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Was die Uhrenbranche bewegt

Die 20 Trends der Zukunft

Trend 10: Grössenwachstum – Gesprengte Grenzen

Tickender Riese: Die Zenith Montre d’Aéronef Type 20 misst 57,5 Millimeter

In den fünfziger Jahren trugen Herren 33-Millimeter-Uhren, und niemand wäre auf die Idee gekommen, die Zeitmesser als zierlich oder gar feminin zu bezeichnen. Heute liegt der Durchmesser eleganter Herrenuhren meist um die 40 Millimeter, und Sportuhren haben diese Grenze bereits weit hinter sich gelassen: Wer einen Chro­nographen im 43-Millimeter-Format trägt, fällt kaum noch auf, und auch Jogi Löw wirkt auf der Trainerbank mit kurzärmeligem Hemd und seiner 46 Millimeter gro­ßen DFB-Uhr von IWC nicht gerade wie ein Exot. Parallel existiert zwar ein neues Streben nach Zurückhal­tung im Uhrendesign, das manchmal auch die Größe mit einschließt (siehe Trend Schlichtheit), aber grundsätzlich stehen schwere, massive Uhren für Luxus und Verläss­lichkeit, sie symbolisieren eine lohnende Investition und einen bleibenden Wert.

Allerdings gibt es neben dem allgemeinen Trend zur Größe auch noch eine extravagante Gigantomanie, die mit normalen Alltagsuhren nichts zu tun hat. Mehrere Marken wie Panerai, Oris und Glycine haben bereits die 50-Millimeter-Schallmauer durchbrochen – oder sollte man lieber „Schmerzgrenze“ sagen? Die betreffenden Modelle sind jedoch durchweg mechanische Spezialitä­ten ohne Anspruch auf ein perfektes Tragegefühl. So muss beispielsweise die abgebildete Montre d’Aéronef Type 20 von Zenith Platz für ein historisches Handauf­zugskaliber bieten, das zuvor in Marinechronometern und Borduhren verwendet wurde. ak

 

Trend 11: Gütesiegel – Vertrauen ist gut…

Aussagekräftig: Das Gütesiegel Qualité Fleurier um­fasst die Kriterien Ganggenauigkeit, Zuverlässigkeit und Werkästhetik

… Kontrolle ist besser, besagt ein viel zitiertes Sprichwort. Und auch die Uhrenbranche schließt sich dieser Meinung an. Deshalb gibt es seit lan­gem Gütesiegel, die bestimmte Quali­tätsmerkmale hochwertiger Uhren offiziell bestätigen. Die bekanntesten sind das Chronometerzertifikat der offiziellen Schweizer Prüfstelle COSC (Ganggenauigkeit), die „Chronofi­able“-Alterungssimulation (Zuverläs­sigkeit) und die Genfer Punze (Werk­qualität), wobei Letztere lediglich an Uhren vergeben wird, die im Kanton Genf entstehen.

Seit einiger Zeit zeichnet sich das Ver­langen nach neuen, aussagekräftige­ren Gütesiegeln ab – eine Entwick­lung, die noch lange nicht abgeschlos­sen sein dürfte. Den Anfang machte im Jahr 2001 die „Qualité Fleurier“, die die Uhrenmarken Chopard, Par­migiani und Bovet zusammen mit der Werkemanufaktur Vaucher ins Leben riefen. Das Siegel setzt Zertifi­kate von COSC und Chronofiable vo­raus und bewertet zudem die Werk­veredelung sowie das Gangverhalten unter simulierten Tragebedingungen. Ebenfalls noch jung ist das 2006 wie­ der eingeführte deutsche Chronome­terzertifikat der Sternwarte in Glas­hütte. Entgegen der COSC prüft die Institution keine losen Werke vor dem Einschalen, sondern komplette Uhren, was dem tatsächlichen Ge­brauch weitaus näher kommt. Für einen Paukenschlag sorgte im Jahr 2009 die Genfer Nobelmanufak­tur Patek Philippe: Sie wandte sich von der Genfer Punze ab und zertifi­ziert ihre Uhren seitdem mit dem Pa­tek-Philippe-Siegel. Natürlich waren viele Experten trotz der strengeren Prüfkriterien entrüstet, denn schließ­lich bedeutet die Zertifizierung im eigenen Haus das Ende der Unabhän­gigkeit einer Qualitätsauszeichnung. Trotzdem bewirkte Pateks Aussche­ren aus dem Gütesiegel-Gleichschritt etwas Gutes: Es führte dazu, dass die Genfer Punze radikal überarbeitet wurde und seit 1. Juni 2012 viel hö­here Ansprüche stellt. Heute werden ganze Uhren statt loser Werke zertifi­ziert, und die Prüfungen beziehen sich neben der Werkqualität auch auf die übrigen Komponenten sowie das Gangverhalten und die Zuverlässig­keit einer Uhr. ak

 

Trend 12: Ungewöhliche Anzeigen – Spiel mit den Konventionen

Die UR-110 von Urwerk zeigt die Zeit mit einem rotierenden Satelli­tensystem an

Sie sehen aus, als seien sie einer anderen Dimension ent­sprungen. Die Zeitmesser von Marken wie Max Büsser and Friends (MB & F), Urwerk u. a. sind kaum noch als Uhren im herkömmlichen Sinne zu  bezeichnen, denn sie spielen mit den traditionellen Sehgewohnheiten. Wer etwa Besitzer einer UR-110 von Urwerk ist, lässt sich die Zeit von einer Art rotierendem Satellitensystem anzeigen. Die Horological Machine No.3 von MB & F lädt den aufgeschlossenen Uhrenliebhaber aktiv zum Perspektivenwechsel ein: Von oben sieht er zwei dreidi­mensionale Kegel mit einer Tag-Nacht-Indikation sowie Minutenindexen; am Rand eines Glasfensters kann er sich über das Datum informieren. Betrachtet er die Kegel hingegen seitlich, zeigen zwei rote Markierungen die Stunden und genauen Minuten an. Eine der spekta­kulären Neuheiten der diesjährigen Basler Messe war das Debut der Marke HYT mit ihrem Modell H1, das die Zeit mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit darstellt. Als Veranschaulichung der „dahinfließenden Zeit“ macht das Avantgardemodell deutlich, dass die Uhren der Zukunft ihre Inspirationen aus den unterschiedlichsten Wissenschaften und Themengebieten beziehen. juk

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