5 Fakten über TAG Heuer

Hätten Sie's gewusst?

 Redaktion
von Redaktion
am 8. Juni 2017

TAG Heuer ist Pionier und Rekordhalter in der Konstruktion von Uhrwerken, insbesondere mit Chronographenfunktion. Modelle wie Carrera und Monaco, Monza und Autavia sind legendär. Seit Jean-Claude Biver die Firma führt, präsentiert sich TAG Heuer mehr denn je als junge, coole Marke; der Schwerpunkt liegt auf Uhren zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Fortschrittlich sind auch die Entwicklungen im Bereich der Smartwatch, die Connected Modular 45 erlaubt sogar eine Verbindung mit der mechanischen Uhr. Doch was sollten Uhrenfans noch über die bekannte Marke wissen?

TAG Heuer: Connected Modular 45
TAG Heuer: Connected Modular 45

Edouard Heuer gründete im Jahr 1860 mit 20 Jahren eine Uhrmacherwerkstatt in St. Imier im Schweizer Juragebirge. Bereits 1876 richtete er eine Niederlassung in London ein. 1887 erhielt er ein Patent für den berühmten “Schwingtrieb” in mechanischen Chronographen, im gleichen Jahr trat sein Sohn Jules Edouard in die Geschäftsführung ein. Nach dem Tod Edouard Heuers im Jahr 1892 führte er mit seinem Bruder Charles-Auguste die Geschäfte weiter. Das Unternehmen machte sich vor allem mit Chronographen einen Namen. Der 1916 entwickelte Mikrograph ist die weltweit erste Stoppuhr, die auf eine Hundertstelsekunde genau misst. Der Mikrosplit kann dank seiner Rattrapante-Zeiger sogar zwei simultan laufende Zeiten messen. Bei den Olympischen Spielen in Antwerpen 1920 fungierte Heuer als offizieller Zeitnehmer, ebenso 1924 in Paris und 1928 in Amsterdam. 1933 entwickelte Heuer die ersten Borduhren für Rennwagen und im selben Jahr die Stoppuhr Autavia als Bordinstrument für Automobile und Flugzeuge. Das Wort ist eine Zusammensetzung aus AUTomobile und AVIAtion.

TAG Heuer: Autavia Calibre Heuer 02
TAG Heuer: Autavia Calibre Heuer 02

Informationen über die Neuauflage der TAG Heuer Autavia von 2017 finden Sie hier.

1958 begann die Mitarbeit von Jack W. Heuer, einem Urenkel des Firmengründers, im Unternehmen. Anlässlich der 1964 stattfindenden Rallye “Carrera Panamericana Mexicana” erschien die Carrera als erster Chronograph mit funktionellem Zifferblatt. Sie wird einer der bekanntesten Sportchronographen der Uhrengeschichte. Das Jahr 1982 erforderte von Jack W. Heuer den bitteren Entschluss, Heuer an die Unternehmensgruppe TAG zu verkaufen. Nach verschiedenen Inhaberwechseln erwarb 1999 der französische Konzern LVMH das Unternehmen, und Jack W. Heuer ist seit 2001 Ehrenpräsident und Berater der Marke.

Heuer: Monaco, 1969
Heuer: Monaco, 1969

Fakt #1 über TAG Heuer: Der erste Automatik-Chronograph

Der 3. März 1969 ist ein wichtiger Tag in der Firmengeschichte. An ihm wurde das berühmte Kaliber 11 vorgestellt. Der automatische Chronograph war in Gemeinschaft mit Breitling, Leonidas, Hamilton/Büren und Dubois Dépraz entwickelt worden. Im Wettrennen um das weltweit erste automatische Chronographenwerk waren jedoch Zenith/Movado mit ihrer Präsentation des »El Primero«, die bereits am 10. Januar desselben Jahres stattfand, eine Nasenlänge voraus gewesen. Und Seiko hatte, von den Schweizern unbeachtet, zuvor schon einen Automatik-Chronographen entwickelt.

Das Heuer-Kaliber 11 von 1969
Das Heuer-Kaliber 11 von 1969

1969 kommt das Modell Heuer Monaco als weltweit erster wasserdichter automatischer Chronograph im quadratischen Gehäuse auf den Markt. Die Uhr erlangt durch den Rennfahrer-Film »Le Mans« von und mit Steve McQueen einen großen Bekanntheitsgrad. In seinen veröffentlichten Erinnerungen schildert Jack W. Heuer, wie es ihm in einem der ersten Fälle von Produktplatzierung gelang, seine Uhren in dem Film unterzubringen. Als Ausgleich musste er alles technische Equipment zur Zeitmessung am Filmset binnen zehn Tagen beisteuern. Dass dies gelang, verdankt er seinem jungen Mitarbeiter Gerd-Rüdiger Lang, dem späteren Gründer von Chronoswiss.

