14 ungewöhnliche Mondphasenuhren

Von A. Lange & Söhne über IWC und Rolex bis Vacheron Constantin – diese Mondphasenanzeigen sind spektakulär

 Redaktion
von Redaktion
am 23. Mai 2017

Die Mondphasenanzeige trug in ihrer klassischen Form als stilbildendes Element zur Renaissance der Mechanikuhr in den 1980er-Jahren bei. Nun landen immer mehr ungewöhn­liche Indikationen der Mondphase auf dem Zifferblatt, wie die folgenden Armbanduhren beweisen. Wir zeigen Ihnen 14 besonders spannende Mondphasenuhren in alphabetischer Reihenfolge, bei denen die Hersteller die Anzeige auf unterschiedlichste Art und Weise umsetzen.

Mondphasenuhr #1: A. Lange & Söhne Richard Lange Ewiger Kalender Terraluna

A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna
A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna

Dreht man die Richard Lange Ewiger ­Kalender Terraluna mit ihren sich überschneidenden Zeitanzeigen um, sieht man eine große astronomische Anzeige. Dabei symbolisiert die Unruh die Sonne. Die Erde dreht sich in 24 Stunden. Der Mond umkreist in 29,5 Tagen die Erde und zeigt gleichzeitig die Mondphase an. Das Werk besteht aus 787 Teilen und baut eine extrem lange Gangautonomie von 14 Tagen auf. Für 218.700 Euro bekommt man die Uhr von A. Lange & Söhne im 45,5-Millimeter-Rotgoldgehäuse.

A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna, Rückseite
A. Lange & Söhne: Ewiger Kalender Terraluna, Rückseite

Mondphasenuhr #2: Andreas Strehler Lune Exacte

Andreas Strehler: Lune Exacte
Andreas Strehler: Lune Exacte

Das Modell Lune Exacte stattet der unabhängige Uhrmacher Andreas Strehler mit der präzisesten Mondphase der Welt aus. In der Regel weichen Mondphasenanzeigen im Laufe der Jahre vom realen Mondalter ab. Das liegt daran, dass bei der klassischen Mondphasenanzeige der Mondzyklus auf 29,5 Tage abgerundet wird. So verlangt die Mondphasenanzeige hin und wieder nach einer Korrektur, die meist durch einen Drücker im Gehäuse vorgenommen wird. Die Mondphasenanzeige von Andreas Strehler hingegen muss erst nach zwei Millionen Jahren korrigiert werden. Diese ungeschlagene Präzision wird noch um eine weitere Besonderheit ergänzt: Die Mondphase der Lune Exacte lässt sich auf drei Stunden genau ablesen und einstellen – dank der Mondaltersanzeige mit Mondnonius bei sechs Uhr. Die Anzeige besteht aus zwei Ringen: Der äußere zeigt das Alter des Mondes in Tagen an. Die roten Markierungen verweisen auf Neu- beziehungsweise Vollmond. Der innere Ring korrespondiert mit dem äußeren Ring und ermöglicht das Ablesen des Mondalters auf drei Stunden genau. Die Weltrekorduhr kostet in Rotgold circa 112.000 Euro, der Preis der Platinversion beträgt 125.000 Euro.

Andreas Strehler: Mondnonius-Anzeige der Lune Exacte, das Mondalter beträgt hier 5 Tage und 18 Stunden
Andreas Strehler: Mondnonius-Anzeige der Lune Exacte, das Mondalter beträgt hier 5 Tage und 18 Stunden

Mondphasenuhr #3: Blancpain Villeret Karussell Mondphase

Die Villeret Karussell Mondphase kombiniert eine klassische Mondphase mit der Komplikation Karussell. Typisch für die Marke Blancpain, die während der Renaissance der mechanischen Uhr auch die Mondphase wieder populär gemacht hat: das Gesicht auf dem Mond. Das Karussell kompensiert wie das Tourbillon die Auswirkungen der Schwerkraft auf das Gangverhalten. Während aber das Tourbillon durch ein Räderwerk mit dem Federhaus verbunden ist, gibt es beim Karussell gleich zwei Verbindungen: Ein Rad bringt die Energie für den Gang, das zweite kontrolliert die Rotationsgeschwindigkeit des Drehgestells. Das Automatik-Manufakturkaliber 225L tickt in einem Rotgoldgehäuse mit 42 Millimetern Durchmesser. Das Karussell kostet 119.800 Euro.

Blancpain: Villeret Karussell Mondphase
Blancpain: Villeret Karussell Mondphase

Mondphasenuhr #4: Christiaan van der Klaauw Real Moon Joure Horizon

Dreidimensional lässt die niederländische Marke Christiaan van der Klaauw den Mond im Zifferblatt der Real Moon Joure Horizon erscheinen: Eine Kugel dreht sich bei der Sechs um ihre eigene Achse. Erst in 11.000 Jahren soll die Anzeige um einen Tag von der Realität abweichen. Dafür ist ein Automatikwerk von Technotime mit Mondphasen-Modul von Christiaan van der Klaauw verantwortlich, die Kombination trägt die Bezeichnung CVDK7382. Ein von Hand mit Ölfarbe bemaltes Zifferblatt vervollständigt das Schauspiel. Zehn Exemplare der 40 Millimeter großen Edelstahluhr wird es geben, zum Preis von jeweils 32.750 Euro.

