Der Erfolg der Rolex-Uhren speist sich aus Erfindungen und Höchstleistungen, die die Geschichte der Armbanduhr geprägt haben. Vieles davon hat sich heute als selbstverständlich etabliert: der Markenname Rolex auf dem Zifferblatt, die präzise Zeitanzeige, die wasserdichte Armbanduhr, der Automatikaufzug. Von der Unternehmensgründung durch den Deutschen Hans Wilsdorf 1905 bis zum eigenen Chronographenkaliber im Jahr 2000 reiht sich ein Jahrhundert lang Highlight an Highlight. Wir zeigen Ihnen die 20 wichtigsten Meilensteine der Uhrenmarke Rolex.
1905 – Am Anfang steht die Armbanduhr
Gründung von Wilsdorf & Davis
Im Jahr 1905 gründete der aus dem oberfränkischen Kulmbach stammende Kaufmann Hans Wilsdorf in London den Uhrengroßhandel Wilsdorf & Davis. Er bildete das Fundament für sein späteres Uhren-Imperium namens Rolex. Anfangs vertrieb Wilsdorf hauptsächlich Reiseuhren in elegantem Ledergehäuse. Aber Militärs, Sportler und vor allem die Frauen verlangten zunehmend nach Armbanduhren. Hier witterte Wilsdorf seine Chance. Ein eidgenössischer Partner war im Uhrenfabrikanten Aegler schnell gefunden. Beim ersten Auftrag an den Bieler Partner handelte es sich um den bis dahin vermutlich größten in Sachen Armbanduhr. Mit einem Volumen von mehreren Hunderttausend Schweizer Franken belief er sich auf das Fünffache des Firmenkapitals von Wilsdorf & Davis. Die Aegler-Uhren verkauften sich derart gut, dass der Auftrag fortan jährlich erneuert wurde. Ideen für neue Gehäuse, Zifferblätter und vor allem ganggenauere Werke gingen von London nach Biel. Gleichwohl erinnerten die ersten Armbanduhren Wilsdorf ’scher Prägung noch stark an die Taschenuhr: Sie steckten in einem runden Silbergehäuse mit Scharnierboden und angelöteter bügelförmiger Bandbefestigung. Als besonderer Aspekt zeigt sich die rote „12“ auf dem Emailzifferblatt, die im Allgemeinen erst gegen 1910 eine hohe Popularität erlangte.
1908 – „Rolex“ auf dem Zifferblatt
Der Weg zur Marke
Obwohl Wilsdorf mit seinen Armbanduhren sehr erfolgreich war, störte sich der Wahl-Engländer an einem Umstand, der damals weit verbreitet war: Die großen englischen Importgeschäfte duldeten keinen oder nur ihren eigenen Namen auf Werk und Zifferblatt. Produktgestalter, Hersteller und Distributor hatten anonym zu bleiben. Um weiterhin gut im Geschäft zu bleiben, musste sich Wilsdorf diesem Signatur-Diktat beugen. Auf der anderen Seite wusste er nur zu gut, dass jedes außergewöhnliche Produkt einen zugkräftigen Namen braucht. Und so ging er dann nach einer gewissen Zeit doch den Weg, den er für unabdingbar hielt.
1908 ließ er sich für seine Uhren eine Signatur schützen: ROLEX, einprägsame Kurzform für „rolling export“. Das zweisilbige Wort war in allen Sprachen leicht zu artikulieren, beanspruchte wenig Platz auf dem Zifferblatt und ließ dadurch auch noch Raum für den Namen des Juweliers. Die Durchsetzung verlangte nach einer Art Scheibchen-Taktik. Zunächst erbat Wilsdorf von seinen Kunden, dass einige der gelieferten Uhren „Rolex“ auf dem Zifferblatt tragen durften. Nach und nach packte er eine steigende Anzahl von Uhren mit dieser Aufschrift in die von ihm ausgelieferten Sechserkartons. Insgesamt dauerte es 19 Jahre, bis auf Zifferblättern, Werken und Gehäusen nur noch Rolex stand. Die silberne Handaufzugs-Armbanduhr mit Scharniergehäuse, Emailzifferblatt, roter „12“ und 13-linigem Aegler-Handaufzugswerk gehört zu den frühesten Exemplaren mit der heute weltbekannten Signatur.
1910 – Erste Armbanduhr mit offiziellem Chronometerzertifikat aus Biel
Offiziell geprüfte Präzision
Zuverlässigkeit und Präzision genossen bei Hans Wilsdorf oberste Priorität. Das war äußerst wichtig, denn noch 1916, als Rolex bereits offiziell zertifizierte Präzisionsmaßstäbe gesetzt hatte, hatte die Armbanduhr bei konservativ eingestellten Zeitgenossen einen schweren Stand. Sie galt nicht nur als effeminiert, sondern auch als vergleichsweise unpräzise. Für den Rolex-Gründer aber stand fest: Armbanduhren können, ja müssen so genau gehen wie die Pendants für die Tasche.
Also lieferte Rolex der Bieler Uhrmacherschule, wo später eine der amtlichen Uhrenprüfstellen entstehen sollte, schon 1910 ein Exemplar des 11-linigen Ankerwerks. Während 14 Tagen sollte es dort unter amtlicher Aufsicht seine Ganggenauigkeit in verschiedenen Lagen sowie bei unterschiedlichen Temperaturen unter Beweis stellen. Am Ende der zweiwöchigen Testperiode konnte der gnadenlose Prüfungsausschuss nicht anders, als den Winzling mit gratulierenden Worten und einem offiziellen Gangschein zurückzusenden. Es handelte sich um den weltweit ersten für eine Armbanduhr.
1914 – Erste Armbanduhr mit Präzisionsgangschein Klasse A des Observatoriums Kew-Teddington
Bestätigung in England
Da Rolex-Gründer Hans Wilsdorf geschäftlich nach wie vor in England tätig war, schickte er das 11-linige Handaufzugswerk von Aegler auch dort zur Prüfung. Diese zweite Bewährungsprobe erfolgte 1914 am National Physical Laboratory des britischen Observatoriums Kew-Teddington. Das Werk bestand erneut mit Bravour. Die Prüfung in fünf Positionen (Krone oben, rechts und links; Zifferblatt oben und unten) sowie bei drei Temperaturen (Raumtemperatur, Kühlschrank, Regulierofen) nahm insgesamt 45 Tage in Anspruch. Danach erhielt die goldene Uhr mit blauer Email-Lünette als erste Armbanduhr der Geschichte einen Gangschein der Klasse A.
Dieser Typus Gangschein war eigentlich für größere Zeitmesser wie Marinechronometer gedacht. Weil es für Uhrwerke dieser geringen Größe mangels Nachfrage kein spezifisches Reglement gab, musste sich der Winzling mit den deutlich opulenteren Instrumenten messen.
Index Rolex Meilensteine:
- >> Gründung und der Weg zur Marke – 1905 bis 1914
- >> Geburt der Oyster – 1926
- >> Die erste Rolex Prince – 1928
- >> Die Oyster Perpetual – 1931
- >> Die erste Datejust – 1945
- >> Die Explorer – 1953
- >> Die Submariner – 1954
- >> Die Milgauss – 1954
- >> Die erste GMT-Master – 1955
- >> Geburt der Day-Date – 1956
- >> Premiere der Sea-Dweller – 1966
- >> Die erste Daytona mit Handaufzug – 1970
- >> Die Quartz Date – 1970
- >> Die Daytona-Automatik – 1988 und 2000 mit Manufakturkaliber









