5 Fakten über A. Lange & Söhne

Welche Komplikation mit dem Goldene Schnitt berechnet wurde und vier weitere Fakten

 Redaktion
von Redaktion
am 21. Dezember 2016

Um ein Haar wäre die Neuanmeldung von A. Lange & Söhne am 7. Dezember 1990 nicht zu Stande gekommen, weil an jenem Freitag das Amt schon geschlossen hatte. Dabei hatte Walter Lange diesen Tag ganz bewusst gewählt, weil sein Urgroßvater Ferdinand Adolph Lange 145 Jahre zuvor, also im Jahr 1845, exakt am gleichen Tag seine Uhrenfabrikation angemeldet hatte. Heute beschäftigt Lange 700 Mitarbeiter und ist damit der größter Arbeitgeber in Glashütte. Lange bildet seit 1997 selber aus. Bis einschließlich Jahrgang 2013 sind das immerhin 150 Uhrmacher, Werkzeugmechaniker und ein Graveur.

Die Ikonen von A. Lange & Söhne: Lange 1, Datograph, Zeitwerk und Grand Complication
Die Ikonen von A. Lange & Söhne: Lange 1, Datograph, Zeitwerk und Grand Complication

Das am längsten gebaute Modell − die Lange 1 − ist seit 1994 auch das Spitzenprodukt. Mit dem exzentrischen Zifferblattaufbau und dem unverkennbaren Großdatum wurde die Lange 1 zu einem Riesenerfolg. Kein Wunder, dass ihr Design bis heute unverändert besteht. Seit 1994 hat Lange 49 eigene Kaliber entwickelt, die im Wesentlichen zu den fünf Uhrenfamilien Lange 1, Saxonia, 1815, Richard Lange und Zeitwerk gehören. Mit der Zeitwerk gelang Lange 2009 ein Geniestreich: Für sie kombiniert Lange die klassischen Designelemente mit einer modern anmutenden Digitalanzeige für Stunden und Minuten. Eine weitere Ikone, neben der Lange 1 und der Zeitwerk, ist der 1999 eingeführte Datograph. Das Großdatum und die Hilfszifferblättern sind auf seinem Zifferblatt in einem gleichschenkligen Dreieck angeordnet. Weiterentwickelt wurde er mit Zusatzfunktionen wie ewigem Kalender und Tourbillon. Die komplizierteste Uhr von A. Lange & Söhne ist die 2013 vorgestellte Grand Complication. Sie verfügt unter anderem über ein kleines und großes Geläut, einen Rattrapante-Chronographen sowie einen ewigen Kalender und ist auf sechs Exemplare limitiert. Die Fertigung eines Exemplars dauert ein ganzes Jahr – das Werk besteht aus 876 Einzelteilen. Mit knapp zwei Millionen Euro ist die Grand Complication eine der teuersten Uhren der Welt.

A. Lange & Söhne: handgravierter Unruhkloben
A. Lange & Söhne: handgravierter Unruhkloben

Die Dreiviertelplatine aus naturbelassenem Neusilber charakterisiert ebenso ein Lange-Kaliber wie der frei von Hand gravierte Unruhkloben, welcher jede Lange-Uhr zu einem Unikat macht. Alle Werke werden zweimal montiert. Zuerst wird es zusammengebaut und reguliert, danach wieder zerlegt und nach allen Regeln der Uhrmacherkunst angliert und poliert und danach endmontiert. Derzeit hat Lange 29 Kaliber in Produktion, 26 davon mit eigener Unruhspirale. Seit der Lancierung des Double Split im Jahr 2003 verbaut Lange seine selbst entwickelte Unruhspirale.

Fakt #1 über A. Lange & Söhne: Grundstein für die deutsche Feinuhrmacherei in Glashütte

Ferdinand Adolph Lange legte nicht nur den Grundstein für die deutsche Feinuhrmacherei in Glashütte, sondern stellte sich 18 Jahre lang als Bürgermeister auch politisch in den Dienst der Stadt. Er setzte sich unter anderem für eine Eisenbahnverbindung im Müglitztal ein. Zu seinen bedeutendsten fachlichen Leistungen gehört die Einführung des metrischen Systems in der Uhrmacherei. Mit dem Zehnermaß konnten Uhrwerkteile viel besser berechnet werden als mit der Zwölferteilung des Pariser Linienmaßes. Ferdinand Adolph Lange wurde 1867, Emil Lange 1910 und Walter Lange 1995 zu Ehrenbürgern von Glashütte ernannt.