Steve McQueen mit der Monaco am Arm und dem Heuer-Logo auf dem Anzug im Film "Le Mans"
Steve McQueen mit der Monaco am Arm und dem Heuer-Logo auf dem Anzug im Film “Le Mans”

Fakt #2 über TAG Heuer: Die erste Uhr mit Riemenantrieb

Im Jahr 2004 präsentierte TAG Heuer mit der Monaco V4 die weltweit erste Uhr mit Riemenantrieb, linearer Schwungmasse und Kugellagern. Nach langjährigem Forschungs- und Entwicklungsaufwand gelang es, die Konzeptuhr zu industrialisieren und sie vollständig in den TAG-Heuer-Ateliers von Hand zu fertigen. 2014 zeigte TAG Heuer auf der Baselworld in einer Monaco V4 das erste riemengetriebene Tourbillon.

Tag Heuer: Monaco V4 Tourbillon
Tag Heuer: Monaco V4 Tourbillon
TAG Heuer: Monaco V4 Tourbillon
Werkseite der TAG Heuer Monaco V4 Tourbillon

Fakt #3 über TAG Heuer: Die erste Stoppuhr mit der Messgenauigkeit einer Tausendstelsekunde

Die Konzeptuhr Mikrotimer Flying 1000 Concept Chronograph stellte TAG Heuer auf der Baselworld 2011 vor. Der Chronograph kann Stoppungen auf die Tausendstelsekunde genau messen. Dafür schwingt die Unruh mit enormen 3.600.000 Halbschwingungen pro Stunde. Das System basiert wie beim zuvor vorgestellten TAG Heuer Mikrographen 1/100th auf zwei unabhängigen Räderwerken.

Tag Heuer: Mikrotimer Flying 1000
Mikrotimer Flying 1000: Unglaubliche zehn Runden um das Zifferblatt legt der zentrale grüne Zeiger in einer Sekunde zurück. Hält man ihn an, kann er auf Hundertstel- und Tausendstelsekunden verweisen.

Fakt #4 über TAG Heuer: Das erste mechanische Uhrwerk ohne Spiralfeder

Das »Pendulum Concept« ermöglicht das erste mechanische Uhrwerk ohne Spiralfeder. Diese wird durch eine virtuelle Feder auf Magnetbasis ersetzt. Vier Hochleistungsmagnete mit einer auf komplexen geometrischen Berechnungen basierenden 3D-Steuerung erzeugen ein Magnetfeld, welches das lineare Rückstellmoment für die Unruhschwingungen liefert. Erstmals eingesetzt wird dieses System im Modell TAG Heuer Carrera MicropendulumS. Auch hier handelt es sich um zwei Hemmungssysteme in einem Kaliber, von denen das eine ohne Spiralfeder auskommt. Die Magnetfelder sollen über Jahre hinweg stabil sein.

TAG Heuer: Pendulum Concept
Bisher noch Konzeptuhr: die Pendulum Concept

Fakt #5 über TAG Heuer: Das weltweit günstigste Tourbillon mit Chronograph

Bereits 2015 kündigte Jean-Claude Biver, Uhrenchef des Luxusgüterkonzerns LVMH zu dem auch TAG Heuer gehört, an, dass die Marke ein Tourbillon auf den Markt bringen wird, dass alle bisherigen Preisrekorde brechen wird – und dass im positiven Sinn für den Käufer. Das Modell Carrera Calibre Heuer 2 Tourbillon COSC sollte unter 15.000 Euro kosten. Es blieb nicht bei einer bloßen Ankündigung: das weltweit günstigste Tourbillon mit Chronograph für 14.950 Euro kam zur Baselworld 2016 auf den Markt. Motor des Ganzen ist das chronometerzertifizierte Automatikwerk Heuer-02T, das auf dem hauseigenen Chronographenkaliber CH-80 basiert. Die Monaco V4 gab das Vorbild für das fliegende Tourbillon mit einem Käfig aus Titan und Karbon. TAG Heuer zeigte damit, dass sich die Preisspirale nicht immer nur nach oben drehen muss.

TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 2 Tourbillon COSC
TAG Heuer: Carrera Calibre Heuer 2 Tourbillon COSC

Uhren-Experte Jeff Kingston besuchte TAG Heuer in schweizerischen Chevenez und ließ sich die Chronographen-Produktion zeigen. In dem nachfolgenden Video erklärt er wichtige Produktionsschritte und Funktionsweisen eines Chronographens.

Wie funktioniert ein Chronograph?

Wenn Sie mehr über die Herstellung der feinsten Uhren erfahren möchten, dann folgen Sie unserem YouTube-Kanal IBG Worldwide.
IBG Worldwide ist eine Video-Plattform, die die Herstellung und Funktionsweise anspruchsvoller mechanischer Uhren mit beeindruckenden Impressionen aus den Manufakturen demonstriert.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im August 2016.

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