Montblanc: Tausendstelsekunden-Chronograph

TimeWriter II Chronographe Bi-Fréquence 1000 - SIHH 2012
Der Tausendstelsekunden-Chronograph von Montblanc

Der Tausendstelsekunden-Chronograph von Montblanc

Wenn man die Zeit rein mechanisch auf die Tausendstelsekunde genau stoppen will, bieten sich zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten an: Einmal kann man die Frequenz des hierfür zuständigen Gangreglers erhöhen. Diesen Weg hat TAG Heuer beim Mikrotimer Flying 1000 Concept Chronograph gewählt, vorgestellt im Frühjahr 2011. Das derzeit schnellste aller mechanischen Uhr-Schwingsysteme vollzieht sagenhafte 3,6 Millionen Halbschwingungen pro Stunde, was einer Frequenz von 500 Hertz entspricht. Weil sich die überlieferte Unruh dafür schlichtweg nicht eignet, begnügt sich TAG Heuer mit einer sehr kurzen, breiten und festen Spirale, die mit einer speziell entwickelten Ankerhemmung zusammenarbeitet.

Einen anderen Weg beschreitet der Uhrenhersteller Montblanc bei der Kreation des neuen TimeWriter II Chronographe Bi-Fréquence 1000. Das Richemont-Mitglied mit Konstruktions- und Fertigungsateliers in Le Locle und Villeret setzt zwar wie TAG Heuer auf zwei Schwing- und Hemmungssysteme. Die Schlagzahl des Chronographensystems liegt jedoch bei „lediglich“ 360.000 Halbschwingungen, die Zeitmessungen bis auf die Hundertstelsekunde gestatten.
Jene Mini-Zeitabschnitte stellt ein roter, beständig ums Zifferblatt jagender Zeiger auf einer Hundertstelsekundenskala dar. Dass dieser Zeiger winzige Trippelschritte vollzieht, erschließt sich nur bei sehr genauem Hinsehen. Im Süden des Zifferblatts findet sich ein zugehöriger 60-Sekunden-Zähler.
Konzentrisch hierzu hat Bartomeu Gomila Sintes, der auf Menorca geborene geistige Vater der neuen Uhr, noch einen 15-Minuten-Totalisator angeordnet. Das per koaxial gelagertem Doppelschaltrad gesteuerte Starten, Stoppen und Nullstellen erfolgt mit Hilfe eines einzigen Drückers in der Mitte zwischen den oberen Bandanstößen.
Die Chronographen-Unruh mit 50-Hertz-Frequenz gibt zusätzlich einen Kraftimpuls, der ein neuartiges Rad des Räderwerks – das so genannte Tausendstelrad – in Rotation versetzt. Durch diesen Antrieb rotiert es in einer gleichmässigen Geschwindigkeit von zehn Umdrehungen pro Sekunde um seine Achse und liefert damit die Auflösung, mit der die Hundertstelsekunde noch in weitere Zehnerschritte unterteilt werden kann.

Den grundlegenden Unterschied zum TAG Heuer Mikrograph repräsentiert eine segmentförmige Skala bei zwölf Uhr mit roter Pfeilspitze. Nach dem Starten des Stoppers tut sich an dieser Stelle des Zifferblatts erst einmal gar nichts. Erst nach dem Anhalten springt der Indikator blitzschnell unter eine der Ziffern von Null bis Neun und damit zur Anzahl der Tausendstelsekunden nach dem letzten Hundertstel. Der Rest ist reine Addition. Angefangen ganz unten bei den Minuten und den Sekunden. Hinzu gesellen sich die zentral erfassten Hundertstelsekunden sowie schließlich noch die Tausendstel. Bei der Drei befindet sich eine Gangreserveindikation für das Chronographenwerk, die nach Vollaufzug 45 Minuten beträgt. Mittels der Linksdrehung der Krone wird dieses aufgezogen.

Ungewöhnliche Konstruktion: Das Handaufzugswerk ähnelt herkömmlichen Chronographen nur bedingt

Ungewöhnliche Konstruktion: Das Handaufzugswerk ähnelt herkömmlichen Chronographen nur bedingt

Die Limitierung des neuen Meisterwerks mit patentiertem Tausendstelmechanismus auf 36 Exemplare erinnert an das Jahr 1936, als die Marke Minerva – heute im Besitz von Montblanc – eine Stoppuhr mit zentralem Hundertstelsekundenzeiger präsentierte, verewigt im Guinness-Buch der Rekorde. Das 38,4 Millimeter große und 10,6 Millimeter hohe Handaufzugswerk mit ca. 100 Stunden Gangreserve tickt in einem Weißgoldgehäuse mit 47 Millimetern Durchmesser. Der neue TimeWriter II kostet 230.000 Euro. glb




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