Weltzeituhr

Die ganze Welt auf einen Blick

 Redaktion
von Redaktion
am 9. Januar 2017

Weltzeituhren sind unerlässliche Reisebegleiter und stellen mit Hilfe einer Städtescheibe die Zeitzonen dar. Heute ist die Erde in 24 Zeitzonen eingeteilt mit je einer Stunde Differenz. Zusätzlich gibt es jedoch Länder die sich auf halbe Stunden und Viertelstunden festgelegt haben.

Städtescheiben für Weltzeituhren

Im Amerika des 18. Jahrhunderts gab es allein 71 verschiedene Zeitzonen. Die jeweils lokale Uhrzeit richtete sich nach dem Sonnenstand. Jede private Eisenbahngesellschaft hatte somit ihre eigene Uhrzeit und das Umsteigen auf langen Reisen von Ost nach West war ein wahres Glücksspiel. Auf der Meridiankonferenz 1884 wurde die Erde dann in 24 ganzstündige Zeitzonen eingeteilt und der Londoner Vorort Greenwich zum Nullmeridian – quasi zur Synchronisationsbasis – erklärt.

Woher kommt die Weltzeit?

Die Längengrade sind bei der Bestimmung der Weltzeit von enormer Bedeutung. Die 360 Grad der Erde werden durch 24, also durch die Anzahl der Stunden eines Tages, geteilt. Das ergibt 15. Innerhalb einer Zone von 15 Längengraden – die den Ländergrenzen angepasst sind – soll also die gleiche Zeit herrschen. Die nächste Zone ist jeweils um eine Stunde verschoben.

Girard-Perregaux: 1966 WW.TC in Rotgold
Die 1966 WW.TC von Girard-Perregaux beherbergt automatische Manufakturkaliber GP03300-0022/0027 mit hauseigenem Weltzeitmodul. Bei der Uhr lassen sich Zeit und Städtering in beide Richtungen verstellen. Die 40 Millimeter große 1966 WW.TC kostet in Roségold mit schwarzem Alligatorlederband 24.300 Euro.

Dafür, die genaue Uhrzeit für die ganze Welt zu ermitteln, ist das Bureau International des Poids et Mesures (BIPM) in Paris seit 1988 zuständig. Dieses bestimmt aus rund 250 Uhren in mehr als 50 Zeitinstituten, zu denen auch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig mit vier Atomuhren gehört, die koordinierte Weltzeit (UTC = coordinated universal time) und damit die Basis des Weltzeitsystems mit den 24 Zeitzonen der Erde. Doch es gibt auch die Sonderfälle, sprich Länder mit halb- und viertelstündlichem Unterschied zu nächsten Zeitzone. Rechnet man diese noch dazu, so gibt es weltweit 37 Zeitzonen: Der Iran beispielsweise liegt dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden und Indien fünfeinhalb Stunden vor der koordinierten Weltzeit. Die Chatham-Inseln bei Neuseeland liegen sogar 12 Stunden und 45 Minuten vor der UTC. Gründe für solche Sonderfälle sind meist die geographische Lage zwischen zwei Zeitzonen oder die politisch-historische Prägung.

Weltkarte

Unser Leben richtet sich im Alltag jedoch weiterhin nach dem Sonnenstand, also nach der Erdrotation. Und die Erde dreht sich nie ganz gleichmäßig. Deshalb wird dafür gesorgt, dass die koordinierte Weltzeit der mittleren Sonnenzeit entspricht. Hierfür werden einfach Schaltsekunden eingefügt. Gemessen wird die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian, der durch das englische Greenwich verläuft.

Wozu ist die Weltzeituhr gut?

Doch diese Feinheiten interessieren uns im Alltag nicht. Viel wichtiger ist für Geschäftsleute und Vielreisende, die genaue Stunde in dem Land zu wissen, in dem der Geschäftspartner sitzt oder in das sie gerade reisen. Herrscht noch Schlafenszeit? Oder ist schon helllichter Tag? Kann der Geschäftspartner in Übersee schon angerufen werden?

