Taucheruhren


 

Das Gefühl der Schwerelosigkeit, die faszinierende Unterwasserwelt und die geheimnisvolle Tiefe begeistern weltweit jährlich Millionen von Intensiv- und Gelegenheitstauchern. Der eine mag dabei nur warme Gewässer, andere lieben kühle Bergseen oder gar einen Tauchgang unter Eis. Mit den ersten Sporttauchgeräten, die die Forscher Hans Hass und Jacques-Yves Cousteau entwickelten, begann die Ära des Tauchsports in den 1950er-Jahren. Dabei geht es immer auch um die Zeit. Sei es die Abtauchzeit, zu der der Tauchgang beginnt, oder die Austauchzeit, die für den gesamten Aufstieg einschließlich aller Dekompressionspausen benötigt wird. Diese überlebenswichtige Aufgabe übernimmt heute ein moderner Tauchcomputer.

Wozu also eine mechanische Taucheruhr tragen?

Die mechanische Taucheruhr versprüht nicht nur einen Hauch Nostalgie und Abenteuer, sie ist durchaus auch ein sehr zuverlässiges Backup-Instrument. Mit der richtigen Pflege und Handhabung bereiten die neuen Taucheruhren 2016 viel Freude − nicht nur unter Wasser, sondern auch im Alltag. In diesem Special geben wir Ihnen einen Überblick über die Neuheiten des Jahres, Sie erhalten Tipps für die richtige Wahl Ihrer Taucheruhr, wir stellen einige ausgewählte Quarz-Taucheruhren vor und unser Gastautor Roger Rüegger, Chefredakteur der WatchTime USA und Betreiber des Blogs Dive Into Watches informiert über 10 Underdog-Taucheruhren, die Ihnen vielleicht (noch) nicht bekannt sind und über clevere Innovationen im Bereich der Taucheruhren.

Oris: Taucheruhr Carl Brashear Limited Edition

Erstmals hat Oris mit der Carl Brashear Limited Edition ein Uhrenmodell im Programm, das aus Bronze gefertigt ist. Die Schweizer Marke liegt damit voll im Trend. Bei einer Bronze-Uhr reagiert der Kupferanteil in der Bronze mit der Luft und bildet mit der Zeit eine individuelle Patina. Auch die Schließe des Armbandes und die einseitig drehbare Tauchlünette bestehen aus dem seewasserbeständigen Material. Lediglich den Gehäuseboden fertigt Oris aus Edelstahl, da Bronze direkt auf der Haut allergische Reaktionen auslösen kann. Der Stahlboden zeigt eine Gravur des Taucherhelms von Carl Brashear sowie dessen Lebensmotto. Er war der erste afro-amerikanische Taucher und ebenfalls der erste zertifizierte Taucher mit einer Amputation in der US Navy. Ihm ist die auf 2.000 Exemplare limitierte Taucheruhr gewidmet. Optisch erinnert die Taucheruhr an die Divers Sixty-Five, fällt jedoch mit ihren 42 Millimetern Gehäusedurchmesser größer aus. Für genügend Energie sorgt das Automatikkaliber Sellita SW 200. Die Uhr bleibt bis zehn Bar druckfest und kostet 2.600 Euro.

5 Dinge, die jede Taucheruhr haben sollte:

# einseitig drehbare Tauchlünette
# mindestens 200 Meter Wasserdichtheit
# wasserfestes Armband aus Metall oder Kautschuk
# Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen
# verschraubte Krone

Was sollte beim Kauf einer Taucheruhr beachtet werden?

Da beim Tauchen die Zeit keinesfalls vergessen werden darf, unterliegen Taucheruhren einer strengen Norm. Ob diese erfüllt wird, zeigen spezielle Prüfungen auf Dichtheit bei Luft- und Wasserüberdruck. Sie folgen einem genau definierten Prozedere und simulieren Beanspruchungen, denen Taucheruhren während ihres Gebrauchs ausgesetzt sein können.

Taucheruhren-Norm #1 - wasserdicht nach DIN 8310/ISO 2281

Die DIN 8310 prüft nur die Wasserdichtheit von Kleinuhren. Uhren, die als „wasserdicht“ bezeichnet werden, müssen widerstandsfähig gegen Schweiß, Regen und gegen Eintauchen in Wasser über 30 Minuten bei einer Wassertiefe von einem Meter sein. Bei der Prüfung wird die Uhr in ein Druckgefäß mit Wasser gegeben, in dem innerhalb von einer Minute ein Überdruck von zwei Bar angelegt und fünf Minuten gehalten wird. Hält sie dabei dicht, darf sie die Bezeichnung „wasserdicht“ tragen und ist für den allgemeinen täglichen Gebrauch bestimmt. Die Uhr darf aber nicht unter hohem Wasserdruck verwendet werden. Uhren dieser Kategorie eignen sich bestenfalls zum Hände waschen, nicht aber zum Tauchen.

Audemars Piguet: Taucheruhr Royal Oak Offshore Deep Blue

Audemars Piguet präsentiert 2016 seinen Taucherchronographen Royal Oak Offshore Diver Chronograph in vier Zifferblattvarianten, die in Blau, Gelb, Grün und Orange für Farbe am Handgelenk sorgen. Die Tauchzeit stellt der Träger mithilfe der verschraubbaren Krone bei zehn Uhr über die innen liegende Drehlünette ein. Durch den Saphirglasboden ist das hauseigene Automatikwerk 3124/3841 zu sehen, das um ein Chronographenmodul von Dubois Dépraz ergänzt wurde. Untergebracht in einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse, ist die Taucheruhr von Audemars Piguet bis zu 300 Meter wasserdicht. Am blauen Kautschukband getragen kostet der Royal Oak Offshore Diver Chronograph 27.300.

Taucheruhren-Norm #2 - wasserdicht nach DIN 8306/ISO 6425

Weil wir unsere mechanischen Tauchbegleiter nicht nur Wasserspritzern aussetzen wollen, gibt die Taucheruhrennorm DIN 8306, die der internationalen Norm ISO 6425 entspricht, vor, welche Anforderungen eine professionelle Taucheruhr erfüllen muss. Sie geht prüftechnisch sehr viel weiter als die DIN 8310. Allerdings lassen die wenigsten Hersteller ihre Uhren nach der Norm zertifizieren. Doch sind sie deswegen weniger geeignet für das Tauchen?

Die DIN 8306/ISO6425 stellt folgende Anforderungen an eine Taucheruhr, die sie alle erfüllen muss:

  • druckfest bis 20 Bar oder mehr
  • die Uhr muss zwei Stunden in einer Wassertiefe verbleiben, die der vom Hersteller gemachten Druckangabe entspricht
  • anschließender dreistündiger Aufenthalt in drei Metern Tiefe
  • Einrichtung zur Vorwahl einer Zeitspanne mit Minuten- und davon abgesetzten Fünf-Minuten-Markierungen
  • die vorgewählte Zeitspanne und der Sekundenzeiger (oder eine andere Funktionskontrolle) müssen auch im Dunkeln erkennbar sein
  • die Taucheruhr muss antimagnetisch nach DIN 8309 sein: nach Magnetfeldeinfluss von 4800 A/m darf die Abweichung höchstens 30 Sekunden am Tag betragen
  • die Taucheruhr muss stoßsicher nach DIN 8308 sein: nach einem Schlag mit 4,43 m/s darf die Abweichung höchstens eine Minute am Tag betragen
  • die Taucheruhr muss 24 Stunden in warmem Salzwasser ohne sichtbare Spuren überstehen
  • während und nach 20 Minuten Wasserdruck entsprechend der angegebenen Tiefe muss die Taucheruhr noch funktionieren
  • die Vorwahl einer Zeitspanne muss in 30 Zentimetern Wassertiefe noch bedienbar sein
  • das geschlossene Armband wird eine Minute lang mit 40 Kilogramm belastet, dabei darf sich nichts lösen oder verbiegen
  • die Krone wird in 25 Prozent über der angegebenen Druckfestigkeit zehn Minuten lang von oben mit 0,5 Kilogramm belastet, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • in 30 Zentimetern Wassertiefe wird die Uhr zehn Minuten auf 40 Grad Celsius, dann zehn Minuten auf fünf Grad Celsius, dann wieder zehn Minuten auf 40 Grad Celsius gebracht, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • die Taucheruhr muss eine Stunde lang 25 Prozent über angegebener Tiefe, danach eine Stunde bei 0,3 Bar Unterdruck verbringen, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • Kondenswassertest: Dieser erfolgt nach jedem Drucktest, um die Dichtheit des Gehäuses festzustellen. Dieses wird dazu auf 40 Grad Celsius erwärmt, anschließend wird das Glas mit einem Wassertropfen benetzt. Nach dem Trockenwischen darf sich auf der Innenseite kein Kondenswasser zeigen.
  • während bei einer Typprüfung alle Tests gemacht werden, muss bei jeder Uhr die Dichtheit mit 25 Prozent über angegebener Tiefe als Einzelprüfung vorgenommen werden
  • DIN 8306 stellt anders als ISO 6425 Anforderungen an die Ganggenauigkeit: z.B. mittlere Abweichung zwischen –4 und +6 Sekunden/Tag
Sinn: Taucheruhr U1 Camouflage

