5 Fakten über Junghans

Wann Junghans die größte Uhrenfabrik der Welt war – und mehr Wissenswertes über die deutsche Uhrenmarke

 Redaktion
von Redaktion
am 28. November 2016

Endlich insolvent. So titelte das deutsche Magazin “Finance” 2009 zur Junghans-Insolvenz. Und traf damit genau ins Schwarze. Nachdem der Mutterkonzern Egana Goldpfeil, zu dem das Unternehmen seit 2000 gehörte, ins Straucheln geriet, konnte Junghans nichts Besseres passieren, als endlich wieder unabhängig von Konzerninteressen eigene markenspezifische Zukunftsstrategien ins Auge zu fassen. In Schramberg suchten die Geschäftsführer Werner Wicklein und Matthias Stotz zusammen mit dem Insolvenzverwalter fieberhaft nach einem Retter für das im Schwarzwald ansässige traditionsreiche Unternehmen. Mit dem Schramberger Ehrenbürger und Unternehmer Dr. Hans-Jochem Steim und seinem Sohn Hannes als neuen Eigentümern eröffnete sich für Junghans ab Februar 2009 eine neue Zukunftsperspektive.

Junghans: Meister Chronoscope
Meister Chronoscope: 40-Millimeter-Edelstahlgehäuse, oben Plexi-Hartglas, gewölbt mit Sicralan-Beschichtung
[Foto: Uhrenfabrik Junghans GmbH & Co.KG Geißhaldenstrasse 49 D-78713 SCHRAMBERG Telefon: +49 (0) 74 22 / 18-0 Telefax: +49 (0) 74]

Pünktlich zum 150-jährigen Bestehen im Jahr 2011 ging der Junghans-Stern neu auf. Angelehnt an die historischen Uhren wurde die Meister-Linie neu lanciert. Der Tradition und dem Standort verpflichtet, feierte man an der Schramberger Geißhalde, dort, wo 1861 mit dem Gründer Erhard Junghans alles begann. Nach ihm ist heute eine mechanische Uhrenlinie oberhalb der klassischen Junghans-Kollektion benannt. Junghans beherrscht alle gängigen Technologien der Uhrmacherei – von der klassischen Mechanik, über die Quarz- bis hin zur hauseigenen Funk- und Solartechnik.

Fakt #1 über Junghans: Einst größte Uhrenfabrik der Welt

Mit 3.000 Beschäftigten, die über drei Millionen Zeitmesser im Jahr herstellten, galt Junghans 1903 als größte Uhrenfabrik der Welt. Das Unternehmen besaß neun Fabrikationsstätten und Filialen, sogar in Venedig und Paris. 1951 war Junghans der größte Chronometerhersteller in Deutschland, mit 10.000 Armbandchronometern im Jahr 1956 nach Rolex und Omega sogar der drittgrößte der Welt. Im Jahr 1957 präsentierte Junghans dann mit dem J83 das erste automatische Chronometerkaliber, das für Sammler heute zu den wichtigsten Junghans-Werken zählt.

Junghans Weckermädle in den 1930er bis 1970er Jahren
Junghans “Weckermädle” in den 1930er bis 1970er Jahren

Fakt #2 über Junghans: “Weckermädle”

In den 1930er-Jahren begann Junghans, selbst konstruierte und produzierte Werke in Armbanduhren zu verbauen. Die erste Uhr wurde vom Kaliber J80 angetrieben. Die feinste Werke-Ausführung erhielt die Bezeichnung J80/2 und war mit Genfer Streifen verziert. Sie bildete das Herzstück der Uhren mit dem Prädikat “Meister”. Gäste wurden zu dieser Zeit durch junge Mitarbeiterinnen in Weckerkostümen begrüßt. Als Hüte trugen sie die Weckerschelle. Die legendären 16 “Weckermädle” gingen um die Welt.

Ein „Weckermädle“ im historischen Kostüm aus den 1950er Jahren begrüßte die Gäste, unter anderem die Mutter des Eigentümers Dr. Hans-Jochem Steim, Liesel Steim
Ein „Weckermädle“ im historischen Kostüm aus den 1950er-Jahren.

Fakt #3 über Junghans: Designklassiker von Max Bill

Anfang der 1950er-Jahre wollte Junghans einen so alltäglichen Gebrauchsgegenstand wie eine Küchenuhr gestalten lassen. Die Wahl fiel auf Max Bill. Der 1908 geborene Bauhaus-Künstler entwickelte die Uhr gemeinsam mit Studenten – der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Ab 1961 entwarf Max Bill die puristischen Armbanduhren und Junghans sorgte dafür, dass der Designklassiker technisch immer auf dem neuesten Stand war.

Junghans-Max-Bill-Automatic-Indexe
Junghans: Max Bill Automatic

Fakt #4 über Junghans: Olympischer Zeitnehmer

Olympische Spiele 1972. Die Welt blickte nach München. Als offizieller Zeitnehmer setzte Junghans elektronisch vernetzte Startblöcke, Startkontrollanlagen und Doppellichtschranken ein, welche
sowohl Start- als auch Zieleinläufe eindeutig registrierten und dokumentierten. Damit und mit den weltweit ersten farbigen Zielfotos auf die hundertstel Sekunde genau machte sich Junghans einen Namen als Zeitnehmer bei Sportwettkämpfen.

Fakt #5 über Junghans: Erste Funkuhren

Im Jahr 1985 präsentierte Junghans die erste funkgesteuerte, seriengefertigte Tischuhr für den privaten Gebrauch. Die Abweichung ihrer Anzeige von der tatsächlichen Uhrzeit soll in einer Million Jahren nur eine einzige Sekunde betragen. Ein Jahr später stellte Junghans mit der RCS1 die weltweit erste Funkuhr vor, die ihre Energie über Solartechnologie bezog. Die nächste Sensation gelang 1990: Die Funktechnologie war so weit miniaturisiert, dass sie in eine Armbanduhr passte. Die Mega 1 war weltweit die erste Funkarmbanduhr und überzeugte auch durch ihr futuristisches Design.

Eine Funkuhr aus der aktuellen Kollektion von Junghans: Spektrum Mega Solar, Referenz 018/1423.44, 999 Euro
Eine Funkuhr aus der aktuellen Kollektion von Junghans: Spektrum Mega Solar, Referenz 018/1423.44, 999 Euro

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