14 ungewöhnliche Mondphasenuhren

Uhren mit spannenden Mondphasenanzeigen

 Redaktion
von Redaktion
am 15. November 2016

Die Mondphasenanzeige trug in ihrer klassischen Form als stilbildendes Element zur Renaissance der Mechanikuhr in den 1980er-Jahren bei. Nun landen immer mehr ungewöhn­liche Indikationen der Mondphase auf dem Zifferblatt, wie die folgenden Armbanduhren beweisen. Wir zeigen Ihnen 14 besonders spannende Mondphasenuhren in alphabetischer Reihenfolge, bei denen die Hersteller die Anzeige auf unterschiedlichste Art und Weise umsetzen.

Mondphasenuhr #1: A. Lange & Söhne Richard Lange Ewiger Kalender Terraluna

Dreht man die Richard Lange Ewiger ­Kalender Terraluna mit ihren sich überschneidenden Zeitanzeigen um, sieht man eine große astronomische Anzeige. Dabei symbolisiert die Unruh die Sonne. Die Erde dreht sich in 24 Stunden. Der Mond umkreist in 29,5 Tagen die Erde und zeigt gleichzeitig die Mondphase an. Das Werk besteht aus 787 Teilen und baut eine extrem lange Gangautonomie von 14 Tagen auf. Für 218.700 Euro bekommt man die Uhr von A. Lange & Söhne im 45,5-Millimeter-Rotgoldgehäuse.

A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna
A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna
A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna, Rückseite
A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna, Rückseite

Mondphasenuhr #2: Andreas Strehler Lune Exacte

Das Modell Lune Exacte stattet der unabhängige Uhrmacher Andreas Strehler mit der präzisesten Mondphase der Welt aus. In der Regel weichen Mondphasenanzeigen im Laufe der Jahre vom realen Mondalter ab. Das liegt daran, dass bei der klassischen Mondphasenanzeige der Mondzyklus auf 29,5 Tage abgerundet wird. So verlangt die Mondphasenanzeige hin und wieder nach einer Korrektur, die meist durch einen Drücker im Gehäuse vorgenommen wird. Die Mondphasenanzeige von Andreas Strehler hingegen muss erst nach zwei Millionen Jahren korrigiert werden. Diese ungeschlagene Präzision wird noch um eine weitere Besonderheit ergänzt: Die Mondphase der Lune Exacte lässt sich auf drei Stunden genau ablesen und einstellen – dank der Mondaltersanzeige mit Mondnonius bei sechs Uhr. Die Anzeige besteht aus zwei Ringen: Der äußere zeigt das Alter des Mondes in Tagen an. Die roten Markierungen verweisen auf Neu- beziehungsweise Vollmond. Der innere Ring korrespondiert mit dem äußeren Ring und ermöglicht das Ablesen des Mondalters auf drei Stunden genau. Die Weltrekorduhr kostet in Rotgold circa 112.000 Euro, der Preis der Platinversion beträgt 125.000 Euro.

Andreas Strehler: Lune Exacte
Andreas Strehler: Lune Exacte
Andreas Strehler: Mondnonius-Anzeige der Lune Exacte, das Mondalter beträgt hier 5 Tage und 18 Stunden
Andreas Strehler: Mondnonius-Anzeige der Lune Exacte, das Mondalter beträgt hier 5 Tage und 18 Stunden

Mondphasenuhr #3: Antoine Martin Tourbillon Astronomique

Das Tourbillon Astronomique gehört zu den Armbanduhren, die noch einiges über die Zeit und Datumsanzeige hinaus zu bieten haben: So gibt es Indikatoren für Tag-Nacht, Sternzeichen- und Jahreszeiten, Äquation und Sonnenauf- und -untergang, die individuell an den Wohnort des Kunden angepasst wird. Die fotorealistische, große Mondscheibe wird im Laufe der Zeit von einer halbdurchsichtigen Scheibe überdeckt, ­sodass man wie in der Realität den Mond auch bei Halbmond und Neumond noch als rund wahrnehmen kann. Aufgrund der Platzverhältnisse wandert die Scheibe zuerst von oben nach unten, und wenn Neumond erreicht ist, ändert sie ihre Richtung und bewegt sich wieder nach oben. Da man so nicht mehr erkennen kann, ob der Mond abnimmt oder zunimmt, gibt es dafür noch eine Plus-Minus-Anzeige bei der Zwölf. Auf der Rückseite finden sich noch Anzeigen der Sonnendeklination, die angibt, über welchem Teil der Erde die Sonne mittags genau senkrecht steht. Für 449.000 Euro wird die Rotgolduhr von Antoine Martin angefertigt.