Die Frankfurter Uhrenmarke Sinn geht noch einen Schritt weiter: Auch für ihr neues Modell U1 Camouflage bestätigt der Zertifizierungsdienstleister DNV GL (vormals Germanischer Lloyd, Hamburg) die Funktion der Taucheruhr in Anlehnung an die Europäischen Tauchgerätenormen EN250 und EN14143. Derzeit ist Sinn der einzige Uhrenhersteller, der solch eine Zertifizierung nach Tauchgerätenorm vornimmt. Die neue U1 Camouflage mit Zifferblatt im Tarndesign hält bis zu einer Tauchtiefe von 1.000 Metern vor eindringendem Wasser dicht. Die einseitig drehbare Lünette ist dank der firmeneigenen Tegiment-Technologie besonders vor Kratzern geschützt. Das 44 Millimeter große Gehäuse besteht aus U-Boot-Stahl, der sich durch seine besondere Korrosionsbeständigkeit auszeichnet. Im Innern der U1 Camouflage tickt das Automatikwerk Sellita SW 200, das vor Unterdruck und Magnetismus geschützt ist. Die Taucheruhr von Sinn wird nur 500-mal gebaut und kostet 1.950 Euro.

Die Angabe der Tauchtiefe in Bar

Bar ist die verwendete Einheit für den Druck. Dabei entspricht ein Bar dem Druck von einem Kilogramm auf eine Quadratzentimeter große Fläche, wobei die Kraft senkrecht auf diese wirkt. Den gleichen Druck von einem Bar erzeugt eine zehn Meter hohe Wassersäule. Da Wasser fast nicht komprimierbar ist, verstärkt sich auch der Wasserdruck pro zehn Meter um ein Bar. Zu dem Wasserdruck addiert sich allerdings noch der Luftdruck von rund einem Bar an der Wasseroberfläche. In zehn Metern Wassertiefe wirkt also bereits ein Druck von etwa zwei Bar auf die Taucheruhr, in 20 Metern ein Druck von drei Bar und so weiter. Auch wenn ein Bar Druckunterschied unerheblich scheint, ist es wichtig zu wissen, dass eine Meterangabe sich nicht auf die Tauchtiefe bezieht, sondern auf einen adäquaten Prüfdruck, der im Rahmen der Wasserdichtheitsprüfung angewendet wurde. Für professionelles Tauchen vorgesehene Uhren müssen mindestens 20 Bar Wasserdruck aushalten.

Omega: Taucheruhr Seamaster Planet Ocean Deep Black

Mit der neuen Seamaster Planet Ocean „Deep Black“ stellt Omega erstmals in der Seamaster-Linie eine Taucheruhr mit Keramikgehäuse vor. Warum das etwas Besonderes ist? Herkömmliche Gewinde funktionieren in Keramik nicht. So musste sich Omega etwas einfallen lassen, um die Uhr wasserdicht zu bekommen. Die Lösung ist ein neues Bodensystem, das ähnlich wie ein Bajonettverschluss funktioniert. So hält das 45,5 Millimeter große kratzfeste Keramikgehäuse bis zu 600 Metern vor eindringendem Wasser dicht. Besonders praktisch: Dank der Möglichkeit einer zweiten Zeitzone bietet sich die Neuheit auch für besonders weit entfernte Tauchdomizile an. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das Manufakturkaliber 8906 – die neueste Generation von Omega-Automatikwerken. Co-Axial-Hemmung und frei schwingende Siliziumspiralfeder sorgen für Präzision, weitere Werkteile aus amagnetischem Material für einen Magnetfeldschutz bis 15.000 Gauß. Für 10.300 Euro geht die Uhr auf Tauchstation.

Der Taucherdrehring

Die Taucheruhr muss eine Einrichtung zur Vorwahl einer bestimmten Zeitspanne besitzen, beispielswiese einen Skaleneinstellring (Taucherdrehring), der gegen ein unbeabsichtiges Verstellen gesichert ist (einseitig drehbare Lünette). Warum ist diese Funktion so wichtig? Sie definiert den Zeitpunkt des Abstiegs und zeigt gleichzeitig die verstrichene Zeit des Tauchgangs an. Dabei ist die Ablesbarkeit, besonders die der 12-Uhr-Markierung, wichtig. Der Taucherdrehring sollte also genau wie die Zeiger bei schlechter Sicht und Dunkelheit – aus etwa 25 Zentimetern Abstand – nachleuchten. Ebenso sollte der Einstellring eine Minuteneinteilung mit einer abgesetzten Fünf-Minuten-Markierung vorweisen. Die Markierungen müssen zwingend mit denen auf dem Zifferblatt übereinstimmen. Da der Taucherdrehring unmittelbar vor dem Abtauchen – also im Wasser – eingestelllt wird, sollte die Lünette griffig sein, damit sie auch mit Neoprenhandschuhen bedienbar ist. Die Möglichkeit zur Demontage der Lünette ist ein komfortables Extra zur Reinigung der Taucheruhr. Sollte dieses Extra nicht vorhanden sein, ist das gründliche Ausspülen der Uhr mit Süßwasser nach jedem Tauchgang zu empfehlen.

Eterna: Super KonTiki Chronograph

Mit dem Super KonTiki Chronograph bietet Eterna erstmals einen Flyback-Chronographen mit dem eigenen Automatikkaliber 3916A an. Der robuste Stopper, optisch angelehnt an die Originalmodelle der 1960er-Jahre, misst 45 Millimeter im Durchmesser, hält Drücken bis 20 Bar stand und bietet eine Gangreserve von mehr als 60 Stunden. Für 4.650 Euro kann man mit dem Super KonTiki Chronograph in See stechen.

Bulgari: Taucheruhr Diagono Scuba

Eine sportlich, elegante Taucheruhr hat Bulgari mit der Diagono Scuba im Programm. Ausgestattet ist der Taucher mit einer einseitig drehbaren Lünette für die Tauchzeiten. Das 41 Millimeter große Edelstahlgehäuse hält Wasserdruck bis in eine Tiefe von 300 Metern stand. Angetrieben wird die Diagono Scuba vom hauseigenen Solotempo-Basiskaliber BVL 191 mit Automatikantrieb. Sie besitzt ein blaues Zifferblatt mit farblich passendem Kautschukband und kostet 6.050 Euro.

Alpina: Taucheruhr Seastrong Diver Heritage

Die Taucheruhr Seastrong Diver Heritage von Alpina ist eine Neuauflage der Seastrong 10 aus den 1960er-Jahren. Der Tauchzeitring liegt auch beim heutigen Retromodell innen und lässt sich über eine Zusatzkrone bei der Zwei verstellen. Das 42 Millimeter große Edelstahlgehäuse schützt das im Innern arbeitende Sellita-Automatikkaliber SW 200 bis zu einem Druck von 30 Bar. Der Tauchklassiker mit schwarz-weißem Zifferblatt kostet 1.495 Euro.

Viele Taucheruhren erfüllen die DIN-Norm nicht, da sie meist keinen Drehring oder keine durchgehende Minuteneinteilung besitzen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht zum Tauchen geeignet sind. Bei den meisten Lünetten sind die ersten 15 bis 20 Minuten durchskaliert. Das entspricht im Sporttauchbereich etwa der wichtigen Zeit vom Beginn des Tauchgangs bis zum Erreichen der größten Tauchtiefe. Danach beginnt der Aufstieg.

