Panerai: Luminor

Geschichte eines Klassikers

Melanie Feist
von Melanie Feist
am 20. Dezember 2016

Vor 15 Jahren zählte Panerai zu den eher unbekannten Uhrenherstellern, die nur Insidern bekannt waren. Das hat sich geändert: Heute reißen Händler sich um eine Konzession, und die Fans der Luxusuhren nennen sich Paneristi, kommen auf speziellen Panerai-Treffen zusammen, um sich auszutauschen. Doch Uhren von Panerai besitzen keine ausgefallenen Funktionen oder innovative Mechanik. Die Mehrzahl der Modelle bietet außer einer höheren Gangreserve keine technischen Besonderheiten. Das erste eigene Werk wurde sogar erst 2005 vorgestellt – zu dem Zeitpunkt, als die Marke schon viele Anhänger zählen konnte. Womit lässt sich dann der Aufstieg von Panerai erklären? Es ist das Design der Zeitmesser, das untrennbar mit der authentischen, einzigartigen Geschichte der Uhren verbunden ist. Bereits im Jahr 1936 lancierte Panerai seine erste Armbanduhr.

Panerai Luminor mit dem typischen Kronschutzbügel aus den 1950er-Jahren
Panerai Luminor mit dem typischen Kronschutzbügel aus den 1950er-Jahren
[Foto: F38F]

Damals stellte die Marke jedoch nur Zeitmesser für die italienische Marine her. So auch das erste Modell, die Panerai Radiomir California. Es eignete sich für die Kampfschwimmer, die eine Uhr benötigten, die dem Wasserdruck standhalten konnten, und deren Zifferblatt stark leuchtete. Heute lassen sich die Modelle der Uhrenmarke Panerai in zwei Linien teilen – „Radiomir“ und „Luminor“. Schon von Weitem zu erkennen sind sie beide, denn zum Stil der Uhrenmarke gehören noch immer die markanten Details, die schon die Uhren für die Marine auszeichneten.

Charaktermerkmale der Panerai Luminor

Zu Merkmalen, die aus der Zeit geblieben sind, zählt beispielsweise der Kronenschutzbügel. Er wurde in den 1940er-Jahren erstmals bei der Marina Militare eingesetzt, drückte die Krone nach dem Aufziehen fest an die Gehäuseflanke und verhinderte so das Eindringen von Wasser. Ohne, dass der Träger noch an das Verschließen denken musste. Weil das so praktisch war, erhielt auch die Panerai Luminor nach militärischen Tests diesen Schutzmechanismus, der die Wasserdichtigkeit sicherte. Die Übergangsphase dorthin repräsentiert die in den 1950er-Jahren lancierte Luminor Marina Militare, die noch über eine Schraubkrone verfügte. Das erste Panerai-Luminor-Modell mit Schutzbügel folgte dann im Jahr 1956.

Panerai: Luminor Marina Militare, verschraubte Krone, 1950er
Panerai: Luminor Marina Militare, verschraubte Krone, 1950er
[Foto: F38F]

Ihren Namen verdankte die Panerai Luminor damals der Leuchtsubstanz, die für Zeiger und Zifferblatt verwendet wurde. Zeitsprung: Auch bei der Luminor Marina Militare, die die Uhrenmarke 1993 lancierte, spielte das Äußere eine große Rolle. Erstmals war das Gehäuse der Uhr schwarz PVD-beschichtet.

Panerai: Luminior Marina Militare, schwarz PVD-beschichtet, 1993
Panerai: Luminior Marina Militare, schwarz PVD-beschichtet, 1993
[Foto: F38F]

Die Panerai Luminor führt die Marke zum Durchbruch

Den Durchbruch verdankt Panerai nicht nur dem markanten Design, das bei den Uhrenträgern noch heute beliebt ist, sondern einem glücklichen Zufall im Jahr 1993: Bei Dreharbeiten zum Film „Daylight“ entdeckte Sylvester Stallone zufällig einige Luminor-Taucheruhren in einem Geschäft in Florenz – und kaufte sich eine. Wenig später orderte er 101 Exemplare mit dem Namen Luminor Daylight Slytech.

Panerai: Luminor Daylight Slytech, 1993
Panerai: Luminor Daylight Slytech, 1993
[Foto: F38F]

Sie trugen die Signatur des Schauspielers auf dem Gehäuseboden und verschafften der Panerai Luminor Bekanntheit. Auch Richemont-Hauptaktionär Johann Rupert gefiel die Panerai Luminor so gut, dass er die Marke in die Luxusgruppe holte.

Panerai: Luminor 1950, 2002
Panerai: Luminor 1950,
2002

Das für die Panerai Luminor typische Design wurde 2002 noch markanter: Die Luminor 1950 hatte einen Durchmesser von 47 Millimetern und überragte somit jedes bis dahin erschienene Panerai-Modell. Gefertigt wurden genau 1.950 Exemplare. Und auch bei der Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Ceramica aus dem Jahr 2008 ist der Kronenschutzbügel auffallend angebracht, dominiert er doch die rechte Gehäuseflanke. Das hat die Konsequenz, dass der Drücker zur Bedienung der Chronographenfunktion hier untypischerweise bei der Acht angebracht ist.