Christiaan van der Klaauw: Real Moon Joure Horizon
Christiaan van der Klaauw: Real Moon Joure Horizon

Mondphasenuhr #5: Corum Admiral’s Cup AC-One 45 Tides

Wofür ist eine Mondphase eigentlich gut? Corum gibt für Segler mit der Admiral’s Cup AC-One 45 Tides eine verblüffende Antwort: Da die Stärke des Tidenhubs von der Mondphase abhängig ist, gibt es für beides eine kombinierte Anzeige bei der Zwölf. Bei Voll- oder Neumond ist der Tidenhub mit einem Koeffizienten von 95 bis 120 am stärksten; im ersten und letzten Viertel des Mondzyklus sinkt der Wert auf 20 bis 45. Bei sechs Uhr werden mit zwei Pfeilen die Ebbe- und Flutzeiten der nächsten 24 Stunden angezeigt, und in der linken Zifferblatthälfte kann man die Strömungsstärke ablesen. Im Innern des 45-Millimeter-Gehäuses tickt ein automatisches Eta 2892 mit exklusivem Dubois-Dépraz-Modul. Der Preis für die Herrenuhr aus Titan: 9.400 Euro.

Corum: Admiral's Cup AC-One 45 Tides
Corum: Admiral’s Cup AC-One 45 Tides

Mondphasenuhr #6: De Bethune Dream Watch 5

Wie ein Raumschiff sieht die spacige Schöpfung Dream Watch 5 der Genfer Hightech-Manufaktur De Bethune aus. Das stromlinienförmige, quer am Armband sitzende Titangehäuse besitzt ein Saphirglasfenster, hinter dem die Stunden und Minuten digital auf Scheiben angezeigt werden. Links davon dreht sich die markentypische ­kugelförmige Mondphasenanzeige, die der Realität viel näher kommt als die sonst üblichen überdeckenden Scheiben. Die Mondphase weicht erst nach 1.112 Jahren um einen vollen Tag von der Realität ab. Unter der Haube tickt das Handaufzugskaliber DB2144 mit Siliziumankerrad. Es läuft nach Vollaufzug ganze fünf Tage. Träumen kann man mit der Dream Watch 5 ab 180.000 Schweizer Franken ohne Steuern.

De Bethune: Dream Watch 5
De Bethune: Dream Watch 5

Mondphasenuhr #7: IWC Da Vinci Ewiger Kalender Chronograph

Im Jahr 2017 lässt IWC die Da Vinci zur runden Form und Mondphasenanzeige zurückkehren, die sie bereits in den 1980er-Jahren zeigte. Ebenso wie damals gibt es nun wieder eine Da Vinci Ewiger Kalender Chronograph. Sie arbeitet mit dem Automatikwerk 89360 und einem neuen Modul für den ewigen Kalender. Letzteres ermöglicht es, die Mondphase vom gleichen Hilfszifferblatt abzulesen wie die gestoppte Zeit. In Rotgold kostet die 43 Millimeter große Da Vinci 43.000 Euro, in Edelstahl 32.000 Euro.

IWC: Da Vinci Ewiger Kalender Chronograph
IWC: Da Vinci Ewiger Kalender Chronograph

Mondphasenuhr #8: Jaquet Droz Perpetual Calendar Éclipse

Interessant umgesetzt hat auch Jaquet Droz die Mondphasenanzeige bei der Perpetual Calendar Éclipse: Nicht nur die Wochentags- und Datumsanzeige erfolgt retrograd, auch über den Mond bei der Sechs bewegt sich eine Blende, die bei Vollmond wieder zurückspringt. Das Automatikkaliber 5853LR.4 ­basiert auf einem Blancpain-Werk. Für 55.300 Euro kann man das ungewöhnliche Schauspiel im 43-Millimeter-Rotgoldgehäuse beobachten.

Jaquet Droz: Perpetual Calendar Éclipse
Jaquet Droz: Perpetual Calendar Éclipse

Mondphasenuhr #9: Konstantin Chaykin Joker

Auf den ersten Blick nimmt man die Mondphase der Konstantin Chaykin Joker gar nicht wahr, viel zu sehr ist man mit dem Gesicht dieser Uhr beschäftigt. Auf den zweiten Blick wird klar: Was wie eine Zunge im lachenden Mund aussieht, ist die Scheibe mit dem rotem Mondsymbol im klassisch halbmondförmigen Zifferblattausschnitt. Stunde und Minute zeigt der Joker mit seinen rollenden Augen, also den rotierenden Scheiben mit jeweils einem schwarzen Punkt für die Markierung. Dahinter steckt, ganz alltäglich, das Automatikwerk Eta 2824, allerdings erweitert um ein Modul von Konstantin Chaykin. 7.000 Euro kostet der Spaß.