Taucheruhr Blancpain Fifty Fathoms Bathyscaphe

Zur Baselworld 2016 stellte Blancpain eine blaue Variante ihrer legendären Taucheruhr Fifty Fathoms Bathyscaphe vor. Inspiriert von dem Tauchboot, das die Schweizer Meeresforscher Auguste und Jacques Piccard für die Tiefseeforschung entwickelt hatten, lancierte Blancpain Ende der 1950er-Jahre die Taucheruhr Bathyscaphe. Die neue Fifty Fathoms Bathyscaphe präsentiert sich in einem 43,6 Millimeter großem Gehäuse aus grauer Keramik. Auch die einseitig drehbare Lünette besteht aus dem extrem beständigen und widerstandsfähigen Material, ist aber ebenso wie das Zifferblatt in Blau gehalten. Im Innern arbeitet das automatische Manufakturkaliber 1315, das Blancpain mit einer amagnetischen Silizium-Spiralfeder ausstattet. So kann auf ein Innengehäuse für den Magnetfeldschutz verzichtet und ein Saphirglasboden eingesetzt werden. Die Taucheruhr ist bis zum einem Druck von 30 Bar vor eindringendem Wasser geschützt und kostet 11.800 Euro.

Obwohl die meisten Sporttaucher sich nicht tiefer als in 40 Metern bewegen, besitzen zahlreiche Taucheruhren eine höhere Druckbeständigkeit als die vorgeschriebenen zwanzig Bar der Norm. Denn es ist durchaus sinnvoll, eine Sicherheitsreserve zu haben, da Schwimmbewegungen unter Wasser und Stöße gegen die Uhr einen zusätzlichen Druck auf die Taucheruhr erzeugen.

Taucheruhr Breitling Superocean 44 Special

Die Superocean 44 Special von Breitling hält Drücken bis zu 100 Bar stand. Damit kann die Uhr theoretisch bis in 1.000 Meter tiefes Gewässer abtauchen. Das Edelstahlgehäuse misst 44 Millimeter im Durchmesser und besitzt eine einseitig drehbare Tauchzeitlünette aus Keramik mit Orientierungsdreieck. Genügend Leuchtmasse sorgt für eine gute Ablesbarkeit, auch unter schlechten Lichtverhältnissen. Antriebsmotor ist ein Eta 2824, dessen Ganggenauigkeit die COSC mit einem Chronometerzertifikat bestätigt. Der Taucher kostet 4.720 Euro

Taucheuhr Calibre de Cartier Diver Blue

2014 stellte Cartier erstmals seine Taucheruhr vor. Die neue Calibre de Cartier Diver Blue erhält nun eine einseitig drehbare Lünette aus Keramik in Blau mit farblich passendem Zifferblatt. Das 42 Millimeter große Gehäuse hat eine Bauhöhe von gerade einmal 11 Millimetern und eine Druckfestigkeit bis 30 Bar. Im Innern arbeitet das Manufakturkaliber 1904 MC mit Automatikaufzug. Die Taucheruhr kostet 7.600 Euro.

Taucheruhr IWC Aquatimer Chronograph Edition «La Cumbre Volcano»

Mit dem Aquatimer Chronograph Edition La Cumbre Volcanopräsentiert IWC einen Tauch-Chronographen im komplett schwarzen kautschukbeschichteten Edelstahlgehäuse. Dieses misst 44 Millimeter im Durchmesser und schützt das hauseigene Automatikkaliber 89365 bis zu einem Druck von 30 Bar. Auf dem schwarzen Zifferblatt mit weißen Indexen und Zeigern hebt sich der innen liegende Drehring mit der roten 15-Minuten-Tauchzeitskala ab, ebenso der Stoppsekundenzeiger. Die auf 500 Stück limitierte Sonderedition ist dem Vulkan La Cumbre auf den Galapagos-Inseln gewidmet. Der schwarze Taucher kostet 10.600 Euro.

 

Weitere Taucheruhren-Neuheiten und Tipps auf Seite 2

 

Feuchtigkeit schadet der Taucheruhr – auch an Land

Trotz einer hohen Druckfestigkeit kann es passieren, dass Feuchtigkeit in das Gehäuse tritt. Insbesondere beim Hineinspringen ins Wasser oder bei Schwimmbewegungen kann sich kurzfristig ein höherer Wasserdruck auf die Dichtungen aufbauen als der garantierte Druck. Besonders gefährlich ist es, wenn die Uhr nach einem längeren Sonnenbad durch einen Sprung ins Wasser deutlich abgekühlt wird. Der Druck beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche in Kombination mit dem Unterdruck durch die Abkühlung kann schneller dazu führen, dass Feuchtigkeit in die Uhr dringt. Aufgrund des plötzlichen Temperaturwechsels ist es möglich, dass die Uhr von innen beschlägt. Sollte dies der Fall sein, muss die Uhr sofort zum Uhrmacher.

Taucheruhr 2015: Rolex Deepsea

Bei der bereits 2014 vorgestellten Deepsea von Rolex ist ein Beschlagen von innen sehr unwahrscheinlich, denn die Uhr ist bis zu einer Tiefe von 3.900 Metern wasserdicht. Möglich macht dies die von Rolex patentierte Gehäusestruktur namens "Ringlock-System". Das 44 Millimeter große Edelstahlgehäuse erhält dabei einen stickstofflegierten Edelstahlring, der sich zwischen Deckglas und Gehäuseboden befindet und allein den Wasserdruck aufnimmt. Zifferblatt und Zeiger werden von einem 5 Millimeter starken Saphirglas geschützt und der Gehäuseboden aus Titan schließt dank eines verschraubten Halterings aus Edelstahl mit dem innen liegenden Ring fest ab. Die von drei Dichtungen geschützte Aufzugskrone komplettiert das System. Zusätzlich setzt Rolex bei der Deepsea ein Heliumventil ein, das möglicherweise eingedrungene Gase beim Sättigungstauchen entweichen lässt. Im Inneren sorgt das automatische chronometerzertifizierte Rolex-Kaliber 3135 für ausreichend Energie. Die Zifferblatt-Variante mit Farbverlauf taufte die Manufaktur "D-blue". Für 11.250 Euro wechselt die Uhr den Besitzer.

 

Hohe Anforderungen an die Ablesbarkeit einer Taucheruhr

Enorm wichtig – sowohl für Hobby- als auch Berufstaucher – ist neben der Robustheit und Druckfestigkeit vor allem eine gute Ablesbarkeit unter Wasser. Denn bereits in zehn Metern Wassertiefe kann es sehr dunkel sein. Leuchtmasse auf den Zeigern und dem Drehring ist somit unerlässlich. Insbesondere der Taucherdrehring sollte in der Tiefe gut abzulesen und leicht zu bedienen sein. Aber auch die Luft, die sich unter dem Glas befindet, kann bei schräger Draufsicht unter Wasser zu Spiegelungen führen und so die Ablesbarkeit verschlechtern oder gar unmöglich machen. Deshalb sollte das Deckglas bei Taucheruhren immer entspiegelt sein.

Taucheruhr Marcello C Nettuno 3

Die Taucheruhr Nettuno ist beinahe seit 20 Jahren Bestandteil der Kollektion von Marcello C – fast solang wie es die Marke von Marcell Kainz gibt. Die aktuelle Nettuno 3 zeigt sich mit schwarzem Zifferblatt und Drehlünette mit schwarzer Keramikeinlage. Das Edelstahlgehäuse besitzt ein Heliumventil, misst 40 Millimeter im Durchmesser und schützt das automatische Kaliber Eta 2824 bis zu einem Druck von 30 Bar. Die Taucheruhr kostet 798 Euro.

Taucheruhr Limes Endurance II

Der Pforzheimer Uhrenhersteller Limes präsentiert sein Modell Endurance II in diesem Jahr in leuchtendem Blau. Das automatische Kaliber Sellita SW 200 ist bis zu einem Druck von 100 Bar vor eindringendem Wasser geschützt und findet in einem 41,5 Millimeter großen Edelstahlgehäuse Platz. Für 1.060 Euro steht die Uhr zum Verkauf.

Taucheruhr Nivrel Deep Ocean Red

Seit 2011 hat der saarländische Uhrenhersteller Nivrel wieder Taucheruhren im Programm. Die aktuelle Deep Ocean Red hält Drücken bis 50 Bar stand. Genügend Leuchtmasse auf Zifferblatt und Drehlünette soll für eine gute Ablesbarkeit sorgen. Die rot lackierten Zeiger für Stunde und Minute heben sich vom schwarzen Zifferblatt ab. Angetrieben wird die Taucheruhr vom Automatikwerk Citizen/Miyota 9015. Um die 43 Millimeter große Uhr auch über dem Taucheranzug zu tragen, kann das Stahlband verlängert werden. Kostenpunkt: 595 Euro

 

Verschiedene Armbänder für Taucheruhren

Aus Kostengründen entscheiden sich viele Uhrenkäufer für ein Stahlband. In der Regel verfügen Stahlbänder über eine Tauchverlängerung, um die Bandlänge für das Tragen über dem Neoprenanzug zu vergrößern. Beim exponierten Stahlband besteht allerdings das Risiko für unerwünschte Kratzer. Eine Alternative zum Stahlband stellen Kautschukbänder dar, die im Bereich der Bandanstöße gefaltet sind. Zum einen können diese Bänder auf die benötigte Länge eingestellt werden, zum anderen passen sie sich den wechselnden Druckverhältnissen besser unter Wasser an: Je tiefer ein Taucher sinkt, desto dünner wird aufgrund der zunehmenden Druckverhältnisse der Neoprenanzug und die Uhr droht zu rutschen. Beim Aufstieg ensteht der umgekehrte Effekt.

