Die getesteten Uhren

Fliegeruhrentest 2011

Doxa: Vintage Mechanical
Vor allem kennt man die Schweizer Marke Doxa als renommierten Hersteller von Taucheruhren. Weniger bekannt ist vielleicht, dass Doxa bereits in den 1930er/1940er-Jahren Fliegeruhren produzierte. Sicherlich nicht unbeabsichtigt trägt deshalb das Modell der Neuzeit den Namen Vintage. Und so zeigt sich das Uhrenmodell auch im Stil jener Zeit, als Fliegeruhren weniger modisches Accessoire als vielmehr notwendige funktionelle Ausrüstung waren.
Die großen Leuchtziffern auf lackschwarzem Grund und die so genannte Eisenbahnminuterie am Zifferblattrand und auf dem Hilfszifferblatt der kleinen Sekunde bei sechs Uhr kennt man schon aus der Ära der Taschenuhren. Wie übrigens auch die Basis des Eta/Unitas-6498-Innenlebens. Durch den sechsfach verschraubten Saphirglasboden kann das verzierte Werk betrachtet werden. Der Boden verweist zudem noch auf fünf Bar Druckfestigkeit. Durch die großen mit Leuchtmasse ausgelegten Ziffern und Zeiger ist die Uhr auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut ablesbar. Die Vintage Mechanical kostet 820 Euro.

 

Dugena Premium: Epsilon 6 Flieger
Fliegen ist ein extrem anspruchsvolles Hobby. Aber wer einmal damit angefangen hat, opfert für das Gefühl der Freiheit und für den Erfolg im Wettbewerb gerne Zeit und Geld. Und sucht als Begleitung in der Luft eine ordentlich gemachte, zuverlässige Uhr zum nicht allzu hohen Preis. Die Anzeige der Epsilon 6 Flieger aus dem Hause Dugena Premium basiert auf dem historischen Vorbild des „Baumusters B“: Auf dem ordentlichen gedruckten Zifferblatt dominiert die Minute über die Stunde auf der inneren Skala und über die kleine Sekunde bei der Sechs. Hinter den Zeigern arbeitet ein Nachbau des Unitas 6498. Diese Variante des Handaufzugskalibers ist mit Genfer Streifen, Sonnenschliff, Satinierungen und gebläuten Schrauben relativ aufwändig finissiert. Wer eine verhältnismäßig günstige aber verlässliche Uhr im Instrumenten-Stil sucht, findet in der Dugena Premium (645 Euro) eine Begleiterin für jeden Tag. Dank gedeckter Farben passt die Epsilon 6 Flieger trotz ihres sportlichen Erscheinungsbildes zu vielen Anlässen, auch abseits vom Flugplatz.

 

Elysee: Phönix
Dass Elysee als Uhrenmarke schon beinahe ein ganzes Jahrhundert existiert, dürfte wenig bekannt sein. 1920 gründet Jacques Beaufort in der Nähe von Bémont im Schweizerischen Jura unter diesem Namen eine Uhrenfirma. 40 Jahre später wird Elysee in der Goldstadt Pforzheim neu registriert, und 1991 erwirbt Reiner Seume als Geschäftsführer der Düsseldorfer RS Uhren-Handelsgesellschaft die Markenrechte.
In den Folgejahren werden Uhren und Kollektionen völlig neu positioniert und seit 2007 verstärkt als Made in Germany hergestellt. Voller Stolz setzt der Hersteller diesen Schriftzug bei sechs Uhr auf das cremefarbene Zifferblatt der Phönix. Aber das Innenleben bleibt ein Schweizerisches. Es handelt sich dabei um das weit verbreitete Eta-2824-2-Automatikkaliber. Tagsüber heben sich die mit Leuchtmasse ausgelegten Zeiger kaum vom cremefarbenen Zifferblatt ab. In der Nacht sorgen Erstere für gute Ablesbarkeit. 489 Euro kostet die Phönix.

