7 Uhren, die für echtes Understatement stehen

Uhren und ihr verborgener Luxusanspruch

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 11. Januar 2017

Bescheidenheit ist keine Pflicht, aber eine Tugend. Für viele Menschen ist Understatement eine Lebenseinstellung – egal ob beim Auto oder der Uhr. Wer sich bescheiden gibt, erweckt keinen Neid beim Gegenüber und vermeidet Konkurrenzdenken unter den eigenen Freunden. So mancher profitiert sogar beruflich von solch vornehmer Zurückhaltung: Politiker wirken ohne teure Accessoires nahbarer; ein Vertreter oder Unternehmensberater genießt mehr Vertrauen, wenn er nicht den Eindruck erweckt, sich am Kunden zu bereichern; und der Chef eines produzierenden Unternehmens kommt bei seinen Mitarbeitern besser an, wenn er nicht in Samt und Seide durch die Fabrik flaniert. Besonders Männer zeigen Stil, wenn die Herrenuhr zur Kleidung, sprich zum Anzug, zum Gürtel und zu den Schuhen passt. Der Mann, der auf Understatement setzt, bevorzugt bei der Armbanduhr ein dezentes Design und hochwertige Materialien – es geht ihm nicht darum, mit einem Status-Symbol zu protzen. Die Armbanduhr soll vielmehr die eigene Persönlichkeit unterstreichen und von Qualität zeugen.

Wer bescheiden auftreten, aber dennoch nicht auf hochwertige Uhren am Handgelenk verzichten will, kann verschiedene Wege einschlagen. Die folgenden 7 Armbanduhren verbergen ihren Luxusanspruch dem flüchtigen Betrachter – und offenbaren ihn in erster Linie dem Träger. Sie begeistern nicht die anderen, sondern denjenigen, der sich aktiv für das tickende Stück Bescheidenheit entschieden hat. Im Grunde bieten sie den höchsten denkbaren Luxus: einen Luxus, der nur für die eigene Persönlichkeit bestimmt ist.

Uhr #1, die für Understatement steht: Omega Globemaster Constellation Co-Axial Chronometer

Omega: Globemaster Constellation Co-Axial Chronometer in Platin
Omega: Globemaster Constellation Co-Axial Chronometer in Platin

Helle Edelmetalle wie Weißgold, Platin oder auch Palladium lassen sich bei flüchtigem Hinsehen nur schwer von Stahl unterscheiden. Damit sind sie eine der extremsten Formen des Understatements im Uhrenmarkt – und gleichzeitig die häufigste. Der Aufpreis von einem Stahl- zum entsprechenden Weißgoldmodell beträgt bei den einschlägigen Manufakturen mindestens 8.000 Euro, oftmals weit mehr. Noch drastischer wird der Unterschied bei einem Platingehäuse. Der Preis kann sich also durch das Material vervielfachen – und das, ohne dass der Unterschied sofort erkennbar wäre. Wie zum Beispiel bei der 36.700 Euro teuren Omega Globemaster Constellation Co-Axial Chronometer. Dieses Modell ist auf 352 Exemplare limitiert. Die Edelstahlvariante kostet 5.900 Euro.

Uhr #2, die für Understatement steht: Patek Philippe Calatrava Referenz 5227

Patek Philippe Calatrava Referenz 5227
Patek Philippe Calatrava Referenz 5227, Roségold

Es gibt klassische, oftmals historisch inspirierte Designs, die von vielen Herstellern genutzt werden und deshalb nicht eindeutig auf eine bestimmte Marke schließen lassen. Hier finden Understatement-Liebhaber eine weitere Möglichkeit zur stillen Freude am Luxus: Wer eine dezente Uhr aus dem kleinen Kreis der Topmanufakturen trägt, die aufgrund allgemein bewährter Designelemente theoretisch auch von einer weniger berühmten Marke stammen könnte, zeigt sich bescheiden. Die Calatrava von Patek Philippe ist ein echter Klassiker und kostet in Roségold mit Lederarmband 31.220 Euro.

Uhr #3, die für Understatement steht: Arnold & Son HMS1

Arnold & Son: HMS1 in Weißgold
Arnold & Son: HMS1 in Weißgold

Das genaue Gegenteil der unerkannten Topmarke ist die unbekannte Topmarke. Hier entscheidet sich der Träger für einen exklusiven, anspruchsvollen und durchaus ähnlich teuren Hersteller, der jedoch nur einem überschaubaren Kreis von Kennern ein Begriff ist. Er trägt also Arnold & Son (das gezeigte Modell kostet in Weißgold 16.900 Euro) statt A. Lange & Söhne – wohl wissend, dass das Gegenüber die Güte des teuren tickenden Begleiters nicht unbedingt einschätzen kann.

