10 extrem robuste Uhren

Stoßsicher, kratzfest, wasserdicht, unterdrucksicher - diese 10 Uhren halten einiges aus

Jens Koch
von Jens Koch
am 22. August 2016

Für Jetpiloten, Sättigungstaucher oder Mitglieder von Sondereinsatzkommandos haben wir die richtige Uhr. Aber auch im Alltag sind Eigenschaften wie kratzfeste Oberflächen, ein Magnetfeldschutz oder druckfeste Gehäuse sinnvoll. Und falls es doch mal hart auf hart kommt, ist man perfekt ausgerüstet.

#1 der robusten Uhren – extrem stoßsicher: Richard Mille RM 27-02 Tourbillon Rafael Nadal

Richard Mille RM 27-02 Tourbillon Rafael Nadal
Richard Mille: RM 27-02 Tourbillon Rafael Nadal

Besondere Hightech-Materialien machen das RM 27-02 Tourbillon Rafael Nadal von Richard Mille zu einer der leichtesten und stoßfestesten Uhren auf dem Markt: Lünette und Boden bestehen aus einem neuartigen Schichtwerkstoff mit Kohlenstoff und Quarzfasern, Gehäusemittelteil und Werkplatine werden zusammen aus neuartigem Schichtkarbon gefräst. Die dreidimensionalen Brücken bestehen aus Grade-5-Aluminium. Das Manufakturkaliber mit Handaufzug wiegt lediglich 3,35 Gramm. Tennisstar Rafael Nadal trägt die ebenso leichte wie robuste Uhr sogar bei Turnieren am Handgelenk, was beim Tennisspielen eine enorme Belastung für den Zeitmesser darstellt. Für 753.000 Euro kann man sich eines der 50 Exemplare, die gebaut werden, umschnallen.

#2 der robusten Uhren – extrem wasserdicht: Rolex Deepsea

Rolex Deepsea D-Blue
© Rolex/Alain Costa
Rolex: Deepsea D-Blue

Die Druckfestigkeit kann eigentlich nicht hoch genug sein. Zwar erreichen selbst Berufstaucher höchstens Tiefen von 300 Metern, aber zum Wasserdruck kommt noch der Druck, der durch die Bewegung entsteht. Außerdem macht eine hohe Druckfestigkeit die Uhr robuster. Rolex baut mit der Deepsea eine Taucheruhr, die dank innovativer Technik eine hohe Druckfestigkeit mit einem tragbaren Gehäuse verbindet. Mit 44 Millimetern Durchmesser und 18 Millimetern Höhe hält die Uhr dem Druck bis 3.900 Meter Wassertiefe stand. Das Gehäuse besteht aus drei Elementen: einem 5,5 Millimeter dicken Saphirglas, einem 3,28 Millimeter dicken Boden aus Titan Grade 5 und einem dazwischen liegenden Innenring aus Biodur-108-Stahl, auf dem beide aufliegen. Diese Materialien verformen sich unter Druck deutlich weniger als der Gehäusestahl, weshalb die Uhr flacher ausfallen kann. Auch das automatische Manufakturkaliber 3135 steht in dem Ruf, extrem robust zu sein. Das Zifferblatt mit Farbverlauf soll an James Camerons Tauchfahrt in den Marianengraben im Jahr 2012 erinnern. Für 11.250 Euro erhält man eine Uhr, die mehr aushält als man selbst.

#3 der robusten Uhren – extrem kratzfest: Panerai Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Ceramica

Panerai: Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Ceramica
Panerai: Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Ceramica

Von harten Oberflächen profitieren nicht nur Extremsportler, sondern wir alle im ganz normalen Alltag. Während das übliche Saphirglas von Uhren mit 2.000 Vickers sehr kratzfest ist, sind Stahlgehäuse empfindlich: Die Vickershärte des meist verwendeten Edelstahls 316L liegt bei circa 220. Das Gehäuse der Panerai Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Ceramica besteht dagegen aus Zirkonoxid-Keramik und ist mit 1.200 Vickers deutlich härter, aber auch etwas bruchempfindlicher als Stahl. Im Innern des 44-Millimeter-Gehäuses arbeitet das Manufakturkaliber P.9001 mit Automatikaufzug. Das Sandwich-Zifferblatt sorgt für gute Ablesbarkeit im Dunkeln. Die kratzfeste Uhr kostet 10.900 Euro.