 

Junghans: Meister Pilot Automatic
Die Junghans Pilot Automatic sticht ins Auge durch das eigenwillige Gehäuse und die am Band angebrachte Lasche, die neben ihrer funktionalen Seite auch den optischen Eindruck des schwarz PVD-beschichteten Gehäuses verstärkt. Es kommt beinahe quadratisch daher und trägt oben eine Drehlünette. Mithilfe dieser kann man ablesen, wie lange man für das Zurücklegen einer bestimmten Strecke benötigt. Die Lünette rastet im Halbminutenschritt gegen den Uhrzeigersinn. Was bei Tageslicht als Ziffern, Indizes und Zeiger in hellem Gelbgrün wahrnehmbar ist, legt bei Dunkelheit noch an (Leucht-)Farbe zu. Die Pilot Automatic gehört zur Junghans-Meister-Linie, die mechanische Zeitmesser unter ihrem achtzackigen Stern vereint. Dieses Wahrzeichen der Marke entdeckt man quasi überall – auf dem Zifferblatt, der Krone, dem Lederband sowie auf dem Rotor des Automatikkalibers J800.1, welches auf dem Eta 2824-2 basiert. Das Kaliber ist mit verschiedenen Schliffen und gebläuten Schrauben verziert. Die bis zehn Bar wasserdichte Fliegeruhr kostet 790 Euro.

Laco: Fliegeruhr Stuttgart
Laco gehört zu den traditionsreichen Fliegeruhren-Herstellern in Deutschland. Das Uhrenmodell Stuttgart zeigt auf seinem Zifferblatt Sekunde und Minute von der Stunde getrennt. Letztere steht auf einer zweiten Zentrumsskala. Bei schlechten Sichtverhältnissen ist diese Anzeige nicht ideal, denn der Minutenzeiger kann sich ungünstig über die Stundenskala legen, die nunmehr aus Punkten besteht. Das Äußere der Stuttgart wirkt entsprechend der Materialien Edelstahl, Saphir und Kalbsleder: solide. Mit 45,3 Millimetern Durchmesser gehört die Laco zu den größeren der Testuhren. Im Innern der Fliegeruhr arbeitet Schweizer Technik. Für genügend Antrieb sorg das Handaufzugswerk Eta 2801-2 mit 42 Stunden Gangreserve. Die Traditionsmarke bietet in der Stuttgart eine schnörkellose Uhr für 890 Euro.

Oris: Swiss Hunter Team PS
Die Swiss-Hunter-Team-PS-Edition ist eine Hommage an die historischen Flugzeuge der Patrouille Suisse. Die Zeitmesser gehören zur Big-Crown-Linie und besitzen auch ein solches Bedienelement. Die 8,5-Millimeter-Schraubkrone lässt sich dank ihrer Größe und groben seitlichen Rändelung sehr gut fassen und benutzen. Hingucker ist das leuchtende Schweizerkreuz am kurzen Ende des Sekundenzeigers – „Wahrzeichen“ der besonderen Oris-Edition, welches bei Tageslicht standesgemäß Weiß auf Rot erscheint. Hinten schließt ein Mineralglas-Schraubboden das mehrteilige Gehäuse, auf dem sich ein Druck des Swiss Hunter Teams befindet. Das zusammen mit dem Oris-typischen roten Innenteil des Aufzugsrotors gut gelungene Arrangement kaschiert das unverzierte Oris-Kaliber 733 auf Basis des Sellita-Werkes SW 200-1, baugleich zum Eta 2824-2. Getragen wird die 1.200 Euro teure Big Crown Swiss Hunter Team PS an einem leicht bombierten Lederband mit Stiftschließe, ausgeliefert mit Zertifikat und Seidenschal in einer Spezialschatulle.

