UHREN-MAGAZIN Leserreise Glashütte 2010

Uhren-Magazin Leserreise Glashütte
Vom 6 bis 7. September erkundeten 10 Leserinnen und Leser des Uhren-Magazins die Uhrmacherkunst im sächsischen Glashütte.

 

 

 

Uhren-Magazin Leserreise Start Glashütte

 

Die Exkursion beginnt am Montagmorgen um 8:15 Uhr im Taschenbergpalais in Dresden.
Von dort aus macht sich die Gruppe auf zur ersten Station: der Uhrenmanufaktur Nomos Glashütte.

 

 

 

 

Nomos GlashütteDurch die im Jahr 1990 gegründete Uhrenmanufaktur führt uns Ute Fischer-Graf, Leitung Kommunikation. Sie erklärte den Lesern die äußerst strengen Regeln für Glashütter Uhren: “Bedingung dafür, eine Uhr als eine “Glashütter Uhr” verkaufen zu dürfen, ist, dass mindestens 50 Prozent der Wertschöfpung am Werk in Glashütte produziert werden muss. Nomos schafft sogar eine Fertigungstiefe von 75 Prozent.”

Der Rundgang führt uns in die unterschiedlichen Abteilungen wie Konstruktion, Feinbearbeitung, Gravur und maschinelle Produktion. Bei schönem Wetter machen wir uns auf zum zweiten Standort von Nomos in Glashütte, der so genannten Chronometrie. Diese liegt, steil bergauf, am Erbenhang über Glashütte. Auf dem Weg dorthin kommen wir am “Lädele” vorbei, wie der Nomos Flagship-Store von einigen Teilnehmern liebevoll genannt wird. In der Chronometrie, in der einst Schiffschronometer gefertigt wurden, arbeitet ein Großteil der Uhrmacher. Montageleiter Frank Wolf zeigt uns die einzelnen Abteilungen, wie beispielsweise die Komplikationen-Bearbeitung, wo auch an der Zürich Weltzeit gearbeitet wird. Highlight für die Leser am Ende dieser Führung ist natürlich der Blick über die aktuelle Uhrenkollektion.

Uhrenmuseum Glashütte

Uhrenmuseum Glashütte

Nach kurzer Mittagspause im Restaurant “Drogerie”, einer ehemaligen Apotheke, führt unser nächster Weg in das Uhrenmusuem. Dieses ist im ehemaligen Gebäude der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte untergebracht, das 1881 gebaut wurde. Museumsleiter Reinhard Reichel erläutert die Stationen der Glashütter Uhrengeschichte. Von den Anfängen und Entwicklungen im Jahr 1848, den Lehrjahren in der Uhrmacherschule ab 1878, den Jahren der Blütezeit von 1878 bis 1914 über die schweren Kriegsjahren von 1914 bis 1945 und der anschließenden Demontage der Produktionsanlagen nach Kriegsende. Erst nach dem Aufgehen der einzelnen Hersteller in den volkseigenen Glashütter Uhrenbetrieb (GUB) wird die Produktion zu DDR-Zeiten wieder fortgesetzt. Auch für die BRD werden damals Uhren in Glashütte gebaut und mit der Wende erleben die mechanischen Uhren ihren Aufschwung. Zum Schluß beobachten die Teilnehmer noch den Uhrmacher in der Schauwerkstatt, bevor es mit dem Kleinbus weiter zur Sternwarte hinauf geht.

 Sternwarte 

SternwarteGunter Teuscher, Geschäftsführer von Wempe Chronometerwerke begrüßt unseren kleinen Trupp in der Sternwarte. Diese wurde 1910 zum ersten Mal in Betrieb genommen, um den Glashütter Uhrenherstellern ein exaktes Zeitsignal zu verschaffen. Heute sitzen in der restaurierten Sternwarte, die gerade um ein Gebäude erweitert wird, die einzige Chronometer-Prüfstelle in Deutschland und einige Uhrmacher von Wempe. Gunter Teuscher gewährt uns neben den aktuellen Uhrenmodellen der Wempe Chronometerwerke auch einen Blick in die Sterne beziehungsweise in die Sonne, die wir als roten Kreis mit dem Teleskop ausmachen können.

 

 Nach so vielen Eindrücken und einem langen Tag geht unser Weg wieder zurück nach Dresden, wo uns abends, neben der exquisten Küche des Kempinski Hotels auch die Vertreter einiger Glashütter Uhrenbetriebe erwarten.

Tag 2 – Glashütte Original und A. Lange & Söhne

Glashütte Original

Früh morgens erwarten uns nach dem ausgiebigen Frühstück schon wieder die Limousinen in Richtung Glashütte.
Im Foyer der Manufaktur Glashütte Original begrüßt uns Günter Wiegand, Geschäftsführer von Glashütte Original. Auf dem Rundgang durch das Gebäude werden den Teilnehmern der Leserreise die einzelnen Abläufe und Abteilungen vorgestellt. Ziel von Glashütte Original ist, so erklärt uns Herr Hammer, pro Jahr zwei neue Uhrwerke zu präsentieren. In diesem Jahr sind es das Taschenuhrkaliber und das Panomatic Counter. Insgesamt wurden in Basel in diesem Jahr acht Neuheiten vorgestellt, darunter auch der Senator Terminkalender.
Nun darf sogar selbst Hand angelegt werden; zwei Mitarbeiterinnen erwarten die Gruppe. Jeder Teilnehmer darf sich daran versuchen unter dem Mikroskop ein Schräubchen, das mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen ist, in den Unruhreif zu drehen. Einige der Teilnehmer nehmen ihr Musterstück dann gleich mit nach Hause, während andere lieber auf die Stücke, der geübten Mitarbeiterinnen zurückgreifen. Mit Spannung erwarten die Teilnehmer die aktuelle Kollektion, die natürlich ausgiebig in Augenschein genommen wird.

A. Lange & Söhne

A. Lange & Söhne

Hartmut Knothe und Kirsten Hultzsch erkunden mit uns die Manufaktur A. Lange & Söhne. 1845 siedelt Ferdinand A. Lange die Uhrmacherei in Glashütte an und gibt der Stadt eine Perspektive. Die Büste im Eingangsbereich der Manufaktur erinnert an Ferdinand A. Lange. Jede Uhr wird bei A. Lange & Söhne nach der Einregulierung demontiert, um alle Teile kontrollieren und reinigen zu können. Erst nach dem Aufbringen des Streifenschliffs und der Gravuren, die teilweise von Hand gemacht werden, folgt die endgültige Montage. Diese Arbeitsschritte machen jede Uhr zu einem ganz besonderen Einzelstück. km




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