Blancpain: L-evolution Tourbillon Karussell – Baselworld 2015

Zwei fliegende Gangregler

Jens Koch
von Jens Koch
am 26. März 2015

Blancpain kombiniert in der neuen L-evolution Tourbillon Karussell zwei Komplikationen, die beide der Ganggenauigkeit dienen: das neue Kaliber 2322V2 vereint ein Tourbillon und ein Karussell. Beide sind fliegend gelagert und über dem Zifferblatt schwebend.

Blancpain: L-evolution Tourbillon Karussell
Blancpain: L-evolution Tourbillon Karussell

Das Tourbillon besteht aus einem Drehgestell, in dem die Elemente der Hemmung und des eigentlichen Regulierorgans (Unruh mit Spiralfeder) kreisen. Der Hemmungstrieb dreht sich um das starre Sekundenrad. Die damit verbundene Rotation des Gestells liefert der Hemmung und der Unruh die erforderliche Energie. Es dreht sich einmal pro Minute und gleicht so die schwerkraftbedingten Gangabweichungen in den vertikalen Positionen aus. Beim 1892 von Bonniksen erfundenen Karussell hingegen wird das Drehgestell nicht durch das Sekundenrad, sondern durch das Mittelrad gesteuert. Statt durch die Rotation um das starre Sekundenrad wird hier die Energie für die Drehung des Gestells sowie der Hemmung und der Unruh durch zwei getrennte Räderwerke übertragen. Tourbillon und Karussell besitzen jeweils ein eigenes Federhaus. Der Tourbillon-Karussell-Mechanismus ist mit zwei Differentialen ausgestattet. Das erste vereinigt die Informationen der beiden Komplikationen und überträgt ihre mittlere Ganggeschwindigkeit an das Zeiger-Räderwerk, das andere dient zur Anzeige der Gangreserve auf dem Gehäuseboden. Das technische Design unterstützen die sechseckigen Schraubenköpfe, die man hier zum ersten Mal bei Blancpain sieht. Untergebracht ist der Mechanismus in einem 47,40-Millimeter-Platingehäuse. 50 Exemplare zum Preis von 323.300 Euro werden gebaut.  jk

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