Fliegeruhren

Das klassische Fliegeruhren-Design

 Redaktion
von Redaktion
am 29. August 2016

Eine der erfolgreichsten Uhren-Gattungen überhaupt ist die der Fliegeruhr. Ihre Beliebtheit hat mit ihrem unverkennbaren Design zu tun und dieses wiederum mit ihrer bewegten Geschichte: Als sich der Mensch in die Lüfte erhob, wurden Zeitmesser zum unverzichtbaren Instrument, ein eigener Typus entwickelte sich – die Fliegeruhr.

Hanhart: Chronograph mit einem Drücker aus dem Jahr 1941
Hanhart: Chronograph mit einem Drücker aus dem Jahr 1941

Die Zeiten sind vorbei, in denen jeder Pilot eine spezielle Uhr zur Unterstützung benötigte. Moderne Messinstrumente und nicht zuletzt GPS, das globale Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung, sind heute die erforderlichen Arbeitsmittel. Was aber bleibt, ist der typische Look: Mit ihrem klassischen Design gehört die Fliegeruhr zu den geschätzten Favoriten mancher Uhrenkollektion.

Woran erkennt man eine Fliegeruhr? 10 typische Merkmale finden Sie hier zusammengefasst.

Chronologie: Im kostenlosen Download haben wir die Geschichte der mechanischen Fliegeruhr übersichtlich als Zeitstrahl aufbereitet. Hier können Sie sie herunterladen.

Doch zurück zum Anfang: Der Brasilianer Alberto Santos-Dumont führte Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Versuche mit seinen selbstgebauten Flugzeugen durch. Er soll sich bei seinem Freund und Juwelier Cartier darüber beklagt haben, dass die gewöhnlichen Taschenuhren während eines Fluges kaum ablesbar seien. Daraufhin konstruierte Cartier die heute legendäre Santos. Das Modell ging 1911 in Serie und ist seither fester Bestandteil der Uhrenkollektion.

Die Entwicklung der typischen Fliegeruhren

Im Ersten Weltkrieg hatten Fliegeruhren noch keine Armbänder. Bei ihnen handelte es sich vielmehr um Taschenuhren in einem Lederetui, das am Handgelenk getragen oder im Cockpit befestigt wurde. Zunächst ging es vor allem um die genau ablesbare Zeit, weshalb diese frühen Fliegeruhren mit einer kleinen Sekunde ausgestattet waren.

Ein weiteres Merkmal beschreibt Konrad Knirim: “Die Krone dieser Uhren ist unten angebracht, um die Uhr auch in der Halterung aufziehen zu können.” Knirim, gelernter Maschinenbauingenieur, ist ausgewiesener Kenner von Militäruhren. Als leidenschaftlicher Sammler publiziert er oft zu diesem Thema, hat mittlerweile zwei Bücher herausgebracht und sich intensiv mit Fliegeruhren beschäftigt. So kennt er auch die weiteren Anforderungen, die schon die ersten Piloten an ihre Uhren stellten: Neben der Präzision stand eine gute Ablesbarkeit im Vordergrund. Daher erhielten Fliegeruhren bald schon große Leuchtziffern und -zeiger.

 

Die Fliegeruhr diente im Ersten und Zweiten Weltkrieg vor allem der Orientierung
Die Fliegeruhr diente im Ersten und Zweiten Weltkrieg vor allem der Orientierung

Ebenfalls als praktisch erwies sich der Chronograph, etwa zum Stoppen von sekundengenauen Zwischenzeiten, die der Pilot zum Beispiel für Kurzzeitmessungen im Blind­anflug benötigten. Orientierung gaben dabei Funkleitstrahlen. Dank diesen wusste der Pilot, innerhalb welcher Zeit – die dann mit Hilfe des Chronographen gemessen wurde – er sein Flugzeug auf eine bestimmte Höhe bringen muss. So gewann der Chronograph an Bedeutung unter den Fliegeruhren.

Mehr zu Geschichte und Design der Fliegeruhren lesen Sie auf Seite 2 des Artikels.

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