5 Stile im Uhren-Design

Von klassisch bis retro: Wodurch die Stile sich auszeichnen und welche Uhren typisch sind

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 4. August 2015

Im Geiste stufen wir Uhren ohne großes Überlegen als klassisch, sportlich oder retro ein. Aber meinen wir alle dasselbe? Am leichtesten lassen sich die verschiedenen Designstile an Modellen beschreiben, die möglichst viele stilprägende Elemente in sich vereinen.

Uhren-Design-Stil #1: Klassisch – Patek Philippe Calatrava

Patek Philippe: Calatrava, Referenz 5227G-010
Patek Philippe: Calatrava, Referenz 5227G-010

Klassisch ist, was die Zeiten überdauert, weil es keiner Mode unterliegt. Wer einen Uhrenklassiker gestalten will, darf keinen Strich zu viel ziehen und keiner Modeströmung nachgeben. Ungeachtet dessen können klassische Uhren verschiedene Anforderungen an die Funktionalität erfüllen. So besitzt die Patek Philippe Calatrava mit der Referenz 5227G-010 – dank Automatikwerk 324 S C 390 – einen Sekundenzeiger, Minutenindexe und ein Datum, obwohl diese Elemente zum bloßen Erkennen der Zeit nicht unbedingt nötig sind. Dennoch sieht das Modell aus wie die Essenz einer Armbanduhr. Das Weißgoldmodell mit 39 Millimetern Durchmesser ist für 30.060 Euro erhältlich.

Uhren-Design-Stil #2: Sportlich – Rolex GMT-Master II

Rolex: Oyster Perpetual GMT-Master II
Rolex: Oyster Perpetual GMT-Master II

Sportliches Uhrendesign hat viele Erscheinungsformen, doch immer geht es um ein möglichst markantes, kraftvolles Auftreten. Die wichtigsten Zutaten für eine typische Sportuhr sind kantige Formen und kontrastreiche Anzeigen, oftmals ergänzt durch deutliche Farbakzente. In den meisten Fällen kommt noch eine stattliche Größe hinzu. In letzterer Hinsicht bildet die 40 Millimeter große Rolex Oyster Perpetual GMT-Master II fast schon eine Ausnahme. Ansonsten ist die Ikone, die 2014 eine zweifarbige Keramiklünette erhielt, ein Paradebeispiel für sportliches Uhrendesign. Für den Antrieb sorgt das Automatikwerk Rolex 3186. Der Preis des Weißgoldmodells liegt aktuell bei 33.100 Euro.

Uhren-Design-Stil #3: Technisch – Richard Mille Yohan Blake Limited Edition Monochrome

Richard Mille: Yohan Blake Limited Edition Monochrome
Richard Mille: Yohan Blake Limited Edition Monochrome

Die Richard Mille Tourbillon Yohan Blake Limited Edition Monochrome vereint viele Bestandteile eines betont technischen Designs: spezielle Gehäuseform, einsehbares Werk und komplex gestaltete Einzelteile (hier strebenförmige Brücken statt großflächiger Platinen) – das Handaufzugswerk stammt von Richard Mille und trägt die Bezeichnung UL2. Die Gehäuse- und Werkschrauben mit individuell geformten Köpfen passen ebenfalls ins Bild. Viele technisch gestaltete Uhren besitzen darüber hinaus Ausfräsungen in der Lünette oder den Flanken, die auch an das Ansetzen eines Werkzeugs denken lassen. Das Beispiel von Richard Mille kostet im 50,0 mal 42,7 Millimeter großen Keramikgehäuse 105.000 Euro.

Uhren-Design-Stil #4: Retro – Hamilton Pan Europ

Hamilton: Pan Europ
Hamilton: Pan Europ

Zurzeit legen viele Hersteller konkrete Modelle aus ihrer eigenen Geschichte wieder auf. Dabei greifen sie auf damals typische Gestaltungselemente zurück und kombinieren diese mit aktuellen Merkmalen wie größeren Gehäusen oder modernen Materialien. Eine beliebte Epoche für heutige Re-Editionen ist die Zeit um 1970, aus der auch das Design der Hamilton Pan Europ stammt: Viele Uhren waren damals mehrfarbig (vorzugsweise mit blauen, roten oder orangefarbenen Akzenten) und hatten ovale Gehäuse. Stark gewölbte Deckgläser waren ebenso oft zu finden wie eine besonders geradlinige Zeigerform. Zehn Jahre zuvor hatten Armbanduhren noch ganz anders ausgesehen – und dienen heute ebenfalls als Vorbilder für zahlreiche Retrouhren: Mit flachen, runden Gehäusen und farblich dezenten, niemals überladenen Zifferblättern gaben sich die Jahrgänge um 1960 stets zurückhaltend. Noch einmal 30 Jahre früher herrschte eine extreme Formenvielfalt, die sich aktuell vor allem in rechteckigen und tonneauförmigen Gehäusen, manchmal aber auch in quadratischen, mehreckigen oder kissenförmigen Uhrenschalen niederschlägt. Die Hamilton Pan Europ arbeitet mit dem Automatikwerk H-30, das mit der verlängerten Gangreserve von 80 Stunden eine Modifikation des Eta 2836 ist. Im 42 Millimeter großem Edelstahlgehäuse kostet sie 995 Euro.

Uhren-Design-Stil #5: Funktional – Sinn T1

Sinn: T1 B (EZM 14)
Sinn: T1 B (EZM 14)

Bei manchen Uhren hat der Nutzwert absolute Priorität. Das Design folgt den Ansprüchen an Lesbarkeit und Bedienkomfort, oder besser gesagt: Es ordnet sich diesen unter. Ein perfektes Beispiel ist die neue Taucheruhr T1 (EZM 14) von Sinn. Ihr Zifferblatt bietet starke Kontraste, und alle Anzeigen leuchten im Dunkeln besonders intensiv. Die Zeiger unterscheiden sich stark in Form und Länge, obwohl ähnliche Zeigerformen ein harmonischeres Bild abgeben würden. Die Lünette besitzt breite Kerben, die allein der besseren Griffigkeit dienen. Außerdem trägt der Drehring eine durchgehende Minutenteilung, die zwar funktionale, aber keine gestalterischen Vorteile bringt. Allein der große Uhrendurchmesser von 45 Millimetern erleichtert das Ablesen der Anzeigen und die Bedienung der Drehlünette. Dass eine solche Größe den Tragekomfort im Alltag schmälert, ist zweitrangig, da die Uhr für den Einsatz am Neopren-Ärmel konzipiert wurde. Das Titanmodell mit Automatikwerk Soprod A10-2 hat erst kürzlich ein blaues Zifferblatt bekommen – mehr dazu erfahren Sie hier. Je nach Bandvariante kostet die Sinn T1 zwischen 2.490 Euro und 2.800 Euro.

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