Mondphasen-Anzeige

Eine lange Tradition in der Uhrmacherei

Die Indikation der Mondphase ist die charmanteste aller Uhrenanzeigen, gibt sie doch das einzigartige Auf und Ab, das Luna jede Nacht auf das Neue am Himmel inszeniert, im Kleinformat wieder.

Der Mond ist der natürliche Satellit der Erde und gleichzeitig auch der uns nächste Himmelskörper. Für Astronomen und Sternengucker ist er das wohl lohnenswerteste Beobachtungsobjekt, denn selbst mit bloßem Auge lässt er sich gut erkennen. Abhängig von seiner Stellung in Bezug zur Erde wird das von der Sonne beschienene Nachtgestirn in einer sich täglich ändernden Gestalt vorstellig, vom opulenten Rund des Vollmondes bis hin zur grazilen Sichel des Neumondes. Hat es nach circa 29,5 Tagen all seine Phasen durchlaufen, beginnt das Schauspiel von vorne. Seit jeher übt der Planet dabei mit seinen magisch anmutenden Kräften einen immensen Einfluss auf die Erde aus. Als Herrscher über die Gezeiten bewegt er die Meere und sorgt für das kontinuierliche Zusammenspiel von Ebbe und Flut. Entsprechend der täglichen Verschiebung des Mondaufgangs um circa 50 Minuten, setzen auch Ebbe und Flut tagein, tagaus um etwa 50 Minuten später ein.

Die Maestro Mondphase von Raymond Weil (Edelstahl, 2.050 Euro) bietet eine betont klassisch anmutende Darstellung der Mondphasen-Anzeige bei zehn Uhr.

Die Maestro Mondphase von Raymond Weil (Edelstahl, 2.050 Euro) bietet eine betont klassisch anmutende Darstellung der Mondphasen-Anzeige bei zehn Uhr.

 

Der Mond beeinflusst alles Leben auf der Erde

Bei Voll- und Neumond kann es gar zu gefährlichen Springfluten kommen. Auch Mensch und Tier können sich seiner Macht nicht entziehen. Sensible Naturen bringt er häufig um den Schlaf, manche lässt er in der Nacht unfreiwillig umherwandern. Seit Urzeiten richten die Menschen die Landwirtschaft nach den Mondzyklen aus. Und auch heute hält der Mondkalender für beinahe alle Lebenslagen Empfehlungen bereit: vom Schneiden der Haare über das Düngen von Zimmerpflanzen bis hin zu operativen Eingriffen – er nennt für alles günstige und weniger günstige Zeiten.

So erstaunt es auch nicht weiter, dass die Komplikation der Mondphase über eine lange Tradition in der Uhrmacherei verfügt. Bereits in den Metropolen des Mittelalters, wie in Prag, Straßburg oder Ulm, stellen prachtvolle Monumentaluhren neben anderen astronomischen Indikationen wie den Sonnenaufgang und -untergang, wie die Mond- und Sonnenfinsternisse auch die steten Bewegungen des Erdtrabanten dar. Ab dem frühen 16. Jahrhundert geben die ersten Wanduhren seinen Stand wieder. Mit der Einführung der Taschenuhr hält die Indikation in verkleinerter Größe Einzug in die ersten tragbaren Gehäuse. In den 1920er-Jahren setzt dieselbe Anzeige ihr faszinierendes Schauspiel noch stärker miniaturisiert auf den Zifferblättern der in Mode kommenden Armbanduhren in Szene.

Die L.U.C Lunar Big Date von Chopard (Roségold, 24.190 Euro) zeigt zwei Monde und bietet so eine Mondphasen-Anzeige aus Sicht der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel

Die L.U.C Lunar Big Date von Chopard (Roségold, 24.190 Euro) zeigt zwei Monde und bietet so eine Mondphasen-Anzeige aus Sicht der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel

Zur Hochphase der Quarzuhren in den 1970er-Jahren wird es still um die mechanische Uhr und damit auch um diese astronomische Komplikation. Erst in den 1980er-Jahren, als die so genannte Quarzkrise langsam zu Ende geht, und die mechanische Uhr eine beispiellose Renaissance erlebt, verhilft die Schweizer Uhenmanufaktur Blancpain mit dem Kaliber 6395 der alten astronomischen Komplikation zu einem neuen glanzvollen Auftritt. Dessen Vollkalendarium mit Anzeige des Wochentags, Monats und Datums stilisiert den Vollmond der Anzeige erstmals liebevoll als lächelndes Gesicht. Die Uhr ist ein solcher Erfolg, dass nicht nur Blancpain die Indikation weiterführt, sondern auch viele andere Hersteller sie in ihr Programm integrieren.

Seiten:    1   2   3 




Das könnte Sie auch interessieren: