Taucheruhren

Diese Taucheruhren sind 2017 bestens für den Einsatz im Wasser geeignet

Das Gefühl der Schwerelosigkeit, die faszinierende Unterwasserwelt und die geheimnisvolle Tiefe begeistern weltweit jährlich Millionen von Intensiv- und Gelegenheitstauchern. Der eine mag dabei nur warme Gewässer, andere lieben kühle Bergseen oder gar einen Tauchgang unter Eis. Mit den ersten Sporttauchgeräten, die die Forscher Hans Hass und Jacques-Yves Cousteau entwickelten, begann die Ära des Tauchsports in den 1950er-Jahren. Dabei geht es immer auch um Zeit. Sei es die Abtauchzeit, zu der der Tauchgang beginnt, oder die Austauchzeit, die für den gesamten Aufstieg einschließlich aller Dekompressionspausen benötigt wird. Diese überlebenswichtige Aufgabe übernimmt heute ein moderner Tauchcomputer.

Inhalt:

Wozu also eine mechanische Armbanduhr zum Tauchen tragen?

Die mechanische Taucheruhr versprüht nicht nur einen Hauch Nostalgie und Abenteuer, sie ist durchaus auch ein zuverlässiges Backup-Instrument. Mit der richtigen Pflege und Handhabung bereiten die Taucheruhren des Jahres 2017 viel Freude − nicht nur unter Wasser, sondern auch im Alltag. In diesem Taucheruhren-Special geben wir Ihnen einen Überblick über die Neuheiten des Jahres, Sie erhalten Tipps für die richtige Wahl Ihrer Taucheruhr und Gastautor Roger Rüegger, Chefredakteur der WatchTime USA und Betreiber des Blogs Dive Into Watches informiert über die 7 wichtigsten Innovationen im Bereich der Taucheruhren.

Oris Taucheruhr: Regulateur Meistertaucher

Oris brachte 1999 als erste Uhrenmarke eine Taucheruhr mit Regulatorzifferblatt auf den Markt. 2017 legt der Schweizer Uhrenhersteller das Modell in der Linie Aquis unter dem Namen Meistertaucher neu auf. Das Besondere: Bei der Aquis Meistertaucher steht die Minute im Fokus, die mithilfe des einzigen zentralen Zeigers abgelesen wird. So kann der Taucher ganz ohne Ablenkung die aktuelle Tauchzeit bequem auf der einseitig drehbaren Lünette mit Keramikeinlage ablesen. Die für das Tauchen weniger entscheidene Anzeige der Stunde platziert Oris auf einem Hilfszifferblatt bei der Drei. Bei neun Uhr erkennt der Taucher anhand der kleinen Sekunde, ob die mechanische Taucheruhr noch funktionstüchtig ist. Um die Anzeigen realisieren zu können, setzt Oris ein modifiziertes Sellita SW 220 in das 43,5 Millimeter große Titangehäuse ein. Dank des automatischen Heliumventils bei neun Uhr, ist die bis 30 Bar druckfeste Uhr auch fürs Sättigungstauchen geeignet. Für 2.900 Euro erhält der Käufer die Taucheruhr mit Regulatorzifferblatt in einer wasserdichten Taucherbox mit einem Titanband und zusätzlichem roten Kautschukband sowie dem nötigen Bandwechselwerkzeug.

 

5 Dinge, die jede Taucheruhr haben sollte:

# einseitig drehbare Tauchlünette
# mindestens eine Wasserdichtheit von 20 Bar
# wasserfestes Armband aus Metall oder Kautschuk
# Leuchtmasse auf Zeigern und Indexen
# verschraubte Krone

Was sollte beim Kauf einer Taucheruhr beachtet werden?

Da beim Tauchen die Zeit keinesfalls vergessen werden darf, unterliegen Taucheruhren einer strengen Norm. Ob diese erfüllt wird, zeigen spezielle Prüfungen auf Dichtheit bei Luft- und Wasserüberdruck. Sie folgen einem genau definierten Prozedere und simulieren Beanspruchungen, denen Taucheruhren während ihres Gebrauchs ausgesetzt sein können.

Taucheruhren-Norm #1 - wasserdicht nach DIN 8310/ISO 2281

Die DIN 8310 prüft nur die Wasserdichtheit von Kleinuhren. Uhren, die als „wasserdicht“ bezeichnet werden, müssen widerstandsfähig gegen Schweiß, Regen und gegen Eintauchen in Wasser über 30 Minuten bei einer Wassertiefe von einem Meter sein. Bei der Prüfung wird die Uhr in ein Druckgefäß mit Wasser gegeben, in dem innerhalb von einer Minute ein Überdruck von zwei Bar angelegt und fünf Minuten gehalten wird. Hält sie dabei dicht, darf sie die Bezeichnung „wasserdicht“ tragen und ist für den allgemeinen täglichen Gebrauch bestimmt. Die Uhr darf aber nicht unter hohem Wasserdruck verwendet werden. Uhren dieser Kategorie eignen sich bestenfalls zum Händewaschen, nicht aber zum Tauchen.

Audemars Piguet Taucheruhr: Royal Oak Offshore

Bereits im letzten Jahr trieb es Audemars Piguet bei ihren Royal Oak Offshore Diver Chronographen bunt. 2017 gibt es nun auch die Taucheruhr Royal Oak Offshore in vier Zifferblattvarianten, die in Blau, Gelb, Grün und Orange für Farbe am Handgelenk sorgen. Die Tauchzeit stellt der Träger mithilfe der verschraubbaren Krone bei zehn Uhr über die innen liegende Drehlünette ein. Für eine bessere Ablesbarkeit setzt sie sich farblich vom blauen Royal-Oak-Zifferblatt mit dem typischen Waffelmuster ab. Durch den entspiegelten Saphirglasboden ist das hauseigene Automatikwerk 3120 zu sehen. Untergebracht in einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse, ist die Taucheruhr von Audemars Piguet bis zu 300 Meter wasserdicht. Am blauen Kautschukband getragen kostet die Royal Oak Offshore Diver 20.100 Euro.

Taucheruhren-Norm #2 - wasserdicht nach DIN 8306/ISO 6425

Weil wir unsere mechanischen Tauchbegleiter nicht nur Wasserspritzern aussetzen wollen, gibt die Taucheruhrennorm DIN 8306, die der internationalen Norm ISO 6425 entspricht, vor, welche Anforderungen eine professionelle Taucheruhr erfüllen muss. Sie geht prüftechnisch sehr viel weiter als die DIN 8310. Allerdings lassen die wenigsten Hersteller ihre Uhren nach der Norm zertifizieren. Doch sind sie deswegen weniger geeignet für das Tauchen?

Die DIN 8306/ISO6425 stellt folgende Anforderungen an eine Taucheruhr, die sie alle erfüllen muss:

  • druckfest bis 20 Bar oder mehr
  • die Uhr muss zwei Stunden in einer Wassertiefe verbleiben, die der vom Hersteller gemachten Druckangabe entspricht
  • anschließender dreistündiger Aufenthalt in drei Metern Tiefe
  • Einrichtung zur Vorwahl einer Zeitspanne mit Minuten- und davon abgesetzten Fünf-Minuten-Markierungen
  • die vorgewählte Zeitspanne und der Sekundenzeiger (oder eine andere Funktionskontrolle) müssen auch im Dunkeln erkennbar sein
  • die Taucheruhr muss antimagnetisch nach DIN 8309 sein: nach Magnetfeldeinfluss von 4800 A/m darf die Abweichung höchstens 30 Sekunden am Tag betragen
  • die Taucheruhr muss stoßsicher nach DIN 8308 sein: nach einem Schlag mit 4,43 m/s darf die Abweichung höchstens eine Minute am Tag betragen
  • die Taucheruhr muss 24 Stunden in warmem Salzwasser ohne sichtbare Spuren überstehen
  • während und nach 20 Minuten Wasserdruck entsprechend der angegebenen Tiefe muss die Taucheruhr noch funktionieren
  • die Vorwahl einer Zeitspanne muss in 30 Zentimetern Wassertiefe noch bedienbar sein
  • das geschlossene Armband wird eine Minute lang mit 40 Kilogramm belastet, dabei darf sich nichts lösen oder verbiegen
  • die Krone wird in 25 Prozent über der angegebenen Druckfestigkeit zehn Minuten lang von oben mit 0,5 Kilogramm belastet, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • in 30 Zentimetern Wassertiefe wird die Uhr zehn Minuten auf 40 Grad Celsius, dann zehn Minuten auf fünf Grad Celsius, dann wieder zehn Minuten auf 40 Grad Celsius gebracht, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • die Taucheruhr muss eine Stunde lang 25 Prozent über angegebener Tiefe, danach eine Stunde bei 0,3 Bar Unterdruck verbringen, danach erfolgt ein Kondenswassertest
  • Kondenswassertest: Dieser erfolgt nach jedem Drucktest, um die Dichtheit des Gehäuses festzustellen. Dieses wird dazu auf 40 Grad Celsius erwärmt, anschließend wird das Glas mit einem Wassertropfen benetzt. Nach dem Trockenwischen darf sich auf der Innenseite kein Kondenswasser zeigen.
  • während bei einer Typprüfung alle Tests gemacht werden, muss bei jeder Uhr die Dichtheit mit 25 Prozent über angegebener Tiefe als Einzelprüfung vorgenommen werden
  • DIN 8306 stellt anders als ISO 6425 Anforderungen an die Ganggenauigkeit: z.B. mittlere Abweichung zwischen –4 und +6 Sekunden/Tag
Sinn Taucheruhr: U1 S

Sinn Spezialuhren geht noch einen Schritt weiter: Ihr neues Modell U1 S erfüllt nicht nur die technischen Anforderungen der DIN 8310 für Wasserdichtheit, sondern der Zertifizierungsdienstleister DNV GL (vormals Germanischer Lloyd, Hamburg) bestätigt ihr auch die Funktion einer Taucheruhr in Anlehnung an die Europäischen Tauchgerätenormen EN250 und EN14143. Derzeit ist Sinn der einzige Uhrenhersteller, der solch eine Zertifizierung nach Tauchgerätenorm vornimmt. Doch Sinn-Fans wird es besonders freuen, dass die beliebte Taucheruhr U1 2017 erstmals komplett in Schwarz erhältlich ist. Die U1 S wird dafür mit einer schwarzen Hartstoffbeschichtung überzogen, die auf einen tegimentierten Untergrund trifft. Die Tegiment-Technologie schützt das 44 Millimeter große Gehäuse aus U-Boot-Stahl (besonders korrosionsbeständig) besser vor Kratzern. Damit die Aufzugskrone nicht in den Handrücken des Tauchers drückt, platzieren sie die Frankfurter bei vier Uhr. Das automatische Kaliber Sellita SW 200 bleibt bis zu einer Tauchtiefe von 1.000 Metern funktionstüchtig und ist vor Unterdruck sowie Magnetismus geschützt. Leuchtmasse auf Zeigern, Indexen und der einseitig drehbaren Lünette sorgen für beste Ablesbarkeit auch in trüben Gewässern. Die Taucheruhr mit ebenfalls schwarz beschichteten Massivarmband kostet 2.220 Euro.

Die Angabe der Tauchtiefe in Bar

Bar ist die verwendete Einheit für den Druck. Dabei entspricht ein Bar dem Druck von einem Kilogramm auf eine Quadratzentimeter große Fläche, wobei die Kraft senkrecht auf diese wirkt. Den gleichen Druck von einem Bar erzeugt eine zehn Meter hohe Wassersäule. Da Wasser fast nicht komprimierbar ist, verstärkt sich auch der Wasserdruck pro zehn Meter um ein Bar. Zu dem Wasserdruck addiert sich allerdings noch der Luftdruck von rund einem Bar an der Wasseroberfläche. In zehn Metern Wassertiefe wirkt also bereits ein Druck von etwa zwei Bar auf die Taucheruhr, in 20 Metern ein Druck von drei Bar und so weiter. Auch wenn ein Bar Druckunterschied unerheblich scheint, ist es wichtig zu wissen, dass eine Meterangabe sich nicht auf die Tauchtiefe bezieht, sondern auf einen adäquaten Prüfdruck, der im Rahmen der Wasserdichtheitsprüfung angewendet wurde. Für professionelles Tauchen vorgesehene Uhren müssen mindestens 20 Bar Wasserdruck aushalten.

Omega Taucheruhr: Seamaster Planet Ocean Big Blue

Die Taucheruhr Seamaster Planet Ocean „Big Blue“ ist eine Premiere für Omega: Erstmals fertigt die Schweizer Manufaktur ein Uhrengehäuse aus blauer Keramik, sogar das Zifferblatt besteht aus diesem Material. Kombiniert mit orangefarbenen Akzenten aus Kautschuk auf der einseitig drehbaren Lünette, sorgt die Armbanduhr für das richtige Sommergefühl am Handgelenk. Doch die auffällige Seamaster Planet Ocean kann nicht nur auf der Strandpromenade glänzen: Das 45,5 Millimeter große kratzfeste Gehäuse ist bis zu einem Druck von 60 Bar vor eindringendem Wasser und bis zu 15.000 Gauß vor Magnetfeldern geschützt. Besonders praktisch: Dank der Möglichkeit, eine zweite Zeitzone einzustellen, bietet sich die Neuheit auch für besonders weit entfernte Tauchdomizile an. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das automatische Manufakturkaliber 8906, das als Master Chronometer vom Institut Metas zertifiziert ist. Für Berufstaucher sorgt das Heliumauslassventil bei zehn Uhr für den richtigen Druckausgleich. Für 10.300 Euro geht die Uhr auf Tauchstation.

Der Taucherdrehring

Die Taucheruhr muss eine Einrichtung zur Vorwahl einer bestimmten Zeitspanne besitzen, beispielswiese einen Skaleneinstellring (Taucherdrehring), der gegen ein unbeabsichtiges Verstellen gesichert ist. Deshalb sollte die Lünette nur in eine Richtung drehbar ein. Warum ist diese Funktion so wichtig? Sie definiert den Zeitpunkt des Abstiegs und zeigt gleichzeitig die verstrichene Zeit des Tauchgangs an. Dabei ist die Ablesbarkeit, besonders die der 12-Uhr-Markierung, wichtig. Der Taucherdrehring sollte also genau wie die Zeiger bei schlechter Sicht und Dunkelheit – aus etwa 25 Zentimetern Abstand – nachleuchten. Ebenso sollte der Einstellring eine Minuteneinteilung mit einer abgesetzten Fünf-Minuten-Markierung vorweisen. Die Markierungen müssen zwingend mit denen auf dem Zifferblatt übereinstimmen. Da der Taucherdrehring unmittelbar vor dem Abtauchen – also im Wasser – eingestelllt wird, sollte die Lünette griffig sein, damit sie auch mit Neoprenhandschuhen bedienbar ist. Die Möglichkeit zur Demontage der Lünette ist ein komfortables Extra zur Reinigung der Taucheruhr. Sollte dieses Extra nicht vorhanden sein, ist das gründliche Ausspülen der Uhr mit Süßwasser nach jedem Tauchgang zu empfehlen.

Eterna Taucheruhr: Kontiki Bronze Manufacture

Mit der Taucheruhr Kontiki Bronze Manufacture liegt Eterna absolut im Trend: Bereits seit 2016 erlebt Bronze als Gehäusematerial ein Revival. Bei dieser Uhr wird das 44 Millimeter große und bis 20 Bar druckfeste Bronzegehäuse gebürstet. Die einseitig drehbare Keramiklünette trägt eine Non-Dekompressions-Skala, deren Nullpunkt vor dem Tauchgang auf den Minutenzeiger eingestellt wird. Wenn der Zeiger die maximale Tiefe des Tauchgangs erreicht hat, muss der Taucher unverzüglich aufsteigen, wenn er keinen Dekompressionsstopp einlegen will. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Skala ist auf die historischen Werte von Navy-Tauchern geeicht und damit zu riskant für Sporttaucher. Das hauseigene Automatikkaliber EMC 3902A läuft für 65 Stunden ohne erneute Energiezufuhr. Die 300 Exemplare kosten jeweils 2.990 Euro und werden am Kalblederband getragen, das laut Eterna wasserfest ist.

IWC Taucheruhr: Aquatimer Automatic Edition 35 years Ocean 2000

Mit einem innenliegendenden Drehring ist die Aquatimer Automatic 2000 Edition „35 Years Ocean 2000“ von IWC ausgestattet. So ist die Tauchzeitskala vor einem Verkratzen und unbeabsichtigtem Verstellen geschützt. Im Gegensatz zur auf das Gehäuse gebrachten Lünette können sich weder Sand noch andere Partikel festsetzen. Das 42 Millimeter große Gehäuse fertigt IWC aus Titan in Erinnerung an die erste Ocean 2000, die gemeinsam mit Porsche Design 1982 entwickelt wurde. Mit ihrer Druckfestigkeit bis 200 Bar besitzt die Taucheruhr die höchste Wasserdichtheit aller in diesem Special vorgestellten Uhren. Die 350 Exemplare werden jeweils von einem Eta 2892 mit Energie versorgt. Für 7.990 Euro kann der Träger auf Tauchstation gehen.

Doxa Taucheruhr: Sub 300T Sharkhunter

Ebenso wie das Eterna-Modell ist auch die Sub 300T Sharkhunter von Doxa mit einer Non-Dekompressions-Skala auf der Lünette ausgestattet. Die Doxa-Taucheruhr ist bis 30 Bar druckfest, auf 300 Exemplare limitiert und mit 42,5 Millimeter etwas kleiner als die Kontiki von Eterna. Im Innern tickt das automatische Eta 2824 in Chronometerausführung. Das Edelstahlband ist mit einer Tauchverlängerung ausgestattet, so dass die Uhr problemlos über dem Tauchanzug getragen werden kann. Für 2.490 Euro können Sie die Taucheruhr Ihr Eigen nennen.

Viele Taucheruhren erfüllen die DIN-Norm nicht, da sie meist keinen Drehring oder keine durchgehende Minuteneinteilung besitzen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht zum Tauchen geeignet sind. Bei den meisten Lünetten sind die ersten 15 bis 20 Minuten durchskaliert. Das entspricht im Sporttauchbereich etwa der wichtigen Zeit vom Beginn des Tauchgangs bis zum Erreichen der größten Tauchtiefe. Danach beginnt der Aufstieg.

Blancpain Taucheruhr: Tribute to Fifty Fathoms MIL SPEC

Die Tribute to Fifty Fathoms MIL-SPEC von Blancpain ist eine Neuauflage der in den 1950er-Jahren für Kampftaucher der französischen und US-amerikanischen Marine entwickelten Fifty Fathoms. Sie weist auf dem schwarzen Zifferblatt eine Besonderheit auf: Blancpain integriert eine Wasserdichtheitsanzeige, dessen weißer Teil sich orange verfärbt, wenn er feucht wird. Bis zu einer Tiefe von 300 Metern, sollte das allerdings nicht passieren. Im 40-Millimeter-Edelstahlgehäuse kommt das automatische Manufakturkaliber 1151 zum Einsatz, das dank zweier Federhäuser Energie für vier Tage bereit stellt. Ungewöhnlich für eine Taucheruhr, ist das mechanische Innenleben durch einen Saphirglasboden sichtbar. Ebenfalls aus Saphir besteht die einseitig drehbare Lünette. Die Taucheruhr ist auf 500 Exemplare limitiert, die jeweils 13.070 Euro kosten.

Obwohl die meisten Sporttaucher sich nicht tiefer als in 40 Metern bewegen, besitzen zahlreiche Taucheruhren eine höhere Druckbeständigkeit als die vorgeschriebenen zwanzig Bar der Norm. Denn es ist durchaus sinnvoll, eine Sicherheitsreserve zu haben, da Schwimmbewegungen unter Wasser und Stöße gegen die Uhr einen zusätzlichen Druck auf die Taucheruhr erzeugen.

Breitling Taucheruhr: Superocean 44 Special

Die 2017er-Version der Superocean 44 Special von Breitling kommt in einem unbeschichteten 44 Millimeter großem Edelstahlgehäuse daher und steht in den Farben Blau oder Schwarz zur Wahl. Die Druckfestigkeit bis zu 100 Bar, die einseitig drehbare Tauchzeitlünette aus Keramik und das chronometerzertifizierte Automatikkaliber Eta 2824 gehörten bereits im letzten Jahr zur Ausstattung. Ein Heliumventil sorgt dafür, dass das Gas bei der Dekompression aus dem Gehäuse sicher entweichen kann. Am Kautschukband getragen, kostet die Taucheruhr kostet 3.750 Euro.

Alpina Taucheruhr: Seastrong Diver 300 Automatic Stahl

Die 1.295 Euro teure Taucheruhr Seastrong Diver 300 von Alpina ist seit 2017 erstmals mit einem Stahlband mit Faltschließe und Tauchverlängerung erhältlich. Die inneren Werte bleiben unverändert: das automatische Sellita SW 200 ist bis zu 30 Bar vor eindringendem Wasser geschützt und findet in einem 44 Millimeter großem Edelstahlgehäuse Platz. Leuchtmasse auf der einseitig drehbaren Lünetten, den Zeigern sowie den Indexen sorgen für eine gute Ablesbarkeit unter schlechten Lichtverhältnissen.

Bulgari Taucheruhr: Diagono Scuba

Zu Bulgaris sportlichem Klassiker ist die Diagono Scuba avanciert. So legt der Schmuck- und Uhrenhersteller das Modell 2017 in weiteren Farben (Gelb, Orange und Weiß) auf. Unabhängig von der Farbe, ist die Taucheruhr mit einer einseitig drehbaren Lünette für die Tauchzeiten ausgestattet. Das hauseigenen Solotempo-Basiskaliber BVL 191 mit Automatikantrieb findet in einem 41 Millimeter große Edelstahlgehäuse Platz, das einem Wasserdruck bis zu 30 Bar standhält. Alle Farbvarianten werden mit einem farblich passendem Kautschukband ausgestattet. Die orangefarbene Version kostet 6.050 Euro.

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Feuchtigkeit schadet der Taucheruhr – auch an Land

Trotz einer hohen Druckfestigkeit kann es passieren, dass Feuchtigkeit in das Gehäuse tritt. Insbesondere beim Hineinspringen ins Wasser oder bei Schwimmbewegungen kann sich kurzfristig ein höherer Wasserdruck auf die Dichtungen aufbauen als der garantierte Druck. Besonders gefährlich ist es, wenn die Uhr nach einem längeren Sonnenbad durch einen Sprung ins Wasser deutlich abgekühlt wird. Der Druck beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche in Kombination mit dem Unterdruck durch die Abkühlung kann schneller dazu führen, dass Feuchtigkeit in die Uhr dringt. Aufgrund des plötzlichen Temperaturwechsels ist es möglich, dass die Uhr von innen beschlägt. Sollte dies der Fall sein, muss die Uhr sofort zum Uhrmacher.

Rolex Taucheruhr: Sea-Dweller

Beim 2017 vorgestellten Jubiläumsmodell Sea-Dweller von Rolex ist ein Beschlagen von innen sehr unwahrscheinlich, denn die Uhr ist bis zu einer Tiefe von 1.220 Meter vor eindringendem Wasser geschützt. Die Sea-Dweller erhält erstmals eine Datumslupe und ihr Edelstahlgehäuse wächst von 40 auf 43 Millimeter. Der rote Schriftzug auf dem Zifferblatt erinnert an die ursprüngliche Sea-Dweller von 1967. Die Rolex-Taucheruhr ist mit dem hauseigenen Automatikkaliber 3235 ausgestattet. Diese Uhrwerk ist durch 14 Patente ge­schützt, verfügt über eine Gangreserve von 70 Stunden, ist unempfind­lich gegen­über Magnet­fel­dern und als Chronometer der Superlative zertifiziert. Letzteres bedeutet, dass die Ganggenauigkeit nach dem Einschalen des Uhrwerks -2/+2 Sekunden pro Tag beträgt. Bereits das Premierenmodell der Sea-Dweller verfügte über ein automatisches Heliumventil – Rolex selbst zeichnet für die Erfindung verantwortlich. So ist auch die 2017er-Version mit einem in die Gehäuseseite integrierten Einwegventil ausgestattet. Die Jubiläums-Sea-Dweller kostet 10.350 Euro.

 

Hohe Anforderungen an die Ablesbarkeit einer Taucheruhr

Enorm wichtig – sowohl für Hobby- als auch Berufstaucher – ist neben der Robustheit und Druckfestigkeit vor allem eine gute Ablesbarkeit unter Wasser. Denn bereits in zehn Metern Wassertiefe kann es sehr dunkel sein. Leuchtmasse auf den Zeigern und dem Drehring ist somit unerlässlich. Insbesondere der Taucherdrehring sollte in der Tiefe gut abzulesen und leicht zu bedienen sein. Aber auch die Luft, die sich unter dem Glas befindet, kann bei schräger Draufsicht unter Wasser zu Spiegelungen führen und so die Ablesbarkeit verschlechtern oder gar unmöglich machen. Deshalb sollte das Deckglas bei Taucheruhren immer entspiegelt sein.

Marcello C Taucheruhr: Nettuno 3

Die Taucheruhr Nettuno ist seit Jahren fester Bestandteil der Kollektion von Marcello C. Die aktuelle Nettuno 3 zeigt sich mit schwarzem Zifferblatt und Drehlünette mit schwarzer Keramikeinlage. Das Edelstahlgehäuse besitzt ein Heliumventil, misst 40 Millimeter im Durchmesser und schützt das automatische Kaliber Sellita SW 200 bis zu einem Druck von 30 Bar vor eindringendem Wasser. Zusätzlich ist das Uhrwerk sicher vor Einflüssen von Magnetfeldern auf das Gangverhalten der 838 Euro teuren Taucheruhr.

Limes Taucheruhr: Endurance PD

Der Pforzheimer Uhrenhersteller Limes präsentiert 2017 die Taucheruhr Endurance PD. Die Abkürzung "PD" steht dabei für "Plain Dial", das heißt weder Logo noch Modellname werden auf das Zifferblatt gedruckt. Die Uhr soll ohne Ablenkung nur die für den Taucher wichtige Information anzeigen: die Zeit. Im Innern des 41,5 Millimeter großen Edelstahlgehäuses kommt das automatische Kaliber Sellita SW 200 zum Einsatz. Das Uhrwerk ist bis zu einem Druck von 30 Bar vor eindringendem Wasser geschützt. Für 1.060 Euro steht die Taucheruhr mit Stahlband zum Verkauf.

Bell & Ross: Taucheruhr BR 03-92

Die BR 03-92 Diver von Bell & Ross ist die erste quadratische Taucheruhr der Marke. Sie ist bis 300 Meter wasserdicht, verfügt über eine einseitig drehbare Lünette, nachleuchtende Indexe und Zeiger. Für ausreichend Energie sorgt ein Eta 2892, das in einem 42 Millimeter großem Edelstahlgehäuse Platz findet. Am Kautschukband getragen, ist die Uhr für 3.300 Euro erhältlich.

 

Verschiedene Armbänder für Taucheruhren

Viele Uhrenkäufer entscheiden sich für ein Stahlband an ihrer Taucheruhr. In der Regel verfügen Stahlbänder über eine Tauchverlängerung, um die Bandlänge für das Tragen über dem Neoprenanzug zu vergrößern. Beim exponierten Stahlband besteht allerdings das Risiko für unerwünschte Kratzer. Eine Alternative zum Stahlband stellen Kautschukbänder dar, die im Bereich der Bandanstöße gefaltet sind. Zum einen können diese Bänder auf die benötigte Länge eingestellt werden, zum anderen passen sie sich den wechselnden Druckverhältnissen besser unter Wasser an: Je tiefer ein Taucher sinkt, desto dünner wird aufgrund der zunehmenden Druckverhältnisse der Neoprenanzug und die Uhr droht zu rutschen. Beim Aufstieg ensteht der umgekehrte Effekt.

Seiko Prospex Taucheruhr: Automatik Divers SPB053J1

Seiko setzte das gewellte Urethanband, auch Akkordeonband genannt, erstmals 1975 ein. Es passt sich den wechselnden Druckverhältnissen unter Wasser spielend an. Auch die neue bis 20 Bar druckfeste Taucheruhr Prospex Automatik Diver's SPB053J1 wird von solch einem Band gehalten. Das 43 Millimeter große Gehäuse besteht aus hartbeschichtetem Edelstahl und schützt das automatische Manufakturkaliber 6R15. Für beste Ablesbarkeit unter Wasser sorgt der großzügige Einsatz von Leuchtmasse auf Zeigern, Indexen und dem Orientierungsdreieck. Für 900 Euro kann der Sprung in kühle Nass gewagt werden.

Auch Textilbänder versprechen Praxistauglichkeit. Die serienmäßige Lieferung von zwei unterschiedlichen Bändern mit Bandwechselwerkzeug ist also besonders praktisch.

TAG Heuer Taucheruhr: Aquaracer 300M Calibre 5 Khaki
TAG Heuer kombiniert das 43 Millimeter große und schwarz PVD-beschichtete Titangehäuse ihrer neuen Aquaracer mit einem khakifarbenen Textilband, das mithilfe einer Dornschließe zusammengehalten wird. Die Aquaracer 300M Calibre 5 Black Titanium Khaki treibt das Automatikkaliber Eta 2824 an. Bis zu einem Druck von 30 Bar ist es vor eindringendem Wasser geschützt. Passend zum Tarnlook ist auch die eingesetzte Superluminova khakifarben. Unter Wasser geht es für 2.500 Euro.

Certina Taucheruhr: DS Action Diver

Certina stattet ihre neue Variante der Taucheruhr DS Action Diver mit einem Edelstahlband aus. Dieses Armband wird mit einer Faltschließe über zwei Sicherheitsdrücker geöffnet und verschlossen und ist mit einer Tauchverlängerung ausgestattet. Alternativ ist die Uhr mit einem schwarzen Kautschukband erhältlich. Sie erfüllt die Anforderungen der ISO-Norm 6425 und ist seit diesem Jahr mit dem Eta-Kaliber Powermatic 80 (statt Eta 2824) ausgestattet, das eine erhöhte Gangreserve von 80 Stunden aufweist. Das Uhrwerk wird von einem 43 Millimeter großem Edelstahlgehäuse bis zu 300 Meter vor eindringendem Wasser geschützt. Die sportliche Taucheruhr gibt es für 795 Euro.

Tourby Taucheruhr: Lawless 42

Die Taucheruhr Lawless 42 der deutschen Uhrenmarke Tourby Watches gibt es schon einige Jahre im Programm. 2017 wurden Zeiger und Zifferblatt gegenüber den Vorgängermodellen leicht modifiziert, der Käufer kann neue Lünetten-Inlays wählen und für einen Aufpreis von 200 Euro gibt es das Uhrwerk Eta 2824 in Chronometerqualität. Getragen wird die 1.250 Euro teure Taucheruhr an einem Stahlband mit fünfstufiger Schnellverstellung. Das Edelstahlgehäuse misst 42 Millimeter im Durchmesser und bleibt bis zu einem Druck von 50 Bar trocken.

 

Salzwasser ist aggressiv und schadet der Taucheruhr

Salzwasser ist aggressiv und kann das Material der Uhr spröde und brüchig machen. Deshalb sollte das Gehäusematerial salzwasserbeständig sein. Bei Stahl wird die Beständigkeit mit dem PRE-Wert (pitting restistance equivalent, also Lochfraßbeständigkeit) angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto beständiger ist die Uhr gegenüber Salzwasser. Ein Wert von 32 wird als seewasserbeständig eingestuft. Der häufig verwendete Gehäusestahl 316L liegt bei einem PRE-Wert von maximal 26. Besonders diese Gehäuse sollten nach jedem Meerwassereinsatz mit Süßwasser abgespült werden.

Tutima Taucheruhr: M2 Seven Seas

Die Glashütter Uhrenmarke Tutima setzt bei ihrem Modell M2 Seven Seas das salzwasserbeständige Titan für das 44 Millimeter große Gehäuse ein. Im Innern tickt das automatische Kaliber Eta 2826, das bis 50 Bar vor eindringendem Wasser geschützt ist. Das Orientierungsdreieck der satt rastenden, einseitig drehbaren Lünette ist mit Leuchtmasse versehen, ebenso wie die Zeiger und Indexe der 1.890 Euro teuren Taucheruhr.

 
Rolex verwendet den Stahl 904L, der mit einem PRE-Wert von 35 salzwasserbeständig ist. Sinn Spezialuhren verwendet häufig einen U-Boot-Stahl, der es auf einen PRE-Wert von 38 bringt. Noch besser ist natürlich das völlig salzwasserbeständige Titan, das nur 60 Prozent des Gewichts von Edelstahl bei gleichem Volumen und eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweist.

Tudor Taucheruhr: Pelagos LHD

Auch Tudor schätzt bei ihrer Taucheruhr Pelagos LHD die Eigenschaften von Titan, so dass das Material nicht nur beim 42 Millimeter großen Gehäuse, sondern auch beim Armband zum Einsatz kommt. Das Titanband zeichnet sich durch einen von Tudor entwickelten, selbstjustierenden Mechanismus aus, der dafür sorgt, dass sich das Band beim Tauchen automatisch an den Neopren anpasst. Die Aufzugskrone ist links positioniert und macht sie damit zum perfekten Begleiter für Linkshänder. Im Innern tickt das automatische Manufakturkaliber MT5612-LHD, das bis zu 50 Bar vor eindringendem Wasser geschützt ist. Zusätzlich verfügt die Tudor-Taucheruhr über ein Heliumventil. Für 4.110 Euro kann der Tauchgang beginnen.

Damasko Taucheruhr: DSub1

Der deutsche Uhrenhersteller Damasko setzt bei seiner Taucheruhr DSub1 auf U-Boot-Stahl für das 42 Millimeter große Gehäuse. Darin verrichtet ein Eta 2824 mit Automatikaufzug seine Arbeit. Die Einlage der einseitig drehbaren Lünette ist dank einer Damest-Beschichtung besonders kratzfest; die Leuchtmasse des Orientierungspunkts bei der Zwölf versiegelt und vor Abrieb geschützt. Die Taucheruhr ist bis 30 Bar druckfest, mit einem beidseitig entspiegelten sowie bombierten Saphirglas ausgestattet und kostet 1.650 Euro.

Mido Taucheruhr: Ocean Star Caliber 80 Titanium

Bei Mido wird die neue Ocean Star Caliber 80 Titanium von einem Kautschukband mit Titanfaltschließe und Tauchverlängerung gehalten. Das 42,5 Millimeter große Titangehäuse beherbergt das Eta-Kaliber C07.621, das über eine Gangreserve von 80 Stunden verfügt. Bis zu einem Druck von 20 Bar kann Wasser der Uhr nichts anhaben. Das klare Zifferblatt mit den großen nachleuchtenden Indexen ergänzt Mido um eine Wochentags- und Datumsanzeige. Für 1.020 Euro ist die Taucheruhr einsatzbereit.

 

Gehäusematerial Bronze feiert Comeback bei Taucheruhren

Im Zeitalter der Entdecker bestanden Schiffsbeschläge und nautische Instrumente aus Zinnbronze. Seit 2016 feiert die Bronze ihr Comeback als Gehäusematerial. Denn im Gegensatz zum salzwasserbeständigem Titan bildet Bronze im Laufe der Zeit eine Patina. Diese Patina ist eine Schicht aus oxidiertem Kupfer, die das darunterliegende Material vor Korrosion schützt. Fans von Bronze-Uhren schätzen genau das an dem Material: Im Laufe der Zeit wird ihre Uhr dank der Patina einzigartig und unverwechselbar. Eine herausragende Eigenschaft von Bronze ist außerdem ihre Seewasserbeständigkeit. Darüber hinaus ist sie antimagnetisch, verschleißarm, elastisch und im Vergleich zu Edelstahl etwas spröder sowie etwa zehn Prozent schwerer.

Stowa Taucheruhr: Prodiver Olymp Bronze

Auch die Schwarzwälder Uhrenmarke Stowa berücksichtigt mit der neuen Prodiver Olymp Bronze den Bronze-Trend, setzt ihn aber mit Bedacht ein. Lediglich die einseitig drehbare Lünette wird aus dem Material gefertigt. Das 42 Millimeter große Gehäuse besteht aus dem salzwasserbeständigen Titan. Die neueste Version der Prodiver ist wie ihre Vorgängermodelle bis 100 Bar druckfest, mit einem Heliumventil ausgestattet und verfügt dank des Automatikkalibers Eta 2824 über ein Datum bei sechs Uhr. Für 1.490 Euro ist die Taucheruhr erhältlich.

 
Die Mischung aus Kupfer und Zinn gilt als die erste vom Menschen hergestellte Legierung. Dabei unterscheidet man zwischen Knet- und Gusslegierungen. Knetlegierungen enthalten neben Kupfer bis zu neun Prozent Zinn, während Gusslegierungen in der Regel einen Zinnanteil zwischen neun und zwölf Prozent aufweisen. Bronzen mit einem Zinnanteil von 20 Prozent sind als Glockenbronze bekannt. Bronzen werden aber nicht nur als reine Zweistofflegierungen genutzt. Im Gegenteil. Durch weitere Beimischungen lassen sich Werkstoffeigenschaften regelrecht maßschneidern.

Edox Taucheruhr: Delfin Fleet 1650 Limited Edition

Bis auf den Gehäuseboden besteht beim neuen Modell Delfin Fleet 1650 Limited Edition von Edox das gesamte, 43 Millimeter große Gehäuse aus Bronze. Im Innern befindet sich ein Weicheisen-Innengehäuse, dass das automatische Sellita SW 220 vor Magnetfeldeinflüssen schützt. Die auf 200 Exemplare limitierte Taucheruhr hält Drücken bis 20 Bar stand und kostet 1.990 Euro. Sie kann an einem Leder- oder einem Natoband getragen werden.

Wempe Zeitmeister Sport Taucherchronograph Bronze

Seit jeher baut Wempe Schiffschronometer und seit jeher kommt Bronze im Schiffbau zum Einsatz. Dieser Tradition Rechnung tragend, bietet Wempe erstmals mit der Zeitmeister Sport Taucher Chronograph Bronze eine Taucheruhr mit Bronzegehäuse an. Für die Chronographenfunktion zeichnet das automatische Kaliber Eta 7750 verantwortlich, das in der Glashütter Sternwarte zum deutschen Chronometer geprüft wird. Es findet in einem 45 Millimeter großen Gehäuse Platz und ist bis 30 Bar druckfest. Am Alligatorlederband getragen, kostet die Bronzeuhr 5.975 Euro.

Panerai Taucheruhr: Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Bronze

Bereits 2001 löste Panerai den Bronze-Boom aus. Der Wert der limitierten Bronze-Uhren stieg auf dem Gebrauchtuhrenmarkt um ein Vielfaches. Auch von der neuen Luminor Submersible 1950 3 Days Automatic Bronzo sind lediglich 1.000 Exemplare erhältlich. Im 47 Millimeter großen, satinierten Bronzegehäuse arbeitet das hauseigene Automatikwerk P.9010. Einen harmonischen Farbkontrast bildet das blaue Zifferblatt. Die Taucheruhr ist bis 30 Bar druckfest und kostet 14.000 Euro.

Grand Seiko Taucheruhr: Hi-Beat Professional Divers SBGH255

Damit die Aufzugskrone dem Taucher nicht unangenehm in den Handrücken drückt, platziert Grand Seiko die Krone beim Modell Hi-Beat Professional Diver`s SBGH255 bei vier Uhr. Das eingesetze Manufakturkaliber 9S85 arbeitet mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde, ist bis 60 Bar druckfest und bis 200 Gauß vor Magnetfeldern geschützt. Sowohl das 46,9 Millimeter große Gehäuse als auch das Armband mit Bandverlängerung und Sicherheitsdrückern, bestehen aus Titan. Wer diese Taucheruhr sein Eigen nennen möchte, muss 11.000 Euro bezahlen.

 
Für gewöhnlich platzieren die Hersteller die Krone bei drei Uhr. Dort befindet sie sich aber an einer sehr exponierten Stelle. Schon bei vier Uhr ist die Krone effektiver vor Stößen geschützt und drückt gleichzeitig nicht in den Handrücken. Noch besser ist die Positionierung von Krone und eventuellen Drückern an der linken Gehäuseseite.

Anonimo Taucheruhr: Nautilo Nato

Auch Anonimo platziert die Aufzugskrone der Nautilo Nato bei der Vier und stattet sie mit einem markanten, lang gezogenen Kronenschutz aus. Sie gehört zum automatischen Kaliber Sellita SW 200, das bis 200 Meter vor Nässe geschützt ist und in einem 44 Millimeter großen, kissenförmigen Gehäuse Platz findet. Standardmäßig wird die 2.190 Euro teure Taucheruhr an einem schwarzen Kautschukband getragen. Das zum farbigen Höhenring passende Natoband erhält der Käufer zusätzlich.

Visconti Taucheruhr: Abyssus Full Dive 1000M

Bei der Taucheruhr Abyssus Full Dive 1000M der italienischen Marke Visconti sitzt die verschraubte Aufzugskrone bei der Vier-Uhr-Position. Mit einer Druckfestigkeit bis zu 1.000 Metern und der einseitig drehbaren Lünette ist sie ein echter Tiefseetaucher, der auch am Strand für interessierte Blicke sorgt. Die Farbe des Gehäuses erzielt Visconti mithilfe des PVD-Verfahrens. Davon setzen sich die grünen, roten und gelben Details auf dem Zifferblatt und auf der einseitig drehbaren Lünette ab. Im Innern des 45 Millimeter großen Edelstahlgehäuses arbeitet das Eta-Automatikkaliber 2824. Kostenpunkt: 2.700 Euro

Briston Taucheruhr: Clubmaster Diver

Auch die noch junge französische Uhrenmarke Briston möchte die Krone ihrer Taucheruhr Clubmaster Diver vor Stößen schützen und versetzt sie deshalb von drei auf vier Uhr. Über die Krone bei der Zwei wird die innen liegende Drehlünette mit Fünf-Minuten-Skalierung eingestellt. Im 42 mal 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse arbeitet das Automatikwerk Seiko NH35, das bis zu einem Druck von 20 Bar vor eindringendem Wasser geschützt ist. Am Kautschukband getragen, kostet die Uhr 500 Euro.

 
Plant ein Taucher seinen Tauchgang ausschließlich mit einer mechanischen Taucheruhr, benötigt er zusätzlich einen Tiefenmesser und eine Tauchtabelle. Wichtig ist in jedem Fall immer die genaue Planung vor einem Tauchgang.

Sturmanskie Taucheruhr: Ocean Stingray

Die Taucheruhr Ocean Stingray von Sturmanskie ist mit dem automatischen Seiko-Uhrwerk NH35A ausgestattet. Bis 30 Bar bleibt das auf 999 Exemplare limitierte Modell wasserdicht. Mit seinem 48 Millimeter großen Edelstahlgehäuse gehört die Uhr nicht zu den kleinsten. Die Lünette ist einseitig drehbar, weist aber keinerlei Skalierung auf. Im Set mit Kautschuk- und Lederarmband kostet die Stringray 729 Euro.

Ulysse Nardin Taucheruhr: Marine Diver Chronograph Manufacture

Der Marine Diver Chronograph Manufacture von Ulysse Nardin ist einer der wenigen Chronographen in unserer Taucheruhren-Übersicht. Dabei sind sowohl die Krone als auch die Drücker verschraubt, so dass die Uhr bis 30 Bar druckfest ist. Angetrieben wird die Taucheruhr vom Manufakturkaliber UN-150 mit Automatikaufzug und einer Hemmung aus Silizium. Das Uhrwerk wird von einem 43 Millimeter großen Edelstahlgehäuse geschützt, kann aber durch den Saphirglasboden betrachtet werden. Am Kautschukband mit Faltschließe und Sicherheitsdrückern getragen, kostet der blaue Taucher 11.500 Euro.

Schaumburg Watch Taucheruhr: Aquamatic 4 ½

Die Aquamatic 4 ½ von Schaumburg Watch ist eine Erweiterung der Taucheruhren-Linie AQM 4. Das 45 Millimeter große Edelstahlgehäuse schützt bis 50 Bar das Automatikkaliber Eta 2824 vor eindringendem Wasser. Der Orientierungspunkt auf der einseitig drehbaren Lünette besteht aus keramischer Superluminova. Auch Zeiger und Indexe werden großzügig mit Leuchmasse belegt. Mit Lederband kostet die Taucheruhr 1.190 Euro, ein Stahlband ist optional erhältlich.

 

Wasserdichtheit bei Taucheruhren − nichts für die Ewigkeit

Die Aussage zur Wasserdichtheit ist immer nur eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Prüfung. Durch Alterung, Verschleiß und Beschädigungen kann sich der Zustand jederzeit ändern. Die Dichtungen werden im Laufe der Zeit spröde. Hitze, Kälte, Staub, Salzwasser und Lösungsmittel beschleunigen den Prozess. Die Wasserdichtheit ist somit keine bleibende Eigenschaft. Sie sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden, besonders bei Funktionsuhren, die auf höhere Wasserdichtheit setzen. Für Taucheruhren schreibt die DIN 8306 eine jährliche Prüfung vor.

Longines Taucheruhr: HydroConquest

Beim Kauf der neuen HydroConquest von Longines ist die Taucheruhr bis 30 Bar vor eindringendem Wasser geschützt. Das 44 Millimeter große Gehäuse besteht aus Edelstahl und beherbergt das automatische Uhrwerk Eta 2892. Das Zifferblatt und die einseitig drehbare Lünette kommen im maritimen Blau daher. Am Edelstahlband mit doppelter Sicherheitsfaltschließe und integrierter Bandverlängerung getragen, kostet die Taucheruhr 1.050 Euro.

 

Wie wichtig ist das Heliumventil bei Taucheruhren?

Das Heliumventil ist eigentlich nur für Berufstaucher beim Sättigungstauchen wichtig. Diese Taucher werden mit Taucherglocken in eine Tiefe von 150 bis 300 Meter gebracht, um dort ihrer Tätigkeit nachzugehen. Ab einer bestimmten Tauchtiefe kann der Organismus kein weiteres Gas mehr aufnehmen.

Aquadive Taucheruhr: Bathyscaphe 100 Blau

Die Taucheruhr Bathyscaphe 100 Blue von Aquadive bietet bei sechs Uhr ein in das gehärtete Edelstahlgehäuse integrierte Heliumventil. Die 500 verfügbaren Exemplare messen jeweils 43 Millimeter im Durchmesser und werden am Kautschukband mit Tauchverlängerung getragen. Die einseitig drehbare Keramiklünette passt farblich zum Zifferblatt. Dahinter arbeitet das automatische Kaliber Eta 2836, das bis 100 Bar vor Nässe geschützt ist. Für 1.890 Euro geht es in die Tiefe.

 
Ist der Körper eine bestimmte Zeitspanne unter Wasser, also setzt er sich hohem Wasserdruck aus, wird die Dekompressionszeit bei Verlängerung der Tauchzeit nicht ausgedehnt. Die Dekompressionszeit bei einem Tauchgang bis 200 Meter würde beispielsweise eine Woche dauern. So lange kann man jedoch nicht im Wasser bleiben. Deswegen verwendet man Überdruckkammern: Die Taucher leben auf ihren Schiffen nach einem Tauchgang in solchen Druckkammern. Der Druck in der Kammer entspricht dem der Tauchtiefe, in der sie arbeiten müssen.

Nauticfish Taucheruhr: Thusunt Vintage Gruoni

Mit einem automatischen Heliumventil ist auch die neue Taucheruhr Thûsunt Vintage von Nauticfish ausgestattet. Die Bezeichnung Thûsund ist Althochdeutsch und bedeutet 1.000. Damit bezieht sich der Modellname auf die Wasserdichtheit von 1.000 Metern (100 Bar). Das 43 Millimeter große Edelstahlgehäuse mit einem gewölbten Saphirglas beherbergt das Automatikkaliber Eta 2824. Der großzügige Einsatz von Leuchtmasse sorgt für eine gute Ablesbarkeit unter Wasser. Erhältlich ist die Taucheruhr für 798 Euro.

