7 Uhrenmarken und ihre Bestseller

Welche Modelle verkaufen sich in Deutschland am besten?

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 28. Juli 2017

Welche mechanischen Uhren kaufen die Deutschen am liebsten? Die Chronos-Redaktion hat die begehrtesten Modelle ermittelt, denn anders als Bücher sind Uhren nicht in Bestsellerlisten verzeichnet. Wir zeigen die in Deutschland bestverkauften Uhren von sieben ausgewählten Herstellern mit anerkannt gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sehen Sie, welche Uhren sich bei Sinn, TAG Heuer, Maurice Lacroix, Junghans, Tissot, Nomos Glashütte und Oris der größten Beliebtheit erfreuen. Ist Ihr Favorit dabei?

Uhrenmarke #1 und ihr Besteller: Sinn – U1

Sinn: U1
Sinn: U1

Mit einem Preis von 1.725 Euro ist die U1 am Silikonband bei Weitem nicht die günstigste Sinn-Uhr – die Preise starten bei sagenhaften 890 Euro (Herrenuhren) für das Modell 556. Allerdings bietet die U1 einen attraktiven Einstieg in die Taucheruhrenkollektion der Frankfurter Marke: Sie besticht durch ihr bis 100 Bar wasserdichtes Gehäuse aus salzwasserbeständigem U-Boot-Stahl mit gehärteter, unverlierbar verschraubter Lünette und Schraubkrone, durch großflächige Leuchtanzeigen in ungewöhnlichem Design sowie durch eine hochwertige Faltschließe mit einfach zu bedienender Tauchverlängerung. Wie alle Taucheruhren lässt Sinn die U1 von der unabhängigen Prüfgesellschaft DNV GL (ehemals Germanischer Lloyd, Hamburg) in Anlehnung an die europäischen Tauchgerätenormen zertifizieren. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Frankfurter ihre Zeitmesser an den jeweiligen Einsatzzweck anpassen, kommt bei den Taucheruhren besonders gut zur Geltung. Die Folge: Der günstigste Vertreter dieser Produktgattung verkauft sich in Deutschland am besten.
U-Boot-Stahl, tegimentierte Lünette, 44 mm, Automatikkaliber Sellita SW 200, 1.725 Euro

Uhrenmarke #2 und ihr Bestseller: TAG Heuer – Carrera Calibre Heuer 01

Die Carrera Calibre Heuer 01 ist der Beststeller bei TAG Heuer
Die Carrera Calibre Heuer 01 ist der Beststeller bei TAG Heuer

Die vielgestaltige Carrera-Familie bekam 2015 Zuwachs von einem komplex gestalteten Stopper. Hinter dem durchbrochenen Zifferblatt sieht man das Automatikkaliber Heuer 01: Diese Weiterentwicklung des exklusiven Kalibers 1887 besitzt ein rotes Schaltrad, eine skelettierte Chronographenbrücke und einen ebenfalls ausgefrästen Rotor. Vorderseitig fällt unter anderem der durchbrochene Datumsring ins Auge. Ebenfalls alle Blicke auf sich zieht der Preis, der mit unter 5.000 Euro für einen Manufakturchronographen vergleichsweise günstig ausfällt. Kein Wunder also, dass sie TAG Heuers Bestseller ist.
Edelstahl, teilweise PVD-beschichtet, Saphirglasboden, 45 mm, Automatikkaliber TAG Heuer Calibre Heuer 01, 4.750 Euro

Uhrenmarke #3 und ihr Bestseller: Maurice Lacroix – Pontos Chronographe

Maurice Lacroix: Pontos Chronograph
Maurice Lacroix: Pontos Chronograph

Eigentlich widersprechen sich die Attribute klassisch und individuell. Aber Maurice Lacroix hat mit dem Pontos Chronographe vor einigen Jahren einen Weg gefunden, den Widerspruch aufzulösen: Das Modell ist ein klassischer Chronograph mit der üblichen Zifferblattaufteilung des Valjoux 7750, der jedoch durch seine individuellen Zeiger, Indexe, Zählerumrandungen und vor allem das facettenreiche Gehäuse mit gestuften Bandanstößen und extrabreitem Kronenschutz eine ganz eigene Designsprache aufweist. Seit der Baselworld 2016 verstärkt er mit dem blauen Blatt und den roten Zeigern seine Eigenständigkeit. Die zweite gute Nachricht: Maurice Lacroix hat kollektionsübergreifend die Preise gesenkt. Wurden für die Version mit schwarzem Blatt und Lederband im Sommer 2015 noch 3.150 Euro aufgerufen, wurde der Preis zwischenzeitlich auf 2.490 Euro gesenkt. Der elegante Chronograph mit Leder- oder Metallband ist für 2.490 bis 2.690 Euro zu haben.
Edelstahl, Saphirglasboden, 43 mm, Automatikkaliber Eta-Valjoux 7750, 2.490 bis 2.690 Euro

