Breguet: Das Heim der Königin

Ein Kunstwerk, neu erschaffen: Breguet Nr. 1160, die „neue Marie Antoinette“

Ein Kunstwerk, neu erschaffen: Breguet Nr. 1160, die „neue Marie Antoinette“

Im Beisein der französischen Kulturministerin Christine Albanel und von Breguet- Chef Nicolas G. Hayek wurde am 24. September in Versailles die Wiedereröffnung des Lustschlosses Petit Trianon gefeiert. Mehr als ein Jahr hatten die umfassenden Restaurierungsmaßnahmen gedauert. Die Kosten, die deutlich höher lagen als die ursprünglich anberaumte Summe von fünf Millionen Euro, wurden zum Großteil von Breguet getragen. Dieses Engagement kommt nicht von ungefähr, war doch das Petit Trianon einst die Domäne von Marie Antoinette, der am 16. Oktober 1793 enthaupteten Gemahlin von König Ludwig XVI. Die unglückliche Königin zählte zum Kundenkreis des Firmengründers Abraham-Louis Breguet, spielte aber (und spielt noch immer) auch posthum eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Manufaktur. Denn die Uhr, die ein anonymer Offizier ihrer Leibgarde 1783 bei Breguet für sie in Auftrag gab und die erst 44 Jahre später, 1827, als Breguet Nr. 160 fertiggestellt wurde, gilt als eine der kompliziertesten Taschenuhren überhaupt. Für Schlagzeilen sorgte dieses Modell, als es 1983 aus dem L. A. Mayer Museum für Islamische Kunst in Jerusalem gestohlen wurde. Nicolas G. Hayek, Präsident von Breguet und Verwaltungsratsvorsitzender der Swatch Group, fasste vor einigen Jahren den Entschluss, die inzwischen „Marie Antoinette” genannte Uhr nachzubauen. Nach mehreren Jahren Arbeit präsentierte Hayek die „neue Marie Antoinette”, die Breguet Nr. 1160, schließlich auf der Basler Messe 2008. Einige Jahre zuvor hatte Hayek gehört, dass die Lieblingseiche Marie Antoinettes, die bei einem Sturm 1999 schwer beschädigt worden war, gefällt werden sollte. So entstand der Kontakt zur Verwaltung von Versailles. Hayek erfuhr von der Notwendigkeit, das Petit Trianon zu restaurieren, und sagte seine Unterstützung zu. So wurde das Schlösschen restauriert, und auch die Eiche kam zu neuen Ehren: Breguet fertigte aus ihrem Holz die kostbare Präsentationsschatulle für die Marie Antoinette Nr. 1160, wobei das aus 3500 Einzelteilen bestehende Design das Muster des Parkettbodens im Petit Trianon nachempfindet.

Dank Breguet restauriert und wieder zugänglich: Petit Trianon, das Lustschloss der Marie Antoinette

Dank Breguet restauriert und wieder zugänglich: Petit Trianon, das Lustschloss der Marie Antoinette

Eine ganz andere Geschichte ist, dass just vor der Vorstellung der Nr. 1160 im April dieses Jahres die Nr. 160 wieder auftauchte. Das Museum in Jerusalem, das wohl schon 2006 wieder in den Besitz der Uhr gelangt war, schwieg sich lange über die Tatsache und die Hintergründe aus, schlug Breguet sogar den Wunsch ab, die Uhr anschauen und begutachten zu können. Ein Bericht der israelischen Polizei, terminiert für Ende 2008, soll schließlich Licht in den Hergang bringen. buc




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