Carl F. Bucherer: Taucheruhr Patravi Scubatec

Auch bei Carl F. Bucherer wird mithilfe eines Heliumventils für den richtigen Druckausgleich gesorgt. Ob der Träger die Patravi Scubatec mit Rotgoldgehäuse beim Tauchen einsetzt, bleibt ihm überlassen. Theoretisch können mit der 44,6 Millimeter großen Uhr Tiefen bis 500 Meter erreicht werden. Für die Anzeige von Stunde, Minute, Sekunde und Datum zeichnet entweder das automatische Eta 2824 oder das baugleiche Sellita SW 200 verantwortlich. Egal von welchem Hersteller das Uhrwerk stammt, es kommt in Chronometerqualität zum Einsatz. Am Kautschukband mit Faltschließe getragen, werden für die Taucheruhr 19.900 Euro fällig.

Vostok Europe Taucheruhr: Energia Rocket

Die auf 3.000 Exemplare limitierte Energia Rocket von Vostok Europe kann ebenfalls ein automatisches Heliumventil vorweisen. Die 48 Millimeter große Edelstahluhr ist bis 30 Bar druckfest und beherbergt das automatische Seiko-Kaliber NH35 A. Für langlebige Leuchtkraft auf Zifferblatt und Lünette sorgen insgesamt 18 selbstleuchtende Mikrogasröhrchen. Krone und Glasboden sind verschraubt, wobei das Deckglas aus gehärtetem und entspiegeltem Mineralglas besteht. Dafür bietet Vostok Europe die Taucheruhr zu einem Preis von 739 Euro an, Leder- und Silikonband inklusive.

 
In der Druckkammer befindet sich ein Helium-Sauerstoff-Gemisch, da Stickstoff in der Pressluft schon ab 30 Metern einen Tiefenrausch verursachen kann. Die winzigen Helium-Atome dringen in jedes wasserdichte Gehäuse ein bis der Unterdruck in der Uhr dem Umgebungsdruck angepasst ist. Beim Auftauchen würde das Uhrengehäuse springen, da in der Uhr noch ein höherer Druck herrscht als in der Umgebung. Durch das Heliumventil kann der Überdruck im Gehäuseinneren entweichen. Für alle Taucher, die nicht zu der Gruppe von Berufstauchern gehören, ist das Heliumventil eine zusätzliche Öffnung, mit der ein potenzielles Risiko zur Undichtheit verbunden ist.

Ball Taucheruhr: Engineer Master II Skindiver II

Mikrogasröhrchen verwendet auch die amerikanische Uhrenmarke Ball Watch bei ihrer neuen Taucheruhr Engineer Master II Skindiver II. Weitere Features sind ein automatisches Heliumventil, Druckfestigkeit bis 50 Bar und ein Magnetfeldresistenz bis 4.800 Amperemeter. Im 43 Millimeter großen Edelstahlgehäuse verrichtet das automatische Eta 2824 chronometergenau seine Arbeit. Die einseitig drehbare Keramiklünette zeigt eine 60-Minuten-Graduierung und leuchtet ebenfalls nach. Die Taucheruhr ist für 2.645 Euro erhältlich.

 
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Prüfung der Gehäusedichtheit der Taucheruhr beim Juwelier

Ihr Juwelier nimmt für Sie die vorgeschriebene jährliche Prüfung Ihrer Taucheruhr vor. Mit Hilfe eines Trockentests wird die Uhr in einem Prüfgerät zunächst einem Unterdruck von circa 0,7 Bar ausgesetzt. Im zweiten Prüfvorgang muss die Uhr einem Überdruck von 3 Bar beziehungsweise je nach Druckfestigkeit der Uhr bis 10 Bar standhalten. Der Druckausgleich der Luft ins Gehäuse gibt nun Aufschluss darüber, ob dieses dicht hält. Wenn im ersten Schritt Luft aus der Uhr entweicht, ist das Gehäuse undicht. Beim Überdruck erkennt der Uhrmachermeister eine Undichtigkeit, wenn die Luft im Prüfgerät weniger wird. Der Vorteil des Trockentests: die Uhr kommt nicht mit Wasser in Berührung. Sollten die Prüfungen ergeben, dass das Gehäuse undicht ist, werden die für die Wasserdichtheit relevanten Teile getauscht. Auch wenn Sie nicht mit Ihrer Uhr ins Wasser gehen, wird der Austausch der Dichtungen empfohlen, denn auch im Alltag ist die Uhr unter anderem hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt und die Dichtungen werden durch UV-Strahlung spröde.
 

Davosa Taucheruhr: Ternos Professional GMT

Bevor die Ternos Professional (TT) GMT Automatic von Davosa mit Wasser, UV-Licht und anderen Umwelteinflüssen in Berührung kommt, ist sie bis 20 Bar druckfest. Die schwarze, einseitig drehbare Keramiklünette wird auf ein 42 Millimeter großes Edelstahlgehäuse aufgebracht. Im Innern arbeitet das Automatikwerk Eta 2893. Mithilfe des Drehrings und eines weiteren Zeigers kann der Träger die Zeit einer weiteren Zeitzone ablesen. Für 1.248 Euro kann in ferne Tauchdomizile gereist werden.

 

Die 7 wichtigsten Innovationen für Taucheruhren

Während sich die Uhrenindustrie fast ausschließlich auf das Herzstück eines Zeitmessers konzentriert, haben die Bedürfnisse und Anforderungen von Tauchern in den letzten 60 Jahren vor allem dafür gesorgt, eben jenes Uhrwerk zuverlässig vor Wasser zu bewahren. Andererseits wurde darüber hinaus auch die eine oder andere clevere Idee ans Handgelenk gebracht, die sie für den Einsatz unter Wasser noch besser rüstet. DiveintoWatches.com stellt ein paar dieser funktionalen Highlights vor:

Das flexible Band

Taucher kennen das Phänomen - mit zunehmendem Druck verringert sich der Handgelenksumfang, die Uhr sitzt lose und befindet sich schon bald mit der Zifferblattseite unten oder stört beim Hantieren. Das umgekehrte Phänomen tritt notabene beim Auftauchen auf: der exemplarisch verwendete Neoprenanzug dehnt sich wieder aus, die Uhr sitzt wieder fester. Die handelsüblichen ausklappbaren Verlängerungen von Schließen schaffen es also lediglich, den mit dem Taucheranzug gewachsenen Handgelenksumfang zu kompensieren (und manchmal noch nicht mal das), sind aber nicht darauf vorbereitet, auf wechselnde Zustände zu reagieren.

In den 1960er- und 70er-Jahren führte dies zur Vorstellung von gefederten Bandstücken oder Schließen mit variablem Auszug (beispielsweise von Doxa und ZRC), während Seiko mit der Marinemaster und Rolex mit der Deepsea in der jüngeren Vergangenheit Faltschließen mit schrittweise anpassbaren Verlängerungen präsentierten (die mittlerweile nicht nur für Seiko typischen Bänder mit den Falten in Nähe des Bandsteges dürften oftmals mehr die Bandstege entlasten, als einen nennenswert vergleichbaren Spielraum zu bieten und ein zu weiches Band bietet wiederum zu wenig Sicherheit.)

Taucheruhren 2015: Tudor Pelagos Schließe
Eine der derzeit überzeugendste Lösungen: Die überarbeitete Tudor Pelagos beispielsweise verfügt nicht nur über eine integrierte Verlängerung, sondern auch über eine gefederte Schließe. Und wer doch lieber mit einem Kautschukband taucht, findet im Lieferumfang auch gleich das passende Band mit einem großzügig dimensionierten Zwischenstück (inklusive Falten) für den Trockentauchanzug.