Taucheruhr Seiko Prospex Marinemaster Professional 300m Automatik Limited Edition

In diesem Jahr stellt Seiko eine limitierte und nur in Deutschland erhältliche Version seiner Taucheruhr Prospex vor: die Prospex Marinemaster Professional 300m Automatik Limited Edition SLA015. Bei der Prospex sticht besonders das türkisfarbene, von Seiko als lagunenblau bezeichnete, Zifferblatt ins Auge. 44 Millimeter im Durchmesser misst das aus Edelstahl gefertigte Monocoque-Gehäuse. Dieses schützt das automatische Manufakturkaliber 8L35 bis zu 300 Meter vor eindringendem Wasser. Das Edelstahlband mit Sicherheitsfaltschließe ist mit einer Taucherverlängerung ausgestattet. Die Prospex Marinemaster Professional 300m Automatik ist auf 200 Stück limitiert und kostet 2.300 Euro.

Auch Textilbänder versprechen Praxistauglichkeit. Die serienmäßige Lieferung von zwei unterschiedlichen Bändern mit Bandwechselwerkzeug ist also besonders praktisch.

Taucheruhr TAG Heuer Aquaracer 300M

Die Aquaracer 300M Calibre 5 von TAG Heuer ist von 41 auf stolze 43 Millimeter gewachsen. Die technischen Daten haben sich nicht verändert: Edelstahlgehäuse mit schwarzer Keramiklünette, schwarzes Zifferblatt, Druckfestigkeit bis 30 Bar und Eta-Automatikkaliber 2824. Den massiven Stahlboden ziert die Gravur eines historischen Taucherhelms. Der Käufer kann zwischen einem Edelstahlband mit Sicherheitsdrückern und Tauchverlängerung und einem Textilband mit Faltschließe wählen. 2.500 Euro kostet die neue, große Aquaracer.

Taucheruhr Mido Ocean Star Captain Titanium

Die Taucheruhr Ocean Star Captain Titanium von Mido besitzt ein 42,5 Millimeter großes Titangehäuse, das bis 20 Bar druckfest bleibt. Ausgestattet mit einer einseitig drehbaren Lünette und ausreichend weißer Superluminova ist die Taucheruhr auch bei schlechten Sichtverhältnissen ein zuverlässiger Begleiter. Im Innern zieht das Automatikwerk Eta C07.621 mit einer Gangautonomie von 80 Stunden seine Runden. Das Armband mit Faltschließe kommt mit einer Tauchverlängerung und besteht aus Titan. Der Preis: 1.060 Euro.

Taucheruhr Longines HydroConquest
Longines wählt für sein Taucheruhrenmodell HydroConquest in diesem Jahr eine für Taucheruhren ungewöhnliche Farbe. Das 41 Millimeter große Edelstahlgehäuse zeigt sich mit einer gelben PVD-Beschichtung und hält bis 300 Meter vor eindringendem Wasser dicht. Die gelbe Farbe setzt sich auch auf der einseitig drehbaren Lünette fort. Im Innern zieht das Eta-Automatikkaliber 2824 seine Runden. Getragen wird die 1.190 Euro teure Uhr am Edelstahlband mit Sicherheitsfaltschließe und integrierter Tauchverlängerung.

 

Salzwasser ist aggressiv und schadet der Taucheruhr

Salzwasser ist aggressiv und kann das Material der Uhr spröde und brüchig machen. Deshalb sollte das Gehäusematerial salzwasserbeständig sein. Bei Stahl wird die Beständigkeit mit dem PRE-Wert (pitting restistance equivalent, also Lochfraßbeständigkeit) angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto beständiger ist die Uhr gegenüber Salzwasser. Ein Wert von 32 wird als seewasserbeständig eingestuft. Der häufig verwendete Gehäusestahl 316L liegt bei einem PRE-Wert von maximal 26. Aus diesem Grund sollten diese Gehäuse nach jedem Meerwassereinsatz mit Süßwasser abgespült werden. Rolex verwendet den Stahl 904L, der mit einem PRE-Wert von 35 salzwasserbeständig ist. Sinn verwendet häufig einen U-Boot-Stahl, der es auf einen PRE-Wert von 38 bringt. Noch besser ist natürlich das völlig salzwasserbeständige Titan.

Stowa: Taucheruhr Prodiver Blue Limited

Die Prodiver Blue Limited von Stowa ist mit einer Druckfestigkeit von 100 Bar ein echter Tiefseetaucher. Das 42 Millimeter große Gehäuse besteht aus salzwasserbeständigem Titan. Dieses schützt das im Innern arbeitende Automatikkaliber Eta 2824. Auf dem blauen Zifferblatt sorgt ausreichend Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen für eine gute Ablesbarkeit auch bei schlechten Licht- und Sichtverhältnissen. Die Schwarzwälder Taucheruhr ist auf 200 Stück limitiert und kostet 1.320 Euro.

Im Zeitalter der Entdecker bestanden Schiffsbeschläge und nautische Instrumente aus Zinnbronze. Manche Uhrenhersteller verwenden Bronze wieder als Gehäusematerial, das im Gegensatz zum salzwasserbeständigem Titan im Laufe der Zeit eine Patina bildet. Diese Patina ist eine Schicht aus oxidiertem Kupfer, die das darunterliegende Material vor Korrosion schützt.

Taucheruhr Tudor Heritage Black Bay Bronze

Tudor präsentiert in diesem Jahr die Heritage Black Bay mit einem Gehäuse aus Aluminiumbronze. Der Vorteil: Diese Bronze setzt sehr schnell Patina an. Tauchlünette und Zifferblatt der Heritage Black Bay Bronze zeigen sich in farblich passendem Braun. Ausgestattet wird die Retrotaucheruhr erstmals mit dem COSC-zertifizierten Manufakturkaliber MT5602 mit Automatikaufzug. Der Bronzetaucher hält Drücken bis 20 Bar stand und kostet 3.730 Euro.

Taucheruhr Anonimo Nautilo

Bei ihrem Taucheruhrenmodell Nautilo verbindet die Uhrenmarke Anonimo das Material Bronze mit schwarz DLC-beschichtetem Edelstahl. Zudem besitzt das 44,4 Millimeter große Gehäuse einen Titanboden und hält Drücken bis zu 20 Bar stand. Im Inneren der 2.600 Euro teuren Taucheruhr arbeitet das Automatikwerk Sellita SW 200.

Taucheruhr Vintage VDB No Limit Bronze

Nachdem der Erfurter Uhrenhersteller Vintage VDB im vergangenen Jahr eine Extremtaucheruhr auf dem Markt brachte, steht in diesem Jahr das Thema Bronze im Vordergrund. Das 46 mal 56 große Bronzegehäuse mit Edelstahlboden der No Limit Bronze schützt das Automatikwerk Eta 2824 bis zu 200 Metern vor eindringendem Wasser. Die Taucheruhr ist auf 60 Stück limitiert und kostet 2.325 Euro.

 

Die Besonderheiten der Aufzugskrone bei Taucheruhren

Eine verschraubte oder arretierte Aufzugskrone bei Taucheruhren ist nicht nur wegen der Gefahr unter Wasser hängen zu bleiben von Vorteil, sondern sie schützt das Werk zusätzlich vor eindringendem Wasser. Auch die Platzierung der Krone kann bei einem Tauchgang den Unterschied ausmachen.

Für gewöhnlich platzieren die Hersteller die Krone bei drei Uhr. Dort befindet sie sich aber an einer sehr exponierten Stelle. Schon bei vier Uhr ist die Krone effektiver vor Stößen geschützt und drückt gleichzeitig nicht in den Handrücken. Noch besser ist die Positionierung von Krone und eventuellen Drückern an der linken Gehäuseseite.

Taucheruhr Pequignet Royale 300

Pequignet stattet die Taucheruhr Royale 300 mit dem hauseigenen Automatikwerk Calibre Royale aus. Die Aufzugskrone sitzt bei zwei Uhr. Sie lässt sich über eine Vierteldrehung verschließen und hält so bis zu einer Tiefe von 300 Metern vor eindringendem Wasser dicht. Das 43 Millimeter große Edelstahlgehäuse ist mit einer orangefarbenen, einseitig drehbaren Lünette ausgestattet. Getragen wird die Taucheruhr am farblich passenden Textilband. Die Royale 300 kostet 4.500 Euro.