#4 der robusten Uhren – für extreme Situationen: Breitling Emergency

Breitling: Emergency II
Breitling: Emergency II

Wenn man in unbewohntem Gebiet notlanden muss oder die Segelyacht kentert, hilft eine robuste Uhr auch nicht mehr viel. Wer eine Breitling Emergency trägt, kann in dieser Situation jedoch Hilfe herbeirufen und bei der Ortung helfen: Die Multifunktionsuhr mit chronometergenauem Quarzwerk besitzt auf der Rückseite einen Notfunksender. Im Ernstfall schraubt der Träger einen Sicherheitsknopf auf und zieht die Antenne heraus. Der Mikrosender funkt dann 48 Stunden lang auf der Satellitenfrequenz 406 MHz und der Notpeilfrequenz 121,5 Megahertz. Dabei überträgt die Uhr eine eindeutige Kennung, anhand derer das Rettungszentrum feststellen kann, wer den Notruf sendet, und entsprechend meist auch, nach welcher Art von Fluggerät oder Schiff gesucht werden muss. Ein Suchflugzeug kann die Uhr aus 160 Kilometern Entfernung orten. Die Emergency hat schon über 20 Menschen das Leben gerettet; viele Jetpiloten tragen sie. Das Quarzwerk bietet zahlreiche Funktionen. Die Uhr fällt mit 51 Millimetern Durchmesser sehr markant aus, wiegt aber dank des Titangehäuses nur 140 Gramm. Die zusätzliche Sicherheit kostet 16.900 Euro.

#5 der robusten Uhren – extrem magnetfeldgeschützt: Omega Seamaster Ploprof

Omega: Seamaster PloProf 1200M Sednagold
Omega: Seamaster PloProf 1200M Sednagold

Magnete sind schädlich für Uhren. Teile des Uhrwerks können dauerhaft magnetisch werden, was die Ganggenauigkeit beeinträchtigt. Die unsichtbaren Kräfte lauern auch im Alltag: Sie gehen von Lautsprecherboxen oder Elektromotoren aus. Den besten Schutz davor bietet Omega mit seinen Master genannten Manufakturwerken. Dort sorgen amagnetische Materialen dafür, dass die Uhren trotz Glasböden 15.000 Gauß aushalten. Dass ist 15-mal mehr, als ein Weicheisen-Innengehäuse erreicht. Die neue Omega Seamaster Ploprof besteht aus Titan und misst 48 Millimeter im Durchmesser. Die Keramiklünette wird mit dem auffälligen Drücker auf der rechten Seite gesichert; die Krone schützt ein Bügel, der sich erst beim Aufdrehen der Krone öffnet. Zudem hält die Ploprof bis 1.200 Meter dicht. Die Extremuhr kostet mit Rotgolddetails 14.900 Euro.

#6 der robusten Uhren – extrem salzwasserbeständig: IWC Aquatimer Automatic 2000

IWC: Aquatimer Automatic 2000
IWC: Aquatimer Automatic 2000

Auch Salzwasser ist eine Bedrohung für Uhren, denn bei rostfreiem Stahl kann es zu Lochfraß kommen. Dabei entstehen im Gehäuse kleine Löcher mit größeren dahinter liegenden Höhlen. Bei Stahl wird die Beständigkeit als PRE-Wert (pitting resistance equivalent – Lochfraßbeständigkeit) angegeben. Ein Wert von 32 gilt als meerwasserbeständig; höhere Werte sind besser. Der meist verwendete Gehäusestahl 316L hat einen PRE-Wert von lediglich 24, die Gehäuse sollten nach dem Meerwassereinsatz also auf jeden Fall mit Süßwasser abgespült werden. Rolex verwendet den Stahl 904L, der mit einem PRE-Wert von 35 schon recht salzwasserbeständig ist. Der U-Boot-Stahl, wie ihn Sinn bei den U-Modellen verwendet, kommt sogar auf einen PRE-Wert von 38. Noch besser eignet sich Titan, das völlig salzwasserbeständig ist. Die neue IWC Aquatimer Automatic 2000 mit gelber Leuchtmasse besteht aus Titan, hält bis 2.000 Meter dicht und ist mit automatischem Manufakturkaliber 80.110 für 9.450 Euro zu haben.

#7 der robusten Uhren – extrem unterdrucksicher: Omega Speedmaster

Omega: Speedmaster Professional
Omega: Speedmaster Professional

Während zu großer Druck zur Zerstörung der Uhr führt, kann zu wenig Druck das Gleiche bewirken. Ist der Außendruck viel geringer als der Innendruck, kann das Glas herausgedrückt werden oder sogar explodieren. So ein Druckabfall in einem hoch fliegenden Passagierflugzeug durch einen Defekt tritt etwa 40- bis 50-mal im Jahr auf. Im Weltall ist der Druck noch geringer, es herrscht nahezu ein Vakuum. Als die Apollo-Astronauten vor fast 50 Jahren über den Mond gingen, verließen sie sich auf ihre Omega Speedmaster. Das Modell wird heute noch fast genauso gebaut, auch mit dem inzwischen selten bei Uhren verwendeten Hesalitglas. Es hält zwar Kratzern nicht so gut stand wie Saphirglas, hat aber den Vorteil, dass es bei einem plötzlichen Druckabfall nicht explodieren und so den Träger verletzen kann. Die Omega Speedmaster Professional Moonwatch treibt noch immer das Handaufzugskaliber 1861 an, eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Chronographenwerks. Im 42-Millimeter-Edelstahlgehäuse und mit Edelstahlband kostet die Uhrenlegende 4.300 Euro.

