Die Alleskönner
Die Uhrenmanufaktur Parmigiani bezieht fast alle Bauteile seiner Luxusuhren von Schwesterfirmen; unabhängiger kann ein Uhrenhersteller kaum sein. Sowohl die Uhrenmarke Parmigiani Fleurier als auch ihre Zulieferer gehören zur Sandoz-Familienstiftung. Diese nennt ihre Uhren sparte „Uhrmacherkompetenzpool“. Ein treffender Ausdruck für die vielfältigen ineinandergreifenden Tätigkeitsbereiche: Parmigiani erhält von Les Artisans Boîtiers die Gehäuse, von Quadrance et Habillage die Zifferblätter und von Vaucher Manufacture Fleurier die Werke. Die Komponenten für die exklusiven Kaliber stammen ebenfalls von Schwesterfirmen: Elwin produziert Schrauben, Räder sowie Antriebswellen, und Atokalpa liefert unter anderem Federhäuser und Hemmungen.
Derart breit aufgestellt, fertigt der Uhrmacherkompetenzpool um Parmigiani echte Manufakturuhren wie die mit dem Motoryachthersteller Pershing entwickelten gleichnamigen Sportzeitmesser. Pershing 005 heißen die 45 Millimeter großen Herrenmodelle, Pershing 002 die 43 Millimeter messenden Damenuhren. Beide sind mit dem Automatikkaliber PF 334 ausgestattet, das neben der Zeitanzeige einen Chronographen und ein Datum antreibt. Die Uhren besitzen stark leuchtende Anzeigen, eine einseitig drehbare Tauchzeitlünette mit Leuchtpunkt und, in den meisten Modellversionen, ein Kautschukarmband. Damen können mit den derart ausgestatteten Uhren 100 Meter tief tauchen, und die Herrenmodelle sind mit einer maximalen Tauchtiefe von 200 Metern sogar druckfest genug, um dien Wasserdichtheitsnorm für Taucheruhren zu erfüllen.
Abgesehen von den Pershing-Uhren baut der Uhrenhersteller Parmigiani vor allem elegante Modelle mit besonderen Zusatzfunktionen. Über eine ausgeklügelte Zeitzonenfunktion verfügt beispielsweise das Uhrenmodell Tonda 42 Hémisphères: Mithilfe des Manufakturkalibers PF 337 zeigt die Uhr im Zentrum die Ortszeit und bei der Zwölf die Heimatzeit an; darüber hinaus gibt es ein Datum und für beide Zeitzonen je eine Tag-Nacht-Indikation. Weil man die zentrale Ortszeit nach dem Ziehen der Zusatzkrone völlig unabhängig von der Heimatzeit verstellen kann, lassen sich auch Länder mit halb- oder viertelstündigen Zeitzonen wie Nepal, Indien oder Venezuela berücksichtigen – eine Fähigkeit, die nur die wenigsten Reisezeitmesser besitzen. Das altbekannte Manko vieler Zeitzonen- und Weltzeituhren ist damit Geschichte.
Erst kürzlich vorgestellt wurde ein ewiger Kalender namens Tonda 42 QPR. Seine Besonderheit liegt nicht nur in einem retrograden Zeigerdatum, sondern auch in der Darstellung der Mondphase sowohl auf unserer Nord- als auch in der fernen Südhalbkugel. Des Weiteren zeigen zwei Fenster nahe dem Zifferblattzentrum Wochentag und Monat an, und ein kleines Fenster bei der Zwölf informiert über den Schaltjahreszyklus. Durch die Kombination der besonderen und herkömmlichen Anzeigen präsentiert sich die neue Kalenderuhr gleichzeitig klassisch und technisch.



