Wempe: Erweiterung der Sternwarte

Chronometerprüfstelle zieht in neues Gebäude bei der Wempe Sternwarte in Glashütte

Katharina Studer
von Katharina Studer
am 1. Juni 2011
Der Neubau an der Sternwarte in Glashütte
Der Neubau an der Sternwarte in Glashütte
[Foto: Sven Doering / Agentur Focus]

Das neue Gebäude an der Wempe Sternwarte in Glashütte wurde heute, am 1. Juni 2011, eingeweiht. In das neue Gebäude an der Sternwarte ist die Chronometerprüfstelle – die einzige unabhängige und amtlich anerkannte in Deutschland – umgezogen. Jährlich werden hier 4.500 Uhren den strengen Prüfkriterien des Landesamtes für Mess- und Eichwesen Thüringen (LMET) und des Sächsischen Staatsbetriebs für Mess- und Eichwesen (SME) unterzogen. Eine Erweiterung der Prüfkapazität auf bis zu 15.000 Uhren pro Jahr ist geplant. Die neuen Räumlichkeiten sollen außerdem Platz für den geplanten Ausbau der Zeitmeister-Fertigung von Wempe bieten. Zudem ist hier die Produktion der Präzisions-Pendeluhren und der mechanischen Marinechronometer untergebracht. Die Wempe-Ausbildungswerkstatt wird ebenfalls in den Neubau ziehen. Die Sternwarte bildet nach wie vor den historischen Rahmen für die Fertigung der Uhren der Wempe Chronometerwerke Glashütte.

Herbert Wempe, Vater von Unternehmens-Chef Hellmut Wempe, erwarb Ende der 1930er-Jahre die von Hamburger und Bremer Reedern 1905 gegründeten Hamburger Chronometerwerke, die unter der Leitung des Chronometermachers Ferdinand Denker hochpräzise Marinechronometer produzierten. Die Werke ermöglichten Wempe eine eigene Chronometerfertigung. Ebenso rief Herbert Wempe gemeinsam mit Otto Lange, Enkel des Begründers der sächsischen Uhrenindustrie, die Arbeitsgemeinschaft „Sternwarte Glashütte“ ins Leben. Ziel war es, in der Glashütter Sternwarte eine Forschungs- und Weiterbildungsstätte für junge Uhrmacher sowie ein Réglage-Institut zu etablieren. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Pläne. Ende der 1940er-Jahre wurde die Sternwarte kommunales Eigentum. Als Wempe vor einigen Jahren wieder eine eigene Produktionsstätte für Chronometer einrichten wollte, kam dafür nur die Sternwarte in Glashütte in Frage. Der Platz vor dem neuen Produktionsgebäude und der Sternwarte wurde nun im Rahmen der Gebäude-Einweihung in „Herbert-Wempe-Platz“ benannt. km

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