Paul Gerber: 42 Flieger
Die 42-Millimeter große Paul-Gerber-Fliegeruhr besteht aus einer Titanlegierung, die man aus der Medizintechnik kennt und die das Tragen des Zeitmessers auch für Allergiker unproblematisch macht. Der Saphirglasboden ist siebenfach verschraubt und mit einer individuellen Nummer versehen. Ebenfalls verschraubt ist die Krone. Nicht nur des Gehäuses wegen legt der Züricher Uhrmacher und Mitglied des AHCI mit der 42 Flieger eine ganz klassische Fliegeruhr vor. Gerber zeigt eigentlich eher selten eigene Uhrenmodelle, sondern steckt vielmehr hinter so mancher Komplikation anderer Hersteller – vom Kalenderwerk, über den Wecker bis zum Tourbillon.
Bei der 42 Flieger sorgen weiße Ziffern, Indizes, das prägnante Dreieck mit den zwei Punkten bei zwölf Uhr sowie weiße Zeiger für beste Ablesbarkeit. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn all die genannten Elemente sind mit Superluminova ausgelegt. Paul Gerber hat beim Basiskaliber Eta 2824 nicht nur den Ring für das Datum vergrößert. Ebenso ist das Aufzugssystem mit drei synchron laufenden Goldrotoren eine Fortsetzung seines langjährigen und bewährten Doppelrotoraufzuges aus dem Calibre 15. Die sportliche Uhr ist für 3.615 Euro die teuerste unter den getesteten Uhren.

Sinn: 857 S UTC
Als drittteuerstes Uhrenmodell in diesem Test startet die Sinn 857 S UTC. Das Uhrenmodell aus Frankfurt zeigt für eine Fliegeruhr relativ viel an. Neben Stunde, Minute, Sekunde und Datum ist das Ablesen einer zweiten Zeitzone möglich. Das Edelstahlgehäuse der Fliegeruhr wurde mit einer schwarzen Hartstoffbeschichtung überzogen. Ein spezielles Verfahren verhindert dabei das Abplatzen dieser Beschichtung. Angetrieben wird die 43 Millimeter große Sinn 857 S UTC vom Automatikkaliber Eta 2893-2. Leuchtziffern und Indexe sorgen auf dem schwarzen Zifferblatt sowohl bei Tag als auch bei Nacht für gute Ablesbarkeit. Für 1.530 Euro ist die Fliegeruhr von Sinn, die Drücken bis 20 Bar stand hält, erhältlich.

Wempe Zeitmeister: Fliegeruhr Automatik XL
Der Zeitmesser aus Glashütte ist der einzige Chronometer in diesem Testfeld, zertifiziert nach der DIN 8319 in der unabhängigen Prüfstelle der Sternwarte Glashütte. Nicht nur darauf verweist die Relief-Gravur im sechsfach verschraubten Edelstahl-Gehäuseboden, sondern auf die Herkunft der Uhr überhaupt. Mit der Fliegeruhren-Linie, zu der auch noch ein kleineres Automatik-Modell und ein Chronograph gehören, lässt Wempe eine alte Tradition wieder aufleben. Bereits in den 1930er-Jahren entwickelte das Haus Zeitmesser für die Navigation in der Luftfahrt, und das mit prägnanten Eigenschaften, die sich bei den Zeitmessern der 2010 neu aufgelegten Kollektion wieder finden: schwarze, klare Zifferblätter mit weißen, arabischen Ziffern und Indizes und deutlichen Zeigern, Zentralsekunde mit Sekundenstopp zur genauen Einstellung der Zeit. Das Eta-Automatikkaliber A07.161 bleibt hinter dem Edelstahlboden ungesehen. Oben unterstützt ein gewölbtes und entspiegeltes Saphirglas die Ablesbarkeit des ausreichend großen Zifferblattes, das ganz geradlinig und klassisch den Fliegeruhrenstil reflektiert. Getragen wird die 1.875 Euro teure Fliegeruhr Automatik XL am Shell-Cordovan-Lederband mit Dornschließe.

  
Wie die einzelnen Uhren im Fliegeruhrentest des UHREN-MAGAZINs abschneiden lesen Sie in der Ausgabe 9.2011, die am 26. August 2011 am erscheint.
Hier können Sie diese und weitere Ausgaben UHREN-MAGAZIN direkt bestellen!

 

 

 
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