Wie entsteht ein Uhrenarmband aus Metall?

Wie Metallarmbänder gefertigt werden und was sie auszeichnet

 Redaktion
von Redaktion
am 10. September 2016

Wesentlich langlebiger als Lederbänder sind Metallbänder. Favorit ist hier das Edelstahlband. Der mit Stahlveredelungsmitteln wie Chrom oder Mangan legierte rostfreie Edelstahl zeigt sich unempfindlich gegen Wasser und Schweiß. Hin und wieder mit einer Nagelbürste, warmem Wasser und Seife gereinigt, bleibt ein hochwertiges Metallband lange schön. Zudem kann man ein massives Markenband so aufarbeiten lassen, dass es wieder wie neu wirkt.

Die Alternative zu Leder- und Metallarmbändern heißt Kautschuk. Wie ein Uhrenarmband aus Kautschuk entsteht, erfahren Sie hier.

Royal-Oak-Armband
Einzelstück: Bei dem Royal-Oak-Armband von Audemars Piguet gleicht kein Glied dem anderen.

Ein neues Edelstahlband für eine hochwertige Uhr kostet ab etwa 400 Euro bis über 1.500 Euro – je nach Hersteller. Diese Preise sind angesichts der aufwendigen Fertigung gerechtfertigt: Ein massives Band besteht aus vielen verschieden geformten Gliedern, die einzeln hergestellt, bearbeitet und miteinander verbunden werden müssen. Die massiven Teile werden aus dickem Blech ausgestanzt und in Form gepresst, mit CNC-gesteuerten Maschinen ausgefräst oder von Profilstangen abgesägt.

Woran man ein hochwertiges Uhrenarmband aus Metall erkennt

Es gibt also gute Gründe, sich für eine Uhr mit Edelstahlband zu entschließen oder ein Lederband durch ein neues Edelstahlband zu ersetzen. Bei hochwertigen Uhren, so raten Experten, sollte der Uhrenbesitzer dafür den Gang zum Fachhändler antreten und ein Originalband auswählen. Denn kein anderes passt so gut zum Design einer Uhr. Der Anstoß ist nämlich speziell für das jeweilige Modell entworfen, sodass Uhr und Band zu einer Einheit verschmelzen. Beim Royal-Oak-Armband von Audemars Piguet sind die einzelnen Glieder sogar so weit auf das Uhrengehäuse und auf einander abgestimmt, dass jedes von ihnen seine eigene Form hat und somit ein Einzelstück ist.

Bohrungen von Chopard-Edelmetallarmbändern
Bohrungen: Massive Einzelteile von Chopard-Edelmetallarmbändern werden mit Gewinden für die Schrauben versehen.

Wo große Stückzahlen gefertigt werden, sind viele Arbeitsschritte automatisiert. Modernes Folgeverbundwerkzeug sorgt dafür, dass das Rohmaterial in einer einzigen Maschine einige Arbeitsgänge durchläuft und von mehreren Seiten bearbeitet, gefräst und gebohrt wird. Auch bei der Herstellung großer Stückzahlen spielt moderne CNC-Technik eine wichtige Rolle.

Verschrauben von Armbandgliedern
Aufwändige Herstellung: Die einzelnen Armbandglieder werden von Hand verschraubt.

Bei Cartier in La Chaux-de-Fonds hat dies beeindruckende Dimensionen: In einer großen Halle arbeitet ein sündhaft teurer Maschinenpark mit neuesten computergesteuerten Fertigungszentren. Das Ergebnis ist jedoch noch sehr grob: Die Kanten sind scharf und die Oberflächen rau.

Handarbeit für das Uhrenarmband

Zur Reinigung und Verschönerung der Oberflächen startet nun ein extrem aufwändiger Prozess, bei dem weniger die Maschine, sondern vielmehr die ruhige Hand gefordert ist. Zur Veranschaulichung: Um eine Gehäuse-Band-Kombination der Pasha von Cartier fertigzustellen, verlangt es mehr als 20 verschiedene Politur-Operationen mit regelmäßigen Waschvorgängen. Diese Arbeitsprozesse sind teuer: Bei der Bearbeitung von Metallbändern entstehen 40 Prozent der Gesamtkosten durch die Politur.

Politur für das Uhrenarmband aus Metall
Politur für das Uhrenarmband aus Metall

Eine Alternative sind günstiger hergestellte Bänder, die allerdings nicht an den Uhren der großen Luxusmarken zu finden sind. Bei diesen preiswerten Metallbändern bestehen Teilstücke aus gefaltetem Blech, das gestanzt, gepresst und ineinander gerollt ist. Es gibt auch Uhrenbänder, die beides kombinieren: Massive Glieder werden durch gerollte Bleche miteinander verbunden.

Die günstigere Alternative zum Manufaktur-Uhrenarmband

Bei einem prüfenden Blick kann ein solches Band der Ausstrahlung eines hochwertigen Massivbands jedoch nicht standhalten. Genaues Hinsehen ist überhaupt die beste Empfehlung, um Qualität zu erkennen. Am hochwertigsten sind massive, verschraubte Bänder. Dabei sollte jedes einzelne Glied rund mit weichen, perfekten Kanten sein. Das Band soll sich geschmeidig anfühlen, der Verschluss muss funktional, massiv und stabil sein.

Ein Goldelement wird fest mit einer Schließe verschraubt
Drehmoment: Ein Goldelement wird fest mit einer Schließe verschraubt.

Eine ganz andere Variante sind Milanaise-Bänder. Diese sehr dekorativ wirkenden Geflechtarmbänder bestehen aus Drahtspiralen, die ineinander gedreht sind. Ein gutes Milanaiseband erkennt man an einem gleichmäßigen, stabilen und anschmiegsamen Geflecht ohne scharfe Kanten. Wichtig ist auch, dass das Band in der Länge verändert werden kann – meist durch herausnehmbare Glieder neben dem Verschluss.

Wie man ein Uhrenarmband aus Metall kürzt, erfahren Sie in diesem Artikel mit Video.

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