3 Fragen an Guillaume de Seynes, Hermès – Baselworld 2015

Der Chairman von La Montre Hermès und Executive Vice President Hermès im Interview

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 2. April 2015

Der Pariser Luxusgüterhersteller Hermès ist bekannt für seine exquisit gearbeiteten Lederwaren und Seidentücher. Aber mit La Montre Hermès besitzt man in der Schweiz auch eine eigene Uhrenfirma, die sich mit den hier ansässigen Herstellern auf Augenhöhe sieht. Das UHREN-MAGAZIN spricht mit dem Chairman Guillaume de Seynes über seine Pläne mit einer neuen Damen- und Herrenkollektion.

Der Executive Vice President von Hermès steuert als Chairman von La Montre Hermès auch das Uhrengeschäft.
Der Executive Vice President von Hermès steuert als Chairman von La Montre Hermès auch das Uhrengeschäft.

UHREN-MAGAZIN: Welche speziellen Wünsche hat der Kunde einer Hermès-Uhr, welche andere Uhrenmarken nicht erfüllen können?

Guillaume de Seynes: Eine schwierige Frage, aber sie ist leicht zu beantworten. Es ist unsere spezielle Kombination aus zwei Kompetenzen. Wir sind zum einen Swiss Made und spielen  – wie andere Hersteller auch – hier auf höchstem uhrmacherischen Niveau. Und zum anderen sind es unser Hermès-Designer in Paris. Sie kommen alle aus der Henri D’Origny-Schule mit deren relativer Einfachheit. Ich nenne das gerne einen “falschen Klassizismus”. Beispielsweise sind die Ziffern verdreht, in der Arceau gibt es verdrehte Elemente, es ist eine spielerische Herangehensweise an das Thema.

UHREN-MAGAZIN: Wie setzen Sie das konkret in Ihrer Kollektion um?

Guillaume de Seynes: Unsere neue Linie Slim d’Hermès ist ein gutes Beispiel. Wer eine runde Uhr mit römischen Ziffern will, der muss zu Patek Philippe gehen. Wer einen seidenen Schal in bester Qualität und schönsten Farben will, der kommt an Hermès nicht vorbei. Wir müssen das Uhrengeschäft in dieser Hinsicht ganz anders anfangen. Unsere neue Linie, die erste übrigens, die unser Designer Philippe Delhotal für Damen und Herren gleichermaßen gestaltet hat, ist einfach, aber speziell. Sie ist extrem klassisch und besitzt ein superflaches Werk aus der Uhrenmanufaktur Vaucher, an der wir 25 Prozent besitzen. In dieser Kollektion bieten wir einen Ewigen Kalender in Roségold für 28.700 Euro an.

Hermès: Slim d’Hermès Ewiger Kalender, mit zweiter Zeitzone und Tag-/Nachtindikation
Hermès: Slim d’Hermès Ewiger Kalender, mit zweiter Zeitzone und Tag-/Nachtindikation

UHREN-MAGAZIN: Das ist für Hermès eine geradezu aggressive Preisgestaltung. Was bewegt Sie dazu?

Guillaume de Seynes: Wir wollen mehr Juweliere für unsere Uhren interessieren. Wir sehen, dass der Abverkauf über unsere eigenen Geschäfte hervorragend ist. Wir eröffnen aber weniger neue Geschäfte, als dass wir die bestehenden renovieren und vergrößern, um auch mehr Platz für unsere Uhren zu bekommen. Das kommt speziell Uhren und Schmuck sehr zu gute. Wir wollen mehr Fachhändler mit ihrer Beratungskompetenz für uns gewinnen. Und wo wir nicht mit eigenen Geschäften vor Ort präsent sind, suchen wir neue, langfristige Partner.

UHREN-MAGAZIN: Herr de Seynes, herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Thomas Wanka, Chefredakteur des UHREN-MAGAZINS.

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