Antoine Martin: Slow Runner – Baselworld 2013

Die größte Unruh

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 1. Mai 2013

Während Hersteller wie Breguet, Chopard oder TAG Heuer seit Jahren an Schnellschwingern arbeiten, geht Martin Braun einen anderen Weg. Der deutsche Uhrmacher hat für seine Marke Antoine Martin ein Werk entwickelt, das über eine besonders langsam oszillierende Unruh verfügt. Sie ist mit einem Hertz getaktet, vollzieht also gerade einmal 7.200 Halbschwingungen pro Stunde.

Die Slow Runner von Antoine Martin
Die Slow Runner von Antoine Martin

Zum Vergleich: Das Zenith El Primero mit 36.000 Halbschwingungen bewegt sich fünfmal, die Breguet Type XXII zehnmal so schnell. Damit man das gemächliche Atmen der Spiralfeder gut beobachten kann, hat Martin Braun die Unruh so groß wie möglich gemacht und damit einen Rekord aufgestellt: Auf einen Durchmesser von 24 Millimetern hat es bisher noch keine Armbanduhren-Unruh gebracht. Martin Braun möchte mit dem Slow Runner, so heißt die Uhr, dem Auge des Betrachters etwas Besonderes bieten. Zugleich ist der Uhrmachermeister von den technischen Eigenschaften seines Kalibers AM36001 überzeugt: Die große Unruh baue so viel Bewegungsenergie auf, dass sie sich von kleinen Stößen kaum beeindrucken lasse. Eine hervorragende Gangstabilität soll außerdem erreicht werden durch die Verwendung von Silizium für Anker, Ankerrad, Ellipse und Spiralfeder sowie von Titan Grade 5 für den Unruhreif. Zudem gibt es eine Zusatzstoßsicherung mit sechs Rubincabochons. Befestigt ist die Unruh mit einer Stahlbrücke, die Feinregulierung erfolgt über zwei Masseschrauben. Mit 92 Stunden erreicht das Werk eine beeindruckende Gangreserve von fast vier Tagen. Aufgrund der Ein-Hertz-Frequenz macht der Sekundenzeiger zwei Schritte pro Sekunde. Um diese ungewöhnliche Bewegung möglichst gut nachvollziehen zu können, hat Antoine Martin der „kleinen“ Sekunde besonders viel Platz auf dem Zifferblatt eingeräumt – so viel, dass die Markierungen für den Stundenzeiger zwischen fünf und neun Uhr weichen mussten. Erhältlich ist der Slow Runner zum einen in Edelstahl mit zwei Zifferblattvarianten (je 19.500 Euro), zum anderen in Roségold (34.500 Euro). buc

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