Taucheruhr Visconti Abyssus Full-Dive 1000M Inox

Bei der Taucheruhr Abyssus Full Dive 1000M der italienischen Marke Visconti sitzt die verschraubte Aufzugskrone bei der Vier-Uhr-Position. Mit einer Druckfestigkeit bis zu 1000 Metern und der einseitig drehbaren Lünette ist sie ein echter Tiefseetaucher. Genügend Leuchtmasse auf dem Zifferblatt sorgt für eine gute Ablesbarkeit. Im Innern des 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuses arbeitet das Eta-Automatikkaliber 2824. Kostenpunkt: 2.380 Euro.

Taucheruhr Sturmanskie Ocean Stingray

Sturmanskie positioniert bei ihrer Taucheruhr Ocean Stingray S die Krone bei zwei Uhr. Zusätzlich ist sie mit einem verschraubten Kronenschutz versehen. So wird das automatische Seiko-Kaliber NH35A bis zu einer Tiefe von 300 Metern vor eindringendem Wasser geschützt. Dabei misst der Edelstahltaucher stolze 48 Millimeter am Handgelenk. Die Ocean Stingray S ist auf 999 Stück limitiert und kostet 729 Euro.

Plant ein Taucher seinen Tauchgang ausschließlich mit einer mechanischen Taucheruhr, benötigt er zusätzlich einen Tiefenmesser und eine Tauchtabelle. Wichtig ist in jedem Fall immer die genaue Planung vor einem Tauchgang.

Taucheruhr Ulysse Nardin Marine Chronograph Manufacture Hammerhead Shark

Ein Blick auf das dunkelblaue Zifferblatt des Marine Chronograph Manufacture von Ulysse Nardin verrät seine Bestimmung: abenteuerliches Tauchen. Die Hammerhaie lassen nichts anderes zu. Im Innern des sportlichen Stoppers arbeitet das hauseigene Automatikkaliber UN-150, das auf dem von der Marke im Jahr 2012 gekauften Ebel-Werk 137 basiert. Dieses wird vom 44 Millimeter großen Edelstahlgehäuse bis zu einem Druck von 30 Bar geschützt. Der rot-blaue Taucher mit Stoppfunktion ist auf 300 Stück limitiert und kostet jeweils 11.500 Euro.

Taucheruhr Tourby Watches Lawless 42 Vintage

Tourby Watches aus Hagen lanciert eine Vintage-Version ihrer Taucheruhr Lawless 42. Das Zifferblatt der Lawless 42 Vintage besitzt eine spezielle Antik-Lackierung und verändert so je nach Lichteinfall die Farbe von schwarz bis anthrazit. Die einseitig drehbare Lünette aus Keramik ist mit silbernen anstatt weißen Zahlen versehen und zeigt ein rotes Orientierungsdreieck. Indexe und Zeiger sind vergoldet und unterstreichen den Vintage-Look. Die nötige Energie liefert weiterhin das Automatikkaliber Eta 2824, das bis zu 50 Bar vor eindringendem Wasser geschützt ist. Der Vintage-Taucher kostet 1.450 Euro.

Taucheruhr Michel Herbelin Newport Trophy Grand Sport Automatic

Mit ihrem reduzierten Zifferblattdesign soll die Dreizeigeruhr Newport Trophy Grand Sport von Michel Herbelin unter Wasser gut ablesbar sein. Für genügend Antrieb sorgt bei der Taucheruhr mit blauer, einseitig drehbarer Lünette ein Eta 2824 mit automatischem Aufzug. Der sportlich-elegante Zeitmesser misst 43 Millimeter im Durchmesser und hält Drücken bis 20 Bar stand. Abgetaucht werden kann mit der Newport Trophy Grand Sport für 1.095 Euro.

 

Wasserdichtheit bei Taucheruhren − nichts für die Ewigkeit

Die Aussage zur Wasserdichtheit ist immer nur eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Prüfung. Durch Alterung, Verschleiß und Beschädigungen kann sich der Zustand jederzeit ändern. Die Dichtungen altern und werden im Laufe der Zeit spröde. Hitze, Kälte, Staub, Salzwasser und Lösungsmittel beschleunigen den Prozess. Die Wasserdichtheit ist somit keine bleibende Eigenschaft. Sie sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden, besonders bei Funktions uhren, die auf höhere Wasserdichtheit setzen. Für Taucheruhren schreibt die DIN 8306 eine jährliche Prüfung vor.
 

Weitere Taucheruhren-Neuheiten, Tipps und 10 Underdog-Taucheruhren auf Seite 3

 

Wie wichtig ist das Heliumventil bei Taucheruhren?

Das Heliumventil ist eigentlich nur für Berufstaucher beim Sättigungstauchen wichtig. Diese Taucher werden mit Taucherglocken in eine Tiefe von 150 bis 300 Meter gebracht, um dort ihrer Tätigkeit nachzugehen. Ab einer bestimmten Tauchtiefe kann der Organismus kein weiteres Gas mehr aufnehmen. Ist der Körper eine bestimmte Zeitspanne unter Wasser, also setzt er sich hohem Wasserdruck aus, wird die Dekompressionszeit bei Verlängerung der Tauchzeit nicht ausgedehnt. Die Dekompressionszeit bei einem Tauchgang bis 200 Meter würde beispielsweise eine Woche dauern. So lange kann man jedoch nicht im Wasser bleiben. Deswegen verwendet man Überdruckkammern: Die Taucher leben auf ihren Schiffen nach einem Tauchgang in solchen Druckkammern. Der Druck in der Kammer entspricht dem der Tauchtiefe, in der sie arbeiten müssen.

Taucheruhr Hamilton Khaki Navy Frogman

Absolut tiefseetauglich ist die Taucheruhr Khaki Navy Frogman von Hamilton. Der markante Kronenschutz dichtet das 46 Millimeter große Titanmodell ab, so dass eine Wasserdichtheit bis zu 1.000 Metern gewährleistet ist. Die Frogman besitzt eine rote Drehlünette und ein Heliumventil bei zehn Uhr. Ein Kautschukband fixiert das 1.345 Euro teure Modell am Handgelenk. Im Innern der Taucheruhr arbeitet das Automatikkaliber H-10 auf Basis des Eta C07.611 mit einer Gangautonomie von bis zu 80 Stunden.

Taucheruhr Bathysphere 100 GMT

Aufgrund ihrer Signalfarbe macht die Bathysphere 100 GMT von Aquadive nicht nur unter Wasser eine gute Figur. Das 43 Millimeter große Edelstahlgehäuse hält Drücken bis zu 100 Bar stand. Das Eta-Automatikwerk 2893 bringt neben Stunde, Minute und Zentralsekunde, ein Datum und eine zweite Zeitzone aufs Zifferblatt. Ausgestattet ist die Uhr mit einer einseitig drehbaren Tauchlünette und einem integrierten Heliumventil bei sechs Uhr. Die Batysphere 100 GMT ist auf 500 Stück limitiert und kostet jeweils 2.390 Euro.

Taucheruhr Eberhard & Co. Scafograf 300 Edition 2016

Eberhard & Co. legt ihre Taucheruhr Scafograf 300 aus den 1960er-Jahren neu auf. Damals wie heute hält das 43 Millimeter große Edelstahlgehäuse bis zu einem Druck von 300 Metern wasserdicht. Die einseitig drehbare Tauchlünette besteht beim aktuellen Modell aus Keramik und ist in den ersten 15 Minuten mit lumineszierenden Markierungen ausgestattet. Ein Heliumventil befindet sich bei der Neun-Uhr-Position. Angetrieben wird der Scafograf 300 vom Eta-Automatikkaliber 2824. Kostenpunkt: 2.490 Euro

In der Druckkammer befindet sich ein Helium-Sauerstoff-Gemisch, da Stickstoff in der Pressluft schon ab 30 Metern einen Tiefenrausch verursachen kann. Die winzigen Helium-Atome dringen in jedes wasserdichte Gehäuse ein bis der Unterdruck in der Uhr dem Umgebungsdruck angepasst ist. Beim Auftauchen würde das Uhrengehäuse springen, da in der Uhr noch ein höherer Druck herrscht als in der Umgebung. Durch das Heliumventil kann der Überdruck im Gehäuseinneren entweichen. Für alle Taucher, die nicht zu der Gruppe von Berufstauchern gehören, ist das Heliumventil eine zusätzliche Öffnung, mit der ein potenzielles Risiko zur Undichtheit verbunden ist.

