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Was die Uhrenbranche bewegt

Die 20 Trends der Zukunft

Trend 4: Schlichtheit – Weniger ist mehr

Eleganz durch Reduktion: die neue Jaeger­ LeCoultre Master Control

Geradlinigkeit, Schnörkellosigkeit und Reduktion auf das Wesentliche: Diese Tugenden erleben zurzeit eine Renaissance. Viele Uhrenmarken stellen sich nun wie­der die für jedes Produktdesign wichtigste Frage, die nicht lautet „Was könnte ich hinzufügen?“, sondern „Was kann ich weglassen?“.

Es gibt im Uhrenbau zwei Arten von Schlichtheit: Reduktion im Design und Einfachheit der Funktionen. Erstere bedeutet, dass auch komplizierte Uhren durch eine klare Zifferblattgestaltung und ein schnörkelloses Gehäuse Sachlichkeit und Zurückhaltung ausstrahlen.
Ins Extreme ist die Reduktion gesteigert, wenn schwer zu realisierende Komplikationen wie beispielsweise ein Tourbillon nur auf der Rückseite zu sehen sind. Dabei hat die Bescheidenheit in diesem Fall sogar einen kon­kreten Nutzen, denn auf der Bodenseite ist das Tourbil­lon dem UV-Licht nicht ausgesetzt, das Öl schneller altern lässt und einen früheren Service nötig macht. Doppelt schlicht sind Uhren mit einem reduzierten Design, die sich gleichzeitig auf wenige Funktionen beschränken. Diese Beschränkung ist recht und billig, denn im Alltag interessieren meist nur die Zeit und höchstens noch das Datum. Ein schönes Beispiel für elegante Zurückhaltung ist die soeben überarbeitete Master Control von Jaeger-LeCoultre, die sogar mit ihrer neuen Größe von 39 statt 40 Millimetern zum Thema Reduktion beiträgt. ak

 

Trend 5: Tourbillon – Orkan im Uhrwerk

Sturmwarnung: Die Referenz 7047 von Breguet besitzt neben dem Tourbillon einen Antrieb über Kette und Schnecke

1801 erhielt der geniale Uhrmacher Abraham-Louis Breguet ein Patent auf eine Vorrichtung, die die schädlichen Einflüsse der Schwerkraft auf das Schwingverhalten der Unruh in Taschenuhren eliminieren sollte. Das Problem: Wenn die Uhr immer senkrecht in der Weste steckt, können Unwuchten in der Unruh Unregelmäßigkeiten hervorrufen. Die Lösung: Die Unruh sollte in einem Drehgestell schwingen, sodass sich alle Unregelmäßigkeiten im Laufe einer Umdrehung ausgleichen. Der Name: Tourbillon, zu Deutsch „Wirbelwind“.

Das Wirkungsprinzip, das für Taschenuhren erdacht wurde, ist in Armbanduhren, die ohnehin ständig in wechselnden Lagen getragen werden, wirkungslos. Dennoch hat Audemars Piguet 1986 ein Armbandtourbillon vorgestellt, und zu Beginn des 21. Jahrhunderts – 200 Jahre nach Erfindung der Komplikation – nahmen zahlreiche Uhrenmarken derartige Zeitmesser in ihr Portfolio auf.
Das Know-how besaßen viele von ihnen jedoch nicht, sondern kauften die entsprechende Baugruppe oder gar das ganze Werk von Spezialisten. Auf die Marktüberschwemmung folgte eine kurze Phase der Zurückhaltung, die sich bereits wieder ins Gegenteil verkehrt hat. Heute ist das Tourbillon beliebter denn je. Vor allem echte Manufakturen bedienen sich der anspruchsvollen Komplikation, um ihre uhrmacherische Kompetenz zu beweisen. Oftmals dient das Tourbillon sogar als reines Beiwerk für andere schwierige Konstruktionen, wie bei der Referenz 7047 von Breguet, die zusätzlich eine besonders seltene und komplexe Kraftübertragung über Kette und Schnecke aufweist. ak

 

Trend 6: Kunsthandwerk – Miniaturfantasien

Inspiriert durch M. C. Escher: Modell Taube aus der Kollektion „Les Univers Infinis“ von Vacheron Constantin

Eine bewegliche Paris-Miniatur in Email auf einem Ziffer­blatt von Van Cleef & Arpels; Zusammenspiele von Gravur, Guillochage und Emailkunst auf den 40 Millime­tern Durchmessern einer Uhr aus der Kollektion „Les Univers Infinis“ von Vacheron Constantin: Überlieferte Handwerkskünste spielen bei der Gestaltung von Uhren eine immer wichtigere Rolle. Und zwar nicht nur solche Techniken, die in der Uhrenwelt Tradition haben: Für Harry Winston zaubert eine der letzten Federkünstlerin­nen in Paris filigrane Zifferblattornamente aus echten Vogelfedern, und Hermès verwendet für seine Uhren Marqueterie de Paille, bei der Roggenstroh zu feinen Strukturen verarbeitet wird. Für die Aufsehen erregende Kollektion „Maki-e“ hat Vacheron Constantin, eine Ma­nufaktur mit besonderer Affinität zum Kunsthandwerk, sich mit einer über 300 Jahre alten japanischen Lack­firma in Kyoto zusammengetan.

Die große Faszination, die die unendlich aufwendigen und zeitintensiven Handwerkskünste auf unsere Zeit ausüben, mag in ihrem Kontrast zur globalisierten Mas­senproduktion liegen: Wenn eine Emailmalerin mit ei­nem Pinsel aus einem einzigen Marderhaar eine winzige Figur in einer subtilen, von ihr selbst hergestellten Farbe aufbringt, dann zählen nicht Tempo und Quantität. Dann ist individuelles Können am Werk, das der jeweilige Künstler nur mit einer Handvoll anderer Personen auf der ganzen Welt teilt. mbe

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