Paneria: Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Ceramica
Paneria: Luminor 1950 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Ceramica

Ungewöhnliche Wege geht Panerai auch bei dem 2010 lancierten Modell L’Astronomo Luminor 1950 Equation of Time Tourbillon Titano. Dieser Zeitmesser vereint verschiedene astronomische Anzeigen. So kann der Träger beispielsweise die Differenz zwischen wahrer und mittlerer Sonnenzeit und die Zeiten von Sonnenauf- und -untergang ablesen. Angetrieben wird die Uhr von einem Werk mit Handaufzug.

Panerai: L'Astronomo Luminor 1950 Equation Of Time Tourbillon Titano, 2010
Panerai: L’Astronomo Luminor 1950 Equation Of Time Tourbillon Titano, 2010

Die Panerai Luminor in Vorreiter-Rolle

Mit der Panerai Luminor 1950 3 Days Chrono Flyback erschien im Januar 2013 der erste Flyback-Chronograph der Uhrenmarke. Die Drücker befanden sich nun, damit die Panerai-typische Optik erhalten blieb, gegenüber der Krone an der linken Gehäuseflanke.

Panerai: Luminor 1950 3 Days Chrono Flyback, 2013
Panerai: Luminor 1950 3 Days Chrono Flyback, 2013

Auch die im gleichen Jahr veröffentlichte Luminor Marina 1950 3 Days Automatic war ein Vorreiter: Erstmals kombinierte Panerai bei diesem Modell ein weißes Zifferblatt mit dem 42-Millimeter-Gehäuse der Panerai Luminor 1950.

Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic 42 mm, 2013
Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic 42 mm, 2013

2014 folgte die Panerai Luminor Marina 1950 3 Days Automatic Acciaio. Ein Modell mit 44 Millimetern Durchmesser das, wie viele der Armbanduhren von Panerai über ein Manufakturwerk verfügt.

Panerai: Luminor Marina 1950 3 Days Automatic Acciaio, 2014
Panerai: Luminor Marina 1950
3 Days Automatic Acciaio, 2014

Dies gilt seit 2014 beispielsweise auch für die Panerai Luminor Base 8 Days, während bis dahin das Unitas-Handaufzugskaliber 6497 die Basiskollektion Panerai Luminor Base zum Ticken gebracht hat.

Panerai: Luminor Base 8 Days PAM00562, 2014
Panerai: Luminor Base 8 Days PAM00562, 2014

Nicht nur, was die Technik innerhalb der Marke angeht, war die Panerai Luminor Vorreiter. Mit der Panerai Luminor Submersible 1950 Carbotech erschien zur Baselworld 2015 ein Modell mit einem neuen Gehäusematerial – dem namengebenden Carbotech. So bezeichnet die Uhrenmarke ein auf Kohlefaserbasis gefertigtes Verbundmaterial, das laut Panerai zu diesem Anlass zum ersten Mal in der Uhrmacherei zum Einsatz kam.

Panerai: Luminor Submersible 1950 Carbotech
Panerai: Luminor Submersible 1950 Carbotech

Die aktuellsten Panerai-Luminor-Modelle

Ein Manufakturkaliber setzt Panerai seit 2014 auch bei der Luminor 1950 3 Days GMT Automatic (Referenz PAM36500) ein. Es ist das Automatikwerk P.9001. 2016 stellte Panerai dieses GMT-Modell mit einem blauen Zifferblatt vor, eine untypische Farbe für den Uhrenhersteller. Kombiniert werden passend zum Blauton beigefarbene Zeiger, Ziffern und Indexe. Hier erfahren Sie mehr über den Zeitmesser.

Panerai: Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio
Panerai: Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio

Ebenfalls erst seit 2016 gibt es die Luminor Due 3 Days Acciaio mit der Referenz PAM00676. Es ist das bisher eleganteste und flachste Modell der Luminor-Serie. Das Edelstahlgehäuses misst in der Höhe 10,5 Millimetern und umschließt das Manufakturkaliber P.1000 mit Handaufzug. Weitere Informationen über die Uhr finden Sie hier.

Panerai: Luminor Due 3 Days Acciaio
Panerai: Luminor Due 3 Days Acciaio

Das Schwestermodell mit Automatikaufzug dank Mikrorotor ist die jüngste Vertreterin der Uhrenlinie: Die Luminor Due 3 Days Automatic Acciaio arbeitet mit dem Manufakturkaliber P.4000. Das nur 3,95 Millimeter hohe Uhrwerk stammt aus dem Jahr 2014 und wurde zuvor schon in Radiomir-Modellen eingesetzt. Bei der Luminor Due sitzt es in einem vollständig polierten kissenförmigen Gehäuse mit 45 Millimetern Durchmesser und 10,8 Millimetern Höhe.

Weitere Informationen und ein Video zur Uhr finden Sie hier.

Panerai: Luminor Due 3 Days Automatic Acciaio
Panerai: Luminor Due 3 Days Automatic Acciaio

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im September 2014.

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