Chronographen: Funktionale Vielfalt

Stop and Go

Julia Knaut
von Julia Knaut
am 6. März 2013

Sie denken, Chronographen haben zwei Drücker und stoppen die Zeit? Das ist meist richtig, doch sind Sie sich auch der vielen Spielarten dieser Zusatzfunktion bewusst? Wir entführen Sie ins Reich der beliebtesten aller Komplikationen.

Jeder Uhrenfan kennt das: Es macht einfach Freude, wenn die Stoppzeiger per Knopfdruck auf dem Zifferblatt rotieren. Die Faszination für Chronographen liegt aber auch in ihrem sportlichen Look, der für einen aktiven Lebensstil und Bewegung steht. Natürlich muss heute niemand mehr auf solch althergebrachte Weise die Zeit stoppen. Doch allein die Tatsache, was auf dem engen Raum eines Uhrwerks rein mechanisch realisiert werden kann, trägt zur Beliebtheit von Chronographen-Stoppern bei. Bei kaum einer anderen Komplikation entwickelten Uhrmacher bis heute einen solchen Kosmos an Zusatzfunktionen.

Klassisches Chronographenziffernblatt: Rolex Oyster Perpetual Cosmograph Daytona (21.600 Euro)
Klassisches Chronographenziffernblatt: Rolex Oyster Perpetual Cosmograph Daytona (21.600 Euro)

Als Klassiker kommt die Chronographenvariante mit zwei Drückern daher, die üblicherweise auf zwei und vier Uhr angesiedelt sind. Das Rolex-Modell Cosmograph Daytona veranschaulicht, wo die Drücker an der Gehäuseflanke positioniert sind. Liebhaber des heute typischen Chronographendesigns werden an dem Uhrenmodell zudem das Dreigespann der Totalisatoren schätzen. Wer das Schlichte und Einfache genauso mag wie überlieferte Uhrenhistorie, wird Gefallen an dem Ein-Drücker-Chronographen Pioneer Racemaster GTM von Hanhart finden.

Ein-Drücker-Chronograph: Hanhart Pioneer Racemaster GMT (5.500 Euro)
Ein-Drücker-Chronograph: Hanhart Pioneer Racemaster GMT (5.500 Euro)

Bei der optisch vom Motorsport inspirierten Uhr lassen sich alle Stoppfunktionen mit einem einzigen Handgriff steuern. Heute ist das Zwei-Drücker-System geläufig, allerdings wurde historisch gesehen der Ein-Drücker-Chronograph zuerst entwickelt. Von Nachteil war jedoch, dass sich mit diesem System keine Additionsstoppungen vornehmen ließen. Der Chronograph musste also immer erst wieder nullgestellt werden, um einen neuen Stoppvorgang zu starten. 1934 entwickelte Breitling den ersten Chronographen mit zwei Drückern. Dieser zweite Drücker war nun für das separate Nullstellen der Stoppzeiger zuständig. Das Zifferblatt der Pioneer Racemaster GTM verfügt über zwei statt der üblichen drei Hilfsanzeigen, denn der Stopper wurde um seinen Zwölf-Stunden-Zähler erleichtert, um historischen Vorbildern nahezukommen.

Weniger zum Sportflitzer als vielmehr um englischen Oldtimer passt die klassisch-elegante Chronoscope von Chronoswiss. Sie konzentriert sich ganz auf die Stoppsekunden und verzichtet auf Stoppminuten sowie Stunden. Ganz im Stil von alten Regulatoren zeigt die Uhr Stunden und Sekunden auf getrennten Hilfszifferblättern bei sechs und zwölf Uhr an, während ein zentraler Zeiger die Minuten weist. Heute ungewöhnlich, aber wie die Regulatoraufteilung historisch inspiriert, ist die Integration des einzigen Drückers in die Krone.

Chronograph mit Regulatorzifferblatt: Chronoswiss Chronoscope (nicht mehr erhältlich)
Chronograph mit Regulatorzifferblatt: Chronoswiss Chronoscope (nicht mehr erhältlich)

 

Auch oder gerade in der Uhrenwelt möchte man ab und zu die ausgetretenen Wege verlassen. Zum Querfeldeinlauf lädt die Avantgarde-Linkshänder-Uhr von Alexander Shorokhoff ein. Drücker und Krone befinden sich bei diesem Modell auf der linken statt auf der rechten Seite. Dadurch können Linkshänder die Uhr am rechten Handgelenk tragen. Technisch gesehen werden dazu das Werk um 180 Grad im Gehäuse gedreht und die Anzeigen neu positioniert. Daher startet und stoppt der Träger den Chronographen – anders als Rechtshänder – mit dem unteren Drücker und stellt ihn mit dem oberen auf null.

Alexander Shoro-khoff Avantgarde Linkshänder-Uhr (1.799 Euro)
Alexander Shoro-khoff Avantgarde Linkshänder-Uhr (1.799 Euro)

Die Stoppzeit müssen nicht immer kleinformatige Totalisatoren anzeigen, auch zentrale Zeiger können diese Funktion übernehmen. Mit dem Manero CentralChrono macht Carl F. Bucherer anschaulich, dass neben den Stoppsekunden auch die Stoppminuten aus der Mitte kommen können.

Stoppminuten aus der Mitte: Carl F. Bucherer Manero Central-Chrono (5.100 Euro)
Stoppminuten aus der Mitte: Carl F. Bucherer Manero Central-Chrono (5.100 Euro)

 

Das gleiche Prinzip wendet Hublot bei der King Power FC Bayern München an, allerdings werden hier ungewöhnlicherweise 45 Minuten statt einer vollen Stunde aus der Mitte gestoppt. Somit macht die Fußballuhr die Länge einer Halbzeit sichtbar. Auch optisch huldigt der Stopper dem deutschenRekordmeister: Sein Zifferblatt ist in den Vereinsfarben Rot, Weiß und Blau gestaltet und trägt auf drei Uhr dessen Logo.

Halbzeitstopper: Hublot King Power FC Bayern München (17.600 Euro)
Halbzeitstopper: Hublot King Power FC Bayern München (17.600 Euro)

 

Immer informiert bleiben

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und bleiben Sie immer am Puls der Zeitmesser.

Anrede
Vorname
Nachname
E-Mail*
* Pflichtfeld
Die Datenschutzbestimmungen habe ich gelesen und akzeptiere diese.

Uhren-Datenbank

In der weltweit größten Datenbank finden Sie aktuell 31454 Modelle von 781 Herstellern.

Datenbank-Suche