Chronosplit

Die wichtigsten Highlights der Uhrenmarke TAG Heuer: 1975 bis 1977

1975 Digitale Elektronik

CHRONOSPLIT. Als studierter Elektroingenieur besaß Jack Heuer ein Faible für den technischen Fortschritt. Neben zukunftsweisender Mechanik lagen ihm auch die Segnungen des elektronischen Zeitalters am Herzen. Die Weltpremiere von 1975 präsentierte sich in Gestalt eines Drei-Ebenen-Sandwichs voller komplexer Bauteile. Ein mit 32768 Hertz schwingender Quarz samt zugehöriger Schaltkreise steuerte zwei unterschiedliche Displays.

Beleuchtbare Flüssigkristallanzeigen (LCDs) waren für die digitale Darstellung von Tageszeit und Datum zuständig. Für die im Normalfall seltener benutzte Zehntelsekunden-Stoppfunktion mit Zwischenzeitspeicher kamen Leuchtdioden (LEDs) zum Einsatz. Die unabdingbare elektrische Energie lieferten zwei Batterien. Trotz mehrstöckiger Bauweise passte das Ensemble in ein relativ flaches Gehäuse mit ergonomisch geformten Drückern. Der 1975 veröffentlichte Katalog verhieß maximal eine Minute Gangabweichung pro Jahr. Der Preis lag bei beachtlichen 600 Dollar, die übrigens auch der Schauspieler Paul Newman auf die Ladentheke von Tiffany’s in New York blätterte.

 

1976 Flüssigkristall statt Leuchtdioden

CHRONOSPLIT LCD. Hinsichtlich seiner Funktionalität erfüllte der Chronosplit von 1975 die in ihn gesteckten Erwartungen. Aber der innovative Chronograph hatte auch Macken: Vor allem die LEDs trieben den Produktentwicklern Schweißperlen auf die Stirn. Innerhalb von nur neun Monaten laugten sie das Batterieduo restlos aus. Jack Heuer hatte nicht damit gerechnet, dass die zahlungskräftigen Kunden ihre kostspielige Errungenschaft möglichst oft zur Schau stellen wollten. Hinzu gesellte sich eine noch relativ anfällige Elektronik, die viele Garantiereparaturen nach sich zog. Um eine praktikable Problemlösung war Heuer allerdings nicht verlegen: Schon unmittelbar nach der Lancierung des ersten Modells hatte man die Entwicklung des optimierten Chronosplit LCD in Angriff genommen.

Bei dem 1976 erschienenen Modell handelte es sich abermals um eine Exklusivität, diesmal mit zwei graublauen Flüssigkristalldisplays für Tages- und Stoppzeit. Nach dem Beenden einer Stoppung konnten sogar die Hundertstelsekunden aus dem Speicher abgerufen werden. Das Basismodell besaß ein 24-Stunden-Display. Für den amerikanischen Markt gab es darüber hinaus eine Variante mit Zwölf-Stunden-Anzeige und landesspezifischer Darstellung des Datums.

 

1977 Analog und digital

CHRONOSPLIT MANHATTAN GMT. Digitale Zeitanzeigen sind nicht jedermanns Sache. Vor allem Menschen mit weniger guten Augen bereitet das Erfassen der nicht unbedingt großen Ziffern oftmals Probleme. Hier bietet die analoge Darstellung der Zeit mittels Zeigern unbestreitbare Vorteile. Die 1977 vorgestellte Chronosplit Manhattan GMT war daher eine logische Fortsetzung der Serie elektronischer Chronographen.

Heuer bezeichnete das Modell als „Zeitmesser für Leute, die mehr wollen als eine gewöhnliche elektronische Uhr.“ In diesem Sinne indizierte in der unteren Hälfte des sechseckigen Stahlgehäuses ein Zeigerpaar die Stunden und Minuten. Bei der Vier gab es ein Datumsfenster. Das Uhrwerk arbeitete völlig unabhängig vom darüber angeordneten Flüssigkristalldisplay. Die Drücker zur Steuerung der zahlreichen Funktionen befanden sich am oberen Gehäuserand.
Das Instrument stoppte abermals auf die Hundertstelsekunde genau. Bei laufender Stoppfunktion konnte man nach Belieben auf die 24-Stunden-Referenzzeit, also beispielsweise die Zeit am Heimatort, umschalten – daher die Zusatzbezeichnung GMT. Auch Datum und Wochentag ließen sich über die digitale Anzeige abrufen. Ganz billig war auch dieses elektronische Vergnügen nicht: Der deutsche Ladenpreis lag bei 1.280 Mark. Zum Vergleich: Ein stählerner Autavia Automatikchronograph kostete gut 500 Mark weniger.

 

Index TAG Heuer Meilensteine:

 

 

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