21.April 2009 | Michalczyk | Kommentare 0 | 702 views

Ochs und Junior: Das einfache Jahr

An die ungewöhnliche Kalenderdarstellung gewöhnt man sich schnell. Es ist: Sonntag 22. Oktober

An die ungewöhnliche Kalenderdarstellung gewöhnt man sich schnell. Es ist: Sonntag 22. Oktober

Hinter dem neuen Firmennamen Ochs und Junior verbirgt sich Ludwig Oechslin, der Leiter des Internationalen Uhrenmuseums MIH in La Chaux-de-Fonds und ehemaliger Chefentwickler bei Ulysse Nardin. Der Name für die neue Unternehmung des Physikers und Uhrmachers ist eine Idee von Oechslins Sohn Giorgio und zeigt schon die leicht augenzwinkernde Mentalität, die über dem neuen Projekt schwebt.
Voller Ernst ist indes die neue Uhr, die unter dem Label Ochs und Junior entstanden ist: Die Anno Cinquanta ist ein Jahreskalender, für dessen Komplikation das von Paul Gerber entwickelte Automatikwerk nur um drei Teile ergänzt werden musste. Glasgeperlte Platinen, von Hand polierte Kanten, Schraubenköpfe und Schlitze sind die optischen Finessen des Kalibers, das eine Gangautonomie von über 100 Stunden aufweist und von einem Goldrotor beidseitig aufgezogen wird.

 Die Clou der Uhr ist die Anzeige der Kalenderfunktionen, die über orangefarbene Punkte erfolgt, die sich in drei Kreisen auf dem Zifferblatt verteilen: Ganz außen wird das Datum dargestellt, bei sechs Uhr die Wochentage und bei zwölf Uhr die Monate. Auf Zahlen oder Buchstaben wird somit ganz verzichtet. Ludwig Oechslin setzt voll auf die intuitive Bedienung der Uhr und geht sogar noch einen Schritt weiter: Denn er verzichtet auch auf dem 43 Millimeter messenden Gehäuse, das wahlweise in unpoliertem Weiß-, Rotgold (je 28350 Euro) oder Silber (25000 Euro) erhältlich ist und eine Höhe von zwölf Millimetern aufweist, auf jegliche Angaben zum Hersteller.

 Einzig auf der Innenseite des Lederbands ist der Markenname eingebrannt – womit der Marketingbegriff des Brandings augenzwinkernd auf seinen Ursprung zurückgeführt wird. Aufzugsrotor und Zifferblatt sind hitzepatiniert. Außer der Krone, dem Glas, der Schließe und dem Nähen des Lederbandes wird die komplette Uhr übrigens von einem aus Ludwig Oechslin, Beat Weinmann, Paul Gerber, Peter Cantieni bestehenden Team gefertigt. wam

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Über den Autor: Witold A. Michalczyk ist Uhrenfachredakteur. Neben allen Aspekten der Zeitmessung interessiert er sich für graphische Erzählungen, klassischen Stummfilm und Höhlenforschung.

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