Uhr #4, die für Understatement steht: Jaeger-LeCoultre Reverso Tribute Duoface

Jaeger-LeCoultre: Reverso Tribute Duoface
Jaeger-LeCoultre: Reverso Tribute Duoface

Zum 85-jährigen Bestehen der Reverso 2016 überarbeitete Jaeger-LeCoultre die Kollektion und unterteilte sie in drei Familien: Reverso Classic, Reverso One und Reverso Tribute. Die Tribute ist vom Design der Urmodelle aus den 1930er-Jahren inspiriert: Auf den ersten Blick eine schlichte eckige Uhr, nutzt sie ihr Wendegehäuse für die Anzeige von zwei Zeitzonen auf zwei Zifferblättern. Das vordere Zifferblatt ist hell gestaltet und verfügt über eine kleine Sekunde bei der Sechs. Das Gehäuse kann seitlich herausgeschoben und gedreht werden. So liegt die zweite Seite offen dar. Dort erscheint auf einem blauen Blatt die zweite Zeitzone mit 24-Stunden-Anzeige bei der Sechs. Im Inneren des 42,9 mal 25,5 Millimeter großen Edelstahlgehäuses arbeitet das hauseigene Handaufzugskaliber 854A/2. So kostet die Reverso Tribute Duoface 11.300 Euro.

Uhr #5, die für Understatement steht: Panerai Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio mit zweiter Zeitzone

Panerai Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio
Panerai Luminor 1950 3 Days GMT Automatic Acciaio mit zweiter Zeitzone, Edelstahl

Die hohe Kunst des Understatements hält für Uhrenfans eine ganz besondere Spielart bereit: Mechanikfreunde haben gleich mehrere Möglichkeiten, Zusatzfunktionen zu verbergen und so etwas Kompliziertes nach etwas weniger Komplexem oder gar nach etwas ausgesprochen Einfachem aussehen zu lassen. In diese Kategorie passen Zeitzonenuhren wie die hier gezeigte Panerai Luminor mit zweiter Zeitzone, bei denen sich ein zweiter Stundenzeiger hinter dem Hauptzeiger versteckt. Wenn der Mann auf Reisen geht, schaltet er den Hauptzeiger – meist in Stundenschritten – auf die neue Ortszeit. Erst jetzt kommt dahinter der zweite Zeiger zum Vorschein, der die Zeit in der Heimat bewahrt. Mithilfe dieser nützlichen Zusatzfunktion, die nur bei Bedarf sichtbar wird, weiß der Träger immer, wie spät es zu Hause ist. Das markante Design mit der versteckten Zusatzfunktion kostet 8.500 Euro (Edelstahl).

Uhr #6, die für Understatement steht: Bulgari Octo Finissimo

Bulgari: Octo Finissimo, Platin
Bulgari: Octo Finissimo, Platin

Die Octo Finissimo von Bulgari ist so flach, dass sie auf den Betrachter nicht wie ein mechanische Uhr wirkt. Stattdessen könnte die Vermutung naheliegen, dass es sich um einen elektronischen Zeitmesser handelt. Bulgari etablierte sich als Hersteller von besonders flachen Uhren. Das Finissimo-Kaliber BVL 128 zählt mit nur 2,23 Millimetern zu den flachsten Uhrwerken. Dementsprechend misst auch das Platingehäuse der Octo Finissimo nur fünf Millimeter in der Höhe. Das 40 Millimeter große Modell kostet 26.000 Euro.

Uhr #7, die für Understatement steht: Vacheron Constantin Patrimony Contemporaine Extra-Flach Kaliber 1731 mit Minutenrepetition

Vacheron Constantin Patrimony Contemporaine Extra-Flach Kaliber 1731
Vacheron Constantin Patrimony Contemporaine Extra-Flach Kaliber 1731 mit Minutenrepetition, Rotgold

Die ganz große Schule des Understatements ist die Minutenrepetition. Zumindest die klassische, die ihr Schlagwerk hinter einem geschlossenen Zifferblatt verbirgt. Die komplexeste Zusatzfunktion überhaupt macht auf dem – meist dezent gestalteten – Uhrengesicht in keiner Weise auf sich aufmerksam. Vielmehr lässt sie sich nur an ihrem Bedienelement erkennen: Aus der linken Gehäuseflanke ragt ein unauffälliger Schieber, der mit dem Daumen der rechten Hand nach oben bewegt wird. Nach dem Loslassen ertönen tiefe Töne für die Stunden, hoch-tiefe Kombinationen für die Viertelstunden und hohe Töne für die Minuten. Die edle Rotgold-Uhr von Vacheron Constantin wird am Lederarmband getragten und kostet 401.200 Euro

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im Juni 2016.

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