#8 der robusten Uhren – extrem temperaturresistent: Sinn EZM 7 S

Sinn Spezialuhren: EZM 7 S mit Massivband
Sinn Spezialuhren: EZM 7 S

Auch extreme Temperaturen können der Uhr gefährlich werden und sogar zum Stillstand führen. Daher benutzt Sinn bei der EZM 7 S für Feuerwehrleute und bei anderen Modellen ein Spezialöl und achtet auf besondere Toleranzen. Das macht die Uhr im Bereich zwischen –45 und +80 Grad Celsius funktionssicher, was einer Steigerung um 50 Prozent entspricht. Jede einzelne Uhr wird auf diese extremen Temperaturen hin getestet. Die Skalenringe der EZM 7 S sind nach Feuerwehrdienstvorschrift bedruckt und helfen beim Einsatz mit Atemschutzgeräten. Das 43 Millimeter große Edelstahlgehäuse wird gehärtet und mit einer kratzfesten, schwarzen Hartstoffbeschichtung versehen. Eine Trockenhaltetechnik im Innern sorgt dafür, dass das Saphirglas nie beschlägt. Magnetfelder bis 1.000 Gauß hält das Weicheisen-Innengehäuse vom automatischen Eta 2893 fern. Für 2.485 Euro kann man sich mit dem robusten Zeitmesser ausrüsten.

#9 der robusten Uhren – extrem hart im Nehmen: Victorinox I.N.O.X.

Victorinox: I.N.O.X.
Victorinox: I.N.O.X.

Ein Radlader und ein 64 Tonnen schwerer Panzer haben sie überfahren, sie wurde eingefroren und mit einem Brenner wieder freigeschmolzen, sie sauste an der Kufe eines Bobs einen Eiskanal hinab, wurde aus zehn Metern Höhe auf einen Steinboden fallen gelassen und überstand ein zweistündiges 90-Grad-Programm in der Waschmaschine. Das sind nur einige der 130 Tests, die die Victorinox I.N.O.X. über sich ergehen lassen musste. Mit abnehmbarem Schutz aus Silikon und Nylon blieb die 43 Millimeter große Edelstahluhr dabei sogar von Kratzern verschont. Ein Ronda-Quarzwerk sorgt für einen präzisen Gang. Für 489 Euro mit Kautschukband und 629 Euro mit Stahlband kann man mit der I.N.O.X. durch dick und dünn gehen.

#10 der robusten Uhren – extrem leuchtstark: Ball Engineer Hydrocarbon Black

Ball: Engineer Hydrocarbon Black
Ball: Engineer Hydrocarbon Black Leuchtmasse

Eine Uhr für extreme Einsätze muss in jeder Situation schnell ablesbar sein. Bei der Nachtablesbarkeit kommt es auch darauf an, wie lang die Leuchtmasse durchhält. Manche Uhren lassen sich sogar nach acht Stunden noch entziffern. Bei längerer Dunkelheit geht aber auch moderner Superluminova-Leuchtmasse der Atem aus. Anders verhält es sich bei Tritiumgaslichtquellen. Das sind kleine, mit Tritium gefüllte Glasröhren, die innen mit einem Leuchtstoff beschichtet sind, der durch das schwach radioaktive Tritium zum Leuchten gebracht wird. Die Röhrchen strahlen auch nach Jahren in der Dunkelheit noch hell. Besonders beim Militär und in Spezialeinheiten werden Uhren mit Leuchtröhren gerne eingesetzt. Ball kombiniert bei der Engineer Hydrocarbon Black die Technik mit einem Gehäuse aus schwarz DLC-beschichtetem Titan, einer kratzfesten Keramiklünette und einem 5,3 Millimeter dicken Saphirglas.

Ball: Engineer Hydrocarbon Black
Ball: Engineer Hydrocarbon Black

Ein patentiertes System schützt die Krone vor Stößen. Außerdem modifiziert Ball die Stoßsicherung der Unruh, um die Resistenz seiner Uhren gegen Erschütterungen zu steigern. Die Ganggenauigkeit des Sellita-Automatikkalibers SW 200 garantiert ein Chronometerzertifikat. Die 42 Millimeter große Uhr ist bis 300 Meter wasserdicht und kostet mit Kautschukband 4.190 Euro.

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