Familientradition: Walter Lange ist Urenkel des Firmengründers Ferdinand Adolph Lange (Büste)
Familientradition: Walter Lange ist Urenkel des Firmengründers Ferdinand Adolph Lange (Büste)

Fakt #2 über A. Lange & Söhne: Zahlreiche Patente

Richard Lange, der älteste Sohn des Firmengründers, steht für Erfinderreichtum. Davon zeugen 27 Patente, darunter eines über die Verwendung einer Beryllium-Legierung für Unruhfedern. Damit bereitete er den Weg zur Herstellung der Nivarox-Spirale. Die heutige Lange Uhren GmbH hat ebenfalls eine Vielzahl von technischen Neuerungen hervorgebracht, darunter das Lange-Großdatum, das 31-Tage-Werk, den ersten Kette-Schnecke-Mechanismus in einer Armbanduhr, den Tourbillon-Stopp-Mechanismus, die Nachspannwerke für die Lange 31 und Lange Zeitwerk und den Zero-Reset-Mechanismus.

Die Lange 31 von A. Lange & Söhne bringt es mit dem Handaufzugswerk L034.1 auf 31 Tage Gangautonomie.
Die Lange 31 von A. Lange & Söhne bringt es mit dem Handaufzugswerk L034.1 auf 31 Tage Gangautonomie

Fakt #3 über A. Lange & Söhne: Der Namenszusatz „Pour le Mérite“

Der Namenszusatz „Pour le Mérite“ kennzeichnet die herausragendsten Lange-Zeitmesser. Er leitet sich vom höchsten deutschen Verdienstorden für wissenschaftliche Leistungen ab. Der Tourbograph Pour le Mérite vereint drei höchste uhrmacherische Komplikationen: Tourbillon mit einem Antrieb über Kette und Schnecke und Rattrapante-Chronograph. Das Handaufzugskaliber L903.0 besteht aus 465 Komponeten. Eine davon ist die Kette, die allein aus 636 Einzelteilen besteht. Das Tourbillon bringt es auf 84 Komponenten.

Highlight des Besuchs bei A. Lange & Söhne: das Richard Lange Tourbillons "Pour le Mérite"
Das Richard Lange Tourbillon „Pour le Mérite“

Fakt #4 über A. Lange & Söhne: Berühmtes Vorbild für das Großdatum

Bei der Zeichnung der ersten Kollektion von 1994 schuf Reinhard Meis, der damalige Verantwortliche, unverkennbare Elemente wie die lanzenförmigen Zeiger oder das Großdatum im Doppelfenster, dessen Seitenlängen nach dem Goldenen Schnitt berechnet wurden.

Das Großdatum von A. Lange & Söhne
Das Großdatum von A. Lange & Söhne

Gestalterisches und ideelles Vorbild für das Großdatum ist die berühmte Fünf-Minuten-Uhr in Dresdens Semperoper. Sie wurde 1851 von Johann Christian Friedrich Gutkaes und Ferdinand A. Lange gebaut. Um eine gute Ablesbarkeit von allen Rängen zu sichern, konstruierten sie einen Mechanismus mit zwei Anzeigerädern. Das 66-teilige Lange-Großdatum besteht ebenfalls aus zwei getrennten Anzeigeflächen, einer Einerscheibe und einem Zehnerkreuz. Beide sind nur 0,15 Millimeter voneinander getrennt, während sie übereinander kreisen.

Die Uhr über dem Bühnenportal der Semperoper in Dresden diente als Inspiration für das Großdatum der Lange 1
Die Uhr über dem Bühnenportal der Semperoper in Dresden diente als Inspiration für das Großdatum der Lange 1

Fakt #5 über A. Lange & Söhne: Das Kaliber „SAX-0-MAT“

Die geheimnisvolle Bezeichnung „SAX-0-MAT“ steht zum einen für den Ursprung des automatischen Lange-Kalibers L921.4, also Sachsen (lateinisch: SAXonia), und andererseits für die Art des Aufzuges: AutoMAT. Die Null dazwischen verweist auf den patentierten Zeiger-Nullstellmechanismus Zero-Reset. Beim Ziehen der Krone sorgt er dafür, dass der Sekundenzeiger in seine Nullposition springt und somit die Uhr komfortabel und exakt sekundengenau eingestellt werden kann.

A. Lange & Söhne: Automatikwerk L085.1 Sax-o-Mat mit Dreiviertelrotor
A. Lange & Söhne: Automatikwerk L085.1 Sax-o-Mat mit Dreiviertelrotor

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