Die Spiralfeder ist mit der Unruh zusammen das Herz der Uhr und für den präzisen Gang enorm wichtig. Herzrasen bekamen einige Uhrenhersteller, als sie hörten, dass der Quasi-Monopolist Nivarox-FAR keine Spiralfedern mehr liefern will.
Ohne die Spiralfeder geht in mechanischen Uhren trotz minimaler Maße und Masse nichts. Der filigrane Winzling von gerade einmal einem bis drei Hundertstelmillimetern Dicke ist deutlich dünner als ein menschliches Haar. Auf die Waage bringt er ungefähr 2,5 Milligramm. Entfernt man ihn aus einem tickenden Mikrokosmos, steht dieser nach einem Wimpernschlag still. Die Partnerin namens Unruh, an deren Welle er befestigt ist, vollzieht gerade noch eine Halbschwingung. Das Räderwerk bewegt sich ebenfalls nicht mehr, denn es mangelt an der lebensspendenden Rückstellkraft der dauerelastischen Unruhspirale. Kein Wunder, dass man sie respektvoll die Seele klassischer Zeitmesser nennt.
Im Lauf der Jahrzehnte haben sich einige ambitionierte Uhrmacher und Ingenieure intensiv mit diesem Bauteil beschäftigt. Geheimnisse gibt es somit kaum noch. Aktuelle Unruhspiralen bestehen aus der Legierung „Nivarox“. Dieser Terminus steht für „nicht variabel, nicht oxidierend.“ Das Material wurde 1931 von Reinhard Straumann (1892–1967) entwickelt und verbesserte die Ganggenauigkeit der Uhren enorm. Die Legierung besteht aus Eisen, Nickel, Chrom und geringen Zusätzen von Beryllium sowie weiteren Bestandteilen.





































