3 Fragen an Omega-Präsident Stephen Urquhart – Baselworld 2015

Das UHREN-MAGAZIN im Gespräch mit Stephen Urquhart, Präsident Omega Watches

Thomas Wanka
von Thomas Wanka
am 26. März 2015
Omega ist in einer Art permanenter technischer Produktoffensive. Mit der Co-Axial-Hemmung hebt man sich seit Jahren von der Konkurrenz ab. Mit der Silizium-Spirale hat man frühzeitig neue Materialien in die mechanische Uhr integriert. Mit dem Master Co-Axial-Kaliber bietet man dem Magnetismus die Stirn und wurde mit dem Goldmedaille Technik der Goldenen Unruh ausgezeichnet. Und mit dem neuen Master Chronometer kürt die Marke ihre Anstrengungen durch ein neues offizielles Zertifikat. Das UHREN-MAGAZIN spricht mit Omega-Präsident Stephen Urquhart über seine Beweggründe.

Der Präsident von Omega über seine Pläne mit dem Master Chronometer.
Der Präsident von Omega über seine Pläne mit dem Master Chronometer.

UHREN-MAGAZIN: Mit der Omega Globemaster haben Sie ein Modell vorgestellt, das einen neuen Standard bei Ihren Werken symbolisiert…
Stephen Urquhart: Wir haben damit eine weite Wegstrecke zurück gelegt und sind sehr stolz darauf. Denn 2013 waren wir noch auf einem sehr frühen Stand mit diesem Projekt. As wir damals eine Uhr vorstellten, welche 15.000 Gaus widerstand, war es noch relativ einfach. Wir hatten eine Uhr, eine Seamaster Aqua Terra, eine Aussage und das war es. Mit der Master Co-Axial-Technologie war es dann schon schwieriger zu kommunizieren, worum es uns dabei geht. Aber jetzt, mit der unabhängigen Prüfung durch die METAS, dem schweizerische meteorologische Institut, wurde es klarer. Und mit dem neuen Master Chronometer ist es jetzt ein neuer Standard.

Das meteorologische Institut Metas stellt das Master Chronometer Zertifikat aus.
Das meteorologische Institut Metas stellt das Master Chronometer Zertifikat aus.

Wie aufwändig ist die Master-Chronometer-Prüfung und wird sie zum Standard in Ihrer gesamten Kollektion werden?
Das ist ein sehr aufwändiger Prozess. Wir liefern ja wie bisher alle Werke an die COSC. Bekanntermaßen handelt sich dabei nur um das Werk, das mit einem Arbeitszifferblatt versehen ist. Diese geht dann 15 Tage in die Prüfung. Danach kommt es zu uns, wird eingeschalt, und dann kommt die Prüfung als Master Chronometer mit den acht zusätzlichen Kriterien:

  • Erstens die Funktion des Uhrwerks unter Einfluss eines Magnetfelds von 15.000 Gauss,
  • zweitens die Abweichung der Gangdauer der Uhr in sechs Lagen,
  • drittens die Abweichung der Gangdauer der Uhr zwischen einer Gangreserve von 0 und 2/3,
  • viertens die Funktion der Uhr unter Einfluss eines Magnetfelds von 15.000 Gauss,
  • fünftens die Abweichung der durchschnittlichen täglichen Präzision der Uhr, nachdem sie einem Magnetfeld von 15.000 Gauss ausgesetzt war,
  • sechstens die durchschnittliche tägliche Präzision der Uhr in Tests, die tägliche Tragebedingungen widerspiegeln (sechs Lagen, zwei Temperaturen),
  • siebtens die Gangreserve der Uhr (Autonom – Funktionsfähigkeit ohne Aufzug) und
  • achtens die Wasserdichtigkeit der Uhr (Prüfung in Wasser).

Darum hat die Globemaster die Abbildung einer Sternwarte, umgeben mit acht Sternen auf der Rückseite für die insgesamt acht Prüfungen. Die nächste Kollektion werden die Omega DeVille Hour Vision und die Seamaster PloProf sein und bis 2020 werden alle Omega-Chronometer diesem Master-Standard entsprechen.

Die Globemaster ist das erste Uhrenmodell, welches ein Master Chronometer Zertifikat besitzt.
Die Globemaster ist das erste Uhrenmodell, welches ein Master Chronometer Zertifikat besitzt.

Ist es ein Vorteil für den Kunden, wenn er eine noch genauer gehende mechanische Uhr mit Zertifikat besitzt?
Präzision ist nicht das Thema. Antimagnetismus ist es, und das ist für uns ein voller Erfolg. Die Hälfte aller Uhren, welche bei uns wegen Gangauffälligkeiten in die Revision kommen, erweisen sich bei der ersten Prüfung als magnetisiert. Und die Magneteinflüsse in unserem Alltag nehmen durch die Elektronik immer mehr zu, das ist ein Riesenthema. Wenn der Kunde keine Gangabweichung an seiner Uhr erkennt, wird er dadurch auch geringere Wartungskosten haben. Denn wir geben keine sture zeitliche Empfehlung, wann die Uhr zur Revision soll. Ich halte mich an den schönen Spruch: Was nicht kaputt ist, soll man nicht reparieren.

UHREN-MAGAZIN: Herr Urquhart, herzlichen Dank für das Gespräch.
Die Fragen stellte Thomas Wanka

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