Taucheruhr Ball Engineer Master II Diver

Die amerikanische Uhrenmarke Ball widmet ihre Taucheruhr Engineer Master II Diver dem französischen Apnoetaucher Guillaume Néry. Ausgestattet ist die 42 Millimeter große Uhr aus Edelstahl mit einem innenliegenden Tauchzeitring. Die Engineer Master II Diver hält das im Innern arbeitende Automatikkaliber Eta 2836 bis zu 300 Meter vor eindringendem Wasser geschützt. 52 Mikrogasröhren auf Lünette, Stunden-, Minuten- und Sekundenzeigern und auf dem Zifferblatt sorgen für eine gute Ablesbarkeit auch unter Wasser. Die Taucheruhr kostet 2.055 Euro.

Prüfung der Gehäusedichtheit der Taucheruhr beim Juwelier

Ihr Juwelier nimmt für Sie die vorgeschriebene jährliche Prüfung Ihrer Taucheruhr vor. Mit Hilfe eines Trockentests wird die Uhr in einem Prüfgerät zunächst einem Unterdruck von circa 0,7 Bar ausgesetzt. Im zweiten Prüfvorgang muss die Uhr einem Überdruck von 3 Bar beziehungsweise je nach Druckfestigkeit der Uhr bis 10 Bar standhalten. Der Druckausgleich der Luft ins Gehäuse gibt nun Aufschluss darüber, ob dieses dicht hält. Wenn im ersten Schritt Luft aus der Uhr entweicht, ist das Gehäuse undicht. Beim Überdruck erkennt der Uhrmachermeister eine Undichtigkeit, wenn die Luft im Prüfgerät weniger wird. Der Vorteil des Trockentests: die Uhr kommt nicht mit Wasser in Berührung. Sollten die Prüfungen ergeben, dass das Gehäuse undicht ist, werden die für die Wasserdichtheit relevanten Teile getauscht. Auch wenn Sie nicht mit Ihrer Uhr ins Wasser gehen, wird der Austausch der Dichtungen empfohlen, denn auch im Alltag ist die Uhr unter anderem hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt und die Dichtungen werden durch UV-Strahlung spröde.
 

Taucheruhr Glycine Combat Sub Phantom

Die Taucheruhr Combat Sub Phantom von Glycine hält einem Wasserdruck bis 20 Bar stand. Sie ist mit einer einseitig drehbaren Tauchlünette und einer verschraubten Krone ausgestattet. Mit orangefarbener Leuchtmasse ausgestattete Zeiger und Indexe sorgen für eine gute Ablesbarkeit. Im Innern der Taucheruhr arbeitet das Automatikkaliber Eta 2824. Der 42 Millimeter große Edelstahltaucher wird am schwarz-grauen Textilband getragen und kostet 990 Euro.

7 ausgewählte Taucheruhren mit Quarzwerk

Kaum eine andere Uhrenkategorie wie die Taucheruhr rief in den letzten Jahren so viele Hersteller auf den Plan. So stehen Fans und Sammlern heute unzählige Marken und Modelle zur Wahl. Neben den vorgestellten mechanischen Taucheruhren, möchten wir auch sieben ausgewählte Taucheruhren mit Quarzwerk vorstellen. Ihr Vorteil ist in der Regel der niedrigere Preis, der geringe Wartungsbedarf und ihre Präzision. Die Genauigkeit einer Quarzuhr gewährleistet ein Quarzkristallschwinger.

Quarz-Taucheruhr Casio G-Shock Frogman

Bis 20 Bar ist das Modell G-SHOCK Frogman GWF D1000 von Casio druckfest. Ein integrierter Tiefenmesser kann den Tauchgang bis zu einer Tiefe von 80 Metern in 10-Zentimeter-Schritten messen. Die Taucheruhr wird über Solar betrieben und besitzt neben einer Weltzeitfunktion, eine Anzeige für die Mondphasen und Ebbe sowie Flut. Zudem ist die Frogman mit einem digitalen Kompass und einem Thermometer ausgestattet. Aufgezeichnet können mit der Uhr bis zu 20 Tauchprotokolle. Der Chronograph kann bis zu fünf Tagesalarme auslösen. Sein Gehäuse misst 59,2 mal 53,3 Millimeter im Durchmesser. Für 999 Euro wechselt die Uhr den Besitzer.

Neben den klassischen batteriebetriebenen Quarzuhren gibt es Modelle, deren Batterie mit Solarenergie aufgeladen wird. Auch Hybridformen von Quarz und Mechanik sind möglich. Vorreiter ist auf diesem Gebiet die japanische Uhrenmarke Seiko mit ihrer Spring-Drive- und Kinetic-Technologie. 1969 produzierte Seiko mit der Astron die erste Quarz-Armbanduhr für den Massenmarkt. Die immer ausgereifteren und präziser gehenden Uhren verdrängten die mechanische Uhr von 1970 bis Mitte der 1980er-Jahre fast vollständig vom Markt. Diese Zeit wird als Quarzkrise oder Quarzrevolution bezeichnet.

Quarz-Taucheruhr Edox Sharkman I Limited Edition

In den Farben des Meeres leuchtet die Taucheruhr Sharkman I Limited Edition von Edox und wird so zum absoluten Hingucker. Das 45 Millimeter große Edelstahlgehäuse erhält eine blaue PVD-Beschichtung und das blaue Zifferblatt leuchtend grüne Akzente. Die Uhr besitzt ein Tauchlünette und ein Heliumventil bei neun Uhr und hält Drücken bis 50 Bar stand. Edox limitiert die Sharkman auf 388 Stück weltweit. Kostenpunkt: 1.590 Euro.

Quarz-Taucheruhr Citizen Promaster Marine

Dank Eco-Drive-Technologie benötigt die Eco-Drive Divers 200M von Citizen keinen Batteriewechsel, da jede natürliche oder künstliche Lichtquelle zum Antrieb der Uhr genutzt wird. Überschüssige elektrische Energie wird gespeichert. Der Taucher mit einseitig drehbarer Lünette ist bis 20 Bar druckfest und nach ISO 6425 zertifiziert. Für 199 Euro bietet Citizen die Edelstahluhr an.

 

Quarz-Taucheruhr Luminox Carbon Seal 3800 Series

Die Carbon Seal 3800 von Luminox hält Drücken bis 30 Bar stand. Das Gehäuse misst 43 Millimeter im Durchmesser und besteht aus einem Verbundwerkstoff mit 40 Prozent Karbonanteil in Form von Kohlenstoffnanoröhren. Somit ist es dreimal so leicht wie Titan, extrem langlebig und äußerst kratzfest. Limitert ist die Carbon Seal 3800 mit schwarzem Zifferblatt und Karbon-Verbundwerkstoff-Armband auf 500 Exemplare. Kostenpunkt: 795 Euro

Quarz-Taucheruhr Gucci Dive

Für 850 Euro ist die bis 20 Bar druckfeste Dive von Gucci erhältlich. Ein Eta-Quarzwerk sorgt für die nötige Energie. Untergebracht in einem 45 Millimeter messenden Edelstahlgehäuse zeigt es bei sechs Uhr auch das Datum an. Die Dive besitzt eine einseitig drehbare Lünette, deren erstes Viertel durch Farbakzente betont ist.

 

Quarz-Taucheruhr Tissot PRS 200

475 Euro kostet die Taucheruhr PRS 200 von Tissot, bei dem ebenfalls ein Eta-Quarzwerk für den Antrieb sorgt. Das 42 Millimeter große Edelstahlgehäuse hält bis zu 200 Meter vor eindringendem Wasser dicht. Die PRS 200 ist mit einer Tauchlünette ausgestattet. Das Edelstahlband besitzt eine Sicherheitsfaltschließe und eine Tauchverlängerung. 475 Euro kostet der Chronograph.

Quarz-Taucheruhr Victorinox I.N.O.X. Professional Diver

Die Taucheruhr I.N.O.X. Professional Diver von Victorinox ist bis 20 Bar druckfest und mit einer einseitig drehbaren Tauchlünette ausgestattet. Victorinox hat die Uhr 130 Tests unterzogen: Sie wurde unter anderem von einem Panzer überrollt, eingefroren und mit einem Brenner wieder freigeschmolzen und aus zehn Metern auf den Boden fallen gelassen. Dank des bis acht Millimeter dehnbaren Kautschukbandes kann die Uhr problemlos über dem Tauchanzug getragen werden. Die I.N.O.X. misst 45 Millimeter im Durchmesser und kostet 589 Euro. Sie wurde nach den entsprechenden Normen als professionelle Taucheruhr zertifiziert.