Weltzeituhren stellen mit Hilfe einer Städtescheibe alle 24 ganzstündigen Zeitzonen dar. Wird die Uhr einmal richtig eingestellt, so lassen sich damit alle Zeitzonen anzeigen. Über eine Krone oder einen Drücker wird der Ort, der exemplarisch für eine bestimmte Zeitzone steht, ausgewählt. Der 24-Stunden-Zeiger gibt dann die dazu passende Zeit an.

Weltzeituhr mit 37 Zeitzonen

Die Overseas Weltzeituhr von Vacheron Constantin mit dem automatischen Manufakturkaliber 2460 WT kennt alle 37 Zeitzonen, also die 24 in ganstzündigem Abstand plus die halb- und viertelstündigen Abweicher von der koordinierten Weltzeit (UTC). Die Anzeige besteht aus drei Teilen. Die Mitte wird von einer Lambertschen Kegelprojektion der Weltkarte mit Kontinenten und Ozeanen bestimmt; auf einer transparenten, lackierten Scheibe können die Namen der Städte abgelesen werden. Eine dritte, über der Karte liegende Saphirglasscheibe sorgt mit fein abgestuften Rauchfarben für eine Tag-Nacht-Anzeige, die mit der 24-Stunden-Scheibe synchronisiert ist. Das Edelstahlgehäuse ist wasserdicht bis 15 Bar und misst 43,5 Millimeter im Durchmesser und kostet 39.600 Euro.

Die World Time Overseas mit braunem Zifferblatt und Kautschukarmband.
Die World Time Overseas
mit braunem Zifferblatt und Kautschukarmband.

Weltzeituhr mit festsitzendem Städtering

Einfach, aber effektiv hat die Jaeger-LeCoultre das Weltzeitproblem gelöst: In ihrer Geophysic Universal Time arbeitet ein feststehender Städtering mit einem beweglichen 24-Stunden-Ring zusammen. Das automatische Manufakturkaliber 772 erlaubt die Anzeige der 24 ganzstündigen Zeitzonen, deren Referenzstädte am Zifferblattrand abgelesen werden. Der mittlere, 24-Stunden-Ring ist beweglich und wird über die Krone eingestellt.

Jaeger-LeCoultre: Geophysic Universal Time in Rotgold
Jaeger-LeCoultre: Geophysic Universal Time in Rotgold

Weil der Stundenzeiger unabhängig bewegt wird, bleiben die genauen Minuten und Sekunden erhalten, und auch der Stundenring bleibt an Ort und Stelle; seine Aufgabe ist es schließlich, nach wie vor die richtigen Zeiten für alle Zeitzonen auf dem Außenring darzustellen. Ein schönes Detail ist die Sommerzeitkorrektur: Diejenigen Referenzorte, die eine Sommerzeit haben – was nicht für alle Länder der Welt gilt –, sind durch einen Strich mit einem rechts stehenden Sternchen verbunden. Im Sommer kann man die Zeit unter diesem Sterncgeb statt unter dem zugehörigen Städtenamen ablesen und erfährt so, dass es an den betreffenden Orten bereits eine Stunde später ist. Die Uhr kostet 24.400 Euro.

Weltzeituhr mit beweglichem Städtering

Die L.U.C Time Traveler One von Chopard ist die erste Weltzeituhr von Chopard. Im Innern der Uhr arbeitet das chronometerzertifizierte, hauseigene Automatikkaliber L.U.C 01.05-L, das neben den drei Zeitzeigern, einen Datumszeiger mit Pfeilspitze und einen 24-Stunden-Ring antreibt.

Chopard: Weltzeituhr L.U.C Time Traveler One
Chopard: Weltzeituhr L.U.C Time Traveler One

Der 24-Stunden-Ring korrespondiert mit einem Städtering, dessen Referenzorte für die 24 ganzstündigen Standardzeitzonen der Erde stehen. Über die obere Krone lassen sich die Zeiger bewegen, wobei der Stundenring mitläuft, damit nach der Einstellung wieder alle 24 Zeiten korrekt sind. Der Städtering lässt sich über die untere Krone auf einen beliebigen Ort schalten, wobei der Stundenring in Stundenschritten mitspringt. Das komplexe Werk mit 60 Stunden Gangautonomie ist in einem 42 Millimeter großen Gehäuse mit Saphirglasboden untergebracht. Ob Tag oder Nacht herrscht, zeigt der Farbverlauf des Stundenrings an. Die Uhr ist für 9.360 Euro erhältlich.

