Trend 7: Neue Materialien I: Gehäuse – Harter Stoff
Während wirkliche Neuerfindungen in der Uhrentechnik eher selten sind, zeigen sich die Marken in puncto Gehäusematerial sehr umtriebig. Die letzten Jahre brachten eine wahre Flut an außergewöhnlichen Metallen, neuen Materialkombinationen und verschiedenen Keramikarten. Härte und Leichtigkeit sind die maßgeblichen Kriterien der Entwicklung. In jüngster Zeit erweiterte etwa Hublot das Materialspektrum und stellte das sogenannte Magic Gold vor. Dabei handelt es sich um eine Verbindung von Gold und Keramik, die besonders hart und kratzfest ist. Zur Baselworld 2011 lancierte Chanel, eher eine designorientierte Marke, die J12 Chromatic, die aus dem neuartigen Stoff Titankeramik gefertigt wird. Zu den technischen Eigenschaften des Materials wie Kratzfestigkeit oder geringes Gewicht gesellt sich zudem eine ganz eigene Glanz- und Farbwirkung.
Neben neuen Materialien entwickeln die Uhrenhersteller auch spezielle Fertigungsverfahren. So gelang es Omega mit der „Cerachrom“-Technik erstmals, Keramikteile wie die Lünette mit Goldelementen auszulegen.
Fast schon Standard ist die schwarze DLC-Beschichtung (diamond-like carbon) von Edelstahlgehäusen, bei der das Metall mit Kohlenstoff bedampft wird. Der diamantähnliche Überzug schützt vor Kratzern und macht optisch einen besonders sportlichen Eindruck. juk
Trend 8: Neue Materialien II: Werk – Werk-Stoff der Zukunft

Ulysse Nardin setzt beim eigenen Kaliber 118 eine Hemmung aus diamantbeschichtetem Silizium und eine Siliziumspiralfeder ein
Stahl, Messing, Rubine, Öl: Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hat sich an diesen Werkstoffen für Uhrwerke nicht viel geändert. Zwar gab es Verbesserungen im Detail, vorallem bei der Legierung für die Spiralfeder und beim Öl, aber grundsätzlich sind die Materialien seit 250 Jahren die gleichen geblieben. Aber seit der Jahrtausendwende wird mit neuen Werkstoffen wie Diamant und Silizium experimentiert. Silizium hat verlockende Eigenschaften: es ist leicht, hart, korrosionsfest, lässt sich von Magnetfeldern nicht beeindrucken, und in einem etablierten Verfahren können sehr präzise Teile mit so glatter Oberfläche gefertigt werden, dass beispielsweise die Hemmung nicht mehr geschmiert werden muss. Als Erster hat Ulysse Nardin 2001 in der Freak Siliziumteile für die Hemmung verwendet. Der Stein der Weisen also?
Einen Haken hat das Material, es reagiert zu empfindlich auf Temperaturschwankungen. Deshalb wird es im Uhrenbau meist mit einer Oxidschicht überzogen. Das patentierte Verfahren mit der Oxidschicht wurde in der Schweiz entwickelt. Finanziert haben es Rolex, die Swatch Group und Patek Philippe in seltener Eintracht. Sogar Spiralfedern lassen sich aus dem Material herstellen, was bei Omega im großen Stil passiert. Für polykristallines Silizium mit Oxidschicht hält Damasko das Patent. Ulysse Nardin setzt auf Diamant: entweder als Schicht auf Siliziumteilen oder sogar als Teile komplett aus künstlichem Diamant. Auch Spiralen lassen sich aus dem sehr teuer zu produzierenden Material herstellen. jk
Trend 9: Sponsoring – Geben und Nehmen
„Schatz, was wünschst du dir zum Geburtstag?“ – „Ich will die Uhr von James Bond.“ Wenn die Suche nach einem Geschenk für den Liebsten so abläuft, ist das Konzept der Uhrenhersteller aufgegangen, denn immer mehr Marken setzen in ihrer Werbung auf Testimonials. Wer möchte nicht auch eine Omega haben, wie sie Daniel Craig als 007 trägt?
Doch Omega und Co. machen nicht nur mit Schauspielern und Sportlern von sich reden, sondern veranstalten und unterstützen auch Events verschiedenster Art. So ist etwa TAG Heuer seit 2011 Partner des Automobilclubs von Monaco, der den Großen Preis von Monaco organisiert. Andere Uhrenmarken engagieren sich im Charity-Bereich: Blancpain beispielsweise spendete den Erlös einer Auktion an eine Stiftung gegen Muskelschwund. Nomos hingegen unterstützt mit einem limitierten Sondermodell „Ärzte ohne Grenzen“. Vor allem die kunsthandwerklich ausgerichteten Marken fördern Künstler oder initiieren Designprojekte. Das Luxusgüterunternehmen Hermès schreibt beispielsweise alle drei Jahre den „Prix Émile Hermès“ für junge Designer und Kreative aus. Vacheron Constantin hingegen setzt sich mit den „Europäischen Tagen des Kunsthandwerks“ für die Förderung und Überlieferung von über 200 alten Kunsthandwerken ein. juk





































