Oyster

Die wichtigsten Highlights der Uhrenmarke Rolex 1926

1926 – Die erste wasserdichte Armbanduhr

Geburt der Oyster

Den Vorwurf, Armbanduhren seien wegen ihrer Gehäuse schmutz- und nässeanfällig, bekam auch Hans Wilsdorf regelmäßig zu hören. Neuralgische Punkte waren Glasrand, Boden und Krone. Da elastische Dichtmaterialien wie Gummi oder Leder altern, setzte Wilsdorf auf eine rein mechanische Konstruktion ohne derartiges Beiwerk, bestehend aus

  1. einem hermetischen Verschluss des eigentlichen Gehäuses, dessen Einzelteile wasserundurchlässig gegeneinander zu verschrauben waren,
  2. einem damals neu zu erfindenden, vollkommen abschließenden Glas aus einem synthetischen Material, das sich formschlüssig ins Gehäuse einpassen ließ, und
  3. in einer Aufzugskrone, die auch bei täglicher Benutzung das Werk zuverlässig vor eindringender Feuchtigkeit schützte.

 

Am 18. Oktober 1926 meldete Wilsdorf beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern ein Gehäuse mit verschraubter Aufzugskrone zum Patent an. In Großbritannien ging der Antrag am 30. Oktober 1926 ein. Das verschraubte Gehäuse selbst stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter patentrechtlichem Schutz. Rolex gab ihm einen aussagekräftigen Namen: „Oyster“ (Auster). Parallel zur Uhr entwickelte Rolex neuartige Prüfapparate, mit deren Hilfe sich selbst 0,5 Milligramm leichte Wassertropfen in den Gehäusen feststellen ließen. Wilsdorf wollte die uneingeschränkte Akzeptanz des Fachhandels. Und den köderte der gewiefte Marketingstratege mit kleinen, gleichfalls patentierten Schaufenster-Aquarien, in denen Goldfische staunend um eine tickende Oyster schwammen. Der Coup gelang.

1926 – Oyster in Kissenform

Vielfalt der Formen

In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre waren viele Menschen der runden Gehäuseform überdrüssig, die so deutlich an die Taschenuhr erinnerte. Wilsdorf zog daraus die Konsequenz, indem er seine Oyster-Kollektion schon bald zu einer breiten Modellpalette ausbaute, mit verschieden großen, kissenförmigen oder achteckigen Gehäusen in unterschiedlichen Materialien (Gold, Silber oder vernickeltem Messing).

Zu den prominenten Oyster-Trägern jener Anfangsjahre gehörte der englische Rennfahrer Sir Malcolm Campbell, der 1933 mit 437,91 km/h einen sensationellen Auto-Geschwindigkeitsrekord aufstellen sollte. In einem Brief an Rolex lobte er: „Ich trug diese Uhr während des J.C.C. 2 x 12 Stunden-Rennens … und die Vibrationen, denen sie im Laufe dieser langen Zeit ausgesetzt war, taten der Präzision keinen Abbruch.“ Auch seine Kollegen Earl Howe, Sir Alan Cobham sowie die Grand-Prix-Sieger Louis Chiron, Tazio Nuvolari, und Rudolf Carraciola erkannten die Vorzüge der Rolex „Oyster“ und nutzten sie für sich. 1933 blickten dann auch die Mitglieder zweier konkurrierender Himalaya-Expeditionen, die endlich den Mount Everest bezwingen wollten, aufs Zifferblatt einer Rolex Oyster. Ihr Misserfolg war nicht den Uhren geschuldet, denn diese hatten sich, wie Lady Houston und das Ruttledge-Hauptquartier hinterher in Schreiben an Wilsdorf bestätigten, bestens bewährt

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