Konstantin Chaykin: Joker
Konstantin Chaykin: Joker

Mondphasenuhr #10: Maîtres du Temps Chapter One Tonneau Transparence Titanium

Das Besondere am Modell Chapter One Tonneau Transparence Titanium von Maîtres du Temps ist, abgesehen von der Anzahl der Komplikationen, die Anzeige der Mondphase und der Wochentage über Zylinder am oberen und unteren Rand des Gehäuses. Die Zylinder bestehen aus eloxiertem Anticorodal, einer speziellen Aluminumlegierung mit Magnesium und Silizium, und bieten daher hohe Stabilität und geringes Gewicht. Der Mondzylinder wird von Hand ­bemalt. Bei dieser Version der Chapter One eröffnet ein ­Saphirglaszifferblatt zudem Einblicke in die exklusive Mechanik. Bei zwölf Uhr liegt der Minutenkreis des Chronographen, seine ­Sekunden stoppt er zentral mithilfe des roten Zeigers. Rechts davon steht die retrograde Datumsanzeige, und ihr gegenüber befindet sich eine ebenso retrograde GMT-Skala. Ein Minutentourbillon ­ergänzt das Bild. Im Innern der Herrenuhr mit Titangehäuse arbeitet das Handaufzugskaliber SHC02.1, das Christophe Claret und Peter Speake-Marin entwickelt haben. Lediglich elf Exemplare werden zum Preis von jeweils 585.000 Schweizer Franken gebaut.

Maitre du Temps: Chapter One Tonneau Transparence Titanium
Maitre du Temps: Chapter One Tonneau Transparence Titanium

Mondphasenuhr #11: Ochs und Junior Nebra

Farblich lehnt sich die Nebra, die Mondphasenuhr von Ochs und Junior, an die rund 4.000 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra an. Und fast so lange läuft auch die von Ludwig Oechslin konstruierte Mondphase der Nebra genau: 3.478,27 Jahre. Dabei besteht das Modul für das Automatik-Eta 2824 aus lediglich fünf Teilen. Außerdem stellt die Uhr die Position von Sonne (bei der Zwölf), Erde (Zeigerzentrum) und Mond korrekt dar. Die 31 Löcher dienen als Datumsanzeige. Die Nebra kann man nur in Luzern kaufen. Mit Silbergehäuse kostet die Uhr mit ungewöhnlicher Mondphasenanzeige 13.800 Schweizer Franken, mit Titangehäuse 11.800 Schweizer Franken.

Ochs und Junior: Nebra
Ochs und Junior: Nebra

Mondphasenuhr #12: Omega Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer

Sie hat den Mond schon erobert, nun trägt sie ihn auch auf dem Zifferblatt: Omega präsentiert die Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer in Nachthimmelblau. Die namensgebende Mondphase hebt sich markant vom blauen Zifferblatt ab. Omega verwendet ein hochauflösendes Bild in Schwarz-Weiß, das besonders detailliert Krater und Erhebungen des Erdtrabanten widerspiegelt. Der dahinter verborgene Mechanismus des Automatikkalibers 9904 benötigt in zehn Jahren eine Korrektur. Er arbeitet in einem 44,25 Millimeter großen Edelstahlgehäuse. Die Speedmaster kostet 9.300 Euro.

Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer
Omega: Speedmaster Moonphase Chronograph Master Chronometer

Mondphasenuhr #13: Rolex Cellini Moonphase

Eine blau emaillierte Scheibe und Meteoritgestein stellen die Mondphasenanzeige der Rolex Cellini Moonphase dar. Anhand der Position des Mondsymbols im Verhältnis zum feststehenden Pfeil über der Anzeige, liest man den Stand des Mondes ab: Bei Vollmond steht das Symbol direkt unterm Pfeil, bei Neumond sein Gegenüber, die dunkle Mondscheibe. Mit dieser Cellini lanciert Rolex 2017 auch ein neues Kaliber, das Automatikwerk 3195. Der Preis der 39 Millimeter großen Uhr aus Everose-Gold: 24.300 Euro.

Rolex: Cellini Moonphase
Rolex: Cellini Moonphase

Mondphasenuhr #14: Vacheron Constantin Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600

Das große Finale dieser Zusammenstellung obliegt einem extrem komplizierten Einzelstück aus dem Hause Vacheron Constantin: die Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600 bietet insgesamt 23 Anzeigen auf zwei Zifferblättern, die meisten von ihnen sind astronomischer Natur. Zu ihnen gehören eine Präzisionsmondphase inklusive Mondalter, eine Gezeitenanzeige sowie eine dreidimensionale Darstellung von Mond, Erde und Sonne. Nicht weniger als sechs Federhäuser speichern die Energie, die das Handaufzugswerk 3600 für eine Gangreserve von drei Wochen benötigt. Fünf Jahre Entwicklungszeit und zwei Jahre Arbeit am Design stecken in dem Einzelstück aus Weißgold. Eine Information zum Preis hat Vacheron Constantin nicht veröffentlicht, Gerüchten zufolge soll er bei einer Million Schweizer Franken liegen.

Vacheron Constantin: Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600
Vacheron Constantin: Les Cabinotiers Celestia Astronomical Grand Complication 3600 9720C-000G-B281

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im August 2014.

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