Antoine Martin: Tourbillon Astronomique
Antoine Martin: Tourbillon Astronomique

Mondphasenuhr #4: Arnold & Son HM Perpetual Moon

Während bei vielen Armbanduhren der Mondphase nur wenig Platz eingeräumt wird, kommt sie bei der HM Perpetual Moon von Arnold & Son ganz groß raus: Bei Vollmond nimmt der Erdtrabant die gesamte obere Zifferblatthälfte ein. Auf einer 29 Millimeter durchmessenden guillochierten und blau lackierten Scheibe prangen ein elf Millimeter großer goldener Mond mit dreidimensionaler Oberflächenstruktur sowie zahlreiche Sterne. Zudem weicht die Mondphase erst nach 122 Jahren um einen Tag ab. Dank einer genauen Skala auf der Rückseite kann die Anzeige exakt eingestellt werden. Die 42 Millimeter große Herrenuhr mit exklusivem Handaufzugskaliber kostet in Edelstahl 17.500 Euro.

Arnold &?Son: HM Perpetual Moon
Arnold &?Son: HM Perpetual Moon

Mondphasenuhr #5: Blancpain Villeret Karussell Mondphase

Die Villeret Karussell Mondphase kombiniert eine klassische Mondphase mit der Komplikation Karussell. Typisch für die Marke Blancpain, die während der Renaissance der mechanischen Uhr auch die Mondphase wieder populär gemacht hat: das Gesicht auf dem Mond. Das Karussell kompensiert wie das Tourbillon die Auswirkungen der Schwerkraft auf das Gangverhalten. Während aber das Tourbillon durch ein Räderwerk mit dem Federhaus verbunden ist, gibt es beim Karussell gleich zwei Verbindungen: Ein Rad bringt die Energie für den Gang, das zweite kontrolliert die Rotationsgeschwindigkeit des Drehgestells. Das Automatik-Manufakturkaliber 225L tickt in einem Rotgoldgehäuse mit 42 Millimetern Durchmesser. Das Karussell kostet 119.800 Euro.

Blancpain: Villeret Karussell Mondphase
Blancpain: Villeret Karussell Mondphase

Mondphasenuhr #6: Corum Admiral’s Cup AC-One 45 Tides

Wofür ist eine Mondphase eigentlich gut? Corum gibt für Segler mit der Admiral’s Cup AC-One 45 Tides eine verblüffende Antwort: Da die Stärke des Tidenhubs von der Mondphase abhängig ist, gibt es für beides eine kombinierte Anzeige bei der Zwölf. Bei Voll- oder Neumond ist der Tidenhub mit einem Koeffizienten von 95 bis 120 am stärksten; im ersten und letzten Viertel des Mondzyklus sinkt der Wert auf 20 bis 45. Bei sechs Uhr werden mit zwei Pfeilen die Ebbe- und Flutzeiten der nächsten 24 Stunden angezeigt, und in der linken Zifferblatthälfte kann man die Strömungsstärke ablesen. Im Innern des 45-Millimeter-Gehäuses tickt ein Eta 2892 (Automatik) mit exklusivem Dubois-Dépraz-Modul. Der Preis für die Herrenuhr aus Titan: 9.400 Euro.

