Peter Stas, Präsident Frédérique Constant: “Bereits 10 Prozent Umsatz mit Smartwatches”

Die Frédérique-Constant-Gruppe nach dem Verkauf an Citizen

 Redaktion
von Redaktion
am 25. Mai 2017

Fast genau ein Jahr nach dem Verkauf von Frédérique Constant an das japanische Unternehmen Citizen legte der ehemalige Inhaber und heutige Präsident Peter Stas im Genfer Industriegebiet Plan-les-Ouates den Grundstein für ein zweites Gebäude. Nach der Fertigstellung 2018 wird die Frédérique-Constant-Gruppe, zu der auch die Marken Alpina und Ateliers deMonaco zählen, ihre Fläche und Herstellungskapazitäten nahezu verdoppeln. Am Tag der Grundsteinlegung sprach Katrin Nikolaus, Autorin UHREN-MAGAZIN, mit Peter Stas über seine aktuelle Rolle und die Pläne für die Marken.

Peter Stas, Präsident von Frédérique Constant, Alpina und Ateliers deMonaco sprach über die Zukunft seines Unternehmens, das er an Citizen verkauft hat
Peter Stas, Präsident von Frédérique Constant, Alpina und Ateliers deMonaco sprach über die Zukunft seines Unternehmens, das er an Citizen verkauft hat

Sie haben zusammen mit Ihrer Frau Aletta Stas-Bax die Frédérique-Constant-Group aufgebaut und sehr viel Energie und Herzblut investiert. Nach dem Verkauf an Citizen haben Sie sich beide verpflichtet, dem Unternehmen noch für fünf Jahre als CEOs zur Verfügung zu stehen. Wie hat das Ihre innere Haltung gegenüber dem Unternehmen geändert?
Bis jetzt noch nicht sehr. Wir machen weiter, wie wir immer gearbeitet haben. Es gibt hier beispielsweise keine Japaner im Unternehmen. Die Unternehmensführung in Tokio hat unsere Strategie und auch das neue Gebäude bestätigt. Wir haben erste, sehr gute Erfahrungen gemacht: Es beginnt die Zusammenarbeit mit der Vertriebsorganisation in den USA mit über 500 Leuten. Wir hatten zuvor nur 17 Leute in den USA.

In vier Jahren hören Sie auf. Ist das noch sehr weit weg?
Ja, wir sind noch sehr involviert in die Kreation, Kollektion und Strategie. Aber wir arbeiten daran, dass das Management-Team von uns unabhängig wird. Und sie machen auch sehr viel selbst und übernehmen den größten Teil des Tagesgeschäfts. Wir haben schon mehr eine Aufsichtsfunktion. Das gefällt uns gut. Wenn etwas schief läuft, steigen wir natürlich wieder voll ein.

Auch die Uhrenmarke Alpina gehört zur Frédérique-Constant-Group
Auch die Uhrenmarke Alpina gehört zur Frédérique-Constant-Group

Sie wollen mit der Marke Alpina, die ebenfalls zu Ihrer Gruppe gehört, in ein niedrigeres Preissegment einsteigen. Ist das von Citizen inspiriert und abgesprochen?
Abgesprochen ja, aber es war unsere eigene Strategie. Wir produzieren seit Jahren etwa 15.000 Uhren jährlich, wollen aber eigentlich auf 50.000 Stück kommen. Dafür haben wir bessere Chancen, wenn wir das Segment mit Uhren für 495 Euro, 695 Euro und 895 Euro bedienen. Da haben wir jetzt eine sehr starke Kollektion auf den Markt gebracht, um Alpina ein anderes Momentum zu geben.

Gibt es auch einen technischen Synergieeffekt mit Citizen? Oder handelt es sich bei der Übernahme nur um eine Holding-Struktur?
Bis jetzt ist es nur die Holding-Struktur. Wir fangen aber eine Zusammenarbeit mit dem Werkehersteller La Joux-Perret an, der ebenfalls zu Citizen gehört. Sie produzieren bereits einige Teile, die wir bis jetzt bei anderen Herstellern kaufen, für uns. Aber das ist noch auf sehr niedrigem Niveau. Das geht Schritt für Schritt.

Die Frédérique Constant Horological Smart Watch Ladies wurde auf der Baselworld 2017 vorgestellt
Die Frédérique Constant Horological Smart Watch Ladies wurde auf der Baselworld 2017 vorgestellt

Wollen Sie die Horological Watch, Ihre erste Uhr mit smarten Funktionen, weiter entwickeln?
Ende letzten Jahres haben wir auch eine Damenuhr produziert, die sehr gut angekommen ist. Und in Basel haben wir das E-Strap vorgestellt. Wir erzielen bereits zehn Prozent des Umsatzes mit den smarten Uhren. Wir werden die Hardware und die Software weiter entwickeln, aber das nimmt Zeit in Anspruch. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, aber es ist schwierig vorherzusagen, welche Features der Kunde verlangen wird. Aber der Markt wird sich auf jeden Fall weiterentwickeln.

Das Interview führte Katrin Nikolaus.

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