 

10 Underdog-Taucheruhren

Roger Rüegger ist Chefredakteur der amerikanischen Uhrenzeitschrift WatchTime und Autor des Blogs DiveintoWatches.com. Seit 2000 informiert DiveintoWatches.com über die Geschichte und Entwicklung der mechanischen Taucheruhr. Außerdem schreibt Rüegger auf seiner Website über neue Taucheruhrenmodelle und testet ausgewählte Uhren. Für Watchtime.net stellt der Experte eine Auswahl von zehn Taucheruhren vor, die Ihnen vielleicht (noch) nicht bekannt sind.

Taucheruhr Aevig Huldra

Das in mehreren Farbvarianten erhältliche Retro-Modell Huldra von Aevig kommt mit einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse, ist bis zu 200 Meter wasserdicht und verfügt über ein Miyota 9015. Der Preis liegt bei 399 Euro.

„Während vor allem Seiko (bspw. SKX007), Certina (DS Action Diver), Tissot (Seastar) und Citizen (Automatic Diver’s) bei den etablierten Marken als herausragende Alternativen zu erwähnen sind, haben sich in den letzten Jahren sogenannte „Microbrands“ entwickelt, die fast ausnahmslos Taucheruhren im Angebot haben. Die vergleichsweise tiefen Preise verlangen dabei ein gewisses Maß an Vertrauen in die Zukunft. Handelt es sich doch oft um Kleinstanbieter mit eher tiefer eigener Wertschöpfung, direktem Vertriebsmodell, kleinen Auflagen und möglicherweise auch anderer Gewährleistung im Hinblick auf Ersatzteilverfügbarkeit, im Vergleich zu Unternehmen mit über 100 Jahren Firmengeschichte und laufenden Investitionen in Marke, Produktentwicklung und eigene Fertigungsstätten.“, so Rüegger.

Taucheruhr Borealis Scorpionfish

Borealis

Die in Australien beheimatete Marke Borealis peilt mit der Scorpionfish eine bis 2.000 Meter wasserdichte Uhr an. Im 42,5 Millimeter großen Gehäuse tickt ein Miyota 9015, dazu gibt’s Saphirglas, Stahlband, ein integriertes Heliumventil und eine Keramikeinlage bei der Lünette. Der Preis liegt bei rund 332 Dollar.

Taucheruhr Lip Nautic Sky

Lip

Das neu aufgelegte Traditionsmodell Nautic Sky von Lip aus Frankreich dürfte Fans von innenliegenden Lünetten Freude bereiten. Die 38 Millimeter große Uhr kommt mit einem Mineralglas, verfügt über ein Miyota 8215 und bietet 200 Meter Wasserdichtheit. Der Preis liegt bei 499 Euro.

Zuccolo-Rochet & Cie Grand Fonds 300

Zuccolo-Rochet & Cie

Die französische Marke Zuccolo-Rochet & Cie zeigt mit der Taucheruhr Grand Fonds 300 eine Neuauflage ihres Modells von 1963. Das Edelstahlgehäuse misst 40,5 Millimeter im Durchmesser und hält Drücken bis 30 Bar Stand. Die verschraubte Aufzugskrone liegt gut geschützt bei sechs Uhr.  Im Innern arbeitet das Eta-Automatikkaliber 2824. Der Preis liegt bei 3.990 Euro.

 

Taucheruhr Florijn Een, Twee oder Drie

Florijn

Die holländische Marke Florijn geht mit den je auf 100 Exemplare limitierten Uhren Een, Twee und Drie an den Start. Das Edelstahlgehäuse misst in jedem Fall 45 Millimeter, bleibt bis 300 Meter wasserdicht und beherbergt ein NH35 von Seiko; eine Datumslupe kann ebenfalls bestellt werden. Preislich geht es bei 395 Euro los.

Taucheruhr Prometheus Piranha

Prometheus

Wer auf portugiesische Raubfische steht, findet bei Prometheus mit der Piranha eine bis 500 Meter wasserdichte Uhr auf Basis Miyota 9015 mit Saphirglas. Das 44 Millimeter große Edelstahlgehäuse verfügt über ein integriertes Heliumventil, Zifferblätter gibt es in vier Farben. Der Preis liegt bei 345 Dollar.

Taucheruhr 2015: Christopher Ward C 60 Trident

Christopher Ward

Das Modell C 60 Trident mit Keramiklünette von Christopher Ward bietet unzählige Kombinationsmöglichkeiten dank unterschiedlicher Gehäusegrößen und Werke (darunter auch eine Eigenentwicklung), Saphirglas, 600 Meter Wasserdichtheit, Eta 2824 oder Sellita SW 200 zu einem Preis ab 832 Euro. Auf das Werk gibt's bis zu fünf Jahre Garantie.

 

Taucheruhr Stuckx The Rock

Stuckx

Wer gerne dick aufträgt, findet bei der holländischen Marke Stuckx mit der The Rock eine 21 Millimeter hohe Titanuhr mit 1.000 Meter Wasserdichtheit im Stil eines Tiefenmessers. Im Innern des knapp 45 Millimeter großen Gehäuses tickt ein Eta 2824, Drehringeinlage und Glas bestehen aus Saphir. Mehrere Farbvarianten sind erhältlich, der Preis liegt bei 699 Euro.

Taucheruhr 2Zelos Abyss

Zelos

Liebhaber von Bronze-Gehäusen erhalten mit der Abyss von Zelos eine bis 3.000 Meter wasserdichte Uhr in mehreren Farbvarianten. Das 43 Millimeter große Gehäuse der Marke aus Singapur beherbergt ein Miyota 9015 und als Glas gibt es 7 Millimeter dickes Saphir. Der Preis liegt bei 620 Dollar.

Taucheruhr Technos Acqua 800 ATM

Technos

Noch ist unklar, wie die Ende 2014 in Brasilien reanimierte Marke Technos ihren Vertrieb aufsetzen wird, aber mit sage und schreibe 8.000 Meter Wasserdichtheit verdient die 27 Millimeter hohe Titanuhr Acqua 800 ATM definitiv eine Erwähnung. Als Werk gibt’s ein Miyota 8215. Der Preis dürfte umgerechnet bei rund 800 Euro liegen.

 

Die 7 wichtigsten Innovationen für Taucheruhren auf Seite 4

 

Die 7 wichtigsten Innovationen für Taucheruhren

Während sich die Uhrenindustrie fast ausschließlich auf das Herzstück eines Zeitmessers konzentriert, haben die Bedürfnisse und Anforderungen von Tauchern in den letzten 60 Jahren vor allem dafür gesorgt, eben jenes Uhrwerk zuverlässig vor Wasser zu bewahren. Andererseits wurde darüber hinaus auch die eine oder andere clevere Idee ans Handgelenk gebracht, die sie für den Einsatz unter Wasser noch besser rüstet. DiveintoWatches.com stellt ein paar dieser funktionalen Highlights vor:

Das flexible Band

Taucher kennen das Phänomen - mit zunehmendem Druck verringert sich der Handgelenksumfang, die Uhr sitzt lose und befindet sich schon bald mit der Zifferblattseite unten oder stört beim Hantieren. Das umgekehrte Phänomen tritt notabene beim Auftauchen auf: der exemplarisch verwendete Neoprenanzug dehnt sich wieder aus, die Uhr sitzt wieder fester. Die handelsüblichen ausklappbaren Verlängerungen von Schließen schaffen es also lediglich, den mit dem Taucheranzug gewachsenen Handgelenksumfang zu kompensieren (und manchmal noch nicht mal das), sind aber nicht darauf vorbereitet, auf wechselnde Zustände zu reagieren.

In den 1960er- und 70er-Jahren führte dies zur Vorstellung von gefederten Bandstücken oder Schließen mit variablem Auszug (beispielsweise von Doxa und ZRC), während Seiko mit der Marinemaster und Rolex mit der Deepsea in der jüngeren Vergangenheit Faltschließen mit schrittweise anpassbaren Verlängerungen präsentierten (die mittlerweile nicht nur für Seiko typischen Bänder mit den Falten in Nähe des Bandsteges dürften oftmals mehr die Bandstege entlasten, als einen nennenswert vergleichbaren Spielraum zu bieten und ein zu weiches Band bietet wiederum zu wenig Sicherheit.)

Taucheruhren 2015: Tudor Pelagos Schließe
Eine der derzeit überzeugendste Lösungen: Die überarbeitete Tudor Pelagos beispielsweise verfügt nicht nur über eine integrierte Verlängerung, sondern auch über eine gefederte Schließe. Und wer doch lieber mit einem Kautschukband taucht, findet im Lieferumfang auch gleich das passende Band mit einem großzügig dimensionierten Zwischenstück (inklusive Falten) für den Trockentauchanzug.