Der gesicherte Drehring

Heutzutage Pflicht und gleichzeitig prägendes optisches Merkmal für jede Taucheruhr, dient der einseitig drehbare Ring einzig zur Anzeige der Tauchzeit. Einseitig, weil ein versehentliches Verstellen im Gegenuhrzeigersinn die verstrichene Zeit verlängert und den Taucher theoretisch früher auftauchen lässt (in der Praxis ist die Anzeige des Luftvorrats in dieser Hinsicht viel entscheidender geworden). Eine pragmatische Lösung ist, den Ring gut geschützt unter das Glas zu legen oder versehentliches Verstellen erst gar nicht zu ermöglichen - oftmals aber auf Kosten der Bedienfreundlichkeit. IWC führte deshalb für die Ocean 2000 und GST Aquatimer in den 1980er- und 90er-Jahren ein überzeugendes Konzept wieder ein, das Certina mit der 500 Meter wasserdichten SuperPH schon Ende der 1960er-Jahre ansatzweise verfolgt hatte: Erst durch Herunterdrücken lässt sich der äußere Ring verstellen. Bei Oris wählte man indes den umgekehrten Weg für die aktuellen ProDiver-Modelle: Hier muss der Drehring ganz einfach angehoben werden.

Taucheruhr 2015: Omega Seamaster 1200

Die legendäre Ploprof von Omega geht noch einen Schritt weiter: Sie verfügt zwar über einen beidseitig drehbaren Ring, aber erst durch gleichzeitiges Herunterdrücken des orangefarbenen Drückers lässt sich dieser auch bewegen. Noch komplizierter wird es dann bei der Oceanographic 4000 von Hublot: der innenliegende, einseitig drehbare Ring kann nur über eine separate, verschraubte Krone bei zehn Uhr bedient werden, die zudem noch unter einem aufklappbaren Schutzbügel liegt.

Zerlegbarkeit

Wer Erfahrungen mit Schusswaffen hat, weiß auch um die Wichtigkeit der Reinigung und Pflege einzelner Teile und damit auch um die Notwendigkeit, das Equipment selbst zerlegen und reinigen zu können. Während Sinn mit der U-Reihe den berechtigten Weg verfolgt, eine Lünette so zu konstruieren, dass sie erst gar nicht verloren gehen kann, entscheidet sich Citizen für den umgekehrten Weg: Der Besitzer der bis 1.000 Meter wasserdichten Titan-Uhr Promaster kann die Lünette relativ einfach entfernen und so von Verschmutzungen und Verkrustungen befreien. Ebenfalls erwähnenswert: Das integrierte Band wurde hier nicht mit herkömmlichen Federstegen befestigt, sondern mit runden Anschluss-Stücken direkt ins Gehäuse gesetzt und über den Boden fixiert (was die Wahl von alternativen Bändern einschränkt).

Taucheruhr 2015: Citizen Promaster 1000

Auch hier bieten innenliegende Lünetten einen Vorteil. Inwieweit sich Viscontis jüngst vorgestellte Scuba Abyssus mit der nach außen gekehrten Rastung bewährt, wird sich noch zeigen müssen.

Kronenschutz

Jede Gehäuseöffnung stellt auch eine potentielle Gefahrenquelle für die Wasserdichtheit einer Uhr dar, womit die oftmals exponierte Krone natürlich besonders ins Sichtfeld der Entwickler gerückt ist. Mehrfache Dichtungen gefolgt vom Schraubgewinde und dem seitlichen Flankenschutz können heute fast schon als Standard betrachtet werden, sind aber nicht unbedingt die einzige Lösung. Bereits eine Verlegung auf zwei, vier, sechs, acht, neun oder zwölf Uhr sorgt für erhöhten Komfort und Sicherheit. In Kombination mit einem Kronenschutz wie der der Edox Hydrosub oder über die Versenkung der Krone ins Band (wie bei Triton, ZRC oder Eterna/Porsche) steigt die Chance gleich nochmals, bei Fremdkontakt nicht die zuerst die Krone zu erwischen.

Taucheruhr 2015: ZRC Grands Fonds

Auch Panerais legendäre Bügelkonstruktion sorgt seit Jahrzehnten nicht nur für das zuverlässige Zusammenpressen der Dichtungen, sondern schützt effektiv vor Schlägen. Zusätzliche Kronenkappen im Stile der Canteen-Uhren aus den 1940er-Jahren werden heute eher als modische Form inszeniert, erschweren aber die Bedienung der oftmals winzigen Aufzugskrone. Den in dieser Hinsicht konsequentesten Weg verfolgt aber vermutlich das spanische AHCI-Mitglied Pita mit der Oceana: die bis 5.000 Meter wasserdichte Uhr kommt ganz ohne Krone aus, die Bedienung erfolgt über den Gehäuseboden.

Farbwahl

Mit zunehmender Tiefe verschwindet nicht nur das Licht, sondern auch die Farben nach und nach. Resultat: Zeiger und Zifferblatt sind schwieriger abzulesen oder werden im schlimmsten Fall unleserlich. Doxa hat mit der orangfarbenen Sub seit Jahrzehnten eine Lösung für maximalen Kontrast im Programm. Wer es etwas weniger bunt mag, findet mit den von Omega bekannten orangefarbenen Minutenzeigern einen guten Kompromiss, um auch in der Tiefe noch mit Freude auf die Uhr zu blicken.

Taucheruhren 2015: Rolex Sea-Dweller
Schwieriger wird es mit der eingeschlossenen Luft: Sie führt umgehend zu Spiegelungen, was nur mit einer Öl-gefüllten Quarzuhr (zum Beispiel der Sinn UX) zu verhindern ist.

Komplikationen

Auch bei Taucheruhren gibt es alle erdenklichen Komplikationen. Nur treten diese meist etwas in den Hintergrund, weil Gangreserve, Großdatum, Tourbillon oder retrograde Anzeigen unter Wasser schlichtweg keinen funktionalen Nutzen bieten (der Wecker mag früher wichtiger gewesen sein, heute dürfte er höchstens noch ein paar Fische erschrecken).

Taucheruhren 2015: Aquastar Benthos
Anders sieht es bei Chronographen mit zentralem Minutenzeiger (zum Beispiel der Aquatimer Minute Repeater von IWC oder früher Benthos von Lemania) aus, die für die Messung von Zwischenzeiten (zum Beispiel für Dekompressionstopps) hervorragend eingesetzt werden können. Der mechanische Tiefenmesser (zum Beispiel die Aquatimer Deep One bis Three von IWC oder die Aquis Depth Gauge von Oris) misst neben der Zeit auch gleich die zweite wichtige Dimension des Tauchens mit, im Falle der Blancpain X Fathoms fast schon ähnlich umfangreich wie ein Tauchcomputer mit mehreren Anzeigen.

Gehäusekonstruktion

Im Prinzip ist es gar nicht so schwierig, ein Uhrengehäuse zu bauen, das in jeder Wassertiefe dicht bleibt. Die eigentliche Kunst ist es, dabei so weit weg wie möglich von der idealen Kugelform zu kommen und gleichzeitig eine Uhr zu schaffen, die auch von normalen Menschen getragen werden kann. Einschalen-Gehäuse minimieren zwar mögliche Schwachstellen, erschweren aber die Wartung des Werkes.

Taucheruhren 2015: Rolex Deepsea Ringlock

Hier konnte Rolex mit der Deepsea im Jahr 2008 eine überzeugende Lösung präsentieren: ein mehrteiliger Boden und ein zusätzlicher Ring zwischen Glas und Gehäuse erhöhten die Druckfestigkeit massiv, beeinflussten die Bauhöhe der Uhr aber vergleichsweise minimal (interessanterweise wurde das Prinzip 4 Jahre später noch mit einem Technologieträger bis auf 12.000 Meter ausgelegt, womit die Serienproduktion in diesem Fall der Konzeptuhr vorausgegangen wäre).

Selbstverständlich ist die Grenze zwischen Gimmick und cleverem Engineering oftmals fließend, und der Nutzen einer Taucheruhr in der Praxis zugegebenermaßen auch etwas in den Hintergrund getreten: aber zu sehen, wie abwechslungsreich und erfinderisch die Hersteller bei dieser Gattung Uhr waren und sind, macht das Thema auch nach rund 80 Jahren unverändert faszinierend – für Käufer, Sammler und Uhrenjournalisten gleichermaßen.

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