5 Smartwatches der Luxusuhrenhersteller

Smarte Uhren von Breitling, Montblanc, TAG Heuer & Co

 Redaktion
von Redaktion
am 25. April 2017

Die Uhr mit Verbindung nach außen: Das Thema Smartwatch oder Connected Watch beschäftigt die Schweizer Uhrenindustrie, seit Apple im März 2015 seine erste Watch vorstellte. Während viele Hersteller nach wie vor noch auf Distanz zu dem Thema gehen, haben sich einige Luxusuhrenanbieter damit auseinander gesetzt. Während die Apple Watch weniger eine eigentliche Uhr ist als vielmehr eine am Handgelenk getragene Erweiterung des iPhone, verknüpfen die Uhrenmarken originäre Uhren mit smarter Technologie, um darüber eine Verbindung zum Smartphone herzustellen. Der Kunde erhält dabei beides: eine Uhr und ein technisches Gerät.

Smartwatch #1: Bulgari Diagono E-Magnesium

Bulgari: Diagono E-Magnesium
Bulgari: Diagono E-Magnesium

Bulgari stellte zur Baselworld 2015 mit der Diagono E-Magnesium eine Konzeptuhr vor, die als klassische, hochwertige Mechanikuhr daherkam. In sie lässt sich ein Mikroprozessor einbauen, der zunächst einmal als Schlüssel für eine Sicherheitssoftwarre dient. Der Chip identifiziert den Träger der Uhr als einzig Zugangsberechtigten zum persönlichen Account bei der Smartphone-App „Bulgari Vault” (für iOS und Android). Über diese App kann man sensible persönliche Daten wie Kreditkartennummern, Bankdaten, Passwörter, aber auch ganz Dokumente speichern. Die Technologie liefert das auf Sicherheitstechnologie spezialisierte schweizerische Unternehmen WISeKey. Würde man das Handy irgendwie liegen lassen, bestünde ohne smarte Uhr die Gefahr, dass ein Fremder den Zugang knackt. So aber dient die eigene Uhr zur Identifizierung, indem die Uhr ganz nah an das Smartphone gehalten wird. Über NFC erfolgt die Verbindung und die App kann gestartet werden. Auch das Öffnen von Türen ist über diese Technik denkbar. Wie der Chip in die Uhr integriert ist, verrät Bulgari nicht. Jedenfalls soll er keinen Einfluss auf die Mechanik der Uhr haben; man kann sie genauso gut tragen, ohne den Chip zu nutzen.
Auf der Baselworld 2015 hieß es, dass die Diagono E-Magnesium innerhalb eines Jahres lanciert werden sollte. Bislang ist sie jedoch noch nicht käuflich zu erwerben. Dennoch hier noch die Fakten zu der Uhr: Das 41-Millimeter-Gehäuse besteht aus einer Kombination von Edelstahl, Keramik für die Lünette sowie Magnesium und dem thermoplastischen und temperaturbeständigen Kunststoff PEEK (Polyetheretherketon) für das Mittelteil. Sie soll rund 5.000 Euro kosten. Derzeit gibt es bereits eine Diagono Magnesium ohne eingebauten Chip: Sie sieht von außen genauso aus, kommt in mehreren Farbvarianten und kostet 3.900 Euro.

Smartwatch #2: Frédérique Constant und Alpina Horological Smartwatch

Frédérique Constant: Horological Smartwatch
Ganz Uhr: Die Horological Smartwatch von Frédérique Constant

