Daytona

Die wichtigsten Highlights der Uhrenmarke Rolex 1970

1970 - die erste Daytona

Die angehaltene Zeit – mit Handaufzug

Die Aussage des Rolex-Fachhändlers in Chicago Mitte der 1970er Jahre ließ nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig: „Das ist keine richtige Rolex, deshalb gibt es auf dieses Modell 40 Prozent Rabatt.“ Das Gespräch drehte sich um ein offensichtlich liegen gebliebenes Exemplar der laut Rolex bereits 1963 vorgestellten Referenz 6239 „Cosmograph Daytona“ mit graviertem Glasrand, bei der es sich um alles andere als um einen Kassenschlager handelte.

Der Grund: Im Gehäuseinneren tickte, wie auch schon in den Rolex-Chronographen früherer Jahre, das Handaufzugskaliber Valjoux 72. Menschen in der Neuen Welt assoziierten mit Rolex indes ein Automatikwerk, wie es in der Oyster Perpetual zu finden war. Die Abwicklung des Erwerbs einer Rolex, die nach amerikanischer Auffassung keine wirkliche war, nahm wenig Zeit in Anspruch und erfreute den Käufer ungemein.
Offensichtlich hatte sich jenseits des großen Teichs nicht wirklich herumgesprochen, dass Rolex bereits in den 1920er Jahren schlichte Ein-Drücker-Chronographen offeriert hatte. Gegen 1937 zeigte ein Katalog erstmals fünf Chronographen, und 1939 kam eine ganze Reihe neuer Modelle, darunter die Referenz 3335 mit 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler oder die Referenz 3481 als erster wasserdichter Oyster-Chronograph.
Zu den Klassikern gehört die „Vor-Daytona“ genannte Referenz 6238 mit glatter Lünette. Sie wurde bis etwa 1967 in einer Auflage von rund 3.600 Stück gefertigt. Zum Mythos avancierten unter anderem die Daytona-Referenzen 6239, 6241, 6262 und 6264 mit sogenannten „Paul Newman“-Zifferblättern. Wie viele der auf dem Markt befindlichen Exemplare ein Original-Zifferblatt mit den signifikanten kleinen Quadraten besitzen, ist ungewiss. Speziell dieses teuer bezahlte Modell ist ein beliebtes Tummelfeld für skrupellose Fälscher.

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