Corum: Admiral's Cup AC-One 45 Tides
Corum: Admiral’s Cup AC-One 45 Tides

Mondphasenuhr #7: De Bethune Dream Watch 5

Wie ein Raumschiff sieht die spacige Schöpfung Dream Watch 5 der Genfer Hightech-Manufaktur De Bethune aus. Das stromlinienförmige, quer am Armband sitzende Titangehäuse besitzt ein Saphirglasfenster, hinter dem die Stunden und Minuten digital auf Scheiben angezeigt werden. Links davon dreht sich die markentypische ­kugelförmige Mondphasenanzeige, die der Realität viel näher kommt als die sonst üblichen überdeckenden Scheiben. Die Mondphase weicht erst nach 1.112 Jahren um einen vollen Tag von der Realität ab. Unter der Haube tickt das Handaufzugskaliber DB2144 mit Siliziumankerrad. Es läuft nach Vollaufzug ganze fünf Tage. Träumen kann man mit der Dream Watch 5 für 200.000 Schweizer Franken (ohne VAT).

De Bethune: Dream Watch 5
De Bethune: Dream Watch 5

Mondphasenuhr #8: IWC Große Fliegeruhr Perpetual Calendar Top Gun ­Boutique Edition

Die Große Fliegeruhr Perpetual Calendar Top Gun ­Boutique Edition von IWC zeigt sich mit rotem Zifferblattdruck und Zeigern in der gleichen Farbe. Menschen, die südlich des Äquators wohnen, freuen sich über die doppelte Mondphase:?Wie von der südlichen Hemisphäre aus erscheint der Mond auf der Anzeige rechts unten zusätzlich spiegelverkehrt. Eine Flugzeugsilhouette mit den Anfangsbuchstaben verdeutlicht die Zuordnung der beiden Monde. Im 48-Millimeter-Keramikgehäuse arbeitet das Automatik-Manufakturkaliber 51614, das sieben Tage Gangautonomie bietet. Mit roten Anzeigen gibt es die Herrenuhr nur in IWC-Boutiquen für 38.400 Euro.

IWC: Große Fliegeruhr Perpetual Calendar Top Gun Boutique Edition
PHOTOPRESS/IWC
IWC: Große Fliegeruhr Perpetual Calendar Top Gun Boutique Edition

Mondphasenuhr #9: Jaquet Droz Perpetual Calendar Éclipse

Interessant umgesetzt hat auch Jaquet Droz die Mondphasenanzeige bei der Perpetual Calendar Éclipse: Nicht nur die Wochentags- und Datumsanzeige erfolgt retrograd, auch über den Mond bei der Sechs bewegt sich eine Blende, die bei Vollmond wieder zurückspringt. Das Automatik-Kaliber 5853LR.4 ­basiert auf einem Blancpain-Kaliber. Für 55.300 Euro kann man das ungewöhnliche Schauspiel im 43-Millimeter-Rotgoldgehäuse beobachten.

Jaquet Droz: Perpetual Calendar Éclipse
Jaquet Droz: Perpetual Calendar Éclipse

Mondphasenuhr #10: Maîtres du Temps Chapter One Tonneau Transparence Titanium

Das Besondere am Modell Chapter One Tonneau Transparence Titanium von Maîtres du Temps ist, abgesehen von der Anzahl der Komplikationen, die Anzeige der Mondphase und der Wochentage über Zylinder am oberen und unteren Rand des Gehäuses. Die Zylinder bestehen aus eloxiertem Anticorodal, einer speziellen Aluminumlegierung mit Magnesium und Silizium, und bieten daher hohe Stabilität und geringes Gewicht. Der Mondzylinder wird von Hand ­bemalt. Bei dieser Version der Chapter One eröffnet ein ­Saphirglaszifferblatt zudem Einblicke in die exklusive Mechanik. Bei zwölf Uhr liegt der Minutenkreis des Chronographen, seine ­Sekunden stoppt er zentral mithilfe des roten Zeigers. Rechts davon steht die retrograde Datumsanzeige, und ihr gegenüber befindet sich eine ebenso retrograde GMT-Skala. Ein Minutentourbillon ­ergänzt das Bild. Im Innern der Herrenuhr mit Titangehäuse arbeitet das Handaufzugskaliber SHC02.1, das Christophe Claret und Peter Speake-Marin entwickelt haben. Lediglich elf Exemplare werden zum Preis von jeweils 585.000 Schweizer Franken gebaut.