Einen ganz anderen Ansatz als Bulgari wählten Alpina und Frédérique Constant. Die Manufakturen wurden 2016 von Aletta und Peter Stas an den Citizen-Konzern verkauft. Zuvor lancierte das Unternehmer-Ehepaar aber noch die Horological Smartwatch für Frédérique Constant und Alpina. Im Gegensatz zur Bulgari werden diese Smartwatches von einem Quarzwerk angetrieben und dienen außerdem als Interface zum Smartphone. Dabei synchronisieren sich die Uhren selbstständig mit der entsprechenden App fürs iPhone oder für ein Android-Smartphone. Allerdings verzichten Frédérique Constant und Alpina auf ein digitales Display; die Zifferblätter sehen aus wie die einer ganz normalen Uhr. Zwei analoge Zeiger bei der Sechs zeigen gesundheitlich relevante Werte wie die Dauer und Tiefe des Schlafs und die Zahl der getanen Schritte an.2017 lancierten die beiden Schweizer Marken eine zweite Generation von smarten Uhren. Diese bieten zusätzliche Funktionen, was auch zu neuen Zifferblättern führte. Die Aktivitäts- und Schlafskala befindet sich nun auf einem Ring um die Zifferblattmitte; per Knopfdruck ruft der Träger die gewünschte Funktion auf, und während der Minutenzeiger auf das passende Symbol am Zifferblattrand wandert, zeigt der Stundenzeiger den erreichten Wert auf der Skala an. Neu sind die sogenannten “Smart Notifications”: Nach Voreinstellung in der App auf dem Smartphone informiert die Uhr mittels Vibration und Bewegung beider Zeiger auf die Position der Zehn oder der Zwei über eingehende Textnachrichten und Anrufe.

Die neue Alpina Seastrong Horological Smartwatch bietet eine Wasserdichtheit von bis zu 100 Metern.
Die neue Alpina Seastrong Horological Smartwatch bietet eine Wasserdichtheit von bis zu 10 Bar

Dank der energiesparenden Verbindung via Bluetooth kann statt eines Akkus eine Batterie eingesetzt werden. Diese hat eine Laufzeit von zwei Jahren. In einem 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse kostet die Horological Smartwatch von Frédérique Constant 795 Euro. Ein Damenmodell in 34 Millimetern Größe kostet rund 650 Euro. Bei Alpina heißt die neueste Version Seastrong Horological Smartwatch. Diese Smartwatch besitzt ein Gehäuse aus Glasfaser mit einem Durchmesser von 44 Millimetern, das bis zehn Bar wasserdicht bleibt. Typisch für eine Taucheruhr trägt die smarte Seastrong eine einseitig drehbare Lünette mit 60-Minuten-Skalierung. Das schwarze Zifferblatt mit den nachleuchtenden Punkten, Strichen und Zeigern folgt dem Design der Seastrong Diver Automatic. Mit einem Preis von 595 Euro liegt Alpina nur wenig über den Angeboten von Modemarken und deutlich unter denen der anderen traditionellen Uhrenproduzenten. Das Damenmodell kostet 695 Euro.
Als Partner für die smarte Technologie gewann Peter Stas das kalifornische Unternehmen Fullpower, dessen Plattform MotionX die Funktionen steuert. Gemeinsam mit Fullpower haben Peter Stas und seine Frau Aletta das in der Schweiz ansässige Joint Venture MMT gegründet, das Uhrwerkmodule mit MotionX-Technologie auch an andere Hersteller verkauft. Zu den ersten Käufern gehören die Schweizer Marke Mondaine und Michel Herbelin.

Smartwatch #3: Breitling Exospace B55

Exospace B55: Den Smartchronographen betrachtet Breitling als Instrument für die Luftfahrtprofis der Zukunft.
Exospace B55: Den Smartchronographen betrachtet Breitling als Instrument für die Luftfahrtprofis der Zukunft

