Was die Uhrenbranche bewegt

Die 20 Trends der Zukunft

Trend 16: Schaltrad – Säulen der Zeitmessung

Bei dem von der Eta exklusiv für Longines gefertigtem Kaliber L688.2 ist das Schaltrad gebläut

Das Schaltrad, auch Säulenrad oder Kolonnenrad ge­nannt, ist als Konstruktionsmerkmal in fast allen neu entwickelten Chronographenwerken vertreten und da­mit ein klarer Trend. Dabei ist es keine neue Erfindung, im Gegenteil, es stellt die bis in die 1950er Jahre übliche Form der Chronographensteuerung dar. Erst im Zuge der besseren Industrialisierbarkeit wurde die Nocken­steuerung entwickelt. Ihre Teile lassen sich einfach und günstig stanzen, während das komplexe Säulenrad ge­fräst werden muss. Daher gilt das Schaltrad zu Recht als Merkmal hochwertiger Chronographenwerke. Zudem ist es die traditionellere Konstruktion. Als Vorteil gilt die leichtere Bedienbarkeit der Drücker mit weniger Kraftaufwand, da es weniger Reibung gibt. Ein wichti­ger Grund für den Einsatz des Schaltrades ist auch die Optik: Es sieht deutlich besser und eleganter aus als eine Kulissenschaltung mit gestanzten Blechteilen. Oft wird das Bauteil auch noch gebläut, um zusätzlich Aufmerk­samkeit darauf zu lenken. jk

 

Trend 17: Mechanik für Frauen – Ladies First

Handaufzug: Ladies First Chronograph von Patek Philippe

1827 gab es Chronos noch nicht. Damals lieferte Abraham-Louis Breguet nach 44-jähriger Arbeitszeit eine der kompliziertesten Uhren der Geschichte aus: die „Marie-Antoinette“, die 1783 ein unbekannter Verehrer für die Königin in Auftrag gegeben hatte. Mittlerweile hatte Marie-Antoinette ihr Leben unter der Guillotine gelassen. Sie war nicht die einzige gebildete Europäerin, die sich für Uhren mit bedeutenden Komplikationen begeisterte.

Umso erstaunlicher, dass die Frauen beim Revival der mechanischen Uhr nach der Quarzkrise in den Achtzigern zunächst außen vor blieben. Es gab zwar stets anspruchsvolle Damenuhren, aber innen lief meistens ein Quarzwerk. Angeblich, weil den Frauen Technik nichts bedeute und sie froh waren, ihre Uhr nicht aufziehen zu müssen.

In den letzten Jahren hat sich das Blatt gewendet. Während der Nullerjahre kamen immer wieder mechanisch betriebene Komplikationsuhren für Frauen auf den Markt: Offenbar nahm man bei den Uhrenkundinnen doch einen gewissen Sinn fürs Uhrmacherische wahr. Das Gros der Damenuhren blieb allerdings quarzbetrieben. 2010 kam ein Paukenschlag aus dem Hause Patek Philippe: Das mit Spannung erwartete erste Chronographenwerk der Manufaktur wurde zunächst in einer Uhr mit dem bezeichnenden Namen „Ladies First“ verwendet. 2011 und 2012 brachten eine Welle von automatischen Damenuhren; im hochpreisigen wie im erschwinglichen Bereich. Neue Kollektionen wie die alltagstaugliche Les Classiques Tradition von Maurice Lacroix und die erste umfassende Damenlinie von Chronoswiss laufen automatisch. Bekannte Modelle wie die Damen-Nautilus von Patek Philippe oder die Linea von Baume & Mercier gibt es neuerdings auch mit Automatikantrieb. Corum bietet den Damen gar kein Quarz mehr, und Chanel baut in alles, was über 33 Millimeter Durchmesser hat, ein Automatikkaliber. Erstmals seit der Quarzkrise ist feminine Mechanik zum breiten Trend geworden. mbe

 

Trend 18: Neue Medien – Mechanik Digital
Was es nicht im Internet gibt, existiert nicht. So denkt bei Produkten inzwischen nicht nur die junge Generation. Innerhalb weniger Jahre wurde das World Wide Web unverzichtbar, und natürlich pflegen alle Uhrenmarken eine Präsenz im Netz. Das geht hin bis zu Online-Verkäufen, die beispielsweise Sinn, Stowa und Nomos anbieten. Aber längst ist der Zug weitergefahren. Social Media heißt das neue Zauberwort. Und auch bei Facebook und Twitter sind viele Marken vertreten oder sie betreiben einen eigenen YouTube-Kanal.
Die Königsdisziplin ist aber ein eigenes Programm (App) für mobile Geräte. Die Möglichkeiten reichen von Kollektionsübersichten und News der Marke über Sponsoring-Aktivitäten bis zu Uhren-Konfiguratoren oder der Möglichkeit, den nächsten Händler zu finden. Einige Marken bieten sogar ein eigenes Spiel wie Breitlings Flugsimulator Reno Air Races oder Alpinas Autorennen für iPhone und iPad. Interaktive Möglichkeiten wie ein per Fingertipp auseinander driftendes Werk, das frei gedreht und vergrößert werden kann, bieten aber noch wenige, etwa TAG Heuer mit der App Monaco V4. Auch Chronos ist im Internet auf www.watchtime.net, bei Facebook und mit einer App vertreten. Auf dem iPad kann man die vollständigen Chronos-Ausgaben lesen und bekommt zusätzliche Fotostrecken und Videos. Und der Chronos Sportuhren-Katalog mit über 1200 Uhren hat eine eigene App mit Such- und Vergleichsmöglichkeit. jk

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