7 Uhrenmarken und ihre Bestseller

Welche Modelle verkaufen sich in Deutschland am besten?

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 7. Dezember 2016

Welche mechanischen Uhren kaufen die Deutschen am liebsten? Die Chronos-Redaktion hat die begehrtesten Modelle ermittelt, denn anders als Bücher sind Uhren nicht in Bestsellerlisten verzeichnet. Wir zeigen die in Deutschland bestverkauften Uhren von sieben ausgewählten Herstellern mit anerkannt gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sehen Sie, welche Uhren sich bei Sinn, TAG Heuer, Maurice Lacroix, Junghans, Tissot, Nomos Glashütte und Oris der größten Beliebtheit erfreuen. Ist Ihr Favorit dabei?

Uhrenmarke #1 und ihr Besteller: Sinn – U1

Sinn: U1
Sinn: U1

Mit einem Preis von 1.725 Euro ist die U1 am Silikonband bei Weitem nicht die günstigste Sinn-Uhr – die Preise starten bei sagenhaften 890 Euro für das Modell 556. Allerdings bietet die U1 einen attraktiven Einstieg in die Taucheruhrenkollektion der Frankfurter Marke: Sie besticht durch ihr bis 100 Bar wasserdichtes Gehäuse aus salzwasserbeständigem U-Boot-Stahl mit gehärteter, unverlierbar verschraubter Lünette und Schraubkrone, durch großflächige Leuchtanzeigen in ungewöhnlichem Design sowie durch eine hochwertige Faltschließe mit einfach zu bedienender Tauchverlängerung. Wie alle Taucheruhren lässt Sinn die U1 von der unabhängigen Prüfgesellschaft DNV GL (ehemals Germanischer Lloyd, Hamburg) in Anlehnung an die europäischen Tauchgerätenormen zertifizieren. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Frankfurter ihre Zeitmesser an den jeweiligen Einsatzzweck anpassen, kommt bei den Taucheruhren besonders gut zur Geltung. Die Folge: Der günstigste Vertreter dieser Produktgattung verkauft sich in Deutschland am besten.

U-Boot-Stahl, tegimentierte Lünette, 44 mm, Automatikkaliber Sellita SW 200, 1.725 Euro

 

Uhrenmarke #2 und ihr Bestseller: TAG Heuer – Carrera Calibre 1887

Die Carrera Calibre 1887 ist der Bestseller von TAG Heuer.
Die Carrera Calibre 1887 ist der Bestseller von TAG Heuer.

Manufakturbegriff hin oder her: Das Calibre 1887 auf Seiko-Basis gibt es in der vorliegenden Form nur bei TAG Heuer. Verpackt in ein Carrera-Gehäuse mit Keramiklünette, bietet das gut (um-)konstruierte Uhrwerk alles, was Chronographenfans brauchen: Stoppintervalle bis zwölf Stunden, Datum, Automatikaufzug und – als Augen- und Handschmeichler beim Stoppen – ein Schaltrad. Eine gestalterische Besonderheit ist die große Minuterie, die die sonst üblichen Stundenzahlen ersetzt. Interessanterweise gibt es im selben Design ein Modell mit Valjoux 7750, das bei TAG Heuer Calibre 16 heißt, sowie mit zusätzlichem Wochentag. Die abgebildete Carrera Calibre 1887 kostet mit 4.500 Euro nur wenig mehr als die Ausführung mit Standardwerk von der Eta. Kein Wunder also, dass sie TAG Heuers Bestseller ist.

Edelstahl, Keramiklünette, Saphirglasboden, 43 mm, Automatikkaliber TAG Heuer Calibre 1887, 4.600 Euro

 

Uhrenmarke #3 und ihr Bestseller: Maurice Lacroix – Pontos Chronographe

Der Maurice Lacroix Pontos Chronograph, hier am Edelstahlarmband
Der Maurice Lacroix Pontos Chronograph, hier am Edelstahlarmband

Eigentlich widersprechen sich die Attribute klassisch und individuell. Aber Maurice Lacroix hat mit dem Pontos Chronographe vor einigen Jahren einen Weg gefunden, den Widerspruch aufzulösen: Das Modell ist ein klassischer Chronograph mit der üblichen Zifferblattaufteilung des Valjoux 7750, der jedoch durch seine individuellen Zeiger, Indexe, Zählerumrandungen und vor allem das facettenreiche Gehäuse mit gestuften Bandanstößen und extrabreitem Kronenschutz eine ganz eigene Designsprache aufweist. Zur Baselworld 2016 verstärkt er mit dem blauen Blatt und den roten Zeigern seine Eigenständigkeit. Die zweite gute Nachricht: Maurice Lacroix hat kollektionsübergreifend die Preise gesenkt. Wurden für die Version mit schwarzem Blatt und Lederband im Sommer 2015 noch 3.150 Euro aufgerufen, wurde der Preis zwischenzeitlich auf 2.490 Euro gesenkt. Die Messeneuheit mit Leder- oder Metallband für 2.490 bis 2.690 Euro zu haben. Ein Bestseller war der Pontos Chronographe schon vor der Neuauflage, er verdrängte gar die circa 1.000 Euro günstigere Pontos Day Date mit Wochentag statt Stoppfunktion auf Platz zwei der Verkaufsschlager. Die Vertriebsleitung von Maurice Lacroix in Deutschland vermutete, dass der Chronograph durch seine längere Marktpräsenz bereits mehr Bekanntheit erlangt hat. Oder eine oft formulierte Weisheit ist ganz einfach wahr: Uhrenfans lieben Chronographen. Und der neue Pontos Chronographe hat beste Chancen, ein neuer Liebling zu werden.