Welche Weltzeituhren gibt es aktuell? Hier finden Sie die auf Watchtime.net vorgestellten Modelle im Überblick. Wie unterschiedlich die Ansprüche von Uhr zu Uhr sind, zeigen die folgenden fünf Beispiele.

Weltzeituhr #1: Breitling for Bentley B05 Midnight Carbon

Breitling for Bentley: B05 Unitime Midnight Carbon (Front)
Breitling for Bentley: B05 Unitime Midnight Carbon

Die B05 Unitime Midnight Carbon von  Breitling for Bentley wird vom Manufaktur-Automatikkaliber B05 mit 70 Stunden Gangautonomie angetrieben. Die 49 Millimeter große Edelstahluhr mit schwarzer DLC-Beschichtung kostet 13.830 Euro.
Hier erfahren Sie mehr über die Uhr.

Weltzeituhr #2: Glashütte Original Senator Cosmopolite

Glashütte Original: Senator Cosmopolite in Rotgold
Glashütte Original: Senator Cosmopolite in Rotgold
[Foto: René Gaens Fotografie]
Glashütte Original präsentierte zur Baselworld 2015 das neue Manufakturwerk 89-02 mit Automatikaufzug in der Senator Cosmopolite. Die 44 Millimeter große Uhr kostet in Rotgold 36.500 Euro.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Weltzeituhr #3: IWC Pilot’s Watch Timezoner Chronograph

IWC: Pilot's Watch Timezoner Chronograph (Vorderseite)
IWC: Pilot’s Watch Timezoner Chronograph (Vorderseite)

2015 kaufte IWC einen Mechanismus für die Anzeige der Weltzeit von der Marke Vogard, der im Pilot’s Watch Timezoner Chronograph erstmals zum Einsatz kommt. IWC kombiniert den Weltzzeit-Mechanismus mit dem Flyback-Chronographen des IWC-Automatikkalibers 89760. Die 46 Millimeter große Uhr kostet 13.300 Euro.
Hier finden Sie mehr Informationen zur Uhr.

Weltzeituhr #4: Nomos Zürich Weltzeit nachtblau

Nomos: Zürich Weltzeit nachtblau
Nomos: Zürich Weltzeit nachtblau

Die Zürich Weltzeit nachtblau von Nomos Glashütte ist mit dem neuen Swing-System ausgestattet – so wird aus dem Automatikkaliber Xi das DUW 5201. Die Uhr kostet 4.460 Euro. Weitere Informationen finden Sie hier.

Weltzeituhr #5: Tissot Heritage Navigator

Tissot: Heritage Navigator
Tissot: Heritage Navigator

Für die Heritage Navigator (1.435 Euro) von Tissot treibt das chronometerzertifizierte Automatikwerk Eta 2893-3 drei Zeiger und einen Städtering an, dessen 24 Referenzorte sich an 24 Stundenzahlen vorbeidrehen, um die ganzstündigen Zeitzonen der Erde anzuzeigen.
Mehr Informationen zu dieser Uhr und weitere Weltzeit-Modelle finden Sie unter www.watchtime.net/nachrichten/die-top-15-weltzeituhren/.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Mai 2011.

Weitere Themen unserer Reihe “Die kleinen Komplikationen” finden Sie hier:

Wolfgang Salm: Uhrenpreisführer Armband- & Taschenuhr-Chronographen

Ein Preisführer ist für jeden Sammler und Händler ein zwingend notwendiges Instrument. Besonders wenn er wie die vorliegende Ausgabe von einem Autor erarbeitet wurde, der sich seit Jahren mit diesem Buchtypus auseinandersetzt. In seinem „Uhrenpreisführer Armband- & Taschenuhr-Chronographen“ nennt Wolfgang Salm zunächst in einer … » weiterlesen

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