Er ist (schon) wieder da

Die Hitler-Uhr auf dem SPIEGEL-Titel

Rüdiger Bucher
von Rüdiger Bucher
am 31. Januar 2013
SPIEGEL Titel Hitler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es kommt nicht oft vor, dass DER SPIEGEL auf seinem Titel eine Uhr zeigt. In dieser Woche aber ist das der Fall. Und, man ahnt es fast, die Uhr hat etwas mit Hitler zu tun. Das wiederum ist weniger verwunderlich, ist es doch die Woche vom 30. Januar — dem Tag, an dem Hitler Reichskanzler wurde, vor genau 80 Jahren. Dass der SPIEGEL Altnazi- oder Neonazi-Themen auf den Titel hievt, ist keine Seltenheit: Das Thema garantiert nach wie vor gute Heftverkäufe; selbst wenn es sich, wie hier, um einen eher trivialen Aspekt handelt. Allerdings: Wirklich viel gibt es zu Hitlers Uhren nicht zu sagen. Eigentlich geht es im Artikel mehr um Beutekunst: Dinge wie Gemälde, Teppiche, Möbel und Schmuck, die Hitler oder andere Nazigrößen in ganz Europa geraubt haben, und die heute, mehr oder weniger versteckt, in deutschen Museen lagern. Ich finde, dass der Autor zwei Dinge vermischt: eben die geraubten Sachen auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Uhr: Die hat Hitler höchstwahrscheinlich nicht geraubt, sondern von einem Juwelier gekauft. Produziert wurde die abgebildete diamantbesetzte Damenuhr jedenfalls von der Pforzheimer Firma Eszeha der Familie Scheufele, der heute Chopard gehört. Hitler ließ die Uhr mit dem Geburtstag von Eva Braun und einer Widmung gravieren und schenkte sie ihr. Mehr ist dazu, vom Standpunkt des Uhrensammlers aus, wohl nicht zu sagen. Interessant ist höchstens, dass die Uhr heute im Depot der Pinakothek der Moderne in München liegt.

Hitler hat nicht wenige Uhren verschenkt: Die meisten davon kamen aus Glashütte, gefertigt von A. Lange & Söhne. In der Regel waren das Taschenuhren mit Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden; es sind aber auch Repetitionsuhren darunter. So schenkte Hitler etwa seinem Leibarzt Dr. Morell und Innenminister Wilhelm Frick eine Minutenrepetition, Baldur von Schirach erhielt eine Viertelrepetition, Martin Bormann musste sich mit einer Dreizeigeruhr begnügen. Unser Magazin Klassik Uhren berichtete darüber in Ausgabe 6-2005. (Zum Artikel durch Klicken auf das Bild unten links.)

buc

Klassik Uhren 6-2005KU_0605_hitleruhren_Seite_1

 

 

 

 

 

 

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