Was die Uhrenbranche bewegt

Die 20 Trends der Zukunft

Trend 13: Asien – Im Zeichen des Drachen

Boom-Region: Asien mit den Schwerpunkten Hongkong und China

Nichts hat die Uhrenexporte der großen Uhrenmarken so posi­tiv beeinflusst wie das Aufkommen massenhaft neuer kaufkräftiger Kunden in Asien. Seit einigen Jahren wer­den die meisten Schweizer Luxusuhren nicht  mehr in die USA, sondern nach Hongkong verkauft; die Volksrepu­blik China hat in der Exportstatistik Rang drei erobert. Tendenz: stark steigend. Aber auch Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Malaysia und Macao sind im Kom­men – alles neue Märkte. Dazu kommt das traditionell uhrenbewusste Japan. Nicht zuletzt gehen viele Luxusuhren in Europa und auf den Flughäfen der Welt an asiatische Touristen und Geschäftsleute. Besonders stark sind gerade in China Marken, die dort schon lange vertre­ten sind, darunter Vacheron Constantin, Omega und Longines. Aber auch Rolex gehört dort inzwischen zu den erfolgreichsten Herstellern. Eine Uhrenmarke wie IWC, die noch vor einem Jahrzehnt auf den deutschen Sprachraum fokussiert war, hat in Asien enorm aufgeholt. Doch der Boom treibt die gesamte Uhrenindustrie seit Jahren an. Das Luxusproblem der Hersteller besteht darin, dass sie die Fertigung hochwertiger Werke und Komponenten nicht so schnell ausbauen können und wollen, wie es die Nachfrage aus dem Osten verlangen würde. So kommt es gerade bei Top-Manufakturen wie Patek Philippe zu lan­gen Lieferzeiten.

Ein anderer Trend blieb nicht unbeeinflusst vom Asia-Boom: Dass sich das Größenwachstum der Gehäuse­durchmesser verlangsamt hat und einige neue Modelle sogar wieder unter 40 Millimetern angesiedelt sind, liegt auch an der asiatischen Nachfrage nach kleineren Maßen.Übergrößen sind dort nicht gefragt. buc

 

Trend 14: Vintage – Das Gestern im Heute

Zwillinge aus verschiedenen Generationen: Die Panerai Luminor 1950 3 Days (links) und das Original aus den Fünfzigern

„Früher waren alle Uhren schön.“ Diesen Satz hört man oft von Sammlern. Und tatsächlich spürt man vor allem bei Uhrenfans eine starke Sehnsucht nach den Schön­heitsvorstellungen vergangener Jahrzehnte. Die schlich­ten, eleganten Designs der Fünfziger und Sechziger sind ebenso beliebt wie die bunten Sportuhren-Outfits der Siebziger. Daneben nehmen Uhrenfirmen immer wieder Anleihen an noch  früheren Epochen, als klar gezeichnete Taschenuhren die Zeit angaben. Die sogenannten Design­uhren der neunziger Jahre konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und „verrückte“ Modelle, wie man sie von Urwerk oder Christophe Claret kennt, bleiben – wenn auch erfolgreiche – Nischenprodukte.

Eine Uhrenmarke, die ausschließlich Vintage-Uhren baut und es damit zu sensationellem Ruhm gebracht hat, ist Pane­rai. Besonders beliebt sind diejenigen Modelle, die nicht nur bestimmte Gestaltungselemente wiederaufgreifen, sondern eins zu eins konkreten Urahnen nachempfunden wurden. So lässt sich beispielsweise die kürzlich einge­führte Luminor 1950 3 Days (links, mit einem auf alt ge­trimmten Armband) nur anhand ihres besseren Gesamt­zustands vom Ursprungsmodell aus den fünfziger Jahren unterscheiden. Das Streben nach größtmöglicher Nähe zum Original führt sogar dazu, dass Panerai statt eines Saphirglases ein historisch korrektes Plexiglas verwen­det, obwohl dieses weitaus schneller verkratzt. Die Sehnsucht nach dem Gestern wird sich im Uhrenbau auch in Zukunft widerspiegeln. Nicht weil früher alles besser war, sondern weil die Möglichkeiten guten Designs beschränkt sind – vor allem wenn man neben Schönheit auch noch eine gute Ablesbarkeit anstrebt. ak

 

Trend 15: Rotgold – Renaissance der edlen Röte

Widerstand: Rolex Cosmograph Day­tona aus Everose

Ob Gelb, Rot oder Weiß – Gold ist und bleibt eine sichere Wertanlage. Der aktuelle Uhrentrend geht jedoch eindeu­tig zu Rotgold, während Gelbgold an Bedeutung verliert. Lange Zeit galt die rötliche Goldlegierung mit erhöhtem Kupferanteil als altmodisches und konservatives Material, das eher der älteren Generation zugeordnet wurde. Zudem schien es ausschließlich eleganten Zeitmessern vorbehal­ten. Diese Grenzen sind heute fließend geworden, und das warm schimmernde Edelmetall erscheint vor allem in Kom­bination mit Edelstahl. So schließen sich Sportlichkeit und Eleganz in der Uhrenwelt nicht mehr aus, sondern gehen etwa in Form von Bicolorgehäusen eine neue Symbiose ein. Trotz aller Grenzvermischungen stehen Uhren mit reinem Rotgoldgehäuse jedoch auch in Zukunft für Luxus und Eleganz – und erhöhen nicht zuletzt ihren Wiederverkaufs­wert. Rolex hat sogar eine eigene Rotgoldlegierung namens Everose entwickelt, die den schädlichen Einflüssen von Chlorwasser widerstehen soll. juk

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