Erfolgreiche Schwestern
Sowohl die Genfer Uhrenmanufaktur Frédérique Constant als auch ihre kleine Schwester Alpina können seit einigen Jahren regelmäßig steigende Gewinne konstatieren. Das liegt vor allem an der preisgünstigen Positionierung: Sowohl die Uhren mit zugekauften Großserienkalibern als auch die Manufakturmodelle, die es bei beiden Uhrenmarken gibt, sind im Vergleich mit der direkten Konkurrenz erschwinglich, ohne auf die nötigen Qualitätsstandards zu verzichten. Des Weiteren pflegen beide Uhrenmarken spannende Kooperationen, die die Vermarktung der attraktiven Zeitmesser noch unterstützen.
Die jüngste Partnerschaft besteht in einem Marketingabkommen zwischen Alpina, dem Flugzeugbauer Cessna Aviation und der Fluglinie Privat Air. Gemeinsam bewerben sie die neue Alpina-Uhrenkollektion Startimer Pilot. Und wie könnte eine Fliegeruhrenlinie besser präsentiert werden als mit Hilfe eines brandneuen Privatjets? Dieser heißt Cessna Citation Mustang, wird von Cessna Aviation hergestellt und von Privat Air bereits geflogen. Ein besonders vielseitig einsetzbarer Flugbegleiter aus der neuen Uhrenserie ist der Startimer Pilot Chronograph, der neben der Zeit auch Stoppintervalle bis 30 Minuten anzeigt. Er greift wie alle Uhrenmodelle der neuen Linie das Design der Fliegeruhren auf, die Alpina in den zwanziger und dreißiger Jahren für das Militär entworfen hat. Des Weiteren besticht der Stopper durch ein satiniertes und damit niemals reflektierendes Edelstahlgehäuse, ein mattschwarzes Zifferblatt und große Leuchtanzeigen – also Eigenschaften, die für Piloten in dunklen Cockpits besonders hilfreich waren.
Alpinas große Schwester Frédérique Constant wartet in diesem Jahr mit einer komplizierten Uhr auf, bei deren Herstellung es heiß hergeht: Das Zifferblatt des Manufacture Tourbillon Grand Feu wird bei 900 Grad Celsius emailliert. Bei diesem nur noch selten angewendeten Verfahren wird Glaspulver auf eine Metallplatte aufgetragen und im Ofen zum Schmelzen gebracht. Das Innere der Uhr ist mit dem automatischen „Heart Beat“-Manufakturkaliber FC-980-1 ausgestattet, dessen Minutentourbillon man bei sechs Uhr betrachten kann. Die Uhrenmarke arbeitet dabei mit einer Siliziumhemmung, die Reibung und somit Verschleiß im Werk verringert. Zudem trägt das Tourbillon eine gut sichtbare Seriennummer auf dem Unruhkloben. Das auf 188 Stück limitierte Uhrenmodell hat nicht nur ein kompliziertes Innenleben, sondern überzeugt auch äußerlich: Es ist in einem Rotgoldgehäuse untergebracht und wird von einem Armband aus Alligatorleder am Handgelenk gehalten. Angesichts der wertvollen Materialien vom Zifferblatt bis zum Armband und der aufwendigen Technik im Innern ist der Preis von 35.000 Euro in keinem Fall zu hoch: Günstiger ist ein Schweizer Tourbillon mit Emailzifferblatt und Siliziumhemmung nirgends zu bekommen.