Breitling definiert den Begriff Connected Watch andersherum, als man ihn gewöhnlich versteht. Die auf der Baselworld 2015 vorgestellte Exospace B55 (damals noch als Konzeptuhr unter dem Namen B55 Connected) soll nicht wie bei einer Smartwatch die Verlängerung des Handys sein, sondern die beiden Geräte sollen sich gegenseitig unterstützen. Über das Handy kann man die Funktionen der Uhr leichter einstellen. Ausgangspunkt für die Exospace B55 war die 2014 vorgestellte Multifunktionsuhr Cockpit B-50 mit analoger und digitaler Anzeige. So bietet die Exospace B55 unter anderem eine Chronographenfunktion, einen Countdown mit Langzeitmesser, zwei Alarme, eine zweite Zonenzeit und eine Geschwindigkeitsanzeige; für Piloten berechnet die Uhr Start-, Lande- und Flugzeit. Umgekehrt lassen sich die Messergebnisse, wie etwa die Flugzeit, von der Uhr auf das Smartphone herunterladen, um sie dort zu speichern und zu versenden. Die Exospace B55 zeigt aber auch an, wenn E-Mails oder Nachrichten eingehen oder wenn Termine anstehen. Für die Verbindung zum Handy hat Breitling eine Keramikantenne und einen Chip eingebaut und nutzt Low-Energy-Bluetooth. Einmal vollständig aufgeladen, soll die smarte Uhr mehr als einen Monat lang funktionieren. Das Gehäuse der Uhr besteht aus schwarzem Titan, bleibt bis 100 Meter wasserdicht und misst 46 Millimeter im Durchmesser. Die Exospace B55 wird zum Beispiel an einem Kautschukband für 8.060 Euro ausgeliefert.

Smartwatch #4: TAG Heuer Connected Modular 45 und Montblanc Summit

Eine der ersten Smartwatches eines Schweizer Luxusuhrenherstellers: Die TAG Heuer Connected
Eine der ersten Smartwatches eines Schweizer Luxusuhrenherstellers: Die TAG Heuer Connected

TAG Heuer war der erste Schweizer Luxusuhrenhersteller, der eine Smartwatch im eigentlichen Sinne anbot. 2015 kam die Connected auf den Markt, 2017 folgte die Connected Modular 45. Und auch Montblanc mischt seit Kurzem auf dem Smartwatch-Markt mit. Kurz vor der Baselworld 2017 stellte das Schweizer Unternehmen seine Summit vor. Technisch gesehen bieten sowohl Montblanc als auch TAG Heuer Ähnliches wie Apple und Co, da beide mit dem Betriebssystem Android Wear 2.0 arbeiten. Unterschiede gibt es in den vorinstallierten Apps auf den smarten Uhren, die sich an das jeweilige Markenprofil anpassen. So gibt es bei der Connected vom Chronographen-Spezialisten TAG Heuer eine Vielzahl an Zeitmess-Optionen wie Stoppuhr, Timer oder Alarm. Die Montblanc Summit punktet mit einer eigenen Worldtimer-App mit Tag-Nacht-Anzeige sowie dem bereits installierten Foursquare City Guide. Montblanc wendet sich mit seiner Summit dadurch vor allem an Geschäftsmänner, die auch viel auf Reisen sind. Demnach sieht die Uhr auch weniger sportlich und mehr klassisch-elegant mit einem gewissen Retro-Touch aus. Das Gehäusedesign folgt der mechanischen Uhrenkollektion 1858. Der Drücker hat die Form einer klassischen Aufzugskrone und auch die vorinstallierten „Watchfaces“ (digitalen Zifferblätter) mit den skelettierten Birnenzeigern und dem aus der Firmenhistorie inspirierten Logo sind von der 1858-Kollektion inspiriert. Die Summit gibt es mit einem polierten Edelstahlgehäuse (ab 890 Euro), in Titan (ab 980 Euro) oder aus schwarz beschichtetem Edelstahl (ab 890 Euro).

Montblanc Summit: die erste Smartwatch von Montblanc
Montblanc Summit: die erste Smartwatch von Montblanc