Edelstahl, Saphirglasboden, 43 mm, Automatikkaliber Eta-Valjoux 7750, 2.490 bis 2.690 Euro

 

Uhrenmarke #4 und ihr Bestseller: Junghans – Max Bill Chronoscope

Junghans: Max Bill Chronoscope
Junghans: Max Bill Chronoscope
[Foto: Uhrenfabrik Junghans GmbH & Co.KG Geißhaldenstrasse 49 D-78713 SCHRAMBERG Telefon: +49 (0) 74 22 / 18-0 Telefax: +49 (0) 74]

1961 lancierte Junghans die ersten Armbanduhren aus der Feder des Bauhaus-Vertreters Max Bill. Die beiden puristischen Grunddesigns – mit und ohne Stundenzahlen – sind bis heute praktisch unverändert geblieben und besitzen Ikonenstatus. Umso verwunderlicher ist es, dass nicht die originalgetreuen Dreizeigeruhren, sondern die neuzeitliche Erweiterung zum Chronographen Junghans‘ Bestseller (in der Mechanikkollektion) darstellt. Martin Thom von Juwelier Depperich in Reutlingen führt die Beliebtheit der Max Bill Chronoscope auf die stimmige Integration der Stoppfunktion in das ursprüngliche Design zurück und verweist auf das besonders gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Und er hat Recht: 1.695 Euro sind heute wenig Geld für einen Chronographen mit Schweizer Werk.

Edelstahl, 40 mm, Automatikkaliber Eta-Valjoux 7750, 1.695 Euro

 

Uhrenmarke #5 und ihr Bestseller: Tissot – Le Locle Automatic Gent

Tissot: Le Locle Automatic Gent
Tissot: Le Locle Automatic Gent

Die Le Locle Automatic Gent von Tissot ist die klassische Uhr unter den sieben Bestsellern. Denn obwohl die Swatch-Group-Marke Tissot ihre sportlichen Facetten hat, gilt sie auch als zuverlässiger Hersteller der sogenannten guten Uhr – also des einen Modells für Sonn- und Feiertage, das man eben hat, auch wenn man sich sonst keine teuren Uhren leisten kann oder möchte. Die Le Locle Automatic Gent, die aktuell den Status als Tissots Bestseller innehat, wird derzeit ausverkauft. Das Nachfolgemodell ist mit dem Automatikwerk Eta C07.111 ausgestattet, das bei Tissot Powermatic 80 heißt, ist dementsprechend die Le Locle Powermatic 80 und unterscheidet sich von der Gent optisch nur durch den Schriftzug “Powermatic 80” oberhalb der Sechs. Alle weiteren Daten einschließlich Preis bleiben gleich.

Edelstahl, 39,3 mm, Automatikkaliber Eta 2824, 495 Euro
 

Uhrenmarke # 6 und ihr Bestseller: Nomos Glashütte – Tangomat Datum

Nomos Glashütte: Tangomat Datum
Nomos Glashütte: Tangomat Datum

Eine echte Glashütter Manufakturuhr für 2.740 Euro – das gibt es nur bei Nomos. Und es geht noch viel günstiger: Das Einstiegsmodell Club mit Handaufzugskaliber Alpha kostet 1.080 Euro. Dass sich die Tangomat Datum dennoch besser verkauft, ist kein Mysterium. Denn im Gegensatz zur Club bietet sie das Nomos-typische Bauhaus-Design in seiner ursprünglichen Form – und darüber hinaus Automatikaufzug, Datum (allerdings ohne Schnellverstellung!), Glasboden sowie einen größeren Durchmesser von 38,3 statt 36 Millimetern. Die technischen Vorteile gelten auch gegenüber der klassischen Tangente im 35-Millimeter-Gehäuse, von der die Tangomat das Design geerbt hat. Der Bestseller von Nomos besitzt also neben einem fein verzierten Glashütter Manufakturwerk zahlreiche Alltagsqualitäten. Und diese gehören zu einer zeitlos designten Uhr, die man theoretisch immer tragen kann, einfach dazu.

Edelstahl, Saphirglasboden, 38,3 mm, Automatikkaliber Nomos Zeta, 2.860 Euro

 

Uhrenmarke #7 und ihr Bestseller: Oris – Aquis Date

Oris: Aquis Date
Oris: Aquis Date

Ein Manufakturkaliber ist nicht nötig, um die Aquis Date von Oris zum Verkaufsschlager zu machen. Das erledigen das sportliche Design, der attraktive Preis von 1.650 Euro und die dafür verblüffend hochwertige Ausstattung mit massivem Stahlgehäuse und Keramiklünette, verschraubter Krone, Wasserdichtheit bis 300 Meter, besonders stabilem Stahlgliederband und solider Faltschließe mit ausklappbarer Tauchverlängerung. Haptik, Funktionalität, Nutzwert – hier stimmt einfach alles. Und so soll es ja auch sein bei einem Bestseller.

Edelstahl, Keramiklünette, Saphirglasboden, 43 mm, Automatikkaliber Sellita SW 200, 1.650 Euro

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im April 2015.

Breitling: Chronomat 44 Blacksteel – Baselworld 2016

Breitling lanciert in diesem Jahr eine neue Variante seines Fliegerchronographen. Der Chronomat 44 Blacksteel unterscheidet sich vom Ursprungsmodell durch das 44 Millimeter große Edelstahlgehäuse mit schwarzer Karbonbeschichtung. Die unbunte Farbe wiederholt sich auf der drehbaren Lünette mit schwarzen Kautschukziffern und dem komplett … » weiterlesen

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