfügung stellen. Wenn die Kraft zur Bewegung der Zahnkränze nicht mehr ausreicht, wird das Uhrwerk angehalten. Da der äußere Zahnkranz das Modul, das die insgesamt 27 Zeiger antreibt, vollständig umschließt, wurde die Aufzugswelle an den Boden des Gehäuses verlegt. Für die Übertragung sorgt ein Zwischentrieb. Daher muss man die Krone zum Aufziehen entgegen dem Uhrzeigersinn drehen. Ein Überziehen ist ausgeschlossen, weil beide Federhäuser mit einem Gleitzaum versehen sind.

Mitunter kommt es zu gewöhnungsbedürftigen Anzeigeformen. Während 10.10 Uhr annähernd so aussieht wie bei einer normalen Uhr, könnte man etwa 3.55 Uhr versehentlich als 2.55 Uhr lesen, weil der Stundenzeiger immer noch voll auf der Drei-Uhr-Position sitzt, obwohl es schon fast vier ist.

Umhüllt wird das hochkomplizierte Uhrwerk, das aus 607 Einzelteilen zusammengesetzt ist, von einem 46 Millimeter großen Weißgoldgehäuse mit Flanken aus Zalium, einer Verbindung aus Aluminium und Zirkonium. Insgesamt werden 120 Exemplare für je 260.000 Euro gefertigt; im November sollen die ersten lieferbar sein. buc

 

 




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