Die TAG Heuer Connected und die Connected Modular 45 sind mit einem Preis ab 1.400 Euro deutlich teurer. Die Modular 45 trägt ihre Größe schon im Modellnamen, die Connected ist einen Millimeter größer. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden smarten Uhren liegt im flexiblen Wechselsystem der Modular 45. Zu dem Gehäusekorpus aus Titan kann der Kunde Bänder, Schließen und Bandanstöße nach Belieben auswechseln. Dabei bietet TAG Heuer eine große Auswahl an Materialien an. Auch für die Lünette und den Gehäusemittelteil stehen diverse Optiken zur Verfügung. Der eigentlich Clou der Modular 45 ist aber, dass der Kunde den Gehäusekorpus mit dem Connected-Modul auch gegen einen Korpus mit mechanischem Modul wechseln kann. So will TAG Heuer eine besondere Brücke zwischen Technologie und traditioneller Uhrmacherei schlagen. Die Schweizer Marke lässt sich das aber auch etwas kosten: Die Modular 45 kostet zwischen 1.400 Euro und 5.300 Euro – ohne zusätzlichem mechanischen Modul. Dieses kostet als Dreizeigerversion noch einmal 1.600 Euro oben drauf. Die Connected in 46 Millimetern bietet ein Gehäuse aus Titan mit beschichteter Lünette und kombiniert dazu ein farbiges Kautschukband (1.400 Euro) oder ein Titan-Gliederband für 1.600 Euro. Die teuerste Version für 9.300 Euro ist Roségold beschichtet und wird an einem Lederband getragen.

TAG Heuer: Modular 45 am Handgelenk
TAG Heuer: Modular 45 am Handgelenk

Smartwatch #5: Montblanc und Frédérique Constant E-Strap

Montblanc: E-Strap
Montblanc: E-Strap

Bevor Montblanc 2017 eine Smartwatch auf den Markt brachte, verfolgte die Schweizer Manufaktur noch einen ganz anderen Ansatz: Keine Uhr, sondern ein spezieller Zusatz für das Armband stellt eine Bluetooth-Verbindung zu einem (Android- oder iOS-)Smartphone her. Das E-Strap genannte Band wurde im Januar 2015 vorgestellt. Vorerst konnte es nur in Kombination mit einer Montblanc-Uhr gekauft werden, mittlerweile gibt es das E-Strap auch einzeln für 295 Euro. Es verfügt über ein elektronisches Modul sowie ein Display, von dem sich Kurzmitteilungen wie SMS oder die Vorschau auf eine eingegangene E-Mail ablesen lassen. Durch Vibration erinnert der Activity Tracker den Träger daran, sich wieder mehr zu bewegen und das berührungssensible Display erlaubt es zum Beispiel, die Kamerafunktion des Smartphones zu steuern.

Frédérique Constant: E-Strap in Roségold
Frédérique Constant: E-Strap in Roségold

Auch Frédérique Constant hat 2017 ein E-Strap auf den Markt gebracht. Dieses Modul fällt deutlich kleiner und unauffälliger aus als bei Montblanc, da es direkt unterhalb der Armbandschließe sitzt und beim geschlossenen Band unter diesem verschwindet. Dafür ist aber auch der Funktionsumfang eingeschränkt. Wie ein Fitness-Armband zeichnet es Aktivitäten bei Tag und Nacht auf und erinnert den Nutzer regelmäßig daran, sich zu bewegen. Frédérique Constant hat das smarte Modul in ein Lederband mit einer Bandanstoßbreite von 20 Millimetern integriert – je nach Band- und Schließenmaterial liegt der Preis zwischen 229 Euro und 249 Euro.
IWC kündigte 2015 ein smartes Armband namens IWC Connect an. Dieses kann sich mit dem Smartphone verbinden und soll mit dem Internet der Dinge vernetzte Geräte steuern können. Bislang gibt es das Connect-Band noch nicht zu kaufen. IWC gibt an, derzeit an einer neuen Version zu arbeiten.

Eterna: Super KonTiki Chronograph – Baselworld 2016

Mit dem ersten Flyback-Chronographen setzt die Eterna in der neuen Super KonTiki eine Reise fort, die vor fast 60 Jahren begonnen hat. Die Uhr zum neuen eigenen Kaliber wird auf der Baselworld 2016 vorgestellt. Als Hommage an ihre lange Geschichte bleibt auch der neue Super KonTiki Chronograph dem Design der … » weiterlesen

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