Maitre du Temps: Chapter One Tonneau Transparence Titanium
Maitre du Temps: Chapter One Tonneau Transparence Titanium

Mondphasenuhr #11: Montblanc Star Twin Moonphase

Die Star Twin Moonphase von Montblanc ist die günstigste Mondphasenuhr in dieser Übersicht. Sie gehört zu den Armbanduhren, die eine Mondphasenanzeige und ein Zeigerdatum kombinieren. Die Mondphase wird mittels einer Scheibe so dargestellt, wie man sie von der Nordhalbkugel aus sieht. Für die Bewohner der Südhalbkugel hat der Uhrenhersteller noch eine Anzeige mit Zeigern realisiert, die mit der Scheibe mitläuft. Dabei kann man auf der unteren Skala den Mond spiegelverkehrt sehen, wie er südlich des Äquators erscheint, auf der oberen Skala kann man mehr oder weniger genau das Mondalter, also die Tage, die seit Neumond vergangen sind, ablesen. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das Automatik-Kaliber Sellita SW 300 mit Dubois-Depraz-Modul. Im 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse kostet die Herrenuhr mit doppelter Mondphase 4.590 Euro.

Montblanc: Star Twin Moonphase
Montblanc: Star Twin Moonphase

Mondphasenuhr #12: Ochs und Junior Nebra

Farblich lehnt sich die Nebra, die Mondphasenuhr von Ochs und Junior, an die rund 4.000 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra an. Und fast so lange läuft auch die von Ludwig Oechslin konstruierte Mondphase der Nebra genau: 3.478,27 Jahre. Dabei besteht das Modul für das Automatik-Eta 2824 aus lediglich fünf Teilen. Außerdem stellt die Uhr die Position von Sonne (bei der Zwölf), Erde (Zeigerzentrum) und Mond korrekt dar. Die 31 Löcher dienen als Datumsanzeige. Die Nebra kann man nur in Luzern kaufen. Mit Silbergehäuse kostet die Uhr mit ungewöhnlicher Mondphasenanzeige 13.800 Schweizer Franken, mit Titangehäuse 11.800 Schweizer Franken.

Ochs und Junior: Nebra
Ochs und Junior: Nebra

Mondphasenuhr #13: Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer

Sie hat den Mond schon erobert, nun trägt sie ihn auch auf dem Zifferblatt: Omega präsentiert die Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer in Nachthimmelblau. Die namensgebende Mondphase hebt sich markant vom blauen Zifferblatt ab. Omega verwendet ein hochauflösendes Bild in Schwarz-Weiß, das besonders detailliert Krater und Erhebungen des Erdtrabanten widerspiegelt. Der dahinter verborgene Mechanismus des Automatikkalibers 9904 benötigt in zehn Jahren eine Korrektur. Er arbeitet in einem 44,25 Millimeter großen Edelstahlgehäuse. Die neue Speedmaster kostet 9.300 Euro.

Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer
Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer

Mondphasenuhr #14: Schaumburg Watch Urbanic Double Moon

Schaumburg Watch: Urbanic Double Moon
Schaumburg Watch: Urbanic Double Moon

Bei der Urbanic Double Moon von Schaumburg Watch dominiert die zweifache Mondzyklenanzeige das Zifferblatt. Der Mond wird hier fotorealistisch mit Erdschatten-Simulation aus Sicht beider Erdhalbkugeln angezeigt. Dabei weicht die Anzeige erst nach 122,5 Jahren um gerade mal einen Tag von der astronomischen Wirklichkeit ab. Das verwendete Mondphasenmodul mit Zeigerdatum fertigt die Marke inzwischen selbst. Das Modul sitzt auf dem Basiskaliber Eta 2824 oder – je nach Verfügbarkeit – dem Soprod A10. Wahlweise ist die Urbanic Double Moon mit schwarzem oder blauem Zifferblatt erhältlich. Mondhungrige zahlen für die 45 Millimeter große Edelstahluhr 4.660 Euro.

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im August 2014.

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