Uhrenmarke #4 und ihr Bestseller: Junghans – Max Bill Chronoscope

Junghans: Max Bill Chronoscope
Junghans: Max Bill Chronoscope

1961 lancierte Junghans die ersten Armbanduhren aus der Feder des Bauhaus-Vertreters Max Bill. Die beiden puristischen Grunddesigns – mit und ohne Stundenzahlen – sind bis heute praktisch unverändert geblieben und besitzen Ikonenstatus. Umso verwunderlicher ist es, dass nicht die originalgetreuen Dreizeigeruhren, sondern die neuzeitliche Erweiterung zum Chronographen Junghans‘ Bestseller (in der Mechanikkollektion) darstellt. Martin Thom von Juwelier Depperich in Reutlingen führt die Beliebtheit der Max Bill Chronoscope auf die stimmige Integration der Stoppfunktion in das ursprüngliche Design zurück und verweist auf das besonders gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Und er hat Recht: 1.695 Euro sind heute wenig Geld für einen Chronographen mit Schweizer Werk.
Edelstahl, 40 mm, Automatikkaliber Eta-Valjoux 7750, 1.695 Euro

Uhrenmarke #5 und ihr Bestseller: Tissot – Le Locle Automatic Gent

Tissot: Le Locle Gent
Tissot: Le Locle Gent

Die Le Locle Automatic Gent von Tissot ist die klassische Uhr unter den sieben Bestsellern. Denn obwohl die Swatch-Group-Marke Tissot ihre sportlichen Facetten hat, gilt sie auch als zuverlässiger Hersteller der sogenannten guten Uhr – also des einen Modells für Sonn- und Feiertage, das man eben hat, auch wenn man sich sonst keine teuren Uhren leisten kann oder möchte. Tissots Bestseller ist mit dem Automatikwerk Eta C07.111 ausgestattet, das bei Tissot Powermatic 80 heißt und eine Gangdauer von 80 Stunden aufweist. Lediglich 495 Euro kostet dieser klassische Zeitmesser, ausgestattet mit Saphirglas, Sichtboden und Datumsanzeige bei der Drei.
Edelstahl, 39,3 mm, Automatikkaliber Eta C07.111, 495 Euro

Uhrenmarke # 6 und ihr Bestseller: Nomos Glashütte – Tangomat Datum

Nomos Glashütte: Tangomat Datum
Nomos Glashütte: Tangomat Datum

Eine echte Glashütter Manufakturuhr für 2.940 Euro – das gibt es nur bei Nomos Glashütte. Und es geht noch viel günstiger: Das Einstiegsmodell Club mit Handaufzugskaliber Alpha kostet 1.080 Euro. Dass sich die Tangomat Datum dennoch besser verkauft, ist kein Mysterium. Denn im Gegensatz zur Club bietet sie das Nomos-typische Bauhaus-Design in seiner ursprünglichen Form – und darüber hinaus Automatikaufzug, Datum (allerdings ohne Schnellverstellung!), Saphirglasboden sowie einen größeren Durchmesser von 38,3 statt 36 Millimetern. Die technischen Vorteile gelten auch gegenüber der klassischen Tangente im 35-Millimeter-Gehäuse, von der die Tangomat das Design geerbt hat. Der Bestseller von Nomos besitzt also neben einem fein verzierten Glashütter Manufakturwerk zahlreiche Alltagsqualitäten. Und diese gehören zu einer zeitlos designten Uhr, die man theoretisch immer tragen kann, einfach dazu.
Edelstahl, Saphirglasboden, 38,3 mm, Automatikkaliber Nomos Zeta, 2.940 Euro

Uhrenmarke #7 und ihr Bestseller: Oris – Aquis Date

Oris: Aquis Date
Oris: Aquis Date

Ein Manufakturkaliber ist nicht nötig, um die Aquis Date von Oris zum Verkaufsschlager zu machen. Das erledigen das sportliche Design, das 2017 in Details überarbeitet wurde, der attraktive Preis von 1.600 Euro und die dafür verblüffend hochwertige Ausstattung mit massivem Stahlgehäuse und Keramiklünette, verschraubter Krone, Wasserdichtheit bis 300 Meter, Kautschukband und solider Faltschließe mit ausklappbarer Tauchverlängerung. Haptik, Funktionalität, Nutzwert – hier stimmt einfach alles. Und so soll es ja auch sein bei einem Bestseller.
Edelstahl, Keramiklünette, Saphirglasboden, 43,5 mm, Automatikkaliber Sellita SW 200, 1.600 Euro

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im April 2015.

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