Die kleinen Komplikationen: Das Datum

Weshalb die Datumsanzeige eine 'kleine Komplikationen' ist und welche Varianten zur Auswahl stehen

 Redaktion
von Redaktion
am 30. Juni 2017

Auf der Suche nach einem praktischen Zeitmesser? Eine Uhr mit Datumsanzeige steht uns in zahlreichen Alltagssituationen zur Seite. Funktionen wie diese oder die Anzeige einer zweiten Zeitzone werden zwar als kleine Komplikationen bezeichnet, was in Relation zu Komplikationen wie der Minutenrepetition oder dem ewigen Kalender auch berechtigt ist. Doch gerade die sogenannten kleinen Komplikationen haben ihre praktische Bedeutung.

Erste Uhr mit Fensterdatum: Rolex Oyster Perpetual Datejust von 1945. Der Namenszusatz fehlt auf dem Zifferblatt.
Erste Uhr mit Fensterdatum: Rolex Oyster Perpetual Datejust von 1945. Der Namenszusatz fehlt auf dem Zifferblatt.

Für sie spielt Rolex eine besonders wichtige Rolle, denn die Manufaktur hat im Lauf ihrer Geschichte immer wieder nützliche Zusatzfunktionen erdacht und weiterentwickelt. Aber auch Breitling, IWC oder A. Lange & Söhne haben sich um Datum, Gangreserveanzeige und Co. verdient gemacht. Watchtime.net stellt Ihnen die kleine Komplikation Datum anhand historischer und aktueller Uhren vor.

Das Datum ist die mit Abstand die häufigste Zusatzfunktion von Armbanduhren überhaupt. Doch weil sich die Hersteller fast immer für ein Fensterdatum entscheiden, hat der Uhrenfreund die Vielfalt der möglichen Lösungen meist gar nicht vor Augen. Schon beim herkömmlichen Fensterdatum gibt es Wahlmöglichkeiten: Nutzt man beispielsweise bei einer Uhr mit schwarzem Zifferblatt eine weiße Datumsscheibe, die sich besser ablesen lässt? Oder haben gestalterische Überlegungen zur Folge, dass sich die Designer für eine schwarze, harmonisch ins Zifferblatt integrierte Scheibe entscheiden?

Rolex: Oyster Perpetual Datejust 41
Rolex: Oyster Perpetual Datejust 41, Edelstahl und Weißgold, 8.500 Euro

Etwas unbeholfen erscheinen in diesem Zusammenhang cremefarbene Zifferblätter mit weißem Datum; hier wirkt die abweichende Farbe der Zahlenscheibe oftmals störender als bei echten Kontrastfarben. Eine Vorreiterrolle in Bezug auf das Fensterdatum bei Armbanduhren übernahm Rolex mit der ersten Datejust von 1945. Heute ist diese Funktion in der Uhrenwelt selbstverständlich – und die häufigste Variante der Datumsanzeige.

Welche Form der Datumsanzeige ist die komfortabelste?

Als Alternative kommt das Zeigerdatum in Frage, wenn der Datumszeiger nicht aus der Mitte kommt und die Skala am Zifferblattrand liegt, benötigt der Träger dafür allerdings schärfere Augen. Bei der Junghans Meister Kalender sind nur die ungeraden Ziffern ausgeschrieben, was das Ablesen etwas erleichert.

Junghans: Meister Kalender
Junghans: Meister Kalender, Edelstahl mit PVD-Beschichtung, 2.190 Euro

In Sachen Ablesbarkeit ungeschlagen ist und bleibt die Uhr mit Großdatum. Stilbildend war diese Funktion vor allem bei der sächsischen Manufaktur A. Lange & Söhne: Besonders die legendäre Lange 1, aber auch viele weitere Modelle wären ohne die zwei Fenster sicher nicht so berühmt geworden, wie sie es heute sind. Einerscheibe und Zehnerkreuz der Lange’schen Datumsanzeige stehen in einem minimalen Höhenunterschied zueinander. Um diesen zu verdecken, erscheint das Großdatum in einem Fenster mit Sprosse.

A. Lange & Söhne: Saxonia Monphase
A. Lange & Söhne: Saxonia Monphase, Rotgold, 28.500 Euro

 

Girard-Perregaux wollte auf solch eine Sprosse verzichten und dennoch den Höhenunterschied kaschieren. Daher entwickelte die Schweizer Manufaktur ein Großdatumssystem, bei der die Einerscheibe transparent ist und die Zehnerscheibe überlagert. Das Modell 1966 von Girard Perregaux verfügt über diese Form des Großdatums.

Girard-Perregau: 1966 Großdatum und Mondphase
Girard-Perregau: 1966 Großdatum und Mondphase, Roségold, 19.900 Euro

Ohne Höhenunterschied oder Überlappung der beiden Zahlenkreise kommen die Konstruktionen von Pequignet und Glashütte Original aus. Sie bestehen aus zwei ineinander liegenden Ringen. Dieses System kommt beispielsweise bei der Glashütte Original Senator Excellence zum Einsatz.

Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase
Glashütte Original: Senator Excellence Panoramadatum Mondphase, Rotgold, 21.000 Euro

Zenith wiederum verwendet ein patentiertes Dreischeibendatum. Es ermöglicht in Uhren mit vielen Zusatzfunktionen, die Zahlen im Verhältnis zum Platz im Werk möglichst groß darzustellen. Technisch ist die Lösung relativ einfach: Die Einerstellen sind auf zwei übereinander liegende Scheiben verteilt, von denen die obere nur sechs Ziffern trägt und Ausschnitte besitzt, durch die zu gegebener Zeit die restlichen vier Ziffern zu sehen sind. Weil nicht alle zehn Ziffern auf einer Scheibe Platz haben müssen, können sie größer gedruckt werden. Das Großdatum ist also eine schöne und funktionale Lösung. Ästheten könnten sich lediglich daran stören, dass während der ersten neun Tage jedes Monats eine Null oder eine weiße Fläche auf der ersten Stelle im Fenster erscheint.

Auch eine Uhr mit Datumsanzeige kann unpraktisch sein

Deutlich problematischer als das Großdatum mit seiner ersten Stelle ist jedoch das Datum im vergrößerten Fenster, in dem auch die vorhergehenden und nachfolgenden Tage erscheinen. Hier kann sich der Träger je nach Breite des Fensters ziemlich schwertun, die richtige Zahl zu finden. Zudem wird beispielsweise am 30. April ein nicht vorhandener 31. als Folgetag angezeigt.

Langes Datumsfenster
Ein langes Datumsfenster kann die Lesbarkeit des Datums erschweren.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Januar 2011.

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Weitere Themen unserer Reihe “Uhren-Komplikationen” finden Sie hier:

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