Der gesicherte Drehring

Heutzutage Pflicht und gleichzeitig prägendes optisches Merkmal für jede Taucheruhr, dient der einseitig drehbare Ring einzig zur Anzeige der Tauchzeit. Einseitig, weil ein versehentliches Verstellen im Gegenuhrzeigersinn die verstrichene Zeit verlängert und den Taucher theoretisch früher auftauchen lässt (in der Praxis ist die Anzeige des Luftvorrats in dieser Hinsicht viel entscheidender geworden). Eine pragmatische Lösung ist, den Ring gut geschützt unter das Glas zu legen oder versehentliches Verstellen erst gar nicht zu ermöglichen - oftmals aber auf Kosten der Bedienfreundlichkeit. IWC führte deshalb für die Ocean 2000 und GST Aquatimer in den 1980er- und 90er-Jahren ein überzeugendes Konzept wieder ein, das Certina mit der 500 Meter wasserdichten SuperPH schon Ende der 1960er-Jahre ansatzweise verfolgt hatte: Erst durch Herunterdrücken lässt sich der äußere Ring verstellen. Bei Oris wählte man indes den umgekehrten Weg für die aktuellen ProDiver-Modelle: Hier muss der Drehring ganz einfach angehoben werden.

Taucheruhr 2015: Omega Seamaster 1200

Die legendäre Ploprof von Omega geht noch einen Schritt weiter: Sie verfügt zwar über einen beidseitig drehbaren Ring, aber erst durch gleichzeitiges Herunterdrücken des orangefarbenen Drückers lässt sich dieser auch bewegen. Noch komplizierter wird es dann bei der Oceanographic 4000 von Hublot: der innenliegende, einseitig drehbare Ring kann nur über eine separate, verschraubte Krone bei zehn Uhr bedient werden, die zudem noch unter einem aufklappbaren Schutzbügel liegt. 

Zerlegbarkeit

Wer Erfahrungen mit Schusswaffen hat, weiß auch um die Wichtigkeit der Reinigung und Pflege einzelner Teile und damit auch um die Notwendigkeit, das Equipment selbst zerlegen und reinigen zu können. Während Sinn mit der U-Reihe den berechtigten Weg verfolgt, eine Lünette so zu konstruieren, dass sie erst gar nicht verloren gehen kann, entscheidet sich Citizen für den umgekehrten Weg: Der Besitzer der bis 1.000 Meter wasserdichten Titan-Uhr Promaster kann die Lünette relativ einfach entfernen und so von Verschmutzungen und Verkrustungen befreien. Ebenfalls erwähnenswert: Das integrierte Band wurde hier nicht mit herkömmlichen Federstegen befestigt, sondern mit runden Anschluss-Stücken direkt ins Gehäuse gesetzt und über den Boden fixiert (was die Wahl von alternativen Bändern einschränkt).

Taucheruhr 2015: Citizen Promaster 1000

Auch hier bieten innenliegende Lünetten einen Vorteil. Inwieweit sich Viscontis jüngst vorgestellte Scuba Abyssus mit der nach außen gekehrten Rastung bewährt, wird sich noch zeigen müssen.

Kronenschutz

Jede Gehäuseöffnung stellt auch eine potentielle Gefahrenquelle für die Wasserdichtheit einer Uhr dar, womit die oftmals exponierte Krone natürlich besonders ins Sichtfeld der Entwickler gerückt ist. Mehrfache Dichtungen gefolgt vom Schraubgewinde und dem seitlichen Flankenschutz können heute fast schon als Standard betrachtet werden, sind aber nicht unbedingt die einzige Lösung. Bereits eine Verlegung auf zwei, vier, sechs, acht, neun oder zwölf Uhr sorgt für erhöhten Komfort und Sicherheit. In Kombination mit einem Kronenschutz wie der der Edox Hydrosub oder über die Versenkung der Krone ins Band (wie bei Triton, ZRC oder Eterna/Porsche) steigt die Chance gleich nochmals, bei Fremdkontakt nicht die zuerst die Krone zu erwischen.

Taucheruhr 2015: ZRC Grands Fonds

Auch Panerais legendäre Bügelkonstruktion sorgt seit Jahrzehnten nicht nur für das zuverlässige Zusammenpressen der Dichtungen, sondern schützt effektiv vor Schlägen. Zusätzliche Kronenkappen im Stile der Canteen-Uhren aus den 1940er-Jahren werden heute eher als modische Form inszeniert, erschweren aber die Bedienung der oftmals winzigen Aufzugskrone. Den in dieser Hinsicht konsequentesten Weg verfolgt aber vermutlich das spanische AHCI-Mitglied Pita mit der Oceana: die bis 5.000 Meter wasserdichte Uhr kommt ganz ohne Krone aus, die Bedienung erfolgt über den Gehäuseboden.

Farbwahl

Mit zunehmender Tiefe verschwindet nicht nur das Licht, sondern auch die Farben nach und nach. Resultat: Zeiger und Zifferblatt sind schwieriger abzulesen oder werden im schlimmsten Fall unleserlich. Doxa hat mit der orangfarbenen Sub seit Jahrzehnten eine Lösung für maximalen Kontrast im Programm. Wer es etwas weniger bunt mag, findet mit den von Omega bekannten orangefarbenen Minutenzeigern einen guten Kompromiss, um auch in der Tiefe noch mit Freude auf die Uhr zu blicken.

Taucheruhren 2015: Rolex Sea-Dweller
Schwieriger wird es mit der eingeschlossenen Luft: Sie führt umgehend zu Spiegelungen, was nur mit einer Öl-gefüllten Quarzuhr (zum Beispiel der Sinn UX) zu verhindern ist.

Komplikationen

Auch bei Taucheruhren gibt es alle erdenklichen Komplikationen. Nur treten diese meist etwas in den Hintergrund, weil Gangreserve, Großdatum, Tourbillon oder retrograde Anzeigen unter Wasser schlichtweg keinen funktionalen Nutzen bieten (der Wecker mag früher wichtiger gewesen sein, heute dürfte er höchstens noch ein paar Fische erschrecken).

Taucheruhren 2015: Aquastar Benthos
Anders sieht es bei Chronographen mit zentralem Minutenzeiger (zum Beispiel der Aquatimer Minute Repeater von IWC oder früher Benthos von Lemania) aus, die für die Messung von Zwischenzeiten (zum Beispiel für Dekompressionstopps) hervorragend eingesetzt werden können. Der mechanische Tiefenmesser (zum Beispiel die Aquatimer Deep One bis Three von IWC oder die Aquis Depth Gauge von Oris) misst neben der Zeit auch gleich die zweite wichtige Dimension des Tauchens mit, im Falle der Blancpain X Fathoms fast schon ähnlich umfangreich wie ein Tauchcomputer mit mehreren Anzeigen.

Gehäusekonstruktion

Im Prinzip ist es gar nicht so schwierig, ein Uhrengehäuse zu bauen, das in jeder Wassertiefe dicht bleibt. Die eigentliche Kunst ist es, dabei so weit weg wie möglich von der idealen Kugelform zu kommen und gleichzeitig eine Uhr zu schaffen, die auch von normalen Menschen getragen werden kann. Einschalen-Gehäuse minimieren zwar mögliche Schwachstellen, erschweren aber die Wartung des Werkes.

Taucheruhren 2015: Rolex Deepsea Ringlock

Hier konnte Rolex mit der Deepsea im Jahr 2008 eine überzeugende Lösung präsentieren: ein mehrteiliger Boden und ein zusätzlicher Ring zwischen Glas und Gehäuse erhöhten die Druckfestigkeit massiv, beeinflussten die Bauhöhe der Uhr aber vergleichsweise minimal (interessanterweise wurde das Prinzip 4 Jahre später noch mit einem Technologieträger bis auf 12.000 Meter ausgelegt, womit die Serienproduktion in diesem Fall der Konzeptuhr vorausgegangen wäre).

Selbstverständlich ist die Grenze zwischen Gimmick und cleverem Engineering oftmals fließend, und der Nutzen einer Taucheruhr in der Praxis zugegebenermaßen auch etwas in den Hintergrund getreten: aber zu sehen, wie abwechslungsreich und erfinderisch die Hersteller bei dieser Gattung Uhr waren und sind, macht das Thema auch nach rund 80 Jahren unverändert faszinierend – für Käufer, Sammler und Uhrenjournalisten gleichermaßen.

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